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Dumas Marguerite - Leben und Biographie



Marguerite Duras zählt zu den herausragenden und zugleich umstrittensten Autorinnen der französischen Nachkriegsliteratur. In ihren überwiegend autobiografischen Texten verarbeitete sie die Erfahrungen ihrer frühen Jugend in Indochina und während des Zweiten Weltkriegs in Paris. Die Unerfüllbarkeit der Liebe angesichts kollektiver Dramen und der Tod sind die zentralen Themen ihrer Prosa werke.
      Duras wuchs als jüngstes Kind einer französischen, früh verwitweten Volksschullehrerin in Indochina auf. 1931 übersiedelte sie nach Frankreich. Dort arbeitete sie nach dem Jura- und Mathematikstudium als Sekretärin im
Ministere des Colonies in Paris, wo sie sich 1943 der Resistance und später auch der Kommunistischen Partei anschloss. 1943/44 debütierte sie mit den Romanen Leslmpudentsund Ein ruhiges Leben über die Ausweglosigkeit kleinbürgerlicher Familienstrukturen. Ihre Erzählweise, anfangs noch vom modernen amerikanischen Roman beeinflusst, näherte sich mit Moderato cantabile dem Nouveau Roman. Der internationale Durchbruch gelang ihr 1959 mit dem Drehbuch zu dem Film Hiroshima mon amourvon Alain Resnais, 1960 mit der Goldenen Palme von Cannes prämiert und als Novelle veröffentlicht. 1983 wurde ihr umfangreiches Gesamtwerk mit dem Grand Prix du theätre de l'Academie Francaise ausgezeichnet. In den 1980er Jahren entstanden nach mehreren Alkohol-Entziehungskuren und Klinikaufenthalten ihre bedeutendsten Prosatexte: Der Liebhaber und DerSchmerzil985).

      Der Liebhaber
Marguerite Duras gelingt es in dem eng mit ihrer Lebensgeschichte verknüpften Roman Der Liebhaber die bedingungslose sexuelle Begierde und Lusterfüllung einer jungen Französin mit einem Chinesen zu schildern, die aber nicht in Liebe aufgehen darf, da sie den gesellschaftlichen Normen widerspricht. Inhalt: Bei der Betrachtung ihres gealterten und durch den Alkohol zerstörten Gesichts kehrt eine französische Schriftstellerin in Gedanken an den Ort ihrer Kindheit und Jugend zurück: Mit 15'h Jahren lernt sie in lndochina während einer Flussüberfahrt - Symbol des Ãobergangs in die Erwachsenenwelt - einen reichen, zwölf Jahre älteren Chinesen kennen, den sie sofort in ihren Bann zieht. Von nun an holt er sie täglich mit seiner Limousine vom Mädchengymnasium in Saigon ab. Auf ihr Verlangen hin weiht er sie in die sexuelle Lust ein, die sie mit ihm bis zur Ekstase heimlich auskostet. Obwohl er ihr seine Liebe gesteht, möchte sie, dass er sie wie eine Prostituierte behandelt und aushält. Sie erzählt ihm von ihrer verarmten Familie, dem problematischen Verhältnis zu ihrer verwitweten Mutter und ihrem älteren, gewalttätigen Bruder, den ihre Mutter dem schwächeren jüngeren Sohn und der Tochter vorzieht. Ihre Familie lässt sich vom Chinesen bereitwillig in teure Restaurants einladen, demütigt ihn aber, indem sie ihn ignoriert und nicht mit ihm spricht, ist doch der Umgang mit einem Chinesen in der weißen Kolonie gleichbedeutend mit einem sozialen Abstieg.
      Die Mutter akzeptiert das Verhältnis nur, solange sie davon finanziell profitieren kann und ihre Tochter sich nicht in den Chinesen verliebt. Dieser zahlt die Spielschulden des älteren Bruders und schließlich auch die Schiffsreise, damit die Familie nach Frankreich zurückkehren kann. Trotz seiner leidenschaftlichen Liebe zu der jungen Französin beugt auch er sich den familiären und gesellschaftlichen Verpflichtungen und heiratet eine Frau aus der chinesischen Oberschicht, die sein Vater für ihn erwählt hat.
      Auf der Rückreise nach Frankreich wird der inzwischen 18-Jährigen schmerzvoll bewusst, dass sie den Chinesen geliebt hat. Gleichzeitig erkennt sie, dass sie sich nach der Trennung dem Schreiben widmen kann und versucht ihn zu vergessen. Nach Jahrzehnten ruft er sie in Paris an, um ihr seine noch immerwährende Liebe zu gestehen, die sie sprachlos lässt.
      Aufbau: In bildhaften und knappen, fast bruchstückhaften Textsequenzen fängt Duras die Unbedingtheit der Liebesbeziehung zwischen der jungen Französin und dem reichen Chinesen ein. Verschiedene Erzählperspektiven und Zeitebenen sind geschickt ineinander ver-woben. Die Erzählerin bleibt namenlos; in ihrer Selbstdarstellung wechselt sie zwischen der ersten und dritten Person, vor allem in den erotischen Szenen, und versucht damit ihrer Betroffenheit durch Distanz Einhalt zu gebieten. Wirkung: Für ihren autobiografischen Roman erhielt Duras 1984 den Prix Goncourt. Der internationale Bestseller, 1992 von Jean-Jacques Annaud verfilmt, erreichte eine Auflage von fast drei Millionen Exemplaren und wurde in 42 Sprachen übersetzt.
      Die wichtigsten Bücher von Marguerite Duras
Ein ruhiges Leben, 1944 Ein tyrannisches Familienoberhaupt wird von seinen Angehörigen ermordet. Die ersehnten Veränderungen treten jedoch nicht ein, sondern es kommt zu weiteren familiären Katastrophen.
      Heiße Küste 1950 Die Geschichte einer ausweglosen Armut in lndochina. Ein Mädchen prostituiert sich für ihre verarmte französische Familie.
      Der Matrose von Gibraltar 1952 Eine allein stehende Amerikanerin ist auf der Suche nach einem verschwundenen Mann, den sie liebt. Nach zahlreichen Affären mit anderen Männern setzt sie ihre Suche mit ihrem letzten Geliebten fort.
      Moderato cantabile 1958 In einem Lokal erschießt ein Mann seine Geliebte. Eine reiche Fabrikantengattin, die Genaueres über die tragische Liebesgeschichte des Paars zu erfahren sucht, verstrickt sich in eine ähnliche, absolute Liebe mit einem einfachen Arbeiter.
      Hiroshima monamour 1960 Unverarbeitete Erinnerungen an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und die Katastrophe von Hiroshima verurteilen die Liebe zwischen einem Japaner und einer Französin in Hiroshima zum Scheitern.
      Die Verzückung der Lol

V.

Stein 1966 Eine Frau namens Lol

V.

Stein beobachtet ein Liebespaar bei deren heimlichen Treffen. Mit diesem sexuellen Voyeurismus möchte sie die Erinnerung an ihren Ex-Verlobten für immer zerstören.
      Der Liebhaber 1984 Die zukunftslose, nicht gesellschaftsfähige Liebe zwischen einem Chinesen und einer französischen Kindfrau in lndochina steht im Mittelpunkt dieses autobiografischen Romans.
      DerSchmerz 1985 Das Ende der deutschen Okkupationszeit aus der Sicht der weiblichen Hinterbliebenen und Opfer, u.a. einer französischen Widerstandskämpferin, deren Mann in ein Konzentrationslager deportiert wurde.
     


Grenzen und unendlichkeit der konstruktion und rekonstruktion in marguerite duras' le ravissement de lol v. stein

"Ce ne peut etre en effet le meme narrateur qui raconte toute l'histoire." * Dieser Ausspruch Böatrice Didiers kann als repräsentativ erachtet werden für die Verunsicherung, oder zumindest Irritation, die "Le Ravissement de Lol V. Stein" von Marguerite Duras mit seiner eigenwilligen erzählerischen G .....
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