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Forster, E(dward) M(organ) - Leben und Biographie



Das Werk des englischen Schriftstellers E. M. Forster ist geprägt durch einen engagierten Humanismus. Zentrales Thema seiner Romane und Erzählungen sind menschliche Beziehungen als soziales Problem. Häufig präsentiert er einen Konflikt zweier Welten mit unterschiedlichen Lebensauffassungen und Wertvorstellungen. Obwohl ein Autor des 20. Jahrhunderts, fühlte sich Forster dem Erzählstil des 19. Jahrhunderts verpflichtet, wie ihn u.a. Janc Austen oder Thomas^ Hardy entwickelten. Forster, Sohn eines Architekten, studierte am King's College in Cambridge klassische Philologie sowie Geschichte undlehrte dort ab 1927. Zwischen 1901 und 1910 lebte er überwiegend in Italien und Griechenland. Forsters Erfahrungen spiegeln sich in seinen ersten literarischen Arbeiten [Engel und Narren, 1905; Zimmer mit Aussicht, 1908), in denen der Kontrast zwischen der britischen und der südeuropäischen Lebensweise dargestellt wird. Der Roman Howards End schildert Spannungen und Konflikte innerhalb des Bürgertums vor dem zeitlichen Hintergrund des Ersten Weltkriegs. 1912/13 sowie 1921/22 unternahm Forster Reisen nach Indien, die ihn zu dem Roman Auf der Suche nach Indien inspirierten. Auch hier bildet die Verschiedenheit der Kulturen das Hauptthema des Werks, in dem die Begegnungen zwischen Europäern und Indern, die politischen und religiösen Verhältnisse sowie das Nebeneinander von Christen, Muslimen und Hindus eine differenzierte literarische Verarbeitung finden. Innovative Beiträge zum englischen Roman lieferte Forster ab Mitte der 1920er Jahre nicht mehr. Postum erschien der bereits 1914 verfasste Roman Maurice, den der Autor wegen seiner für die Zeit zu brisanten homosexuellen Thematik von der Veröffentlichung zurückgehalten hatte.

      Zimmer mit Aussicht
In Zimmer mit Aussicht schildert E.M. Forster die Konfrontation des durch erstarrte Konventionen geprägten englischen Bürgertums mit der sinnlichen Mentalität Südeuropas. Anhand einer Liebesgeschichte werden auch die Grenzen der südländischen Lebensart aufgezeigt. Entstehung: Forster begann bereits 1901 während seines ersten Italienaufenthalts ein satirisches Porträt über englische Touristen in Italien zu schreiben. Der erzählerische Entwurf mit dem Titel Lucy blieb jedoch unvollendet. Nach weiteren zunächst erfolglosen Versuchen beendete er die Arbeiten schließlich 1908 unter dem heute bekannten Titel. Lediglich die Namen der Protagonisten und die Teilung in eine ltalien-und eine Englandhandlung erinnern an die ursprünglichen Fassungen. Inhalt: Die junge Lucy Honeychurch, die aus einer traditionsbewussten und auf gesellschaftliche Konventionen bedachten bürgerlichen englischen Familie stammt, unternimmt zu Beginn des 20. Jahrhunderts gemeinsam mit ihrer altjüngferlichen Cousine und Anstandsdame Charlotte Bartlett eine klassische Bildungsreise nach Italien. In einer Pension in Florenz begegnen sie dem unkonventionellen Mr. Emersonund seinem attraktiven Sohn George, die ihnen einen Zimmertausch vorschlagen, da das Zimmer der Damen nur zum Hof gelegen ist und keine schöne Aussicht hat, während das der Emersons ein wundervolles Panorama über die Stadt bietet. Lucy und Charlotte akzeptieren das Angebot nur ungern, da es für sie einen Verstoß gegen die gesellschaftlichen Regeln darstellt. Als Lucy beginnt sich für George zu interessieren, reist Charlotte mit Lucy überstürzt nach Rom ab, wo sie auf die Familie Vyse treffen. Zurück in England, in einer Welt vikto-rianischer Prüderie, spielt Lucy die Rolle einer perfekt angepassten Tochter. Sie verlobt sich auf Wunsch ihrer Eltern mit dem Londoner Snob und Gentleman Cecil Vyse, der es jedoch an Leidenschaft und Gefühlsäußerungen mangeln lässt. Das unerwartete Auftauchen George Emersons im Haus der Honeychurchs und sein Werben um Lucy fordern ihr eine Entscheidung ab, die schließlich zu Gunsten Georges ausfällt. Obwohl ihre Eltern mit der ihrer Meinung nach unstandesgemäßen Verbindung nicht einverstanden sind, heiratet sie George. Die Hochzeitsreiseverbringt das Paar in Florenz. Struktur: Forster ging es in Zimmer mit Aussicht nicht um eine realistische oder den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit folgenden Handlungsführung, sondern um eine Darstellung der inneren Motivation seiner Charaktere. Schauplätze und Personal sind dabei bipolar angelegt. Der Roman gliedert sich in zwei Teile, eine Italienhandlung im ersten sowie eine Englandhandlung im zweiten Teil, wobei die Figurenkonstellation bestehen bleibt. Ebenso wie die beiden Handlungsorte unterschiedliche Mentalitäten darstellen, verkörpern auch die von Forster als Kontrastfiguren konzipierten Charaktere Cecil und George unterschiedliche und nicht zu vereinbarende Lebensprinzipien sowie den Konflikt zwischen sozialer, konventioneller Vernunft und individuellem, unkonventionellem Gefühl: Während Cecil gesellschaftlichen Anforderungen gerecht wird, jedoch das lebensfeindliche, asketische Lebensprinzip verkörpert, widerspricht George dem Standesdünkel des Bürgertums und symbolisiert die vitale, lebensbejahende Kraft.
      Wirkung: Rückblickend war Forster mit dem Happy End des Romans nicht einverstanden, da es eine in seinen Augen spätviktorianische Lösung darstellte. 1958 schrieb er einen Epilog mit dem Titel Aussicht ohne Zimmer, in dem er das weitere Leben der Hauptfiguren äußerst nüchtern und sachlich beschrieb und ihnen durch diese Art der Darstellung die Romantik und Idealisierung nahm. 1985 wurde Zimmer mit Aus-sicht von James lvory mit Helena Bonham Carter, Julian Sands und Daniel Day-Lewis verfilmt und mit drei Oscars ausgezeichnet.
     


Forster, johann georg adam

»Ich bin dreiunddreißig Jahre alt. ich bin gesund, und mein Ã"ußeres hat, ohne mir zu schmeicheln, nichts Abstoßendes. Ich habe die zweite Reise Cooks um die Welt mitgemacht und sie beschrieben. Mit allen Zweigen der Naturgeschichte, einschließlich Physik und Chemie, habe ich mich beschäftigt. Ich z .....
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