Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Index
» Autoren
» Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart
» Klopstock, Friedrich Gottlieb

Klopstock, Friedrich Gottlieb



Als K. am 22. März 1803 in Hamburg beigesetzt wurde, war ein Repräsentant deutscher Dichtung, ja deutscher Kultur gestorben, dem Zehntausende hanseatischer Bürger die letzte Ehre gaben. Und doch, der Sänger des großen religiösen Epos Der Messias, seit 1770 in der Hansestadt ansässig und eines ihrer Ruhmesblätter, glich schon damals eher einem Monument aus vergangenen Zeiten. Gotthold Ephraim Lessings polemische Mahnung von 1753, man solle K. - wie die Dichter überhaupt — nicht so sehr loben, sondern lesen, hatte seither noch an Dringlichkeit gewonnen. Die Zeiten "waren längst über K.s Dichtungen und theoretische Schriften hinweggegangen. Eine Art versteinerter Ehrfurcht umgab sein ehemals bahnbrechendes Lyrikwerk, seine biblischen und patriotischen Dramen, seine geistlichen Lieder und gewitzten Epigramme, seine dichtungstheoretischen Schriften, Ãœbersetzungen und Sprachforschungen, seine grammatischen und historiographischen Unternehmen. Ehrwürdig, aber unzeitgemäß war der alte Sänger der Religion und des Vaterlandes geworden; nur wenig schien man in seinen Gedanken und Werken von der neusten Zeit wiederzufinden. Offenbar hatte der alte Poet einen lebendigen Bezug zur Realität längst verloren.

      K.s Leben und Werk verkörpern das Dilemma der aufklärerischen Utopie im Deutschland des »bürgerlichen« 18. Jahrhunderts; sie umspannen Aufschwung, Widersprüchlichkeit und Wirkungsverlust einer intellektuellen Bewegung, die aus dem Schoß der alten feudalen Welt heraus eine neue Ära der menschlichen »Glückseligkeit« entwerfen und verwirklichen wollte. Aufstieg und Niedergang, die Anstrengung gegen eine widerständige Realität waren wichtige biographische Erfahrungen schon des ganz jungen Mannes. K.s Vater, aus einem thüringischen Handelshaus stammend und bis 1732 als Stiftsadvokat in Quedlinburgischen Diensten tätig, hatte sich für einige Jahre auf ein riskantes Wirtschaftsunternehmen eingelassen, das schließlich scheiterte und den nahezu ruinierten Juristen in seine alte Amtstätigkeit zurückzwang. Friedrich Gottlieb, das älteste von siebzehn Kindern, hatte unter diesem Niedergang nicht wenig zu leiden. Zunächst noch von einem Hauslehrer unterwiesen, besuchte er seit 1736 das Quedlinburger Gymnasium. Erst durch Vermittlung eines reichen Verwandten gelang es, dem begabten Schüler einen Freiplatz an der Fürstenschule Pforta zu verschaffen. Der junge K. erhält hier bis 1745 eine gründliche humanistische Bildung, treibt fleißige Bibelexegesen und studiert die griechischen und lateinischen Dichter und Historiker. Daß ihn schon zu dieser Zeit eigene poetische Versuche in der deutschen und in den alten Sprachen beschäftigen, zeigt sich in seiner »Abschiedsrede« von Schulpforta. Der junge K. ruft die Deutschen zu größerem kulturellen und dichterischen Selbstbewußtsein auf. Er fordert ein großes nationales Epos, das es mit den Werken der Ausländer, auch mit ihren Klassikern, aufnehmen soll.
      So ist es kaum verwunderlich, daß der wenig bemittelte Student der Theologie schon 1745 in Jena und seit Juni 1746 in Leipzig vor allem auf poetische Pläne sinnt. Im

Kreis der »Bremer Beiträger«, der Herausgeber der Neuen Beiträge zum Vergnügen des Verstandes und des Witzes, erwachsen ihm Anregungen genug. Dieser Leipziger Freundschaftsbund ist ganz auf eine Dichtung eingeschworen, die sich nicht länger dem Geschmack adliger oder großbürgerlicher Gönner beugen, sondern eine selbstbewußte und autonome moralische Rjchterfunktion in der Gesellschaft übernehmen soll. Der Poet sei ein »Schöpfer«, kein bloßer »Nachahmer« der Natur und vor allem kein Verseschmied nach scheinbar ewig geltenden Kunstregeln. Statt sich auf die höfische oder stadtpatrizische Indienstnahme einzulassen, beschwören die »Bremer Beiträger« ihr solidarisches Lebensprinzip der »Freundschaft« oder der »Familiarität«, wie K. später formuliert hat. Gegenüber dem »Falschheitsvollen Hof« liegt in der »Freundschaft« ein Garant für Mitmenschlichkeit, Aufrichtigkeit, Gleichberechtigung und gegenseitige Achtung. Auch der junge K. macht in diesem Kreis eine kritische Sozialisation durch. Später wird er immer wieder den Gegensatz von Menschlichkeit und gelehrtem »Verdienst« auf der einen und arroganter, kalter Machtsphäre des Hofes auf der anderen Seite hervorheben.
      Schon im Herbst 1745 hatte der junge Dichter begonnen, die ersten drei Gesänge seines Messias in einer Prosafassung zu Papier zu bringen; 1748 druckten die Neuen Beiträge eine erste Versfassung dieser wortmächtigen Eingangsgesänge ab. Gleichsam über Nacht wird aus dem stud. theol. K. der hochgelobte Dichter des Heilands; ein literarischer Wurf, der die Lebensbahn des jungen Mannes auf Anhieb verändern sollte. K. will nun endgültig Schriftsteller werden und gibt sein theologisches Studium auf. Bescheiden genug muß er beginnen: als Hofmeister in Langensalza. Bis in den Sommer 1750 hält es ihn hier, dann aber lockt der frühe Ruhm in die Welt hinaus. Der berühmte Schweizer Gelehrte und Schriftsteller Johann Jakob Bodmer macht dem Dichter das Angebot, in seinem Züricher Haus den begonnenen Messias zu vollenden. K. nimmt an, aber der Aufenthalt endet in bösem Streit, weil Bodmer einen weltentrückten Dichter, nicht aber einen Mädchenfreund und lebensfrohen Gesellen erwartet hatte.
      Dennoch war bedeutend, was K. in der Schweiz an Lebenserfahrungen gewinnen konnte. Vor dieser Zeit sei er nur »auf Schulen« gewesen, schrieb er später einmal. Doch schon seit den Leipziger Zeiten war er sich vor allem der gesellschaftlichpolitischen Aufgaben eines Dichters wohl bewußt. Er hat die »Beherrscher der Nazio-nen« seither immer in ein kritisches Licht gerückt, auch wenn sie, wie in der Schweiz, als »Aristokraten in den Republiken« die Macht in Händen hielten. Nur wenige Monate hatte der junge Dichter in der »republikanischen« Schweiz zugebracht, da erreichte ihn ein Angebot des dänischen Ministers Graf von Bernstorff, an den Hof nach Kopenhagen zu kommen und dort bei einer Jahrespension von 400 Talern ein achtbares Auskommen zu finden. 26 Jahre ist Klopstock zu dieser Zeit alt, ein ganzes Dichterleben liegt noch vor ihm. Soll er es einem wenn auch vielgepriesenen Hof weihen? Was würden die Freunde sagen, die sich seit langem Gedanken darüber gemacht hatten, wie sie ihm eine unabhängige Existenz verschaffen und die Zwänge einer höfischen Indienstnahme ersparen könnten? Der berühmte Hamburger Dichter Friedrich von Hagedorn beschwört K. damals, sich in Dänemark auf keinen Fall eine Besoldung geben zu lassen: der Messias könne unmöglich unter den Bedingungen eines Hofamtes vollendet werden.

     
Aber die Befürchtungen der Freunde waren unbegründet. Schon in den Berufungsverhandlungen trat der junge Dichter ungewöhnlich selbstbewußt auf. Er betrachtete sich als einen Repräsentanten der bürgerlichen »Gelehrtenrepublik« Deutschlands, der von vornherein jede höfische oder repräsentative Unterordnung seiner Person verweigern zu müssen glaubte. Tatsächlich ist K. in den folgenden nahezu zwanzig Jahren seines Dänemarkaufenthalts nur »titulär« als »Hofraad« eingestuft worden und hat sich weitgehende persönliche und öffentliche Freiräume sichern können. Zumal im Kreise von Freunden wie Johann Andreas Cramer, 1 leinrich Wilhelm von Gerstenberg, Helferich Peter Sturz, den Grafen Stolberg, Johann Bernhard Basedow und dänischer Gelehrter hat der Dichter des Messias erheblichen kulturpolitischen Einfluß nehmen können. Der Nordische Aufseher, eine politisch engagierte Moralische Wochenschrift, war das Sprachrohr dieses humanistisch gebildeten Zirkels von »Patrioten«, die unablässig für die moralische Unterweisung und literarische Kultivierung der sozialen Führungsgruppen in der dänischen Hauptstadt arbeiteten und gegenüber der fürstlichen Obrigkeit die Rechte einer unabhängigen Öffentlichkeit wahrnahmen. Belobigt wurden im Nordischen Aufseher zwar die verfassungsrechtliche Limitierung der königlichen Gewalt in Dänemark und der humane Reformgeist bei ihren Spitzenbeamten, bekämpft und kritisiert dagegen die Neigung vor allem der großbürgerlichen Kreise, auf den Hof und die Nobilitierung zu schielen und jede bürgerliche »Anständigkeit« vermissen zu lassen. »Religion«, »Tugend« und »Patriotismus«, jene vielgerühmten Attribute einer moralisch geläuterten, libertären Lebensform, hat auch K. damals zu seinem Programm erhoben. Ãœberhaupt konnte er am Funktionieren des dänischen Absolutismus entscheidende Erfahrungen und Einsichten darüber gewinnen, wie eine nationale Integration der Gelehrten und Schriftsteller in Deutschland geschaffen werden könnte, die sich der Kulturlosigkeit und Machtanmaßung der feudalabsolutistischcn Kleinstaaten entgegenzustellen vermochte. Die Organisation einer unabhängigen Öffentlichkeit schien dazu das wichtigste Mittel; sie war ja zugleich jene Lebensform, die es K. im Umkreis des dänischen Hofes gestattete, eine »freie« und damit repräsentative Existenz als »bürgerlicher« Schriftsteller zu führen. Verschiedentlich hat K. in Dänemark darüber nachgedacht, wie eine nationale »Socie-tät« der deutschen Gelehrten praktisch zu realisieren sei. Im Jahre 1768 dediziert er Kaiser Joseph IL sein patriotisches Drama Hermanns Schlacht, da ihm zu Ohren gekommen ist, am Wiener Hof stehe die Errichtung einer großen Akademie der Künste und der Wissenschaften bevor. Aber das Vorhaben scheitert kläglich am Desinteresse des Monarchen. Der Patriot K., der seit einigen Jahren schon Stoffe und Motive aus der Geschichte und Mythologie der Deutschen in seinen Dichtungen propagiert hat, muß sich mit jener großen, freiheitsrechtlich verklärten Vergangenheit bescheiden.
      Die Zeiten werden Ende der 60er Jahre für K. etwas bewegter. Sein Freund und Gönner Bernstorff verliert alle politischen Ämter in Kopenhagen und geht nach Hamburg, wohin ihm der Dichter folgt. Nicht zufällig fällt seine Wahl auf die freie Reichs- und Handelsstadt. K. fühlt sich als »Republikaner«, als »Patriot«, als Wortführer derjenigen, die ihre kritische geistige Kraft in den Dienst des »Civismus« und der »Glückseligkeit« von Gesellschaft und Staat stellen wollen. Gerade als »bardischer« Dichter, dessen »Genie« sich aus den naturrechtlichen Urgründen der vaterländischen
Geschichte speist, will K. die »heilige Dichtkunst« nie »durch höfisches Lob... ent-weihn«, will er für »der Vernunft Recht vor dem Schwertrecht« das Wort ergreifen.
      Kein Wunder, daß sich die hitzigen Dichterjünglinge des Sturm und Drang und des »Göttinger Hain« begeistert auf die Seite dieses selbstbewußten »patriotischen« Sängers stellten. Der nahezu fünfzigjährige Dichter als Idol, ja als Busenfreund von politisch aufbegehrenden Jünglingen, das hatte es in Deutschland noch nicht gegeben. Oft genug sind K. und die ihm folgenden »Genies« wegen ihrer radikalen Fürstenschelte und ihrer als »regellos« und »verstiegen« empfundenen Dichtungen an den Pranger der Öffentlichkeit gestellt worden. Die Fraktion der älteren Aufklärer war geradezu entsetzt, als K.s Deutsche Gelehrtenrepublik erschien: ein in die Fiktion nationalhistorischer »Landtage« verwobener Organisationsplan für die bürgerliche Intelligenz im deutschen Reich, den der Dichter 1774 im Selbstverlag herausgegeben hatte. Als ein Skandal wurden die Verhöhnung der unpatriotischen und biederen Stubengelehrsamkeit, die witzige bis scharfe Kritik am Mittelmaß und an der Eitelkeit des Öffentlichkeitsbetriebes sowie an der fürstlichen Ignoranz empfunden. Weit über 3000 Subskribenten des Buches bewiesen dennoch, wie sehr der Name des Dichters für eine kulturell geachtete Instanz zu stehen vermochte.
      Der Markgraf Karl Friedrich von Baden hatte eben diese Autorität im Sinn, als er den gerühmten Sänger in Karlsruhe zum Hofrat befördern ließ, um sich seines kulturpolitischen Sachverstandes und seiner Anwesenheit zu erfreuen. Doch dieses Reiseunternehmen K.s, das ihn natürlich auch zu Johann Wolfgang von Goethe nach Frankfurt a.M., vorher schon im Triumphzug zum »Hain« nach Göttingen gefuhrt hatte, endete nach wenigen Monaten mit der unwiderruflichen Heimkehr des Dichters nach Hamburg. Im folgenden Jahr zieht K. auf Lebenszeit zu Johanna Elisabeth von Winthem, der Nichte seiner in Dänemark 1758 verstorbenen Frau Meta; 15 Jahre später vermählt er sich mit der entfernt verwandten Dame.
      In Hamburg kann K. insgesamt ein geruhsames Leben fuhren; die dänische und die badische Pension bilden einen soliden finanziellen Grundstock. Der Dichter und Wissenschaftler aber bleibt rastlos tätig. Allerdings macht nicht mehr der »bardische«, im altdeutschen Gewand daherkommende Poet von sich reden, obwohl er seine patriotischen Dramen Hermann und die Fürsten und Hermanns Tod noch vollendet, sondern der Abschluß des Messias, Studien über Sprache, Grammatik und Dichtung der Deutschen sowie die Publikation seines ausgefeilten Lyrikwerks treten in den Vordergrund.
      Einen Höhepunkt erlebt K.s lyrische Dichtung zur Zeit der Französischen Revolution. Schon früh hatte er in seinen kunstvoll versifizierten bis freirhythmischen Oden, Elegien und Hymnen politische Interessen und Forderungen artikuliert, gegen fürstliche Anmaßungen, Kabinettskriege, Leibeigenschaft und Soldatenhandel und für den amerikanischen Unabhängigkeitskampf oder für den Tyrannenmord das Wort ergriffen. Im Beginn der Französischen Revolution wollte er nun eine »neue/labende, selbst nicht geträumte Sonne« erblicken und feierte des »Jahrhunderts edelste That«: »Ach du wärest es nicht, mein Vaterland, das der Freyheit/Gipfel erstieg, Beispiel strahlte den Völkern umher«. Doch dieses innige Bedauern K.s schlug während der jakobinischen Terrorzeit in bittere Enttäuschung und aggressive Anklage um. Die Hinrichtung der Königsfamilie in Paris, die bluttriefende Wohlfahrtsdiktatur und der vermeintlich vonden Jakobinern allein angezettelte Krieg erschreckten den »empfindsamen Revolutionär« aufs tiefste. K.s Beurteilung der revolutionären Ereignisse entsprach der seines »liberalen« Hamburger Freundeskreises. Als christlich inspirierter Denker sah er in der Aufklärung einen langwierigen Diskussions- und Ãœberzeugungsvorgang, der die kollektive Sensibilisierung und Kultivierung der Menschen zur Folge haben würde. K. wollte den friedlichen Austausch von Fürsten und Untertanen, die gütliche politische Reform. Und nur wo blutige Tyrannis herrschte oder sich ein Volk umbruchartig entschloß, »Republik« zu werden, schien ihm ein politisches Aufbegehren rechtens zu sein. Ein gewaltsames praktisches Erzwingen der »Freiheit« konnte es damit freilich immer noch nicht geben, war doch gerade sie eine »göttliche« Verheißung. Nur »weise Menschlichkeit« galt ihm als das Mittel einer emanzipatorischen geschichtlichen Praxis in der säkularen Welt. Der Messias-Dichter war und blieb davon überzeugt, daß die »Freyheit von Handlungen« und die Kraft des »Immerwirkenden« in der Geschichte der Menschen ineinandergreifen und mit Gewißheit »zu der Schöpfung letztem Zweck, der Seligkeit Aller« führen werden.
      So aufmerksam der historische und politische Denker K. zeitlebens auch gewesen sein mochte, seine aufklärerische Utopie und sein ideeller Patriotismus gründeten in jener beharrlich festgehaltenen Theodizee. Wie diese, so war auch seine Dichtungsauffassung früh schon entwickelt und wollte sich — bei aller bahnbrechenden Bedeutung für das Entstehen einer autonomen Bürgerkultur um die Mitte des 18. Jahrhunderts — selbstbewußt gegen die weitere historisch-intellektuelle Entwicklung behaupten. Als empfindsamer Dichter der Liebe, der Freundschaft, der Natur und des Allerheiligsten, als patriotischer Dramatiker und Historiograph, als Dichtungstheoretiker, Sprach- und Grammatikforscher, ja als Repräsentant eines neuen, »freien« Schriftstellertypus hat K. zeitlebens einem christlich-empfindsam getönten Rationalismus angehangen. Mit der »göttlichen« erwartete er, immer wieder verstört aber letztlich unverdrossen, auch die »menschliche, edle Verheißung« auf Erden. Dieser wollte er als Dichter und als Wissenschaftler, als tätiger Propagandist eine historisch angemessene geistige Wirkungskraft verleihen; er wollte »Wahrheit... und Geschichte« zusammenfuhren, damit die Welt dereinst endlich die Gestalt der moralischen Idee annehmen möge.
      Dem gealterten Dichter erschien die Wirklichkeit seiner Zeit immer mehr als ein transitorisches Reich, als eine Vor-Zukunft. »Ich will mich der Siegenden freuen/die mein Aug entdeckt in der immer ändernden Zukunft«, hat er 1798 geschrieben. Am Ende hielt K. seine Lebensarbeit für geleistet, sein Vermächtnis für ganz und gar ausformuliert. In den Augen der Mit- und Nachwelt gerann dieses große Werk aber schon bald zum Monument einer ehrwürdigen Vergangenheit.
     


Klopstock, friedrich gottlieb

Friedrich Gottlieb Klopstock, der berühmteste deutsche Dichter des 18. Jahrhunderts, wurde vor allem durch das Epos Der Messias sowie seine Oden und Elegien bekannt. Seine empfindsame Erlebnislyrik behandelt die Themenkreise Liebe, Religion, Freundschaft und Tod. Außerdem verfasste er auch biblische .....
[ mehr ]
Index » Autoren

Friedrich gottlieb klopstock (i724-i803): die frühen gräber - die sommernacht - mond, der gedankenfreund

Die frühen Gräber Willkommen, o silberner Mond, Schöner, stiller Gefährt der Nacht! Du entfliehst? Weile nicht, bleib, Gedankenfreund! Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin. Des Maies Erwachen ist nur Schöner noch, wie die Sommernacht, Wenn ihm Tau, hell wie Licht, aus der Locke träuft, U .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Umfangen von Natur

Friedrich gottlieb klopstock - die frÜhen grÄber

Willkommen, o silberner Mond, Schöner, stiller Gefährt der Nacht! Du entfliehst? Eile nicht, bleib, Gedankenfreund! Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin. Des Mayes Erwachen ist nur Schöner noch, wie die Sommernacht, Wenn ihm Thau, hell wie Licht, aus der Locke träuft, Und zu dem Hügel .....
[ mehr ]
Index » Sonstige

Klopstock, friedrich gottlieb

Geb. 2.7.1724 in Quedlinburg; gest. 14.3.1803 in Hamburg Als K. am 22. März 1803 in Hamburg beigesetzt wurde, war ein Repräsentant deutscher Dichtung, ja deutscher Kultur gestorben, dem Zehntausende hanseatischer Bürger die letzte Ehre gaben. Und doch, der Sänger des großen religiösen Epos Der Mess .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige autoren

Klopstock, friedrich gottlieb

Aganippe und Phiala Schütze, Oliver. In: Im Blick des Wanderers, 1990, S. 39-40 und 42-44. Auf meine Freunde Szarota, Elida M. In: EG 14, 1959, S. 106 - 127. Das große Halleluja Hock, Erich. In: Motivgleiche Gedichte, 1971, S. 19-20. Behrmann, Alfred. In: Einführung, 1989, S. 106 - 109. .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Friedrich baron de la motte-fouque (i777-i843)

Fouque war zu seiner Zeit einer der beliebtesten Modeschriftsteller, der durch seine Dichtungen aus dem Mittelalter am meisten vor Richard Wagner zum Bekanntwerden der germanisch-deutschen Götter- und Heldensagen beige^ tragen hat. Ihm verdanken wir das heute noch am meisten gelesene Märchen der Rom .....
[ mehr ]
Index » DIE DEUTSCHE ROMANTIK

Novalis (friedrich von hardenberg, i772-i80i)

Der bedeutendste dichterische Geist der Frühromantik, ja der Inbegriff des Romantikers überhaupt, war der frühvollendete Novalis. Seine dichterische Begabung entzündete sich an dem frühen Tod seiner jugendlichen Braut, die er nur um wenige Jahre überlebte. In seinen 'Hymnen an die Nacht" rührt Noval .....
[ mehr ]
Index » DIE DEUTSCHE ROMANTIK

Friedrich rückert (i788-i866)

Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit Klingt ein Lied mir immerdar. O wie liegt so weit, o wie liegt so weit Was mein einst war! Auch Rückert, gebürtig aus Schweinfurt, gestorben in Neuses bei Coburg, rief in seinen 'Geharnischten Sonetten" zum Kampf gegen Napoleon auf. In seinen sechs Bänden ly .....
[ mehr ]
Index » DIE DEUTSCHE ROMANTIK

Friedrich hebbel (i8i3-i863)

Als Sohn eines Maurers in Wesselburen geboren, wuchs der junge Hebbel in drückender Armut auf. 'Die Armut hatte die Stelle seiner Seele eingenommen", sagte der Dichter später von seinem Vater, der die dichterischen. Pläne seines Sohnes unterdrückte und ihn zum Maurerhandwerk zwang. Als er starb, kam .....
[ mehr ]
Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Friedrich nietzsche (i844-i900)

Der im gleichen Jahr wie Liliencron in Röcken bei Lützen geborene F. Nietzsche wurde noch vor Erwerbung des Doktorgrades sdion 1869 als Universitätsprofessor nach Basel berufen, machte den Krieg 1870/71 als Sanitäter mit, zog sich aber den Keim zu einer Krankheit zu, die ihn später aufzehren sollte. .....
[ mehr ]
Index » VOM NATURALISMUS ÜBER DIE JAHRHUNDERTWENDE » Der Symbolismus

Friedrich dürrenmatt (geb. i92i)

stellt oft mit dem Unterton tiefster Bitterkeit mutige Zeitsatiren auf die Bühne. „Romulus der Große" läßt die ganze Weltgeschichte zur Farce werden: der letzte weströmische Kaiser interessiert sich mehr für Hühnerzucht als für die Aufgaben der Staatslenkung. Die Komödien „Die Ehe des Herrn Mississ .....
[ mehr ]
Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Nach 1945

Hegel, georg wilhelm friedrich

Das Portrait des versunkenen Professors auf dem Katheder über den Köpfen der andächtig mitschreibenden jungen Herren im Frack zeigt H. im Jahre 182S. auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn, in Berlin. Dieser H. ist es. der in die Nachwelt einging, dessen Denken z.B. dem jungen Marx noch ganz selbstverstä .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Friedrich hölderlin

Die Rückkehr des Menschen zur ursprünglichen Einheit mit der Natur in einer freien Gesellschaft ist das große Thema in den Werken von Johann Christian Friedrich Hölderlin . Von der Mutter, die aus einem pietistischen Pfarrhaus stammte, für den geistlichen Beruf bestimmt, trat er zwar 1788 in das Tü .....
[ mehr ]
Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Nänie - friedrich schiller (i759-i805) - Ãœber die sterblichkeit des schönen

Nänie Auch das Schöne muß sterben! Das Menschen und Götter bezwinget, Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus. Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher, Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk. Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde, .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Klassische Zeit der Elegien

Sonnenuntergang - friedrich hölderlin (i770-i843) - götterlose gegenwart

In einer vierstrophigen Fassung, die Hölderlin Ende Juni 1798 mit weiteren Gedichten an Schiller schickte, hieß das Gedicht noch Dem Sonnengott. Schiller nahm zwar andere der übersandten Gedichte, nicht aber dieses in den Musenalmanach fiir das Jahr 1799 auf. Und Hölderlin arbeitete die vierstrophig .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Klassische Zeit der Elegien

Hälfte des lebens - friedrich hölderlin (i770-i843) - heilignüchtern

Hälfte des Lebens Mit gelben Birnen hänget Und voll mit wilden Rosen Das Land in den See. Ihr holden Schwäne, Und trunken von Küssen Tunkt ihr das Haupt Ins heilignüchterne Wasser. Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde? Die Mauer .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Klassische Zeit der Elegien

Wenn nicht mehr zahlen und figuren - novalis (friedrich leopold freiherr von hardenberg, i772-i80i): das eine geheime wort

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren Sind Schlüssel aller Kreaturen Wenn die so singen, oder küssen, Mehr als die Tiefgelehrten wissen, Wenn sich die Welt ins freye Leben Und in die Welt wird zurück begeben, Wenn dann sich wieder Licht und Schatten Zu ächter Klarheit wieder gatten, Und man in Mährche .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Das Wort

Jean paul friedrich richter (i763-i825)

Während Heinrich von Kleist an der Wirklichkeit zerbrach, hat sie Jean Paul gemeistert und überwunden. Aus der Enge des damaligen Bayreuth baute er sich das Weltall seiner sehnsüchtigen Träume und Ideale. Und was die Bereicherung der deutschen Sprache vom Dichterischen her angeht, muß Jean Paul nebe .....
[ mehr ]
Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Friedrich hölderlin (i770-i843)

das Wesen des Dichters an sich verwirklichte. Er ist geradezu „der Dichter des Dichters" geworden, wie Martin Heidegger es ausdrückte. Jeder Vers und jede Zeile, die er schrieb, bezeugen die gerade an seinem Werk gewonnene Erkenntnis, daß Dichtung nicht nur das Ergebnis eines genialen und geschulten .....
[ mehr ]
Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Jacobi, friedrich heinrich

In der Vorrede zu seinem Hauptwerk Die Welt als Wille und I orstellung warnt Schopenhauer die Leser davor, seine »Art zu spekuliren« mit der »eines noch lebenden großen Philosophen« vergleichen zu wollen, »welcher wahrhaft rührende Bücher geschrieben und nur die kleine Schwachheit hat. Alles, was .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Engels, friedrich

Beide Eltern teile von M. stammten aus jüdischen Rabbmertamihen. Der Vater, ein Rechtsanwalt, trat jedoch. um seinen Beruf weiter ausüben zu können, mit seiner Familie zum Protestantismus über. Die Traditionen des Humanismus und der Aufklärung wurden im Elternhaus sorgsam gepflegt. Als M. in Trier d .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Nietzsche, friedrich

Ich kenne mein Loos. Es wird sich einmal an meinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures anknüpfen, - an eine Knsis. wie es keine auf Erden gab, an die tiefste Gewissens-Gollision, an eine Entscheidung heraufbeschworen gegen Alles, was bis dahin geglaubt, gefordert, geheiligt worden war... L nuve .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Schelling, friedrich wilhelm joseph

Die klassische deutsche Philosophie - in Verkennung der sie bestimmenden Dialektik von Idealismus und Materialismus auch als »Deutscher Idealismus« bezeichnet - ist im ausgehenden 18. und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Zeitzeugin eines Zyklus von Revolutionen und eines Anti-Zyklus von Restaurati .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Schleiermacher, friedrich daniel ernst

»Alle Menschen sind Künstler.« Mancher mag vielleicht heute diesen Satz spontan mit einem Diktum Joseph Beuys identifizieren, dessen Auffassung: »Kunst kommt nicht von Können, sondern von Künden«, von der Ãœberzeugung lebt, daß in jedem einzelnen - wenn auch zumeist verschüttet — die Fähigkeit un .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Strauß, david friedrich

Für viele Leser der damaligen Zeit war Das Leben Jesu, Kritisch bearbeitet ein Werk, das mit dem Wunderglauben aufräumte und die mythische Deutung in ihr Recht einsetzte. Aus heutiger Sicht vermittelt dieses Werk ein Bild von einem vergangenen eschatologischen Denken und von Jesus als historischer .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

 Tags:
Klopstock,  Friedrich  Gottlieb    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com