Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Schwab, Gustav



»Du... wirst es... gerne hören«, schreibt S. 1838, im zweiten Jahr seiner fünfjährigen Amtszeit in Gomaringen bei Tübingen, »daß ich gewiß einer der zufriedensten und vergnügtesten Landpfarrer Württembergs bin und in dieser letzten, betrübten Zeit das Evangelium Jesu Christi unverzagt treibe.« In diesem betulichen Bekenntnis bringt er zwei Richtgrößen seines Denkens zur Sprache: einen ausgeprägten Regionalismus, der in der Wahl seiner Balladenstoffe ebenso zutage tritt wie in drei Reisebeschreibungen aus der schwäbischen Heimat sowie die einem glaubensstarken Protestantismus verpflichtete Abwehrhaltung gegenüber den »jungdeutschen« Strömungen nach der französischen Julirevolution von 1830. Auf eine anspruchslose Begrenztheit von S.s Horizonts darf man daraus freilich nicht schließen. Gewiß ist seine von bürgerlicher Ãœberformung romantischer Motive ge-prägte Lyrik — die er 1828/29 erstmals gesammelt vorlegt — nicht eben originell. Daß er »einige schöne Lieder..., auch etwelche hübsche Balladen... gedichtet« habe, konzediert gleichwohl Heinrich Heine selbst in der Satire über die »schwäbische Dichterschule«. Als außerordentlich vielseitiger literarischer Vermittler jedoch, als Herausgeber, Bearbeiter, Anthologist und Ãœbersetzer, als Nachdichter und Kritiker, als Literaturpädagoge und vielbesuchter Mentor junger Talente hat er Verdienste, die mit seinen popularisierenden Editionen der deutschen Volksbücher sowie der Schönsten Sagen des klassischen Altertums teilweise bis in die Gegenwart fortwirken.
      Seine spätere Rolle ist durch die Abstammung aus dem gebildeten Stuttgarter Bürgertum begünstigt. Der Vater, ein überregional anerkannter Gelehrter, avancierte vom Professor an der Karlsschule, dem Institut fürstlicher Eliteförderung, zum höheren Regierungsbeamten. Ãœber Friedrich Schiller, den berühmtesten Zögling dieser Anstalt, veröffentlicht der Sohn 1840 eine Biographie. S.s Elternhaus ist ein Mittelpunkt literarischer Geselligkeit in der württembergischen Hauptstadt, die nach 1815 zum literarischen Zentrum Süddeutschlands aufsteigt. Nach dem Besuch des Gymnasiums nimmt er am Tübinger Stift, wo er die Burschenschaft »Romantika« gründet, das Studium der Theologie auf. Eine abschließende Bildungsreise führt ihn besonders in die Kreise der norddeutschen Spätromantik ein.
      Von 1817 an, als der vormalige Vikar eine Anstellung als Professor der klassischen Literatur und »Antiquitäten« am Stuttgarter Oberen Gymnasium erhält, arbeitet er regelmäßig an Johann Friedrich Cottas Morgenblatt für gebildete Stände mit, der fuhrenden belletristischen Zeitschrift der ersten Jahrhunderthälfte. Auch andernorts ein fleißiger Rezensent, leitet er zwischen 1827 und 1837 die poetische Beilage des Morgenblatts und gibt von 1833 bis 38 zusammen mit Adelbert von Chamisso den einflußreichen Deutschen Musenalmanach heraus.
      S.s Karriere kulminiert schließlich in einer leitenden Position bei der Verwaltung. Seit 1845 wird er, nach vierjähriger Zeit als Stadtpfarrer und Amtsdekan in Stuttgart, zum Oberkonsistorialrat ernannt, dem die Aufsicht über die höheren Schulen in Württemberg obliegt. Neben den schon erwähnten Ausgaben hatte er sein pädagogisches Interesse zuvor auch in beachtlichen und viel aufgelegten »Mustersammlungen« deutscher Lyrik und Prosa »mit Rücksicht auf den Gebrauch in Schulen« sowie in neuen Lehrplancntwürfen unter Beweis gestellt. Daneben hält er im kleinen Kreis Vorlesungen über die deutsche Literatur.
      Von seinem Vater angeregt, der 1826 zusammen mit seinem als Vorbild bewunderten Freund Ludwig Uhland eine erste Hölderlin-Auswahl vorlegt, veranstaltet Christoph Theodor S. zwanzig Jahre später die vorläufige Gesamtausgabe des weithin vergessenen Außenseiters. Nicht zuletzt in dieser Kontinuität zeigt sich das literarische Gespür.
     


Gustav schwab (i792-i850)

Dem gleichfalls dem Weinsberger Freundeskreis zugesellten Gustav Schwab verdanken wir die meisterhafte Bearbeitung der 'Schönsten Sagen des klassischen Altertums" und der 'Deutschen Heldensagen". Von seinen schlichten Balladen sind nur 'Das Gewitter" und 'Der Reiter und der Bodensee" lebendig gebli .....
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Schwab, gustav

Gustav Schwab galt zu seinen Lebzeiten als bedeutender und herausragender Literat; heute ist sein Werk größtenteils in Vergessenheit geraten. Einzige Ausnahme ist das Buch Die schönsten Sagen des klassischen Altertums, das noch immer aufgelegt wird und zu den Standardtexten zur griechischen Mytholog .....
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Levi-strauss, claude gustave

1949 erschien das Buch, das den französischen Strukturalismus begründen sollte: Les struemres Clementaires de la parente . ein gelehrter Wälzer »von verzweifelter Langeweile«, wie Georges Bataille feststellt, und dennoch ein Buch, das nicht nur die Ethnologie auf den Kopf stellt, indem es eines ihre .....
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Jung, carl gustav

"Was für eine Therapie man wähle, hängt davon ab. was man für ein Mensch ist« - diese Abwandlung des bekannten Fichteschen Mottos drängt sich geradezu auf angesichts der beiden Gründungsväter der modernen analytischen Psychologie. Sigmund Freud und J.. die beide gleichermaßen von der Wissenschaftl .....
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Schüler, gustav

Wollest meine Seele stillen Pfeiffer, Johannes. In: Wege zur Dichtung, 1969, S. 102 - 103. .....
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Sack, gustav

Herbst Fischer, Franz. In: Blätter 10, 1966, S. 51 55. .....
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Falke, gustav

Die Schnitterin Groß, Eugenie. In: Gedichtstunde, 1964, S. 139 - 141. Zwei Viering, Jürgen. In: Gedichte und Interpretationen 5, 1983, S. 43-52. .....
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Meyrink, gustav

Gustav Meyrink bevorzugte in seinem vielfältigen Erzählwerk historische und fantastische Stoffe. Aus seinem CEuvre ragt der Roman Der Golem durch seine Konzeption wie auch durch den überragenden Erfolg heraus. Meyer war der uneheliche Sohn einer Münchner Hofschauspielerin und eines württembergische .....
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Le bon, gustave

Gustave Le Bon erlangte seine größte Bekanntheit als Mitbegründer der sozialen Psychologie durch seine bahnbrechende Beschäftigung mit einigen der wichtigsten gesellschaftlichen Phänomene des 20. Jahrhunderts: dem Rassismus und dem Massenverhalten. Le Bon studierte Medizin, promovierte in .....
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Freytag, gustav

Gustav Freytag gilt neben Theodor ^Fontane und Theodor -^Storm als bedeutendster Vertreter der deutschsprachigen Erzählliteratur des bürgerlichen Realismus und zählte bis ins 20. Jahrhundert zu den meistgelesenen Autoren Deutschlands. Sein Hauptinteresse galt der kritisch-ironischen Schilderung der .....
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Flaubert, gustave

Gustave Flaubert war einer der führenden Vertreter des französischen Realismus. Er betonte vor allem die Objektivität des Schriftstellers um das »rechte Wort« und lehnte die Alltagssprache in seinen Werken ab. Objektive Darstellung erreichte Flaubert durch erlebte Rede und eine ironische Erzählweis .....
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Gustav schuller

Abgesehen von kleineren Unterbrechungen verbrachte Gustav Schuller sein Leben in Hermannstadt. Hier wurde er 1838 geboren, besuchte bis 1857 das Gymnasium und studierte anschließend bis 1861 an der hiesigen Rechtsakademie. Nachdem er die theoretische Staatsprüfung abgelegt hatte, entschloß er sich, .....
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Gustav seivert

Gustav Seivert wurde 1820 als Sohn eines Beamten in Hermannstadt geboren. Er besuchte hier das Gymnasium und •später das Lyzeum in Klausenburg. Wegen Rechtsstudien hielt er sich in Berlin auf. Nach seiner Heimkehr war er mit verschiedenen Dienstaufträgen Angestellter der Hermannstädter Stadtverwal .....
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Gustav freytag: soll und haben (i855)

Nicht ein überragendes zu stellen und mit seiner Literatur im Dienst der Öffentlichkeit einzugreifen. Motiviert durch dieses Vorhaben übernahm er die Redakteursstelle der Grenzholen, die sich unter der Leitung von Julian Schmidt zur wichtigsten Zeilschrift insbesondere der ersten Phase des Bürgerli .....
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Index » Bürgerlicher Realismus » Die Phase des programmatischen Realismus (1848-1870)

Oberschwaben

Oberschwaben ist das Land zwischen Donau und Bodensee, Alb und Alpen, sagt das Lexikon, und der Reisende: Es ist da, wo die Dörfer weiter gestreut sind als am Neckar, dafür fast jeder größere Ort eine frühere Freie Reichsstadt oder doch im Besitz einer stattlichen Barockkirche und auf jeden Fall ein .....
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