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Dönhoff, Marion Gräfin - Leben und Biographie



Marion Gräfin Dönhoff wurde 1909 als siebtes und letztes Kind in einen adligen Haushalt hineingeboren. Die Stellung der Eltern - der Vater August Graf Dönhoff ist Politiker, die Mutter Palastdame der Kaiserin - bringt es mit sich, dass das Kind schon früh mit zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten des politischen Lebens - darunter Paul von Hindenburg und Kai-serin Auguste Viktoria - in Berührung kommt. Die Lage von Schloss Friedrichstein unweit von Königsberg sowie die widrigen Umstände der Nachkriegswiiren in den frühen 1920er Jahren bringen es mit sich, dass Marion Gräfin Dönhoff nur beiläufig Unterricht erhält. 1928 besteht sie als einziges Mädchen in einer Jungenklasse die Abiturpriifung auf einem Gymnasium in Potsdam.
      Bevor Marion Dönhoff ihr Studium beginnen kann, besucht sie, wie es Brauch ist für höhere Töchter, eine Haushaltsschule in der Schweiz. Nach längeren Auslandsaufenthalten in den USA und bei ihrem Bruder Christoph in Südafrika beginnt sie 1931 ein Studium der Volkswirtschaft in Frankfurt am Main, das sie zu Kriegsbeginn nach Basel führt, wo sie 1935 promoviert. Die Wirren des zweiten Weltkriegs erlebt sie in Ostpreußen, wo sie bis zur Vertreibung am Kriegsende die Verwaltung der Dön-hoffschen Familiengüter Friedrichstein und Quittainen übernimmt. Nach dem 20. Juli 1944 erlebt Marion Dönhoff, dass ihr Cousin Heinrich Lehndorff sowie zahlreiche weitere ihrer Freunde wegen Beteiligung am Attentat gegen Hitler in Plötzensee hingerichtet werden. Einzig der Tatsache, dass ihr Name auf keiner der Listen stand, die den nationalsozialistischen Schergen in die Hände gelangten, verdankt sie das eigene Ãoberleben.
      1946 beginnt Marion Gräfin Dönhoff ihre Mitarbeit an der Wochenzeitung Die Zeit, die ihr zur neuen Heimat wird. Anfänglich zeichnet sie für das politische Ressort verantwortlich, 1968 wird sie Chefredakteurin, 1973 Herausgeberin der Zeit

Kindheit in Ostpreußen
Marion Gräfin Dönhoff war eine Frau, die zeit ihres Lebens Position bezog und ihre Meinung nicht verschwieg und mit ihren klaren Aussagen ihren Kritikern immer wieder eine neue Angriffsfläche bot. Sie war eine der Ersten, die sich für eine Verständigung zwischen Polen und Deutschen engagierten, und setzte sich offen für einen Territorialverzicht um der Versöhnung willen ein. Diese Absicht findet sich auch in ihren Erinnerungen über ihre Kindheit in Ostpreußen.
      Inhalt: In ihrem Buch Kindheit in Ostpreußen schildert die Autorin die glücklichen Jahre ihrer Kindheit, die sie auf Schloss Friedrichstein, einem malerisch an den Masurischen Seen gelegenen Schloss aus dem 18. Jahrhundert, verbracht hat. Aufgrund der gesellschaftlichen
Stellung der l'ltern - der Vater war zwischen 1871 und 1881 im diplomatischen Dienst und hatte sich anschließend der Politik zugewandt, die Mutter war Palastdame der Kaiserin Auguste Viktoria - handelt es sich bei diesen persönlichen Erinnerungen zugleich um Zeitzeugnisse von unvergleichlichem Wert.
      Rückblickend, mit dem Wissen und den Erfahrungen einer gereiften Frau, schildert sie das Leben und die Herrschaftsstrukturen auf einem großen Adelssitz. Das Leben auf dem Land ist geprägt vom Einklang mit der Natur und vom Rhythmus der Jahreszeiten. Pegelmäßigen Unterricht, wie er ihren großen Geschwistern durch verschiedene Hauslehrer, Erzieher und Sprachkundige zuteil geworden war, erhält sie nicht.
      Mit einem Unfall, der sie 1924 auf der Fahrt von Königsberg zurück nach Schloss Friedrichstein beinahe das Leben kostet, endet die Kindheit der damals fünfzehnjährigen Marion abrupt: Die Mutter schickt das Kind in ein Pensionat nach Berlin, wo ihre Ausbildung erstmals in geregelten Bahnen verläuft. Aufbau: Den Einstieg in die Autobiografie bildet die Schilderung eines Kinderspiels, bei dem jeder Handschlag, den ein Kind dem anderen gibt, stellvertretend steht für die Entfernung einer Person von einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens - ein Spiel, das so wohl nur in Adelskreisen gespielt werden kann, ein Spiel zugleich, dessen Bedeutung der Autorin erst rückblickend bewusst wird, denn dabei wird ihr die eigene Geschichte und Vergangenheit bewusst.
      Im letzten Teil des Buches wird die episodenhafte Schilderung von Kindheitserlebnissen ergänzt durch einige Erklärungen, die das Zustandekommen eines solch großen Besitzes sowie die Anstrengungen zu dessen Aufrechterhaltung erklären. Frei von Ressentiments lie-fert das Buch eine authentische Schilderung des Prozesses, innerhalb dessen Dönhoff zu der realistischen Einschätzung gelangte, dass der Familienbesitz in der Realität unwiederbringlich verloren ist, dass Ostpreußen ihr aber dennoch Heimat ist.
      Wirkung: Die Kindheitserinnerungen von Marion Gräfin Dönhoff berichten von Erlebnissen und einem Alltag in einer Welt, die der Zweite Weltkrieg ausgelöscht hat. Ihre eindrucksvollen Schilderungen bezeugen die Liebe zu einer Landschaft und die Verbundenheil mit einem Landstrich, der ihr unvergessen und immer Heimat bleibt. Zugleich aber - und darin liegt die politische Sprengkraft des Werkes - hält die Autorin die Welt ihrer Kindheit in der Realität für unwiederbringlich verloren, und so ist das Buch zu sehen als einer der Bausteine auf dem Weg der Verständigung mit dem Osten Europas, der sich einreiht in ihr gesamtes publizistisches Werk.


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Schwarzwälder, marion

Biografie: *16.5.1 in Villingen/ Schwarzwald. M. Schwarzwälder stu- dierte Literatur-, Sprach- und Erziehungswissenschaften und machte eine Ausbildung in Rhythmik. Sie arbeitet als Saxophonistin in Programmen mit Lesung und Musik gemeinsam mit dem Saxophonisten und Komponisten Gottfried Klier. Nach .....
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Dönhoff,  Marion  Gräfin    


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