Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


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Drach, Albert - Leben und Biographie



In bitter-ironischem Ton erzählt der glänzende Stilist Albert DTach in seinen Werken vom Leben und Leiden der Bedrängten, vor allem Juden, in der sogenannten Heimat und im Exil. Der Autor ging als Schöpfer des »Protokollstils« in die Literaturgeschichte ein. Die von ihm meisterhaft persiflierte Sprache der Kanzleien und Amtsstuben - zunächst vor allem komisch und bemüht wirkend - offenbart im Wissen um den Fortgang der Geschichte ihren wahren, menschenfeindlichen Charakter.
      Albert Drach, 1902 in Wien als Sohn eines jüdischen Mathematikprofessors geboren, studierte Jura, promovierte 1926 und arbeitete bis 1938 als Rechtsanwalt. Vor der Judenverfolgung floh Drach Ende 1938 über Jugoslawien und Italien nach Frankreich, wo er in zahlreichen französischen Sammellagern interniert war. Mit Hilfe von Dokumenten einer Halbschwester entkam er und verbarg sich bis Ende des Krieges in den französischen Seealpen. 1947 kehrte er in sein Elternhaus in Modling bei Wien zurück, wo er bis zu seinem Tod 1995 als Rechtsanwalt und Schriftsteller lebte.
      Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum
Die Geschichte von Schmul Zwetschkenbaum, einem k.u.k.-Ahasver, der das Unglück anzieht wie das Licht die Motten, wurde bei ihrem Erscheinen zu einem großem Erfolg und verhalf Drach zu seinem literarischen Durchbruch. Der Roman bietet neben der eindrücklichen Schilderung altösterreichischer sozialer Welten eine der intelligentesten Interpretationen dessen, was gemeinhin als Antisemitismus bezeichnet wird.
      Inhalt: Leib Schmul Zwetschkenbaum, 24 Jahre alt, ledig, von Beruf Talmudschüler und ohne festen Wohnsitz, gerät gegen Ende des Ersten Weltkriegs wegen Vagabundage- und Diebstahlverdachts in die Fänge der österreichischen Justiz. Die Rast unter einem Zwetschkenbaum ist ihm zum Verhängnis geworden. Frisch ausgespuckte Zwetschkenkerne sind einem Gendarm Beweis genug, dass sich der dort vorgefundene und über keine Papiere verfügende Jude sich des Diebstahls schuldig gemacht habe und der Justiz zuzuführen sei.
      Den Arretierten ficht das kaum an. Auch im Gewahrsam verlieft er sich unbeirrt in seine Gebetsbücher, preist Gott und die Schönheit der Welt. Von seinen Mitgefangenen unverstanden und verprügelt, attestieren ihm drei Gutachter jeweils unterschiedliche Formen der Geisteskrankheit und veranlassen seine Ãœberstellung in eine Irrenanstalt. Unwahrheit und Nichtigkeit der Anklage geraten dabei bald außer Acht. Es beginnt eine Odyssee voller Missverständnisse, Böswilligkeiten und bedeutungsvoller Banalitäten. Zwetschkenbaum verhält sich völlig passiv, er tut nichts, ihm wird angetan - und was ihm angetan wird, wird ihm zur Last gelegt.
      Unverhofft scheint sich das Blatt zu wenden: Aufgrund der Einsicht eines Beteiligten, dass Zwetschkenbaum Unrecht widerfahren ist, wird er zum verhätschelten Vorzugsinsassen und gewinnt schließlich die Freiheit wieder. Gerissene Betrüger, Glaubensbrüder noch zudem, nutzen jedoch seine Naivität aus und lassen ihn gestohlene Ware verkaufen. Wegen Hehlerei wird er erneut verhaftet. Zwetschkenbaum bleibt nichts als die abschließende Beteuerung, er habe die Zwetschken nicht gestohlen. Struktur: Erst auf der letzten Seite erfährt der Leser, was es mit diesem Protokoll auf sich hat. Dort nämlich trägt der Richter im »Fall Zwetschkenbaum« einem jungen Gerichtsreferendar auf, die Vorkommnisse um den verdächtigen Juden gehörig zu belichten und in adäquater Form niederzuschreiben. Das Ergebnis dieses Auftrags ist das Drachsche Paradestück in Kanzleideutsch,ein Dokument der Vorurteile und Gemeinheiten, der Bürokratenallmacht und der Missachtung des Individuums, die sich im Missbrauch der Sprache spiegelt.
      Wirkung: Als der bereits 1939 geschriebene Roman 1964 veröffentlicht wurde, begrüßte ihn die Kritik als künstlerisch originelles Werk und bedachte ihn mit großem Lob. Um Drach wurde es jedoch rasch wieder still und erst als dem Autor 1988 der angesehene Georg-Büchner-Preis verliehen worden war, wurde neben anderen Werken auch Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum neu aufgelegt.
     


Stifter, adalbert

Geb. 23.10.1805 in Oberplan/ Böhmerwald; gest. 28.1.1868 in Linz Albert St. entstammt einer Handwerkerfamilie, in der man Leinen webte und mit Flachs handelte. St.s Leben hat sich im wesentlichen in der europäischen Kernlandschaft zwischen Prag, Passau, Linz und Wien abgespielt; diese Landschaft z .....
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Albert ehrenstein (i886-i950)

'Zerrüttung" und Aufschrei gehören für viele Expressionisten eng zusammen; das Motiv des Schreis zählt daher fast zum kollektiven poetischen Repertoire der gesamten Generation. Eine besondere Bedeutung kommt ihm bei Albert Ehrenstein zu. Der Dichter, in einem Armenbezirk Wiens geboren, erfuhr von fr .....
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Michael albert - das dramatische werk

Die Hinwendung Michael Alberts zur Dramatik ist gleichermaßen auf persönliche und geschichtliche Beweggründe zurückzuführen. Zunächst war es der Erfolg, den sein Dichterfreund Traugott Teutsch mit der Schwarzburg gehabt hatte, der Albert dazu bewog, selbst heimische Stoffe aufzugreifen und dramatis .....
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Fanny und amalia - Ãœber adalbert stifter

Spät am Abend zog es ihn in einen Ballsaal. Kr trank Wein, sang, tanzte, aß mindestens sechs Korellen und war noch immer hungrig, rauchte 'Zigarren und gab Geld aus, das er sich nur geborgt hatte. Gewiss, er war durchaus in Geldnöten, aber in dieser Augustnacht überließ er sich nur dem Augenblick. .....
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Adalbert stifter

Adalbert Stifter wird in Oberplan im südlichen Böhmen geboren. Der Vater, Johann Stifter, ist Leinweber und -händ-ler. Das Flternhaus ist ein karges, schindelgedecktes Gebäude mit Brunnen und Hof. Die Stifters leben einfach, haben aber ihr Auskommen. Adalbert ist das älteste Kind. Da er kurz nach de .....
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Albert ehrenstein: tubutsch

Biographischer Kontext Albert Ehrenstein, 1886 als Sohn eines jüdischen Brauerei-Kassierers ge boren, wird im Wiener Arbeiterbezirk Ottakring sozialisiert. Trotz der ärmlichen Verhältnisse im Elternhaus kann er das Gymnasium besuchen und ein Studium der Geschichte, Geographie und Kunstgeschichte a .....
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Von max weber zum kritischen rationalismus: hans albert, karl r. popper, ernst topitsch

Bei Max Weber war die Forderung nach Werturteilsfreiheit nicht der Gleichgültigkeit allen Wertsetzungen und Werturteilen gegenüber entsprungen, sondern einem Engagement für Neutralität und Wissenschaftlichkeit. Dieses Engagement setzt er selbst mit der Unmöglichkeit in Beziehung, sich als Wissenscha .....
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Ehrenstein, albert

Tubutsch ist der Titel des ersten Buches, mit dem der 24jährige Dr. phil. Albert Ehrenstein 1911 im talentsüchtigen Wiener Literaturbetrieb begeisterte Aufnahme findet. Es ist unbestritten auch das einzige Werk seiner im wesentlichen das expressionistische Jahrzehnt umfassenden Publikationszeit, das .....
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Gotthelf, jeremias (d.i. albert bitzius)

Sein Pseudonym war ihm Programm. Er entlehnte es seinem literarischen Erstling Der Bauernspiegel , der fiktiven Autobiographie des Jeremias Gotthelf. Wie der Prophet, warnte und mahnte der Prediger Bitzius vor den »Schweinsblasen des Zeitgeistes«, vor den »brüllhaften Naturen und neumodischen Spekul .....
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Ehrenstein, albert

Anbetung Froehlich, Jürgen. In: Liebe, 1990, S. 67 - 75. Der Kriegsgott Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 886 - 887. Du mußt zur Ruh Engel, Peter. In: Frankfurter Anthologie 12, 1989, S. 165 - 168. So schneit auf mich die tote Zeit Jacoby, Frank Rainer. In: Mens .....
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Albertus magnus

Der Nachwelt ist er nicht ganz geheuer. Schon bald nach seinem Tod im Alter von »achtzig und mehr fahren« ranken sich phantastische Gerüchte um seine Fähigkeiten. In ihnen erscheint er als Zauberer, der über die verborgenen Naturkräfte gebietet. Im Besitz des Steins der Weisen soll er etwa gewesen s .....
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Camus, albert

Er stellt in unserem lahrhundert. und zwar gegen die Geschichte, den wahren Erben jener langen Ahnenreihe von Moralisten dar. deren Werke vielleicht das Echteste und Ursprünglichste an der ganzen französischen Literatur sind. Sein eigensinniger Humanismus, in seiner Enge und Reinheit ebenso nüchtern .....
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Einstein albert

"Eine neue Größe der Weltgeschichte: Albert Ernstem, dessen Forschungen eine völlige Umwälzung unserer Naturbetrachtung bedeuten und den Erkenntnissen eines Kopernikus. Kepler und Newton gleichwertig sind.« So lauteten die Schlagzeilen der Zeitungen im Dezember 1919. Die Messung der Raumkrümmung dur .....
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Schirnding, albert von

Bitte um Heimsuchung Rasch, Wolfdietrich. In: Frankfurter Anthologie 4, 1979, S. 237 - 240. Epitaph Schirnding, Albert von. In: Pausen zwischen den Worten, 1986, S. 94 - 97. Nach dem Schlaf Schirnding, Albert von. In: Kinder, 1979, S. 66 - 68. .....
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Scholl, albert arnold

Retrospektiv Ried, Georg. In: Interpretationen moderner Lyrik, 1981, S. 103- 111. .....
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Stifter, ädalbert

Das Freudenfest am Trauerdenkmale Kienesberger, Konrad. In: Stifters Freudenfest, 1968, S. 51-75. .....
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Thelen, albert vigoleis

An meine Totenmaske Gruenter, Rainer. In: Duitse Kroniek 37, 1987, Nr. 3 - 4, S. 101 - 104. .....
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Schweitzer, albert

Als er. mit einjähriger Verspätung, Anfang November 1954 den Friedensnobelpreis entgegennahm, mag neben ehrlicher Bewunderung bei vielen auch eine Art von wohliger Sentimentalität aufgekommen sein. Jedenfalls spiegelte die noch junge, dafür überschwengliche Popularität des greisen Urwalddoktors mit .....
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Drachen - georg britting

Die Drachen steigen wieder Und schwanken mit den Schwänzen Und brummen stumme Lieder Zu ihren Geistertänzen. 5 Von wo der knallende Wind herweht? Von Bauerngärten schwer! Jeder Garten prallfäustig voll Blumen steht, Die Felder sind lustig leer. Der hohe Himmel ist ausgeräumt, 10 Wasserblau, ohne R .....
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Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Adalbert von chamisso (i78i-i838)

Chamisso, der auf Schloß Boncourt in der Champagne geboren wurde und mit seinen vor der Revolution flüchtenden Eltern in Berlin eine zweite Heimat fand, war einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit. In seiner Lyrik, so in dem von Robert Schumann vertonten Zyklus 'Frauenliebe und -leben" i .....
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Adalbert stifter (i805-i868)

Was Grillparzer auf dem Gebiete des Dramas, das bedeutet Stifter auf dem Gebiete der Erzählung für die Zeit des Biedermeier. In dem Flecken Oberplan an der Moldau in Böhmen geboren und aufgewachsen inmitten der unberührten großartigen Natur des Böhmerwaldes und im vertrauten Umgang mit dessen Mensc .....
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Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Jeremias gotthelf (albert bitzius, i797-i854)

wurde als Sprößling einer altbernischen Familie im Pfarrhaus zu Murten geboren und starb als Pfarrer zu Lützelflüh am 22. Oktober 1854. Jahrzehntelang lebte Gotthelf im Schatten seines Landsmannes Gottfried Keller, ehe er die Würdigung fand, die er verdiente. Keller selbst hat ihn, bei aller Gegensä .....
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Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Michael albert - bauernstube

Draußen rieselt der Regen; Dem Dorf entgegen Schlägt aus dem Walde der Wind. November ist es, der Abend beginnt Zu dunkeln nach kurzer Tageszeit. Da werden die Dächer weiß â€” es schneit. Vom Lutherofen um Bank und Schrein Strahlt gaukelnd der Flamme rötlicher Schein. Die Katze, die glatt sich .....
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Günter bruno fuchs ansprache des autowaschenden vaters an sein kind das drachensteigen möchte

Ein Gedicht? Ja, die wortkarge Sprache und der gestische Rhythmus erweisen es als ein solches. — Eine Erzählung? Ja, eine allsonntägliche Geschichte, in wenigen Worten gesagt. — Der moderne Schriftsteller bedient sich der Form zwischen den beiden Gattungen, des Erzählgedichts. 1. Die einleit .....
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Index » Erzählungen der Gegenwart

Alberts, jürgen

Biografie: *4.8.1 in Kirchen/Sieg. J. Alberts studierte nach dem Abitur in Tübingen und Bremen Germanistik, Politik und Geschichte und promovierte 1973 mit einer Arbeit über die Bild- Zeitung am Fachbereich Kommunikation und Ästhetik der Universität Bremen. Er arbeitete als freier Mitarbeiter für .....
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Pederzani, hans-albert

auch unter den Pseud.: Gert-A. Peter- mann und A. G. Petermann, Biografie: *30. 9.1923 in Berlin. H.-A. Pederzani besuchte die Schauspielschule und hatte Anfängerengagements an verschiedenen Berliner Bühnen. Nach 1945 arbeitete er als Regisseur und Schauspieler , dann als Intendant in Bernburg. Ab .....
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Stifter, adalbert

Albert S. entstammt einer Handwerkerfamilie, in der man Leinen webte und mit Flachs handelte. S.s Leben hat sich im wesentlichen in der europäischen Kernlandschaft zwischen Prag, Passau, Linz und Wien abgespielt; diese Landschaft zwischen Moldau und Donau beherrscht auch das Werk; nur einmal in sei .....
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Drach,  Albert    


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