Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Morgenstern, Christian



Als der Einundzwanzigjährige die Zeitschrift Deutscher Geist herausgab, stellte er ihr Oliver Cromwells: »Der kommt oft am weitesten, der nicht weiß, wohin er geht«, als Motto voran. Der Sohn des Landschaftsmalers Carl E. Morgenstern und Enkel der Landschaftsmaler Christian E. Morgenstern und Josef Schertel, der 1889 auf Wunsch des Vaters das Gymnasium verlassen hatte, um Offizier zu werden, hörte nun als Student der Nationalökonomie in Breslau Werner Sombart und Felix Dahn und schrieb sich dann dreiundzwanzigjährig in Berlin für Kunstgeschichte und Archäologie ein, ohne auch hier jemals abzuschließen. M. sollte zwei Jahrzehnte lang das

Leben eines »freien« Schriftstellers führen. Seinen ersten Ãœbersetzungsauftrag, August Strindbergs Inferno aus dem Französischen, übernahm er 1897, und noch im selben Jahr für die deutsche Gesamtausgabe des Fischer-Verlags die Versdramen und einen Teil der Gedichte Henrik Ibsens, verbrachte ein Jahr in Norwegen und traf dabei mehrmals mit dem Siebzigjährigen im Grand Hotel Kristianas/Oslo zusammen. 1902, nach Abschluß der Arbeit, versuchte er, seinen Lebensunterhalt als Journalist von Italien aus zu bestreiten, gab aber auf: »Vier Aufsätze monatlich = 100 M., wer bringt das fertig.« Er wurde, 1903 zurück in Berlin, Dramaturg bei Felix Bloch Erben, Lektor für Bruno Cassirer, Herausgeber der Halbmonatsschrift Das Theater und übte bei alledem »Sünde wider den heiligen Geist«: Feuilletons für mehr als ein Dutzend Zeitungen.
      M.s Leben war unstet. Als Zehnjähriger ohne Mutter, dem Vater nach dessen dritter Ehe entfremdet, reiste er seit 1894 durch Europa. Auch die Heirat mit Margareta Gosebruch von Liechtenstern , - »die Entdeckung meines Mannesalters ist die Frau« - ließ ihn nicht seßhaft werden. Sein »Wohnungsideal« war »das Zelt«. Seine Wohnungen aber mußten immer wieder Sanatorien und Kurhäuser sein, in Davos, Arosa, Meran, möglichst hoch gelegen. Die Mehrzahl der Reiseziele diktierte die Tuberkulose, an der er schließlich, nur noch des Flüsterns und kaum mehr der Bewegung fähig, starb. Das zermürbende Auf und Ab der Krankheit bestimmte nicht zuletzt auch die literarische Arbeit. Der eine große Roman, die eine große Dramentri-logie wurde nicht vollendet. M. blieb ein Poet der kleinen Form, der Gedichte, Epigramme und Aphorismen, Essay und Szenen, blieb »Gelegenheitsdichter und nichts weiter«.
      Neben den humoristischen »Beiwerkchen, Nebensachen«, die seinen literarischen Ruhm begründeten, den Galgenliedern und dem Palmström , und neben dem »Studentenscherz« Horatius travestitus veröffentlichte er zu Lebzeiten acht Gedichtsammlungen und korrigierte kurz vor seinem Tod eine neunte, mit denen er seine Ansprüche als ernsthafter Dichter einzulösen suchte. Seinen Erstling In Phanta s Schloß widmete er 1895 »dem Geiste Friedrich Nietzsches«, dem »Auferwecker zu den höchsten Kämpfen des Lebens«, der sein »eigentlicher Bildner und die leidenschaftliche Liebe langer Jahre« blieb. Die Zeitkritik der Melancholie schließt sich dem völkischen Ideologen I aul de Lagarde an, dem »Marmorbild, aufdessen Sockel ewige Gebote eingegraben sind«. Einkehr und Ich und Du sind der Mystik des johanneischen »Ich und der Vater sind eins« verpflichtet. 1914 schließlich erschien Wir fanden einen Pfad »für Dr. Rudolf Steiner«, den »unvergleichlichen Lehrer«, den M. für den Nobelpreis vorschlagen wollte und dessen anthroposo-phischen Vortragsreisen er noch einmal unermüdlich nach Koblenz oder Kristiana, nach Bern oder Budapest folgte. M. 1912: »Niemand hat vielleicht so oft die Ansichten auf die Dinge gewechselt als ich, und niemand ist vielleicht trotz alledem selber so gleich geblieben.« Im Bild des suchenden »Mensch Wanderer«, das Margareta Morgenstern 1927 für eine der aus dem umfangreichen Nachlaß herausgegebenen Sammlungen als Titel wählte, mag dieses »gleich« sich finden lassen.
     


Der lattenzaun - christian morgenstern

Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun. Ein Architekt, der dieses sah, stand eines Abends plötzlich da - und nahm den Zwischenraum heraus 5 und baute draus ein großes Haus. Der Zaun indessen stand ganz dumm, mit Latten ohne was herum. Ein Anblick gräßlich und gemein .....
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Die unmögliche tatsache - christian morgenstern

Palmström, etwas schon an Jahren, wird an einer Straßenbeuge und von einem Kraftfahrzeuge überfahren. 'Wie war" 'möglich, wie dies Unglück, ja —: daß es überhaupt geschah? Ist die Staatskunst anzuklagen in Bezug auf Kraftfahrwagen? 10 Gab die Polizeivorschrift hier dem Fahrer frei .....
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Christian morgenstern (i87i-i9i4)

Als die meisten Rezensenten 20 Jahre nach den ersten Verrissen der Galgenlieder immer noch in den Tenor einfielen, Morgenstern präsentiere nur blödsinnigen studentischen Bierulk, notierte Tucholsky eine kleine Irritation: 'Und man weiß zum Schluß nicht, was man mehr bewundern soll: die Clownerie ode .....
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Christian morgenstern (i87i-i9i4),

ein geborener Münchner, suchte als Dichter der 'Galgenlieder" und ähnlicher Sammlungen hintergründigen Humor mit mystischer Gläubigkeit zu einen. Aber auch als ernster Lyriker wollte Morgenstern die Kluft zwischen Mensch und Kosmos überbrücken, schuf er zarte Gedichte der Sehnsucht und der Beseligu .....
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Morgenstern, christian

Christian Morgenstern wurde durch seine hintergründigen, lyrischen Parodien und witzige »Galgenpoesie«, in der er eine groteske Unsinnssprache und Gegenwelt schuf, weiten Kreisen bekannt. Der in München geborene, vielseitig begabte Morgenstern war Sohn eines Landschaftsmalers und einer Musikerin. E .....
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Wolff, christian

Immanuel Kant schrieb 1787 über W., er sei »der Urheber des Geistes der Gründlichkeit in Deutschland« gewesen. Er habe bewiesen, »wie durch gesetzmäßige Feststellung der Prinzipien, deutliche Bestimmung der Begriffe, versuchte Strenge der Beweise, Verhütung kühner Sprünge in Folgerungen der sichere .....
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Weiße, christian hermann

In seiner alphabetischen Bibliographie der Hegeischen Schule von 1860/61 rechnet Karl Rosenkranz zwar die frühen Schriften W.s zur Philosophie des Hegelianismus, macht dabei allerdings die Einschränkung, daß mit dem System der Philosophie 11832) W. schließlich »Abschied von der Hegeischen Philosophi .....
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Morgenandacht - christian knorr von rosenroth

Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte 5 Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. Die bewölkte Finsternis Müsse deinem Glanz entfliegen, Die durch Adams Apfelbiß 10 Uns, die kleine Welt, bestiegen, Daß wir, Herr, durch dei .....
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Die welt - christian hofmann von hofmannswaldau

Was ist die Welt und ihr berühmtes Glänzen? Was ist die Welt und ihre ganze Pracht? Ein schnöder Schein in kurzgefaßten Grenzen, Ein schneller Blitz bei schwarzgewölkter Nacht, Ein buntes Feld, da Kummerdisteln grünen, Ein schön Spital, so voller Krankheit steckt, Ein Sklavenhaus, da alle .....
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Wernicke, christian

An den Leser Beetz, Manfred. In: Gedichte und Interpretationen 2, 1983, S. 23-39. .....
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Weisse, christian friedrich

Klagen Kranefuss, Annelen. In: Wandsbecker Bote, 1973, S. 63-70. .....
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Schulphilosophische popularisierung: christian wolff

Der cartesianische Rationalismus und Leibniz optimistische Metaphysik bilden die zentralen Elemente der frühaufklärerischen Schulphilosophie, deren Haupt und wesentlicher Vermittler in Deutschland Christian Wolff ist. Von ihm gehen die bedeutsamsten Impulse der neuen rationalistischen Philosophie a .....
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Christian dietrich grabbe (i80i-i836) und georg büchner(i8i3-i837)

Grabbe, Sohn eines Detmolder Zuchthausverwalters, war eine unglückliche Natur. Er scheiterte sowohl als Schauspieler wie auch als Rechtsbeamter, verkam schließlich in Trunksucht und ging an Tuberkulose zugrunde. Er war ein genialer Nachfahre des Sturm und Drang und ein entschiedener Gegner der Roman .....
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Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Christian hofmann von hofmannswaldau (i6i7-i679): die welt - alles ist blendwerk

Die Welt Was ist die Welt, und ihr berühmtes Gläntzen? Was ist die Welt und ihre gantze Pracht? Ein schnöder Schein in kurtz-gefaßten Grenzen, Ein schneller Blitz bey schwartz-gewölckter Nacht; Ein buntes Feld, da Kummer-Disteln grünen; Ein schön Spital, so voller Kranckheit steckt. Ein Sclav .....
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Johann christian günther - abschiedsaria

Schweig du doch nur, du Hälfte meiner Brust; Denn was du weinst, ist Blut aus meinem Herzen. Ich taumle so und hob an nichts mehr Lust Als an der Angst und den getreuen Schmerzen, Womit der Stern, der unsre Liebe trennt, die Augen brennt. Die Zärtlichkeit der innerlichen Qual Erlaubt mir kaum, ein .....
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Christian maurer - herbstlich von ungefÄhr

So wie es Herbst wird im Nußbaum, im Licht, in den Winden, an Straßenkreuzungen, in den Verkehrsampeln, so wie es Herbst wird im Hause, im Holz der Stühle und Kästen — so wirst du selber dich finden herbstlich von ungefähr, voll zögernder Gesten, Stroh in den Haaren, Kletten am Hemd über m Herzen .....
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Christian geißler kalte zeiten, i und iii

1. Vorbemerkung zum Text Der vorliegende Text ist keine geschlossene Kurzgeschichte, sondern Teil I und III einer längeren Erzählung, die aus 28 solcher aneinandergereihter Abschnitte besteht. Es geht um die kritische Schilderung der Probleme im Alltag einer Arbeiterfamilie, in ihrem Privatleben, .....
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Uecker, christian

Biografie: *16.1.1 in Rostock. Chr. Uecker floh mit den Eltern 1960 nach Westberlin, wurde nach Hamburg ausgeflogen und lebte ein halbes Jahr im Flüchtlingsau ff anglager in Hamburg-Finkenwerder. Er wuchs in Neumünster auf und studierte Theologie in Bethel, Kiel, München und Hamburg. Nach dem ersten .....
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Wagner, christian

Auf dem Rigi Pfeiffer, Johannes. In: Wege zur Dichtung, 1969, S. 69 - 70. Blühender Kirschbaum Goes, Albrecht. In: Dichter, 1983, S. 58 - 64. m Garten des Albergo del Sole Kleßmann, Eckart. In: Frankfurter Anthologie 18, 1995, S. 95 - 98. Ostersamstag Härtling, Peter. In: Frankfurter .....
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Garve, christian

Als G. wemge Wochen vor seinem Tod Bilanz zieht über seine philosophische Lebensleistung. scheint er ein deutliches Bewußtsein davon zu haben, daß die Zeit und die philosophische Entwicklung über ihn und sein Philosophieverständnis bereits hinweggegangen sind. »Es gibt Philosophen«, so rechtfertigt .....
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Grabbe, christian dietrich

Geb. 11.12.1801 in Detmold; gest. 12.9.1836 in Detmold »Wie Plato den Diogenes sehr treffend einen wahnsinnigen Sokrates nannte, so könnte man unsern Grabbe leider mit doppeltem Recht einen betrunkenen Shakespeare nennen.« Heinrich Heines Vergleich charakterisiert treffend die innere Zerrissenheit .....
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Hebbel, christian friedrich

Geb. 18.3.1813 in Wesselburen; gest. 13.12.1863 in Wien Bereits fünf ]ahre vor seinem ersten Tragödienerfolg schrieb H. folgende Selbstbeurteilung nieder: »Ich hege längst die Ãœberzeugung, daß die Poesie nur eine heilige Pflicht mehr ist, die der Himmel den Menschen auferlegt hat, und daß er also, .....
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Andersen, hans christian

Weltruhm erlangte Hans Christian Andersen durch seine Märchen, für Kinder erzählt. Die literarische Bedeutung der Märchen erkannte zuerst der dänische Naturphilosoph und Physiker Hans Christian 0rsted , dessen panthei-stische Weltsicht sich auch in Andersens Märchen widerspiegelt. A .....
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Christiane f. wir kinder vom bahnhof zoo

Christiane F. wurde mit 15 Jahren zur berühmtesten Drogensüchtigen Deutschlands. Auch heute noch wirkt ihr beklemmender Bericht über Abhängigkeit, Verzweiflung und Isolation abschreckend und faszinierend zugleich. Entstehung: Kai Hermann und Horst Rieck wollten als Mitarbeiter der Illustrierten ster .....
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Christian wagner

Der Dreiundachtzigjährige ist im vorigen Jahre gestorben; und wenn Hermann Hesse nicht seine Gedichte herausgegeben hätte, wüßten wir gar nichts von ihm. So aber wissen wir alles. Nur: die Deutschen lesen solche deutschen Gedichte nicht. Kurt Hiller hat einmal von der Lyrik gesagt, es sei unausste .....
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Morgenstern,  Christian    





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