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Eliade, Mirce - Leben und Biographie



Der Historiker, Kulturphilosoph und Schriftsteller Mircea Eliade zählt zu den bedeutendsten Religionswissenschaftlern des 20. Jahrhunderts, in zahlreichen Veröffentlichungen wie auch als Herausgeber der Zeitschrift History of Religions trug Eliade zu einem neuen Verständnis des Mythos bei.
      Eliade begann 1925 an der Universität Bukarest mit dem Studium der Philosophie und schloss 1928 in Kalkutta ein dreijähriges Studium der indischen Philosophie und der Sanskri-tistik an. Danach lebte er sechs Monate in einem Ashram in Rishikesh . 1933 promovierte er in Bukarest und war bis 1945 als Assistenzprofessor an der Universität Bukarest tätig. 1940 und 1941 wirkte Eliade als Kulturattache in London und Lissabon. Zwischen 1945 und 1956 lehrte er an der Sorbonne und wurde 1958 zum Professor für vergleichende Religionswissenschaften an die Universität Chicago berufen, wo er bis zu seinem Tod blieb und die einflussreiche Schule der Chicagoer Religionswissenschaft begründete. Eine editorische Glanzleistung stellt das 1995 postum und unter Mitwirkung von lona P. Culi-anu , einem engen Mitarbeiter Eliades, erschienene Handbuch der Religionen dar. Seit
1930 verfasste Eliade auch Erzählungen und Romane, die ähnliche Grundthemen behandeln wie seine wissenschaftlichen Schriften.
      Die wichtigsten Bücher von Mircea Eliade
Ewige Bilder undSinnbilder 1952 In mehreren Aufsätzen, die zwischen 1938 und 1951 entstanden und sich gegen die positivistische Mytheninterpretation von Tylor und Frazer wenden, definiert Eliade hier das bildhaft-symbolische Denken als eine eigengesetzliche Form der Erkenntnis.
      Kosmos u. Geschichte. Der Mythos der ewigen Wiederkehr 1953 Eliade untersucht das Verstehen von Zeit und erörtert die Frage, wie der Mensch das Leid und die Katastrophen erträgt, denen er hilflos ausgeliefert ist, wie er das historische Geschehen deutet und damit seinem Leben einen Sinn gibt.
      Das Heilige und das Profane. Vom Wesen des Religiösen 1957 Eine allgemeine Theorie des Religiösen entwickelnd, zeigt Eliade anhand zahlreicher Beispiele, wie räumlich und zeitlich voneinander entfernte Völker und Kulturen strukturell identische religiöse Symbole geschaffen haben.
      Schamanismus und archaische Ekstasetechnik 1957 Eliade bezeichnet Schamanismus nicht als eigenständige Religion, sondern als Technik der Ekstase und bietet seinen Lesern eine Fülle grundlegender Information zum Weltbild und zur Technik des Schamanismus zu allen Zeiten und an allen Orten.
      Geschichteder religiösen Ideen 1976-78 Das Standardwerk der Religionsgeschichte vermittelt einen tiefen Einblick in die Religionen der Vorzeit, der antiken Hochkulturen sowie den religiösen Systemen und Denkstrukturen.
      Handbuch der Religionen 1995 Eindrucksvoller Ãoberblick über die Religionen der Welt und ihre Geschichte, von den großen Religionen wie Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus bis hin zu den Religionen Afrikas und dem Zoroastrismus, mit umfangreichem Quellenmaterial versehen und postum erschienen.
      Geschichte der religiösen Ideen
Das Alterswerk von Mircea Eliade gilt als Standardwerk der Religionsgeschichte. Sachkundig und spannend zugleich konzentriert sich die fünfbändige Ausgabe nicht nur auf die chronologische Darstellung religiöser Ideen, sie gestattet auch einen Einblick in die Vielfältigkeit religiöser Existenz aller Kulturen und Kontinente. Entstehung: Die Geschichte der religiösen Ideen beinhaltet im Wesentlichen die Vorlesungen über Religionsgeschichte, die Eliade zwischen 1933 und 1939 an der Universität in Bukarest, 1946 und 1948 an der Ecole des Hautes Etudes in Parisund ab 1956 an der Universität von Chicago gehalten hat.
      Aufbau: Der erste Band führt von den magischen Welten der Steinzeit bis zu den Religionen der antiken Hochkulturen und der biblischen Offenbarungsreligion. Band 2 ist den großen Religionen der Antike in China, Indien, der römisch-griechischen, hellenistischen und germanischen Welt, der jüdischen Religion und dem frühen Christentum gewidmet. Band 3/1 stellt die Religionen und ihre Traditionen vom ausgehenden Altertum über das Hochmittelalter bis hin zur Reformationszeit und zur Aufklärung vor. In Band 3/2 leitet Eliade den Leser vom Zeitalter der Entdeckungen bis in die Gegenwart, wobei er auch über die Phänomene des Religiösen im australisch-ozeanischen Raum, in Japan, China, Süd-, Mittel- und Nordamerika berichtet. Ein für das Eigenstudium konzipierter Quellenband, der die Ausgabe sinnvoll ergänzt, ermöglicht die unmittelbare Begegnung mit ursprünglichen religiösen Vorgängen im Leben der Völker und bietet neben bereits bekannten Texten der asiatischen Hochreligionen , den Religionen der antiken Welt und des Islam auch eine breite Palette von Zeugnissen aus den traditionellen Religionen der afrikanischen, australischen und amerikanischen Ureinwohner. Wirkung: Die Geschichte der religiösen Ideen, die auch für den Laien verständlich ist, hat nachhaltig die moderne Religionswissenschaft, die Völkerkunde und andere Kulturwissenschaften wie auch die Werbe- und Medienkultur der Gegenwart geprägt.
     


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Eliade,  Mirce    


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