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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Strauß, Botho



S., dessen Bühnenstücke zu den meistgespielten an deutschen Theatern gehören, ist ein Kristallisationspunkt der Literaturkritik. Sehen die einen in ihm »einen Buchhalter gegenwärtiger und vergangener Moden« , der nach dem Scheitern der studentischen Aufklärungsversuche das Irrationale salonfähig macht, so gilt er anderen als »sensibler Realist« , dessen literarische Rätselbilder einer von Wahnsinn bestimmten Wirklichkeit entsprechen.

      Geboren als Sohn eines Lebensmittelberaters, besuchte er das Gymnasium in Remscheid und Bad Ems; nach 5 Semestern brach er sein Studium der Germanistik, Theatergeschichte und Soziologie ab - nebenher versuchte er sich als Schauspieler auf Laienbühnen —, um sich als Kritiker und Redakteur bei der Zeitschrift Theater heute einen Namen zu machen. Zwischen 1967 und 1970 erlangte er hierbei einige Reputation und Bekanntheit. Den Wechsel vom Kritiker zum Theaterpraktiker vollzog S., als er in den frühen 70er Jahren als Dramaturg an der Schaubühne Berlin unter Peter Stein arbeitete. Erheblichen Anteil hatte S. z.B. an der bekannten und erfolgreich verfilmten Inszenierung von Maxim Gorkis Sommergäste. Sein erstes Theaterstück, Die Hypochonder , fand allerdings kaum positive Resonanz. Die in dem Drama vorgeführten verschiedenartigen Angstsituationen, in denen das Publikum vergeblich nach einem Handlungsfaden suchte, wurde von der Kritik als ein esoterisches Verwirrspiel für Eingeweihte abgetan.
      Den Geschmack von Publikum und Kritik traf S. dann mit seiner Erzählung Die Widmung . Dargestellt wird der innere Leidensweg des Buchhändlers Richard Schroubek, der, verlassen von seiner Geliebten, sich aus seinen normalen sozialen Bezügen löst und sich ganz seinem Schmerz hingibt. Das Verlassensein und Herausgelöstwerden wird zu einer Grundkonstante im Werk des Autors. Auch die Protagonisten der späteren Dramen bewegen sich in geradezu künstlichen Handlungsräumen, die, zwischen Banalität und Exzentrik schwankend, einen klareren Blick auf die Befindlichkeit der Personen erlauben. Vor allem mit der Widmung wird S. zu einem herausragenden Literaten der in den späten 70er Jahren besonders gepflegten sogenannten »Neuen Innerlichkeit«. Seine Dramen Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle und Trilogie des Wiedersehens waren — da sie jetzt den Zeitgeist der von Agitprop und Dokument befreiten Kunst widerspiegelten — erste durchschlagende Theatererfolge. Zum besten Stück der Spielzeit 1978/79 wurde seine Szenencollage Groß und klein erklärt. Vorgeführt werden die Stationen eines Leidenswegs, den eine junge Frau auf der Suche nach Zuneigung und Geborgenheit in verschiedenen Räumen der gegenwärtigen Gesellschaft durchlebt, um schließlich im Zustand geistiger Verwirrung zu enden. Mit Hans Wolfschütz läßt sich feststellen, daß in den S.-Stücken der 70er Jahre die Sehnsucht in einer Atmosphäre allgemeiner Erschöpfung »als einziger Lebensantrieb« fungiert und das Passive, das Warten zur Haupteigenschaft der Personen wird. Auch in Kalldewey, Farce werden Personen vorgestellt, denen esan innerem Halt mangelt; gefühlskalte Menschen lassen keine Hoffnung aufkommen. Zunehmend deutlich wird die Tendenz, Gegenwartsprobleme auf überhistorische, mythische Grundlagen zu beziehen. Die Erzählweise schwankt zwischen Ironie und Melancholie. Das Fehlen einer Fabel sowie einer durchgehenden Problemkonstellation ist charakteristisch. Kaleidoskop- und collageartig sowie mit filmischen Schnitt-Techniken wird das Leiden des Individuums in der Gegenwart vorgeführt. Den Vorwurf des Esoterischen handelt sich S. dadurch ein, daß er z.B. in Der Park die Grenzen von banalem Alltag und Phantasiewelt aufhebt oder in den Reflexionen Paare, Passanten Versatzstücke aus Philosophie und Bildungsgut eigenwillig vermengt. Im Park wollen Oberon und Titania, die S. aus Shakespeares Sommernachtstraum geborgt hat, in den nüchternen und beziehungsgestörten Gegenwartsmenschen die verschütteten sinnlichen Energien zu neuem Leben erwecken. Allerdings, am Ende verändern sich nicht die Menschen, sondern die Götter ähneln immer mehr den lustlosen Alltagsmenschen.
      Unter keinen Gattungsbegriff ist der »Romain Der junge Mann zu fassen. Theoretische Visionen werden mit phantastischen Erzählungen verknüpft, satirische, allegorische und essayistische Momente, die insgesamt sich gegen eine plausible Deutung sperren, fließen ineinander. Spätestens seit dieser merkwürdig-unverständlichen Romanschrift sowie auch dem 8oseitigen Gedicht Erinnerung... stehen sich Gegner und Befürworter seines Werkes unversöhnlich gegenüber. Günter Schäble sprach bereits von einem »Glaubenskrieg« und bezeichnete den Autor als Indiz für die »Wende in der Dichtkunst« zum konservativen Kitsch. Dieser mit Stipendien und Preisen ausgezeichnete Autor gehört heute nicht nur zu den erfolgreichsten Gegenwartsautoren, sondern kann für sich auch in Anspruch nehmen, der vielleicht einzelgängerischste und rätselhafteste zu sein.
     


Strauß, botho

Geb. 2.12.1944 in Naumburg/Saale St., dessen Bühnenstücke seit Jahrzehnten zu den meistgespielten an deutschen Theatern gehören, ist ein Kristallisationspunkt der Literaturkritik. Sehen die einen in ihm »einen Buchhalter gegenwärtiger und vergangener Moden« , der nach dem Scheitern der studentische .....
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Strauß, botho

Botho Strauß gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart sowie als brillanter Intellektueller und Gesellschaftskritiker. 1989 wurde er mit dem Georg-BüchneT-Preis ausgezeichnet. Strauß studierte Germanistik, Soziologie und Theaterwissenschaft in Köln und München. Ab 196 .....
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Strauß, david friedrich

Für viele Leser der damaligen Zeit war Das Leben Jesu, Kritisch bearbeitet ein Werk, das mit dem Wunderglauben aufräumte und die mythische Deutung in ihr Recht einsetzte. Aus heutiger Sicht vermittelt dieses Werk ein Bild von einem vergangenen eschatologischen Denken und von Jesus als historischer .....
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