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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Zweig, Arnold



Die Wirkung Z.s ist merkwürdig zweigeteilt: in der DDR wurde er mit Ehrungen überschüttet, war er Abgeordneter der Volkskammer und Präsident der Akademie der Künste ; in der Bundesrepublik drang er trotz einiger prominenter Fürsprecher kaum in das Bewußtsein der literarischen Öffentlichkeit; bestenfalls kennt man die Titel oder Verfilmungen seiner Romane. Dies ist um so erstaunlicher, weil der Autor einer traditionellen realistischen Diktion verpflichtet blieb und weder politisch noch ästhetisch revolutionär wirkte: die französischen und russischen Romane des 19. Jahrhunderts, dann Gottfried Keller und Thomas Mann, vor allemjcdoch Theodor Fontane dienten ihm als Vorbilder. Der Schwund an epischer Energie bei den letzten Arbeiten oder Zugeständnisse an die offizielle Kunstdoktrin des Sozialistischen Realismus vermögen die weitgehende Unwissenheit gegenüber Z. nur teilweise zu erklären.

      Drei Bereiche bestimmen seine schriftstellerische Arbeit: die intensive Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse, wofür u. a. sein Briefwechsel mit Sigmund Freud steht; sein zeitweiliges Eintreten für den Zionismus ; schließlich sein Studium der marxistischen Klassiker, das seine weltbürgerliche, humanistische Haltung eines apolitischen Ästhetentums veränderte und als analytische Kraft spürbar bleibt, ohne das Vorherrschen psychologischer Fragen zu verdrängen. Darüber hinaus sind die frühe Lektüre Friedrich Nietzsches, die in seinen Romanen Spuren hinterlassen hat , oder das Studium der Phänomenologie bei Edmund Husserl in Göttingen hervorzuheben. Der Handwerkersohn, dessen Vater sein Geschäft infolge antisemitischer Aktionen verlor, studierte zwischen 1907 und 1915 Germanistik, Anglistik, Romanistik, Philosophie, Psychologie, Kunstgeschichte und Nationalökonomie. Bereits 1906/07 erfolgen die ersten Veröffentlichungen; aus seinem Frühwerk ragen die Novellen um Claudia heraus. Hatte Z. zu Beginn des Ersten Weltkrieges noch begeistert nationalistische Töne angestimmt, so verwandelte ihn das Kriegserlebnis zum entschiedenen Pazifisten: er wurde 1915 Soldat und war ab Mitte 1917 Mitarbeiter der Presseabteilung im Hauptquartier des Oberbefehlshabers Ost. Nach 1918 ist er Mitglied des Soldatenrats in Wilna, seit 1923 in Berlin Redakteur der Jüdischen Rundschau. Sein bekanntester Roman Der Streit um den Sergeanten Grischa gehört zu dem Weltkriegs-Zyklus Der große Krieg der weißen Männer, der durch die Romane Junge Frau von 1914 , Erziehung vor Verdun , Einsetzung eines Königs erweitert und durch die weniger überzeugenden Romane Die Feuerpause und Die Zeit ist reif abgeschlossen wurde. Im Grac/ja-Roman streiten sich die Vertreter der alten preußischen Ordnung wie Lychow, der an Theodor Fontanes Briest oder den Stechlin erinnert, mit dem modernen technokratischen Militaristen Schief-fenzahn um den russischen Kriegs-gefangenen Grischa, der kalt dem strategischen Kalkül des Militärs geopfert wird. Dabei werden die Mechanismen der Militärbürokratie, der Untergang des einzelnen in der Masse und der labyrinthische Charakter der Wirklichkeit durch ein Gesellschaftspanorama, das alle sozialen Gruppen umfaßt, freigelegt; der Weltkrieg dient als Folie für die Darstellung und Analyse militärischer Herrschaftsstrukturen, die mit der Diskussion um Moralität, Staat und Recht verbunden wird. Die Militarisierung des Lebens überlagern kosmische Visionen von Wiedergeburt und Vitalität, archaische und mythische Bedeutungen der Urmutter und des Lebenskreislaufs; allein der Name Grischa ruft eine ganze Reihe literarischer Bezüge hervor. Für die Romanhandlung forderte Z., daß die Ereignisse sich durch strenge Kausalität auseinander entwickeln und der Autor als auktorialer Erzähler »wie der Geist des Weltschöpfers« die Dinge ordnen soll. In seinem Roman Das Beil von Wandsbek behandelt er erstmals die Frage des Mitläufertums unter der Naziherrschaft. Z. ist auch als Herausgeber und als Essayist hervorgetreten, wobei seine Studie über Carl Sternheim und seine Untersuchung des Antisemitismus als Gruppenaffekt in Caliban oder Politik und Leidenschaft , die übrigens Sigmund Freud gewidmet ist, noch heute Interesse verdienen.
     


Zweig, arnold

Arnold Zweig war einer der bedeutenden linksliberalen Autoren der späten Weimarer Republik. Der Pazifist wurde berühmt mit dem Anti-kriegs- und Justizroman Der Streit um den Sergeanten Grischa; in ihm zeichnet er das Gesamtbild einer unbarmherzigen Kriegsmaschinerie, in der Macht eindeutig vor Recht .....
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Zweig, stefan

Geb. 28.11.1881 in Wien; gest. 23.2.1942 in Petropolis bei Rio de Janeiro »Jeder von uns, auch der Kleinste und Geringste, ist in seiner innersten Existenz aufgewühlt worden von den fast pausenlosen vulkanischen Erschütterungen unserer europäischen Erde; und ich weiß mir inmitten der Unzähligen k .....
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Osso, eis —» eis, egon und eis, otto ott, arnold e.

Pseud. für: Wilfried Otterstedt Biografie:*. A. E. Ott arbeitete nahezu ausschließlich als Hörfunkautor und veröffentlichte seit Beginn der 60er-Jahre eine Vielzahl von Kriminalhörspielen, überwiegend in der Produktion Radio Bremen. Seine Stücke sind konventionelle Spannungs- und Detektivgeschichten .....
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Breuer, w. arnold

Biografie: *17.8.1 in Heidenheim/ Brenz. W. Arnold Breuer war von 1974 bis 1980 Regierungsinspektoranwärter bzw. Regierungsinspektor z.A. bei der Oberfinanzdirektion Stuttgart. Er schied auf eigenen Wunsch aus der Beamtenlaufbahn aus, arbeitete als Filmstatist in Berlin und war und ist nebenberuflic .....
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Stefan zweig (i88i-i942)

begann mit symbolistischen Gedichten, wandte sich aber bald unter dem Einfluß des Wiener Arztes Sigmund Freud den Hintergründen der menschlichen Seele zu. Vornehmlich in seinen Novellenbänden 'Amok" und 'Verwirrung der Gefühle" entwickelte er die expressionistische Erzählkunst zu hoher Blüte. Als me .....
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Toynbee, arnold joseph

T. ist mit seinem Hauptwerk A Study of History , entstanden in zwölf Bänden von 1934 bis 1961. als der Universalhistoriker par excellence des 20. Jahrhunderts ins Bewußtsein der Öffentlichkeit eingegangen. Die herausragende Leistung T.s besteht darin, daß er die Historiographie zur Kulturtheorie un .....
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Rüge, arnold

Ãœber sein Verhältnis zur Hegeischen Philosophie äußert sich R. an einer Stelle seiner autobiographischen Aufzeichnungen Aus früherer Zeit: »Wir hatten ihn nie so verstanden, wie die Anwälte der religiösen und staatlichen Knechtschaft, die genug in ihm fanden, was für sie, aber auch gegen sein eigen .....
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Zweig, stefan

Letztes Gedicht Wegner, Matthias. In: Frankfurter Anthologie 13, 1990, S. 179 - 182. Weinzierl, Ulrich. In: Frankfurter Anthologie 18, 1995, S. 123 - 126. Ãœberglänzte Nacht Hubert, Gerda. In: Abend und Nacht in Gedichten, 1963, S. 78 - 82. .....
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Gehlen, arnold

Der Philosoph. Anthropologe und Soziologe G. war einer der umstrittensten deutschen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, der auch diejenigen faszinierte, die seinem Werk eher ablehnend gegenüberstanden. Philosophisch war er der Mann der Institutionen, des »objektiven Geistes«, und doch in jeder Zei .....
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Scholl, albert arnold

Retrospektiv Ried, Georg. In: Interpretationen moderner Lyrik, 1981, S. 103- 111. .....
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Arnold, gottfried

Ein Christ, ein Wunder Kranz, Gisbert. In: Siebenundzwanzig Gedichte, 1972, S. 70-73. .....
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Zweig, stefanie

Stefanie Zweig wurde durch die mit einem »Oscar« prämierte Verfilmung ihres Romans Nirgendwo in Afrika weltbekannt. Ihr gesamtes Werk ist stark von ihrer eigenen Geschichte geprägt. Immer wieder thematisiert sie ihre Kindheitserinnerungen, ihre jüdischen Wurzeln und ihre kulturelle Ambivalenz und Id .....
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Zweig, stefan

Stefan Zweig war in den 1920er Jahren einer der meistgelesenen und meistübersetzten deutschsprachigen Autoren. In seinen von Sigmund -> Freud beeinflussten Erzählungen verbindet er spannende Handlungen mit einfühlsamen Analysen der psychischen Beweggründe seiner Figuren. Zweig wurde als Sohn eines .....
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Arnold gehlens kraut und rüben

Im Mitteilungsblatt des Rheinisch-Westfälischen Verleger- und Buchhändler-Verbandes wurde unlängst ein Festvortrag veröffentlicht, den der Soziologe Arnold Gehlen, Professor an der Technischen Hochschule in Aachen, vor den Mitgliedern dieses Verbandes gehalten hat. Thema: »Soziologische Beiträge .....
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Zweig,  Arnold    





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