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Fitzgerald, Francis Scott - Leben und Biographie



Die Literatur von Francis Scott Fitzgerald verkörpert die widersprüchlichen »goldenen zwanziger Jahre«, das Jazz-Zeitalter mit seinem äußeren Reichtum und Glanz, dem die innere Verlorenheit und Entwurzelung des Einzelnen gegenübersteht. Fitzgeralds Prosa spielt in einer Gesellschaft, die während der Prohibition Partys mit alkoholischen Drinks als Abenteuer erlebt, während kriminelle Geschäftsleute mit Alkohol-
Schmuggel ein Vermögen verdienen und in die oberen Gesellschaftsschichten aufsteigen. In ihr drückte sich das Gefühl der Lost Generation aus, die sich mit dem Verlust der moralischen Werte abfinden musste.
      1913 kam Fitzgerald aus der Provinzstadt St. Paul zum Literaturstudium an die Princeton University bei New York. Ohne Abschluss meldete er sich 1917 freiwillig, kam aber im Ersten Weltkrieg nicht mehr zum Einsatz. 1919, nach der Entlassung aus der Armee, arbeitete er in New York zunächst als Werbetexter und verkaufte erste Kurzgeschichten an Zeitschriften und Magazine. 1920 erschien der erste Roman Diesseits vom Paradies, der ein großer Erfolg wurde. Zur gleichen Zeit entwickelte sich Fitzgerald zu einem von den Zeitschriften gut bezahlten Kurzgeschichtenautor. Nach der Heirat mit Zelda Sayre stürzten sich die Fitzgeralds in das rastlose Leben der 1920er Jahre. Ausgedehnte Europaaufenthalte, bei denen sie Ernest -> Hemingway, Gertrude -> Stein und andere Vertreter der Lost Generation kennen lernten, schlössen sich an, während Fitzgerald seinen literarischen Erfolg mit zahlreichen Erzählungen und den Romanen Die Schönen und die Verdammten sowie Der große Gatsby weiter ausbauen konnte.
      Nach einem Nervenzusammenbruch 1930 kam seine Frau dauerhaft in ein Sanatorium. Nach dem Börsencrash von 1929 waren die »goldenen Zwanziger« plötzlich vorbei; Fitzgerald wurde vom bestbezahlten Kurzgeschichtenautor Amerikas zu einem hochverschuldeten, alkoholkranken und entwurzelten Mann, der sein Geld schließlich als Drehbuchautor in Hollywood verdienen musste. Sein letzter vollendeter Roman, Zärtlich ist die Nacht , fand kaum noch ein Publikum. Nachdem er kurz zuvor das Trinken aufgegeben hatte, starb Fitzgerald 1940 an einem Herzinfarkt.
      Der große Gatsby
Dieser kurze Roman bietet ein Sittengemälde der amerikanischen 1920er Jahre und beleuchtet den Zwiespalt zwischen Geld und Liebe, Machtgier und Treue. Sprache und Erzählstil machen den Roman zu einem der herausragenden poetischen Werke Amerikas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Inhalt: Nick Carraway kommt 1922 aus dem Mittelwesten nach New York, um in den Börsenhandel einzusteigen. Er mietet einen Bungalow auf Long Island, wo er seinen Nachbarn
Gatsby kennen lernt, einen Geschäftsmann, der zu großem Reichlum gekommen ist. Mit diesem Reichtum will er Daisy Fay erobern, die jedoch inzwischen mit dem wohlhabenden, aber ungebildeten und rohen Tom Buchanan verheiratet ist. Ihretwegen hat Gatsby, ein Romantiker, sich in West Egg niedergelassen. Nick, der, zunächst widerstrebend, zum Vertrauten Gats-bys wird, bringt diesen mit Daisy, seiner entfernten Cousine, zusammen. Daisy wird Gatsbys Geliebte, trennt sich jedoch nicht von Tom, dessen gute Herkunft und solider Reichtum ihr mehr bedeutet als die tiefen Gefühle und das Geld des neureichen Gatsby. Tom hat bereits seit längerer Zeit eine Affäre mit Myrtle Wilson, der Frau eines Tankwarts. Nach einem alkoholreichen Tag in New York, dem 30. Geburtstag Nicks, überfährt Daisy versehentlich Myrtle mit Gatsbys Auto. Daisy und Tom söhnen sich in der Nacht darauf aus und lenken den Verdacht auf Gatsby. Myrtles Ehemann, der Gatsby sowohl für den Geliebten als auch für den Mörder seiner Frau hält, erschießt diesen und richtet anschließend sich selbst. Aufbau: Nick Carraway dient in dieser Geschichte als Ich-Erzähler und Vermittler zwischen den beiden Welten, zwischen die er gerät, zu denen er aber selbst nicht gehört. Im Roman spielt Nick lediglich eine Nebenrolle. Er ist der Außenseiter aus der Provinz und weil er deshalb von allen unterschätzt wird, hat er Zugang zu allen Kreisen. Die Sprache, in der dieser Roman erzählt wird, ist knapp und arbeitet mit vielen Aussparungen. So entsteht ein dichtes Geflecht aus Symbolen und Metaphern, das das amerikanische Selbstverständnis und seine sozialen sowie kulturellen Grundfeste beleuchtet.
      Wirkung: Bei Erscheinen des Romans war Fitzgerald bereits ein bekannter und angesehener Autor in den USA. Der große Gatsby wurde von den Kritiken sehr positiv aufgenommen, war jedoch mit 22000 verkauften Exemplaren von einem Bestseller weit entfernt. Sein Autor fühlte sich zutiefst missverstanden, da der Roman vom Publikum als Zeitdokument, als Spiegel bestimmter Teile der amerikanischen Gesellschaft verstanden wurde und dem amerikanischen Selbstverständnis zuwiderlief. Erst im Zuge der Fitzgerald-Renaissance, die nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzte, rückte zunehmend die literarische Kunstfertigkeit des Werks ins Blickfeld, das seither zu den modernen Klassikern der amerikanischen Literatur gehört.
     


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