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Fallaci, Oriana - Leben und Biographie



Oriana Fallaci ist eine der bekanntesten politischen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. In den 1960er Jahren avancierte sie zur internationalen Starreporterin, die unter anderem für die Zeitschriften L'Epoca, Look und Life sowie die Zeitungen New York Times und die Londoner 77messchrieb.
      Von ihrem Vater, der im faschistischen Italien ein engagierter Widerstandskämpfer gewesen war, übernahm Fallaci eine parteiunabhängige linke Position. Schon mit 16 Jahren begann sie zu schreiben. 1954 zog sie nach Rom, ein Jahr später kam sie nach Mailand in die Redaktion der Zeitschrift L'Europeo. Sie reiste viel, so etwa 1956, im Jahr des Aufstands, nach Ungarn: 1958 unternahm sie eine Weltreise, um Reportagen über Frauen zu schreiben. Aufsehen erregten später ihre streitbaren Interviews, z.B. mit Golda Meir, Fidel Castro oder Muammar al-Gaddafi. Mut und ein aggressiver Interviewstil, mit denen sie die Mächtigen herausforderte, waren ihre Markenzeichen.
      Daneben schrieb Fallaci einige erfolgreiche Bücher. Zu den bekanntesten gehören Brief an ein nie geborenes Kind , Ein Mann und In-schallah über den Krieg im Libanon. 2002 veröffentlichte die krebskranke, seit 196 ä in New York lebende Autorin in Frankreich das polemische anti-islamische Buch La Rage et l'Orgueil.

      Ein Mann
Mit ihren Büchern, die Reportagen zu authentischen Ereignissen in die Form einer Fiktion kleiden, entwickelte Oriana Fallaci einen neuen Romanstil, mit dem sie zugleich die Darstel-lungsformen des Journalismus erweiterte. Diese literarische Form hat Fallaci auch in ihrem Buch Ein Mann über Leben und Tod des griechischen Dichters und Widerstandskämpfers Alexandras Panagoulis angewandt, der drei Jahre lang ihr
Lebensgefährte war. Die Liebesgeschichte hatte mit einem Interview begonnen, das die damals bereils berühmte Journalistin 1973 mit Panagoulis unmittelbar nach seiner Entlassung aus fünfjähriger Einzelhaft führte. Sie endete mit einem Verkehrsunfall in der Nacht zum 1. Mai 1976, bei dem Panagoulis ums Leben kam und den Fallaci als Mordanschlag der europaweit agierenden neofaschistischen Organisation »Die Spinne« entlarvte.
      Inhalt: Die tumultuarischen Szenen bei der Beisetzung von Panagoulis, die Fallaci im Prolog mit ihrem emotionalen und zugleich präzisen Stil beschreibt, eröffnen das Buch. Wie der Dichter in seinen letzten Monaten vorausgesagt hatte, musste er sterben, »um verstanden zu werden«.
      Der eigentliche Bericht beginnt mit dem Bombenanschlag, den Panagoulis im August 1968 gegen den griechischen Junta-Diktator Georgi-os Papadopoulos unternahm, der am 21. April 1967 durch einen Armeeputsch an die Macht gekommen war. Doch das Attentat missglückte; Panagoulis wurde gefasst und sofort schwerster Folter unterworfen.
      Fallaci beschreibt die Foltermethoden des griechischen Geheimdienstes ESA, denen Panagoulis bis zuletzt seinen intellektuellen Widerstand entgegensetzte, mit quälender Genauigkeit. Auch die Folterer, authentische Figuren, sind detailreich porträtiert. Die Autorin legt die Mechanismen bloß, die Diktaturen, Folterungen und sich ständig steigernde Grausamkeiten ermöglichen. Bei einem fünftägigen Prozess, der einer Farce glich, wurde Panagoulis im November 1968 zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung des Urteils wurde jedoch auf Proteste der Weltöffenllichkeit hin schließlich ausgesetzt.
      Fünf Jahre verbrachte der Dichter in Einzelhaft, bis er im August 1973 bei einer allgemeinen Amnestie freigelassen wurde. In der Freiheit setzte er seinen Widerstand fort, ständig von Morddrohungen begleitet, auch nachdem er als Abgeordneter der Zentrumsunion ins griechische Parlament eingezogen war.
      Eingeflochten in diesen Bericht ist die Geschichte der tiefen und qualvollen Liebe zwischen der Journalistin und dem Dichter. Bei einer Auseinandersetzung tötete Panagoulis ihr noch ungeborenes Kind; dieses tragische Ereignis ist Thema des Buchs Brief an ein nie geborenes Kind {1977). Wirkung: Fallaci schrieb einen Roman und zugleich ein politisch brisantes Buch. Schon ein halbes Jahr nach seinem Erscheinen waren allein in Italien 600000 Exemplare verkauft. Das Werk wurde in mehrere Sprachen übersetzt und kam auch in Deutschland auf die Bestsellerliste. Mit der Rekonstruktion seines Lebens verbreitete die Autorin Ideen von Georgias Panagoulis weit über Griechenland hinaus. Durch ihre Recherchen und die Veröffentlichung von Dokumenten über die Junta, in deren Besitz Panagoulis noch kurz vor seinem Tod gelangt war. konnte sie die Brutalität des Obristen-Regimes und dessen politische Verstrickungen weltweit bekannt machen.
      Die wichtigsten Bücher von Hans Fallada
Bauern, Bonzen und Bomben 1931 In dem sozialkritischen Roman geht es um eine von Bauern organisierte Demonstration und den Prozess gegen die Demonstrationsführer in der Zeit der Weimarer Republik.
      Kleiner Mann -was nun? 1932 Der wirklichkeitsnahe Roman beschreibt die verschiedenen Ãoberlebensstrategien des jungen, immer von Geldnöten und Arbeitslosigkeit geplagten Ehepaares Pinneberg.
      Wer einmal aus dem Blechnapf frisst, 1934 Der aus dem Gefängnis entlassene Sträfling Willi Kufalt ist entschlossen, ein neues Leben zu beginnen, und scheitert schließlich an den Vorurteilen der Gesellschaft.
      Wolfunter Wölfen 1937 Der Roman schildert das Schicksal dreier ehemaliger Soldaten, die in den Wirren des Inflationsjahrs 1923 versuchen, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Das Buch gilt als das gelungenste des Autors.
      Der eiserne Gustav, 1938 In dem episodenhaften Roman stellt Fallada das Leben des starrsinnigen Droschkenkutschers Gustav Hackendahl dar, dessen Familie in den Kriegs- und Naehkriegsjahren allmählich zerbricht.
      Ein Mann will hinauf, 1942 Der Waisenjunge Karl Siebknecht kommt nach Berlin, wo er es zu Reichtum und Ruhm bringen will. Zunächst jedoch mussersich mit allerlei Handlangerarbeiten durchs Leben schlagen.
      Jeder stirbt für sich allein 1947 Nach Gestapo-Akten geschriebener Roman über das Arbeiter-Ehepaar Quangel, das nach dem Tod des Sohnes an der Front auf eigene Faust den Widerstand gegen das nationalsozialisten Rregime wagt.
     


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Fallaci,  Oriana    


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