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Eliot, T(homas) S(tearns) - Leben und Biographie



T.S. Eliot gilt als einer der bedeutendsten Autoren der literarischen Moderne. Eliots Lyrik zeigt die formalen Innovationen und inhaltlichen Anliegen dieser Epoche auf.
      Eliot entstammte einer Familie des amerikanischen Bürgertums und studierte 1906-10 in Harvard. Dort arbeitete er bis 1914 an einer Dissertation und studierte an der Sorbonne, in Marburg und Oxford. Ab 1917 war Eliot Bankangestellter in London. 1922 gründete er die Zeitschrift Criterion. Noch im gleichen Jahr erschien Das wüste Land und begründete seinen internationalen Ruhm. Seit 1925 arbeitete Eliot als Direktor beim Londoner Verlag Eaber fr Eaber. Als Dichter, Kritiker, Verleger und Herausgeber war er seitdem für Jahrzehnte eine einflussreiche Schlüsselfigur der britischen Literatur. 1927 nahm Eliot die britische Staatsbürgerschaft an und trat in die anglikanische Kirche ein. 1948 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
      Das wüste Land
Das wüste Land von T. S. Eliot nimmt in der Geschichte der englischsprachigen Lyrik die Position ein, die in der Prosa dem Ulysses von James -»Joyce zukommt: Der Gedichtzyklus wurde zu einem Schlüsselwerk der literarischen Moderne.
      Entstehung: Anfang 1922 übergab Eliot sein im Jahr zuvor entstandenes Werk seinem Freund Ezra -> Pound. Dieser kürzte den Text radikal auf 433 Verse und steigerte so die thematische und formale Eigenart des Textes. In die erste Buchausgabe des Werks fügte Eliot 1923 den berühmt gewordenen Anmerkungsapparat ein: In ihm gab Eliot vor, seine überaus zahlreichen Zitate aus den unterschiedlichsten Werken der Weltliteratur zu belegen und einige der Leitmotive von Das wüste Land zu erklären; er machte den Text so aber absichtlich noch vieldeutiger.
      Inhalt: Das wüste Land schildert den totalen Zusammenbruch von Ordnung, an deren Stelle das »wüste Land« der Moderne - Gewalt, Leere und Tod - getreten ist. Obwohl das erzählende Gedicht durchaus Personen, Ereignisse und Handlungen wiedergibt, bleibt das Erkennen einer inhaltlichen Ordnung schwierig; einige Episoden lassen sich dennoch identifizieren. Im ersten Teil, Dos Totenamt, trifft der Erzähler das Mäd-chen aus dem Hyazinthengarten, im Münchner Hofgarten eine baltendeutsche Adlige mit zu vielen Erinnerungen und zu wenig Schlaf, danach die Hellseherin Madame Sosostris und auf der London Bridge schließlich Stetson, seinen Kameraden aus einem altgriechischen Krieg.
      Der zweite Teil, Eine Schachpartie, vereint eine Verführung beim Schachspiel mit dem Gespräch zweier Trauen im Pub. Ihre nächtliche Unterhaltung über den Ehemann, die schlechten Zähne und die vielen Schwangerschaften ihrer Freundin Lil wird unterbrochen von den Ausrufen des Wirts, der an die nahende Sperrstunde erinnert. Der dritte Teil, Die Feuerpredigt, zeigt eine Sekretärin und einen kleinen Angestellten beim Sex, den blinden Seher Teiresias und den Gesang der vergewaltigten Töchter der Themse. Der vierte Teil, Tod durch Wasser, präsentiert den Tod des phönizischen Seemanns Phlebas als Leben und Reinigung. Im fünften Teil, Wasder Donnersprach, deutet sich danach im dreifachen Wort des Donners eine Wende zum Besseren an. Eine dreifache Bitte um den frieden, der »höher ist als alle Vernunft«, beschließt das Gedicht. Aufbau: Dem »wüsten Land« des Inhalts entspricht die Form des Gedichts: Sinn ergibt sich erst aus der von jedem Leser zu leistenden Verknüpfungdereinzelnen Fragmente. Dabeisind, wie das Zitat aus dem Gedichtband Die Blumen des Bösen von Charles ^Baudelaire am Ende des ersten Teils erklärt, das Gedicht und seine Leser »semblables«: Bilder des jeweils anderen.
      Wirkung: Das wüste Land eroberte der Lyrik der Moderne völlig neue Themen und schuf eine gänzlich neue Sprache, die nicht mehr dazu diente, einen Inhalt zu schildern, sondern selbst zum Inhalt des Kunstwerks wurde.
      Die wichtigsten Bücher von T. S. Eliot
Prüf rock und andere Beobachtungen 1917 Eliots Debüt-Gedichtsammlung enthält J.AIfredPrufrocks Liebesgesang, den 1911 entstandenen dramatischen Monolog eines einsamen Singles, und zehn Kurzgedichte.
      Das wüste Land 1922 In diesem Schlüsselwerk der Moderne schildert Eliot den Zusammenbruch der Ordnung in der modernen Welt.
      Aschermittwoch 1930 Programmatisches Gedicht zu Eliots Wende zur christlichen Religion und zum moralisierenden Dichterpapst, die nach seinem Tod eine heftige Abwendung von Dichter und Werk auslöste.
      Mord im Dom 1935 In diesem religiösen Drama, das Eliot für die Kathedrale von Canterbury schrieb, wird Thomas ä Beckett, der Erzbischof von Canterbury, 1170 von vier Rittern des Königs in seiner Kathedrale ermordet und so zum Märtyrer des Glaubens.
      Old Possums Katzenbuch 1939 Die 15 Gedichte über Eliots Lieblingstiere waren 1981 Vorlage für Andrew Lloyd Webbers Musical Cats und sind ein Beleg für den skurrilen Humor des Autors.
      Der Familien tag 1939 Die erste von vier Komödien, in denen Eliot in einer Mischung aus Konversationskomödie, altgriechischem Mythos und christlicher Parabel seine Anschauungen unters Volk brachte.
      Vier Quartette 1943 Die vier Gedichte sind Meditationen über das Wesen der Zeit, die dem Modell der späten Streichquartette Beethovens folgen.
      Die Cocktail-Party 1949 Die erfolgreichste der Komödien schildert nach dem Mythos von Alkestiseine Familie zwischen Entfremdung und Versöhnung im Akzeptieren des Anderen und des Todes.
      Ein verdienter Staatsmann 1958 Die Komödie um einen erfolgreichen Staatsmann, der erst nach seinem Rücktritt ein sinnvolles Leben zurückgewinnt, ist eine Anspielung auf Eliots eigenes Leben.
     


T. s. eliot

In der Poetik Mallarmes, zuletzt auch Valerys war der Begriff des Fragments von großer Bedeutung geworden. Er meint die höchstmögliche künstlerische Vergegenwärtigung des Unsichtbaren im Sichtbaren, die, eben durch ihren fragmentarischen Charakter, die Ãoberlegenheit des Unsichtbaren und die Unzulän .....
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