Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Ludwig, Otto



Dichter zu sein, hieß zu L.s Lebzeiten, als Dramatiker etwas zu gelten: »Nach der Seite hin einen guten Wurf, und man ist durch. Alles andre wird doch nur wie Larifari betrachtet« . Mehr als zwei Jahrzehnte literaturkritischer und schriftstellerischer Arbeit setzte L. an diesen großen Wurf. Doch als Autor der einst erfolgreichen Schicksals- und Familientragödie Der Erbförster führt er heute nur eine Randexistenz auf den deutschen Bühnen - im Gegensatz zu Georg Büchner, Friedrich Hebbel und Richard Wagner, die wie L. im Jahr der Völkerschlacht bei Leipzig geboren wurden. Die mißliche Erfahrung fehlender Kraft im Konkurrenzkampf des Literaturmarktes, der Schlagschatten der großen Vorgänger und das selbstkritische Bewußtsein eines Nachgeborenen prägen L.s Entwicklung zu einem »Dichter der zweiten Reihe«. Im bildungsbürgerlichen Elternhaus der thüringischen Kleinstadt Eisfeld wächst der Junge mit Büchern auf, liest vor allem William Shakespeare, die deutschen Klassiker und Romantiker. Im Alter von 12 Jahren verliert er den Vater, 1831 stirbt die Mutter. Der Besuch der höheren Schule wird zugunsten einer Kaufmannslehre ausgesetzt und 1833 endgültig abgebrochen. L. entscheidet sich zwischen den widerstreitenden Neigungen zur Musik und Literatur: als Autodidakt will er sich zum Komponisten ausbilden. Seine finanziellen Verhältnisse bessern sich durch ein Stipendium des Herzogs von Meiningen. Mit 26 Jahren verläßt der angehende Musiker erstmals den Umkreis seiner Heimatstadt, um in Leipzig bei Felix Mendelssohn-Bartholdy zu studieren. Ohne in der sächsischen Metropole Fuß gefaßt zu haben, kehrt L. 1840 nach Eisfeld zurück und gibt das Musikstudium auf. Er will über einsiedlerische Literaturstudien und dramatische Versuche in die Fußstapfen der großen Theaterautoren treten. Um der »Willkür des falschen Idealismus« zu entfliehen, schult sich L. vor allem an Shakespeare, entwirft Drama um Drama, greift vorzugsweise zu historischen Stoffen und bearbeitet, wie

Friedrich Hebbel, die Geschichte der Agnes Bernauer. Er lebt anspruchslos vom ererbten Vermögen und verdient sich ein Zubrot mit kleineren Erzählungen und Novellen . Von 1842 bis 1844 wohnt L. in Leipzig und Dresden; die Freundschaft mit Eduard Dcvrient, dem Dramaturgen und Regisseur am Dresdner Hoftheater, erschließt ihm die Theaterpraxis. Doch erneut zieht sich L. mit wenigen Unterbrechungen in eine Einsiedelei zurück, in die Schleifmühle bei Meißen . Dort wird 1849 Der Erbförster abgeschlossen. Die Uraufführung am 9. 1. 1850 in Dresden bringt L. die ersehnte öffentliche Anerkennung als Dichter; freundschaftliche Verbindungen zu Gustav Freytag, Julian Schmidt und Berthold Auerbach festigen sich. Mit 3 9 Jahren kann der Autor nach achtjähriger Verlobungszeit heiraten, um in Dresden eine Familie zu gründen. Doch weiterhin bleiben die Einkünfte des freien Schriftstellers kümmerlich, zumal sich L. in die skrupulöse Arbeit an mehreren Fassungen seines Makkabäer-Dramas verwickelt. Es wird 1853 ohne den ersehnten Erfolg uraufgeführt. Nun erhält aus finanziellen Gründen die Arbeit an Erzählprosa für Zeitschriften und Feuilletons mehr Gewicht, ohne daß die ehrgeizigen Dramenpläne aufgegeben wären. Das Kleinstadt-Mileu der thüringischen Heimat bildet den Hintergrund für L.s Erzählungen Die Heiterethei und ihr »Widerspiel« Aus dem Regen in die Traufe ; 1856 erscheint die Dachdecker-Geschichte Zwischen Himmel und Erde. Die psychologische Motivation dieses »kleinbürgerlichen Familiendramas« reicht bis in die Bereiche der Psychopathologie. Damit bringt L. neue, die Zeitgenossen irritierende Perspektiven in das Themenspektrum des »poetischen Realismus«. Dieser programmatische Begriff findet sich in L.s Shakespeare-Studien, die postum veröffentlicht wurden. Seit 1860 hatte sich der Gesundheitszustand des stets kränkelnden Nervenleidenden erheblich verschlechtert; nach seinem Tode erhält zunächst seine Frau, dann seine Tochter Cordelia eine lebenslängliche Unterstützung durch die Deutsche Schillerstiftung, deren erster »Pensionär« der finanziell so erfolglose Schriftsteller 1859 geworden war.
      L.s Versuche, die »Dichtkunst« durch Ergründen ihrer »Gesetze« und intensives Studium der »Technik« ihrer großen Werke beherrschen zu lernen, weisen voraus auf den »wissenschaftlichen« Anspruch im Literaturprogramm des Naturalismus, insbesondere auf Arno Holz. Während heute in der Literaturwissenschaft die 1891 veröffentlichten Roman-Studien geschätzt werden, pries Hugo von Hofmannsthal L.s Arbeiten zu Shakespeare und dem Drama: »da kann man wirklich fundamentale Sachen lernen« .
     


Otto ludwig (i8i3-i865)

Krankheit und Ãœberschätzung der eigenen Fähigkeiten beschatteten sein Leben und führten ihn zunächst in falscher Richtung auf das Drama. Im Erfolg seines Bühnenstücks 'Der Erbförster" glaubte er, sein dramatisches Talent bestätigt zu sehen. Im Ringen um ein neues Drama im Sinne Shakespeares gelang .....
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Ludwig achim von arnim - von volksliedern â–  an kapellmeister reichardt

[...] Ein schönes Lied in schlechter Melodie behält sich nicht, und ein schlechtes Lied in schöner Melodie verhält sich und verfängt sich, bis es herausgelacht; wie ein Labyrinth ist es: einmal hinein, müssen wir wohl weiter; aber aus Furcht vor dem Lindwurm, der drin eingesperrt, suchen wir gleich .....
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Frühlingsglaube - ludwig uhland

Vergleich Ludwig Uhland, Frühlingsglaube, mit Eduard Mönke, Er ist s Charakteristisch für Uhlands Gedicht ist die in jeder Strophe durchgeführte Wendung vom Außen zum Innen . Die beiden Strophen sind gleich in den Reimvokalen, bei den klingenden Reimen auch in den Reimwörtern. Feinfühlig ist vermi .....
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Wittgenstein, ludwig

Im September 1920 nahm im abgelegenen Trattenbach in Niederösterreich ein Sonderling saue Tätigkeit als Volksschullehrer auf. Die ihm eigentlich zugewiesene Stelle in einem Wallfahrtsort hatte er ausgeschlagen: »Hier gibt es einen Park und einen Springbrunnen, ich wünsche aber gänzlich ländliche Ver .....
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Weininger, otto

Am 8. 10. 1903 schreibt die Wiener Allgemeine Zeitung: »Vor einigen Tagen hat sich hier in Wien ein junger Mann, namens Otto Weininger, Doktor der Philosophie, durch einen Revolverschuß getötet... Geistige Zerrüttung infolge angestrengten Studiums, hieß es. habe den Vierundzwanzigjährigen zum Selbst .....
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Zinzendorf, nikolaus ludwig von

Lied vor eine Königl. Erb-Printzeßin Reichel, Jörn. In: Gedichte und Interpretationen 2, 1983, S. 40 - 52. .....
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Wiemer, rudolf otto

Wenn Gott Mensch wäre Schröer, Henning. In: Moderne dt. Literatur, 1972, S. 152- 154. .....
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Uhland, ludwig

Am 18. Oktober 1816 Binder, Alwin und Scholle, 1975, S. 95 - 96. Dietrich. In: Ca ira, Das Glück von Edenhall Baumgärtner, Alfred Clemens. In: Erzählgedicht, 1979, S. 87 - 93. Ueding, Gert. In: Balladen / Interpretation, 1988, S. 212 - 225. Das Schloß am Meer Titzmann, Michael. In: .....
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Tieck, ludwig

An denselben Gnüg, Hiltrud. In: Entstehung, 1983, S. 96 - 98. Glosse Klussmann, Paul Gerhard. In: Gedichte und Interpretationen 3, 1984, S. 342 - 357. Melankolie Loquai, Franz. In: Gedichte und Interpretationen 3, 1984, S. 99- 113. O Wald, was sagst du? Naumann, Walter. In: Traum und .....
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Strauss, ludwig

Land Israel Bayerdörfer, Hans-Peter. In: Ludwig Strauss, 1982, S. 50 - 66 und S. 123 - 127. .....
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Feuerbach, ludwig

F. hat sein philosophisches Programm 1848 in Heidelberg auf die kurze Formel gebracht: »die Menschen aus Theologen zu Anthropologen, aus Theophilen zu Philanthropen, aus Kandidaten des Jenseits zu Studenten des Diesseits, zu freien, selbstbewußten Bürgern der Erde zu machen«. Dieses Programm war Res .....
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Ludwig tieck (i773-i853)

Tieck, der gleich Wackenroder aus Berlin stammte und mit diesem gemeinsam in Erlangen studierte, ist der fruchtbarste und vielseitigste unter den Frühromantikern. Ein Mensch der Phantasie, der Stimmungen und Träume und zugleich mit einem scharfen Verstände begabt, ist es ihm zeitlebens nicht gelunge .....
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Ludwig achim von arnim (i78i-i83i)

In 'Des Knaben Wunderhorn" sammelten Brentano und Arnim eine Fülle von Liedern, die sowohl aus dem Volke stammten wie auch für das Volk gedacht waren. Gerade die Tatsache, daß sie selbst auch einige Strophen und ganze Gedichte einstreuten, verlieh der Sammlung ihr eigenes Gepräge. Goethe, dem die be .....
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Ludwig uiiland (i787-i862)

Ludwig Uhland war der bedeutendste Vertreter der schwäbischen Romantik. Ursprünglich Jurist, widmete er sich später dem Studium der altdeutschen Sprache und Dichtung und erhielt eine Professur in Tübingen. Er gehörte der Frankfurter Nationalversammlung an, in der er als Vorkämpfer für ein mit einem .....
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Ludwig tieck - shakespeares behandlung des wunderbaren

Man hat oft Shakespeares Genie bewundert, das in so vielen seiner Kunstwerke die gewöhnliche Bahn verläßt und neue Pfade sucht; bald Leidenschaften bis in ihre feinsten Schattierungen, bald bis zu ihren entferntesten Grenzen verfolgt; bald den Zuschauer in die Geheimnisse der Nacht einweiht und ihn .....
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Osso, eis —» eis, egon und eis, otto ott, arnold e.

Pseud. für: Wilfried Otterstedt Biografie:*. A. E. Ott arbeitete nahezu ausschließlich als Hörfunkautor und veröffentlichte seit Beginn der 60er-Jahre eine Vielzahl von Kriminalhörspielen, überwiegend in der Produktion Radio Bremen. Seine Stücke sind konventionelle Spannungs- und Detektivgeschichten .....
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Eis, egon und eis, otto

Pseud. für: Egon Eisler und Otto Eisler; auch unter den Pseud.: Egon van Eyss, Osso van Eyss, Osso Eis Biografie: Egon Eis: *6.10.1 in Wien, t6.9.1 in München. Otto Eis: *19.3.1 in Budapest, tl4.1.1 in Hollywood. O. Eis, Sohn eines Bauunternehmers, begann seine literarische Tätigkeit mit Humoresken, .....
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Cotton, jerry

Pseud. für: Walter Appel, Kurt Brand, Rolf A. Bürkle, Edmund Diedrichs, Günter Dönges, Uwe Erichsen, Paul Ernst Fackenheim, Wolfgang Fechtner, Holger Friedrichs, Horst Friedrichs, Horst Gehrmann, Karl Heinz Günther , Karl Heinz Hackmann, Fritjof Haft, Uwe Haft, Helmut Hartmann, Gerhart Hartsch, Pete .....
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Gertrud kolmar (gertrud chodziesner, i894-i943): ludwig xvi., i775

Begegnung mit dem künftigen Henker Das Gedicht konfrontiert zwei historische Gestalten miteinander, den auf einem Höhepunkt seines Lebens stehenden letzten französischen König vor der Großen Revolution, und einen noch unbekannten »Schüler aus Arras«, Ludwigs späteren großen Widersacher Robespierr .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Lyrik in Henkerszeit

Ludwig uhland (i787-i862): frühlingsglaube - nun muss sich alles, alles wenden

Frühlingsc.laube Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden. Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das B .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Der lange Atem des Volkslieds

Ludwig christoph heinrich hölty (i748-i776): ihr freunde ... fragment, dem keine zeile fehlt

Ihr Freunde hänget, wann ich gestorben bin, Die kleine Harfe hinter dem Altar auf, Wo an der Wand die Totenkränze Manches verstorbenen Mädchens schimmern. Der Küster zeigt dann freundlich dem Reisenden Die kleine Harfe, rauscht mit dem roten Band, Das, an der Harfe festgeschlungen, Unter den golde .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Klassische Zeit der Elegien

Mit ludwig thoma (i867-i92i)

leistete auch Bayern einen bedeutenden Beitrag zur naturalistischen Heimatdichtung. Am stärksten ist Thoma dort, wo er unmittelbar aus der Seele seiner Bauern heraus gestaltet. Neben den großen Romanen 'Andreas Vöst", 'Der Wittiber" und 'Der Ruepp" stehen kleine, meisterliche Erzählungen, zusammenge .....
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Index » VOM NATURALISMUS ÜBER DIE JAHRHUNDERTWENDE » Der Impressionismus

Ludwig anzengruber (i839-i889)

seine eindringlichen und eigenwilligen Gestalten. In der Tradition des Wiener Volksstückes stehend , erhob er das realistische Volksstück zur wertvollen literarischen Gattung. Kraftvolle Charakterzeichnung und starke theatralische Effekte sind seine Vorzüge. Es sind derbrealistische Allegorien, in d .....
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Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Rubiner, ludwig / eisenlohr, friedrich / hahn, livingstone

Gold Gernhardt, Robert. In: Frankfurter Anthologie 12, 1989, S. 157 - 160. .....
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Pfau. ludwig

Der Leineweber Neis, Edgar. In: Welt der Arbeit, 1975, S. 39-41. .....
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