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Doyle, Arthur Conan - Leben und Biographie



Sir Arthur Conan Doyle war ein vielseitiger Schriftsteller, der u.a. historische und Abenteuerromane schrieb; seinen Nachruhm verdankt er jedoch vor allem seinem Beitrag zum Detektivroman. Mit Sherlock Holmes schuf er eine Figur, die dank der Kombination von intellektueller Brillanz, fundierter forensischer Kenntnisse, einer phänomenalen Begabung zum logischen Kombinieren und seiner persönlichen Exzentrik zum Prototyp des modernen Detektivs wurde.
      Doyle, Sohn eines Kunstmalers, besuchte zunächst in Stonyhurst und dann in Feldkirch die Jesuitenschule, bevor er in Edinburgh ein Medizinstudium aufnahm. Nachseiner Tätigkeit als Schiffschirurg auf einem Walfänger in der Arktis erhielt er sein Arztdiplom und ließ sich in Southsea bei Portsmouth nieder, wo er 1885 promovierte. Als Arzt nicht sehr erfolgreich, versuchte er sich als Schriftsteller. Nach einigen historischen Romanen ver-fasste er 1887 seinen ersten Detektivroman mit der Figur des Sherlock Holmes. 1891 gab Doyle den Arztberuf auf und widmete sich ausschließlich dem Schreiben. Ihm selbst waren seine historischen Romane und Abhandlungen wichtiger als die ungeliebten Sherlock-Holmes-Geschichten, die ihm jedoch Ruhm und finanzielle Sicherheit einbrachten. Der auch politisch aktive Doyle, 1902 geadelt, beschäftigte sich in seinen letzten Lebensjahren zunehmend mit dem Spiritismus.
      Detektivroman
Begriff: Während der Kriminalroman ein Verbrechen schildert, behandelt der Detektivroman seine Aufklärung. Zu den Regeln des Genres gehört es, dass es sich bei dem Detektiv zumeist um einen Amateur handelt, der durch seine besonderen Begabungen der Polizei überlegen ist. Ihn charakterisiert außerdem eine gewisse Exzentrik, die ihn über die gesellschaftliche Ordnung erhebt, was ihn besser als andere dazu befähigt, den außerhalb der gesellschaftlichen Ordnung stehenden Verbrecher zu überführen oder zu ergreifen.
      Der Detektivroman ist das moderne, städtische Hohelied von Heldentum und Individualismus, in dem ein Einzelner, oft unter Einsatz seines Lebens und gegen ge-ringe Entlohnung, die durch ein Verbrechen beschädigte Ordnung wiederherstellt - dabei steht, je nach sozialer oder nationaler Tradition, Scharfsinn, Tapferkeit oder Körperkraft des Detektivs im Vordergrund. Autoren: Während der englische Detektivroman - etwa von Agatha -» Christie oder Dorothy L -> Sayers - vornehmlich um das »Whodunit«, also um die Frage nach dem Täter kreist und dabei oft an denkakrobatische Ãobungen erinnert, greift der amerikanische Detektivroman der »hard-boiled school« gern auf den uramerikanischen Mythos des wortkargen Grenzers zurück, der die »bedrohte Unschuld« im Dschungel der Großstadt schützt.

      Sherlock Hoimes' Abenteuer
In seinen Erzählungen um den Londoner Detektiv Sherlock Holmes hat Arthur Conan Doyle das von Edgar Allan -^Poe entwickelte Modell der modernen Detektivstory ausgebaut und damit ein heute noch gültiges Modell kriminalistischer Rätselgeschichten entwickelt und in der Gestalt des charismatischen Holmes einen Archetyp des modernen Helden kreiert. Entstehung: Die ersten beiden Romane, in deren Zentrum Sherlock Holmes stand {Eine Studie in Scharlachrot, 1887: Das Zeichen der Vier, 1888), waren nur mäßig erfolgreich. Erst die kleinere Holmes-Erzählung Ein Skandal in Böhmen, die 1891 im Strand Magazine erschien, machte die Figur des Detektivs und seines Autors weltberühmt. Doyles Versuch, sich der ihm verhassten Figur zu entledigen, indem er sie in der Erzählung Das letzte Problem in eine Schlucht stürzen ließ, musste er unter dem Druck der aufgebrachten Leserschaft zurücknehmen. Insgesamt handeln vier Romane und 56 Erzählungen - davon 32 nach dem »Tod« Holmes' - vom phänomenalen kriminalistischen Spürsinn des Helden.
      Obwohl Doyle seinen Detektiv auch in vier Romanen auftreten ließ, fand Holmes' Begabung, aus der Interpretation minimaler Spuren zu verblüffenden Schlussfolgerungen zu gelangen und gleichsam beiläufig Verbrechen aufzuklären, in der Kurzgeschichte ihre ideale ästhetische Form; da das Personal sich gleich bleibt und die einzelnen Protagonisten mit jeder Erzählung um neue Facetten bereichert werden, bot sich eine zyklische Präsentation der Einzelgeschichten an.
      Inhalt: Die meisten der Geschichten folgen dem gleichen Handlungsgerüst. Klienten, die Holmes in seinem Domizil in der Baker Street 221 b aufsuchen, erhalten zunächst eine Kostprobe seiner genialen Deduktionskünste. Dann nimmt sich der Gentlemandetektiv, gegebenenfalls auch ohne Honorar, der Sache seiner Klienten an, ermittelt auf eigene Faust und löst den Fall. In der Schlussszene erläutert Holmes dem perplexen Dr. Watson seine Methode, eine Mischung aus profundem forensischem Wissen und kühler logischer Kombinatorik.
      Holmes neigt in seinem persönlichen Verhalten zum Exzentrischen, wenn er etwa mit seiner Pistole die Initialen der Königin in die Wand schießt; er ist ein frauenfeindlicher Dandy, tüchtiger Sportsmann und begabter Geigenspieler und vor allem ein modemer Großstadtbewohner, der es sich leisten kann, nur selten zu arbeiten und sich die Langeweile mit Opium und Kunst-genuss vertreibt. In Dr. Watson hat er einen verlässlichen Ereund und Helfer, der sich als Chronist der Abenteuer seines Freundes betätigt. In dem durchschnittlichen Melden findet der Leser eine Identifikationsfigur, die dem genialen Detektiv all jene Fragen stellt, die auch dem Leser auf der Zunge liegen.
      Wirkung: Doyle hat nicht nur den Prototyp des Detektivs geschaffen, auch die Kombination von genialem Ermittler und eher durchschnittlichem Helfer sollte zum Standard des Detektivromans werden: In Gestalten wie Captain Has-tings, der Agatha -» Christies Helden Hercule Poirot zur Seite steht, oder Archibald Goodwin, der den schwergewichtigen Nero Wolfe in den Romanen von Rex Stout unterstützt, wiederholt sich das von Doyle etablierte Schema. Auch andere Figuren wären ohne das Vorbild Holmes' nicht denkbar: Gilbert Keith -> Chestertons Pater Brown wurde als weniger physische, nachdenkliche Variante von Holmes konzipiert sowie Raymond -> Chandlers Philipp Marlowe als seine robuste, amerikanische Version. Zahlreiche Verfilmungen und die Arbeit einer Sherlock-Holmes-Gesellschaft haben die Figur zu einem universal bekannten, modernen Mythos werden lassen.
     


Die philosophie arthur schopenhauers (i788-i860)

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Schopenhauer, arthur

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