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Eliot George - Leben und Biographie



Die Gesellschaftsromane von George Eliot haben das Bild des Realismus im 19. Jahrhundert wesentlich geprägt. Die Autorin gilt als eine der Wegbereiterinnen des psychologisch orientierten Romans.
      Eliot wuchs in der englischen Provinz auf und führte den Haushalt ihres Vaters, der einen Gutsbesitz verwaltete. Ihre Bildung eignete sie sich selbst an. 1841 zog sie nach Coventry; eine Krise ihres christlichen Glaubens machte sie zur moralistischen Skeptikerin. Ab 1849 lebte Eliot in London, wo sie 1851-53 Redakteurin des Westminster Review war. Sie schaffte es, zu einer der bewundertsten Figuren des britischenliterarischen Lebens zu werden, obwohl sie von 1854 an offen mit dem bereits verheirateten Literaturkritiker George Henry Lewes zusammenlebte. Nach ihrem Debüt mit Szenen aus dem Leben der Geistlichkeit veröffentlichte sie mit großem Erfolg mehrere Romane: AdamBede und Die Mühle am Floß bieten eine unverfälschte Darstellung der Landbevölkerung; der historische Roman Romola und der letzte Roman Eliots Daniel Deronda zeigen die für das Werk der Autorin typische Kontrastierung egoistischer und altruistischer Figuren.
      Middlemarch
Der Roman Middlemarch gilt durch seine inhaltliche Fülle und seinen Reichtum an erzählerischen Verfahren als Höhepunkt im Schaffen von George Eliot.
      Entstehung: Middlemarch ging aus der Verbindung von zwei Romanen hervor, an denen Eliot zunächst gleichzeitig gearbeitet hatte. Sie kombinierte die beiden Projekte durch einen gemeinsamen Schauplatz: die fiktive Provinzstadt Middlemarch in den Jahren um 1830. Mit Hilfe einer Fülle von Figuren und Handlungen konnte Eliot den realistischen Roman zum Abbild einer ganzen Gemeinschaft entwickeln. Inhalt: Gegenstand von Middlemarch sind die rniteinander verbundenen Themen Selbstfm-dung, sozialer Fortschritt und politische Reform. Im Zentrum der Haupthandlung steht die junge Dorothea Brooke, die nach einer unglücklichen Ehe mit dem Priester Edward Casaubon ihr Glück mit Casaubons Neffen, dem Journalisten Will Ladislaw, findet. Dieses Geschehen findet vor dem Hintergrund der Wahlrechtsreform von 1832 statt, die die Zahl der Wahlberechtigten für die Parlamentswahlen bedeutend vergrößerte und in der Zeit vor ihrer Verabschiedung das Bürgertum von Middle-march spaltet. Mit der Haupthandlung um Dorothea, Will und Casaubon verbunden ist das Geschehen um den fortschrittlichen jungen Arzt Tertius Lydgate und dessen berufliches Scheitern. Lydgates glückliche Werbung um Rosamond Vincy und die folgende unglückliche Ehe finden ihr Gegenbild in der unglücklichen Werbung und glücklichen Ehe von Rosamonds Bruder Fred. Aufbau: Wie auch in anderen Romanen Eliots ist in Middlemarchdk Stimme des Erzählers von entscheidender Bedeutung. Sie lenkt nicht nur die Leser durch einen Roman, in dem eine Vielzahl von Meinungen vertreten wird und alle
Personen beständig Einfluss auf das Leben anderer ausüben, sondern äußert auch dezidierte eigene Anschauungen. Die Erzählerstimme wendet sich gleichzeitig an die Romanfiguren, die Leser und sich selbst und verbindet distanziertes Beobachten mit Witz und mitfühlender Anteilnahme. Diese Vielstimmigkeit des Romans äußert sich z.B. in einer halb ernsten und halb ironischen Verwendung antiker Mythen: So erblickt Will Dorothea zum ersten Mal vor der Statue der »Schlafenden Ariadne« in den Vatikanischen Museen. Casaubon wird zum Mi-notauros, der Dorothea als Ariadne im Labyrinth ihrer Ehe zu verschlingen droht, bevor sie von Will als Held und Gott, als Theseus und Dionysos, gerettet wird.
      Wirkung: Middlemarch weist in seiner für den realistischen Roman typischen Schilderung der Kämpfe um gesellschaftliche Teilhabe und persönliche Emanzipation auf moderne Erzählverfahren voraus. Während des Erzählens und Lesens werden der mitdenkende und mitfühlende Erzähler sowie der mitdenkende und mitfühlende Leser zu gleichberechtigten Teilhabern an der Sinnkonstruktion. Virginia -^Woolf bezeichnete Middlemareh deshalb als »einen der wenigen englischen Romane für erwachsen gewordene Menschen«.
     


George, stefan

Geb. 12.7.1868 in Rüdesheim; gest. 4.12.1933 in Minusio bei Locamo Zu Lebzeiten war G. wie weiland Richard Wagner eine umstrittene Größe: den Verehrern standen die Gegner unversöhnlich gegenüber, Neutralität schien es nicht zu geben. Den Jüngern galt er als eine der genialsten Figuren abendländisc .....
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Stefan george (i868-i933)

Am 21.11.1890 schrieb der 22-jährige George an einen Schulfreund: Du redest so verächtlich über lyrik als von dem einzigen wozu Du Dich bis jetzt aufgeschwungen hättest. Geht doch von hier aus in erster linie das NEUE aus. Aber mein buch das Du nächstens haben wirst soll für mich sprechen. Der Ve .....
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T. s. eliot

In der Poetik Mallarmes, zuletzt auch Valerys war der Begriff des Fragments von großer Bedeutung geworden. Er meint die höchstmögliche künstlerische Vergegenwärtigung des Unsichtbaren im Sichtbaren, die, eben durch ihren fragmentarischen Charakter, die Ãœberlegenheit des Unsichtbaren und die Unzulän .....
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George, stefan

Zu Lebzeiten war G. wie weiland Richard Wagner eine umstrittene Größe: den Verehrern standen die Gegner unversöhnlich gegenüber. Neutralität schien es nicht zu geben. Den Jüngern galt er als eine der genialsten Figuren abendländischer Kultur, als eine »antike Natur«. »Nur George hat heute den lebend .....
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George, stefan a. s.

Keilson-Leuritz, Marita. In: Castrum peregrini 34, 1985, H. 168/69, S. 24-41. Als wir hinter dem beblümten Tore Landmann, Michael. In: Castrum peregrini 7, 1957/58, H. 34, S. 41 -44. An baches ranft Gomringer, Eugen. In: Frankfurter Anthologie 1, 1976, S. 65-68. Knörrich, Otto. In: Lyr. Te .....
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Grosz, george

Gesang an die Welt I Rühmkorf, Peter. In: Frankfurter Anthologie 7, 1983, S. 183 - 186. .....
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Heilbut, iven george

Die Blinden Pieczonka, Annette. In: Sprachkunst / Bildende Kunst, 1988, S. 84 - 92. .....
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Bataille, georges

»Man weiß es heute: B. ist einer der wichtigsten Schriftsteller seines Jahrhunderts.« So leitet Michel Foucault lapidar die zehnbändige Ausgabe von B.s CEurres completes ein. B.s Denken ist ebensowenig dem Strukturalismus wie dem Existentialismus zuzuordnen. Von 1922 an arbeitete er als Bibliotheksk .....
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Berkeley, george

Bereits mit 15 Jahren tritt B. in das Trinity College in Dublin ein. wo er alte Sprachen, Philosophie. Logik. Mathematik und Theologie studiert. 1707 wird er Magister of Ans und kurz darauf Priester. Sem erstes philosophisches Werk .4» Essay Towards a Sew l'heory of l'ision behandelt Probleme de .....
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Mead, george herbert

In ihren Grundzügen ist die Philosophie M.s dem Pragmatismus von William James und lohn Dewey verpflichtet. Möglicherweise ist 111 dieser Verbindung begründet, daß er lange Zeit in deren Schatten stand und in seiner eigenständigen Position nicht gesehen wurde. Ein anderer Grund dafür ist, daß M. zu .....
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Moore, george edward

Bezeichnend für M.s Persönlichkeit wie für sein gesamtes Schaffen ist eine Episode aus seinen ersten Studienjahren in Cambridge. Von Bertrand Russell war er zu einer Unterhaltung mit dem bekannten Philosophen John M.E. McTaggart eingeladen worden. Im Laute des Gesprächs trug dieser seine These von d .....
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Vogelschau - stefan george

Weisse schwalben sah ich fliegen Schwalben schnee- und silberweiss • Sah sie sich im winde wiegen • In dem winde hell und heiss. 5 Bunte häher sah ich hüpfen • Papagei und kolibri Durch die wunder-bäume schlüpfen In dem wald der tusferi. Grosse raben sah ich flattern • 10 Dohlen schwarz un .....
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Komm in den totgesagten park - stefan george

Komm in den totgesagten park und schau: Der Schimmer ferner lächelnder gestade • Der reinen wölken unverhofftes blau Erhellt die weiher und die bunten pfade. Dort nimm das tiefe gelb • das weiche grau 5 Von birken und von buchs • der wind ist lau • Die späten rosen welkten noch nicht .....
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Stefan george (i868-i933)

ist wohl der entschiedenste Gegner der naturalistischen Dichtung. Er bemüht sich in fein empfundener Lyrik, dem Sprachkunstwerk von der Form her im Sinne Klopstocks und Hölderlins erneut Geltung und Gewicht zu verschaffen. Stefan George stammte aus einem Weinbauerngeschlecht und wurde 1868 in Büdes .....
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Index » VOM NATURALISMUS ÜBER DIE JAHRHUNDERTWENDE » Der Symbolismus

Stefan george (i868-i933): komm in den totgesagten park ... - kein laufplatz für jogger

Komm in den totgesagten park und schau: Der Schimmer ferner lächelnder gestade • Der reinen wölken unverhofftes Blau Erhellt die weiher und die bunten pfade. Dort nimm das tiefe Gelb • das weiche grau Von birken und von buchs • der wind ist lau • Die späten tosen welkten noch nicht ganz • .....
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Stefan george

Komm in den totgesagten park und schau: Der schimmer ferner lächelnder gestade. Der reinen wölken unverhofftes blau Erhellt die weiher und die bunten pfade. Dort nimm das tiefe gelb, das weiche grau Von birken und von buchs. der wind ist lau. Die späten rosen welkten noch nicht ganz. Erlese küsse s .....
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Georges perec, stendhal und die zukunft der literatur

1978, vier Jahre vor seinem Tod, hat Georges Perec erklärt, [e]n fait, [...] mon ambition d'ecrivain serait de parcourir toute la litterature de mon temps sans jamais avoir le sentiment de revenir sur mes pas ou de remarcher dans mes propres traces, et d'ecrire tout ce qui est possible ä un homme d' .....
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