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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Sealsfield, Charles (d. i. Karl Anton Postl)



Der Fremde war einsam gestorben, als alter Mann war er vor wenigen Jahren in den kleinen schweizer Ort Unter den Tannen gezogen, und niemand wußte etwas über ihn zu sagen. Doch als die Eidgenossen sein Testament fanden, war der Name plötzlich in aller Munde: Mr. S. hatte ein wirres Leben geführt. Jetzt schrieben sogar noch die Zeitungen, er sei ein bedeutender Schriftsteller und Journalist gewesen und habe Reisebücher verfaßt. Aber so schön wie Jeremias Gott-helf, Franz Grillparzer und Adalbert Stifter wird er wohl nicht geschrieben haben. Und warum verbirgt einer seinen richtigen Namen? Postl hieß er, Karl Anton Postl. Das Bild, das man sich von ihm zusammensetzte, ist bis heute lückenhaft geblieben. Nur S. selber hätte das Geheimnis helfen entschlüsseln können. Der Sohn einer katholischen Weinbauernfamilie war zum Geistlichen bestimmt worden; sieben Jahre hatte er in


Prag Philosophie und Theologie studiert und war 1816 zum Priester geweiht worden. Den Mitteilungen seines jüngsten Bruders konnte man jedoch entnehmen, daß sich Karl Postl leidenschaftlich widersetzte, Geistlicher zu werden. Ende April reiste er nach Karlsbad und Wien und verließ Europa über die Schweiz und Frankreich, um im Herbst 1823 als Charles Sealsfield in New Orleans von Bord zu gehen. Gründe für diesen Schritt, der zugleich auch eine Flucht aus dem Kreuzherren-Orden war, hat er niemals genannt. Als Schlüssel gilt jedoch sein 1828 in London erschienenes Pamphlet Ã-sterreich wie es ist oder Skizzen von Fürstenhöfen des Kontinents, in dem er das despotische Metternich-System scharf angriff. 1 )emnach hätte die Aufgabe seiner Existenz den Stellenwert einer Suche nach politischen Alternativen, erwachte doch in den reaktionären Staatsgebilden Europas in den Jahren des Vormärz ein reges Interesse an fernen Ländern, in denen ein glücklicheres Leben vermutet wurde. Amerika mit seiner freiheitlichen Verfassung wirkte als besonderer Magnet. Als S. für kurze Zeit nach Deutschland zurückkehrte, um diplomatische Mittlerdienste auszuführen , riß man sich um seine Erfahrungen, die er als Farmer, Reisender und Journalist in der Neuen Welt gewonnen hatte. In schneller Folge veröffentlichte er mehrere Bücher, deren erstes, Tokeah or the White Rose , unter dem Pseudonym C. Sidon erschien und sofort literarische Aufmerksamkeit erregte. Den starren politischen Verhältnissen Europas erteilte er in diesem Buch durch die Charakterisierung selbstbewußter, tatkräftiger Republikaner eine Lektion. Unverkennbar war seine Schreibweise an James F. Coopers Zustandsschilderungen und Walter Scotts Charakterstudien geschult. Von 1827 bis 1830 bereiste S. abermals die Staaten und arbeitete als Redakteur in New York bei dem führenden französischen Blatt der USA, dem Courrier des titats Unis, und anschließend als Korrespondent in London und Paris. In diesen Jahren wurde er mit Heinrich Heine, Ludwig Börne und Scott bekannt. 1832 kehrte er in die Schweiz zurück, um sich als Schriftsteller niederzulassen. Dort entstanden u.a. die Transatlantischen Reiseskizzen , Der Virey und die Aristokraten und die sechs Bände der Lebensbilder aus beiden Hemisphären , in denen S. auch sein schriftstellerisches Anliegen formulierte: »Mein Held«, schrieb er, »ist das ganze Volk; sein soziales, sein öffentliches, sein Privatleben, seine materiellen, politischen, religiösen Beziehungen treten an die Stelle der Abenteuer.« Da dieses Volk aber auch eine »Rotte von Exilierten, Spielern, Mördern und heillosem Gesindel« barg, die mit Ureinwohnern und kulturbringenden Siedlern um die Existenz stritten, entstanden ausnahmslos Werke abenteuerlichen Inhalts. In dem wunderbaren Kajütenbuch oder Nationale Charakteristiken gelang S. die Verbindung aller seiner gestalterischen Fähigkeiten. Novellistische Begebenheiten, spannende Zufälle, weltanschauliche Diskussionen und meisterhafte Schilderungen der Landschaft sind thematisch miteinander verwoben zu einer breiten Darstellung Amerikas der Pionierzeit: der Veränderung von Mensch und Natur auf der Grundlage bürgerlicher Freiheiten.
     


Ein psychologe seiner selbst: karl philipp moritz und sein »anton reiser«

Sehr eindrucksvoll, vielleicht unerreichbar, tut dies Karl Philipp Moritz in seinem Werk »Anton Reiser. Ein psychologischer Roman«. Hier beschreibt er die Kindheit und Jugend von Anton Reiser. Eine ganze Menge von dem, was der Held erlebt, stimmt mit dem überein, was Moritz selbst erlebt hat. Und d .....
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Marc aurel (d.i. marcus aurelius antonius)

Zwei Jahrzehnte lang, von 161 bis 180. war in Roms Imperium der Wunsch Piatons in Erfüllung gegangen: Ein Philosoph war Kaiser und regierte das römische Weltreich. Ã"hnlich w le später Augustinus, so hatte sich auch der junge Prinz nach einer ersten - enthusiastisch der Rhetorik gewidmeten -Phase vo .....
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Reinhard, karl friedrich

Am Tage meiner Trauung den 20. Oktober 1796 Wackwitz, Stephan. In: Trauer und Utopie, 1982, S. 114- 134. .....
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Korsch, karl

»Mein Lehrer ist ein enttäuschter Mann. Die Dinge, an denen er Anteil nahm, sind nicht so gegangen, wie er es sich vorgestellt hatte. letzt beschuldigt er nicht seine Vorstellungen, sondern die Dinge, die anders gegangen sind. Allerdings ist er sehr mißtrauisch geworden. Mit scharfem Auge sieht er ü .....
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Labriola, antonio

In der Geschichte des Sozialismus traf und trifft L. auf interessiertes Vergessen: noch immer liegen große Teile seines Werks und sein Brietwechsel in deutscher Sprache nicht vor, und die Beschäftigung mit L. hat den Charakter des Nachrufs. Die l ossische Zeitung beklagte 1904 den Verlust eines »der .....
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Löwith, karl

Die Auslieferung an das geschichtliche Den- ken ist nicht nur dem historischen Materialismus und in anderer Weise dem metaphysischen Historismus von Hegel eigentümlich, sie kennzeichnet auch alles nachhegelsche und nachmarxistische Denken. Man glaubt auch im bürgerlich-kapitalistischen Westen, des .....
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Maimonides, moses (d.i. moses ben maimon)

Der jüdische Schriftgelehrte und Hofarzt Sultan Saladins 111 Kairo mußte schon als kleiner Junge mit seiner Familie 1148 aus Cordoba vor seinen islamischen Verfolgern fliehen. Während viele Juden sich damals nach Norden wandten , führte sein Fluchtweg über Marokko und Palästina 1172 nach Kairo, wo e .....
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Mannheim, karl

Als ein »nach Deutschland verschlagener Scherben« fühlte sich M. in Heidelberg noch 1921. obwohl Deutschland und die deutsche Kultur ihm nicht fremd waren - seine Mutter war Deutsche, und von 1912 bis 1913 hatte M. bei Georg Simmel in Berlin Philosophie studiert. Doch seine Identität war stark vom i .....
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Melanchthon, philipp (d.i. philipp schwarzerd)

In seiner Einleitung zu Luthers Psalmen-Kommentar schreibt M. 1519. es sei nutzlos zu wissen, daß Gott die Welt erschaffen hat, wenn dieser Gott mcht weise und barmherzig ist. Diese Art der Erkenntnis sei den Christen eigen, sie übersteige alle Philosophie. So sehr M. die Philosophie liebt, ihre Erk .....
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Montesquieu, charles de secondat

Als M. im Wmter 1755 schwer an Grippe erkrankte, am >. Februar gar ins Koma fiel. Heß sich Papst Benedikt XIV. durch seinen Pariser Nuntius lautend berichten, ob der angesehene Rechtsdenker und Moralphilosoph nicht endlich gebeichtet und seinen Frieden mit der Römischen Kirche gemacht hätte. Dieses .....
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Morris, charles william

Die Entscheidung, sich der Wert- und Zeichentheorie zu widmen, traf M. Ende der 30er Jahre, als er eines Abends auf Läszlö Moholy-Nagy wartete. Moholy-Nagy, zusammen mit Walter Gropius am Bauhaus tätig, aber seit der Macht-* Ãobernahme Hitlers 1933 in London lebend, wurde 1937 als - Leiter an das »N .....
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Kautsky, karl

Zu seinen Lebzeiten galt er den einen als »Lehrmeister der Klasse« des Proletariats , den anderen als bläßlicher »Stubengelehrter« , als Revisionist, gar Renegat des Marxismus. Das Bild K.s als maßgeblicher Ideologe und Propagandist des parteioffiziellen Marxismus der Zweiten Internationale unterheg .....
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Jaspers, karl

In einem seiner Hauptwerke, der dreibändigen Philosophie von 1932. hatte er angekündigt: »Ein Philosophieren aus möglicher Existenz, welche sich durch philosophisches Leben zur Wirklichkeit bringen will, bleibt Suchen. Das Ursprungsbewußtsein drängt zu diesem Ursprung als selbstbewußtes Suchen, das .....
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Feyerabend, paul karl

»Anvthing goes«. so lautet das Leitmotiv der Wissenschatts-theone F.s. die er als Kritik an den primär methodologisch orientierten Wissenschaftsphilosophien im Umfeld des Logischen Empirismus und Kritischen Rationalismus entfaltete. Neben Th.S. Kuhn. I. Lakatos. St. Toulmin und N. R. Hanson gilt F .....
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Fourier, charles

Seine Idee war. Sexualität und Arbeit miteinander zu versöhnen, jenseits von jeder Art von Gewalt und Zwang und in einer Umgebung äußersten Luxus. Er träumte von einem Perpetuum mobile aus Wirtschaft und Eros. Damit blies er. ohne daß er es ahnte, zum Sturm auf die letzte Bastion des Christentums. D .....
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Schwedhelm, karl

Kranich der Freiheit Graefe, Heinz. In: Das deutsche Erzählgedicht, 1972, S. 30 - 38. .....
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Gramsci, antonio

Das Dorf Ghilarza im wirtschaftlich verarmten und zurückgebliebenen Sardinien sowie Turm, frühes Zentrum der ita-j liemschen Automobilindustrie - die enorme Spannung zwischen diesen Polen seiner Lebenswelt ist bestimmend für G.s [ Leben und Denken. Viertes von sieben Kindern eines Pro-vmzbeamten. si .....
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Wildgans, anton

Adagio für Cello Nentwig, Paul. In: Dichtung im Unterricht, 1969, S. 131 - 134. .....
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Wolfskehl, karl

Ich Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 274 - 276. .....
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Wolken, karl alfred

Zu früh fanden wir Wolken, Karl Alfred. In: Pausen zwischen den Worten, 1986, S. 107-111. .....
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Zuckmayer, karl

Die Wölfe Neis, Edgar. In: Tiergedichte, 1976, S. 106 - 108. .....
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Herzen, alexander i. (d.i. aleksandr ivanovic gercen, pseudonym: iskander)

H. war russischer Schriftsteller. Denker und Revolutionär in einem. Er emigrierte 1847 mit seiner Familie und lebte fortan in Paris. Genf. Nizza und London. Seine frühen Werke. z.B. Ãober den Platz des Menschen in der Satur , verraten noch den Einfluß von Schelling. Cousin und Saint-Simon. In seiner .....
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Holbach, paul-henri thiry d (d.i. paul heinrich dietrich)

Als H.s Hauptwerk, das Systeme de la naturc. 1770 unter falschem Namen und fingierter Angabe des Druckortes erschien, gingen die meisten aufklärerischen Philosophen, namentlich Voltaire, aut Distanz zu diesem streng materialistischen und kompromißlos atheistischen Buch. Bezeichnenderweise gehörte ge .....
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Morus, thomas (d.i. thomas more)

Es zählt zu den Paradoxa der Literaturgeschichte, daß das heutzutage bekannteste und meist diskutierte Werk in lateinischer Sprache nicht von einem alten Römer stammt, sondern von einem Londoner Sheriff. geschrieben nicht unter Caesar oder Augustus, sondern unter Heinrich VIII.. zehn Jahre nach dem .....
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Nikolaus von kues, auch cusanus (d.i. nikolaus krebs)

Obwohl aus einfachen bürgerlichen Verhältnissen stammend, machte N.v.K. eine für damalige Verhältnisse erstaunliche Karriere im Dienste der Kirche: Nikolaus V. ernannte ihn 1450 gegen den Willen des Landesherrn, Sigismund von Ã-sterreich, zum Bischof von Brixen. Zu diesem Zeitpunkt war er schon päps .....
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