Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Klabund (d. i. Alfred Henschke)



Als Gottfried Benn 1928 in der Totenrede für Klabund seinen früh verstorbenen Dichterfreund als den Inbegriff des sich selbst verzehrenden, genialischen Künstlers feierte, wußte er sich mit einer breiten literarischen Öffentlichkeit einig. K., wie sich der Apothekersohn genannt hatte, war 1912 mit seinem Gedichtband Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern! berühmt geworden. Er hat als Kabarettist und Liedermacher in der Tradition von Francois Villon, Heinrich Heine und Frank Wedekind fast alle Spielarten des Chanson beherrscht. Er hat aggressiv-politische und dokumentarisch-sozialkriti-sehe Balladen geschrieben und ist als Verfasser vielgelesener Unterhaltungsromane und literarischer Biographien wie Pjotr , Borgia , Rasputin und Mohammed bekannt geworden. K. eröffentlichte kleine spätexpressionistische Kunstromane wie Bracke , Franziskus und zahlreiche Erzählungen neben literarhistorischen Arbeiten , nicht zu vergessen seine kongeniale Vermittlung fernöstlicher Dichtung in zahlreichen Ãœbersetzungen. Er hat mit seinen weit über siebzig Büchern, die in kaum mehr als zwanzig Jahren, getrieben von der tödlichen Erkrankung, entstanden sind, sein Publikum in Atem gehalten.
      Bereits seine ersten Vers-Veröffentlichungen haben in seinem Geburtsort einen Kleinstadtskandal hervorgerufen; es zieht den jungen Literaten rasch nach Berlin, wo man ihn, wie später in München, als Kabarettisten feiert; die reaktionäre Presse verunglimpft ihn wie seine Mitstreiter Kurt Tucholsky, Walter Mehring und Erich Kästner. Die seit seinem sechzehnten Lebensjahr immer stärker hervortretende Tuberkulose zwingt ihn zu häufigen und längeren Aufenthalten in südlichen Sanatorien ; die Krankenstationen markieren fortan seine Lebens- und Werkgeschichte:

Arosa, Locarno, Davos, wo er, gerade 38 Jahre alt, seiner Krankheit erliegt. Noch im selben Jahr erscheint eine mehrbändige Werkausgabe, doch noch ehe er auf den Index der Nationalsozialisten geriet, verblaßte die Erinnerung an den Dichter; das Ehrengrab in seiner Heimatstadt zerstörten die Polen im Glauben, es habe sich um eine Nazigröße gehandelt.
      Heute gilt es, den politisch eingreifenden und vorausahnenden Warner, den mutigen Pazifisten, der sich gleichwohl von keiner Richtung vereinnahmen Heß, wieder-zuentdecken, dem alles Ideologische ein Greuel war. So hat er nach anfänglicher Begeisterung für die deutschen Großmachtziele im Ersten Weltkrieg 1917 in einem offenen Brief Kaiser Wilhelm IL aufgefordert abzudanken, um den Völkerfrieden zu ermöglichen. Es gilt, K. als den Verfasser des erst 1946 veröffentlichten Tagebuchs im Gefängnis wiederzuentdecken, in dem er schildert, wie er 1919 nach der Zerschlagung der Münchner Räterepublik in bayrischen Gefängnissen als Schutzhäftling eingesessen hat und in dem er ahnungsvoll die kommende Militärdiktatur prophezeiht. K. muß aber auch als bedeutender Dokumentarist und betroffener Ankläger sozialer Verelendung in den Großstädten und als Dichter des Kosmischen neu gelesen werden. Seine Sehnsucht nach Entgrenzung und nach dem Ãœbergang in die Natur — »Ich liege auf dem Grunde alles Seins / Und bin mit Kiesel, Hecht und Muschel eins« - durchzieht auch die beiden kleinen Romane Bracke und Franziskus. »Bruder Bracke«, Vagabund, märkischer Eulenspiegel und Sonderling — das werkbiographische Grundmuster ist deutlich - geht in die Allnatur ein, Sphärenmusik begleitet seine »Reise«: »Die Sonne versank, und leise begann das Hörn des Mondes im Abend zu tönen«. Wegweisend könnte die von K. in Lyrik wie Prosa geradezu inbrünstig beschworene Versöhnung zwischen Natur und Mensch werden, seine franziskanische Naturfrömmigkeit, die Kritik am westlichen Leben , nicht zuletzt sein der langen tödlichen Krankheit abgerungener Lebensmut. Neu zu lesen ist sein Kunterbuntergang des Abendlandes , seine Ballade des Vergessens und seine vorgreifende Warnung, Es werden Tage kommen: »Eine Tanne/steht noch - vielleicht. / Das Gehörn einer Gemse / hängt am Abgrund«.
     


Komarek, alfred

Biografie: *5.10.1 in Bad Aussee. A. Komarek studierte Jura. Als Student verfasste er Glossen und Reportagen für Zeitungen, weil er dringend Geld brauchte. Es folgten Texte für den ORF, den BR und HR sowie TV-Drehbücher für die Reihe Universum. Dazu kamen Buchveröffentlichungen, Reiseliteratur für .....
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Melanchthon, philipp (d.i. philipp schwarzerd)

In seiner Einleitung zu Luthers Psalmen-Kommentar schreibt M. 1519. es sei nutzlos zu wissen, daß Gott die Welt erschaffen hat, wenn dieser Gott mcht weise und barmherzig ist. Diese Art der Erkenntnis sei den Christen eigen, sie übersteige alle Philosophie. So sehr M. die Philosophie liebt, ihre Erk .....
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Marc aurel (d.i. marcus aurelius antonius)

Zwei Jahrzehnte lang, von 161 bis 180. war in Roms Imperium der Wunsch Piatons in Erfüllung gegangen: Ein Philosoph war Kaiser und regierte das römische Weltreich. Ähnlich w le später Augustinus, so hatte sich auch der junge Prinz nach einer ersten - enthusiastisch der Rhetorik gewidmeten -Phase vo .....
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Maimonides, moses (d.i. moses ben maimon)

Der jüdische Schriftgelehrte und Hofarzt Sultan Saladins 111 Kairo mußte schon als kleiner Junge mit seiner Familie 1148 aus Cordoba vor seinen islamischen Verfolgern fliehen. Während viele Juden sich damals nach Norden wandten , führte sein Fluchtweg über Marokko und Palästina 1172 nach Kairo, wo e .....
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Holbach, paul-henri thiry d (d.i. paul heinrich dietrich)

Als H.s Hauptwerk, das Systeme de la naturc. 1770 unter falschem Namen und fingierter Angabe des Druckortes erschien, gingen die meisten aufklärerischen Philosophen, namentlich Voltaire, aut Distanz zu diesem streng materialistischen und kompromißlos atheistischen Buch. Bezeichnenderweise gehörte ge .....
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Herzen, alexander i. (d.i. aleksandr ivanovic gercen, pseudonym: iskander)

H. war russischer Schriftsteller. Denker und Revolutionär in einem. Er emigrierte 1847 mit seiner Familie und lebte fortan in Paris. Genf. Nizza und London. Seine frühen Werke. z.B. Ãœber den Platz des Menschen in der Satur , verraten noch den Einfluß von Schelling. Cousin und Saint-Simon. In seiner .....
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Wolken, karl alfred

Zu früh fanden wir Wolken, Karl Alfred. In: Pausen zwischen den Worten, 1986, S. 107-111. .....
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Wolfenstein, alfred

Abschied Froehlich, Jürgen. In: Liebe, 1990, S. 23 - 29. Fahrt Henel, Heinrich. In: Monatshefte 48, 1956, S. 183 - 195. Glück der Äußerung Holtz, Günter. In: Gedichte und Interpretationen 5, 1983, S. 211 -220. Hingebung des Dichters Bauschinger, Sigrid. In: Menschheitsdämmeru .....
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Clemens von alexandria (d.i. titas flavius clemens)

Ãœber keinen der frühchristlichen Denker wissen wir so wenig wie über C Geboren in einem paganen Elternhaus, wird er später Christ. Auf langen Reisen durch Unteritalien, Syrien und Palästina hört er verschiedene christliche Lehrer. In Alexandria schließlich begegnet er dem zum Christentum konvertier .....
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Mombert, alfred

Du frühster Vogel Höpker-Herberg, Elisabeth. In: Gedichte und Interpretationen 5, 1983, S. 90 - 99. Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 218 - 222. Es wölbt sich über mir Seidler, Manfred. In: Lyrik / Deutschunterricht, 1976, S. 21 - 23. .....
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Bonaventura (d.i. giovanni di fidanza)

B. studierte von 1236 bis 1242 in Paris. Mit dem Eintritt in den Franziskanerorden 1243 wurde er ein Schüler des Alexander von Haies. Nach Beginn einer wissenschaftlichen Karriere — mit etwa 35 Jahren in Theologie promoviert. 1257 Magister regens an der Pariser Universität - wurde er 12 s~ zum Gen .....
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Morus, thomas (d.i. thomas more)

Es zählt zu den Paradoxa der Literaturgeschichte, daß das heutzutage bekannteste und meist diskutierte Werk in lateinischer Sprache nicht von einem alten Römer stammt, sondern von einem Londoner Sheriff. geschrieben nicht unter Caesar oder Augustus, sondern unter Heinrich VIII.. zehn Jahre nach dem .....
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Nikolaus von kues, auch cusanus (d.i. nikolaus krebs)

Obwohl aus einfachen bürgerlichen Verhältnissen stammend, machte N.v.K. eine für damalige Verhältnisse erstaunliche Karriere im Dienste der Kirche: Nikolaus V. ernannte ihn 1450 gegen den Willen des Landesherrn, Sigismund von Österreich, zum Bischof von Brixen. Zu diesem Zeitpunkt war er schon päps .....
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Bekker, alfred

auch unter den Pseud.: Neal Chadwick, Henry Rohmer, Robert Gruber, Jack Raymond, Leslie Garber, Janet Farell Biografie: *27.9.1 in Borghorst. A. Bekker ist als Autor in fast allen Genres der Unterhaltungsliteratur tätig. Seinen ersten Roman, den er später auch bei einem Verlag unterbrachte, verfasst .....
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Alfred kittner - kaspar-hauser-lied

Was sollen mir die Tage, Was soll ich in der Welt? Ich trage meine Klage, Zertrümmert und zerschellt. Ich stehe bang und frage Und staun, wie alles flieht. Das Leben ist wie Sage, Das Blühen ist wie Lied. So staun ich blau und trage Tief innen sanften Traum. Mir starben Wort und Waage, Ich wachse .....
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Alfred margul-sperber - an ein alterndes antlitz

Ich kann den Abend nicht zu Ende denken Und nicht die Landschaft, die dein Lächeln trug. Du wolltest mir das Herz der Wiese schenken, Und unser Pfad war Traums genug. Verstöbertes Gefild! Die Flocken sprühen. Hier war es irgendwo: wo war es nur? Ich muß mich über weiße Wege mühen Und suche noch im .....
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Alfred andersch: »sansibar oder der letzte grund« (i957) - existentialistische parabel

Entscheidung zur Selbstverantwortlichkeit Die Sehnsucht nach dem Abenteuer hat das erste Wort. »Der Mississippi wäre das Richtige«. Der sechzehnjährige Schiffsjunge, der dies denkt, hat sich auf dem Speicher einer alten Gerberei in der Ostsee-Hafenstadt Rerik ein Versteck geschaffen, in dem er se .....
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Alfred döblin: »hamlet oder die lange nacht nimmt ein ende« (i956) - ein füllhorn von geschichten

Die bohrende Frage nach der Schuld »Es lebe der Döblinismus!« So schreiben im Jahre 1913 auf der Rückreise nach Paris Guillaume Apollinaire und Robert Delaunay, die Wortführer der avantgardistischen Literatur und Malerei in Frankreich, an Döblin. In den Hauptstädten der europäischen Kultur hatte .....
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Alfred döblin (i878-i957)

Einmal führt er uns nach China in dem Roman 'Die drei Sprünge des Wang-Lun" , dann wieder in die historische Welt des 17. Jahrhunderts mit dem Roman 'Wallenstein" . Sein vielgelesener Roman 'Berlin Alexanderplatz" schildert die Geschichte eines straffällig gewordenen Transportarbeiters, der den Weg .....
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Alfred mombert (i872-i942)

ist der älteste Lyriker unter den Expressionisten. Der Wille zur Vergeistigung des Lebens in einer mechanisierten Welt ist die Leitidee seiner Dichtung: Mich aber drängt es, mit weiten Schritten über den Wolken fortzuwandern ins Nie-Betretene. Schon die Titel seiner Werke verdeutlichen den groß .....
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Whitehead, alfred north

W. wird zusammen mit Bertrand Russell durch die Veröffentlichung der Principia Mathematica berühmt. Der junge Russell war W. aufgetallen, als er ihn wegen der Vergabe eines Stipendiums prüfen mußte. Russell erwies sich schnell als sein begabtester Schüler und wurde zum ebenbürtigen Mitarbeiter. W.. .....
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Voltaire, fraticois marie (d.i. francis marie arouet)

Als V.s Lettres phihsophiques 1734 in Frankreich erschienen, wurden sie vom Pariser Parlament als »anstößig und der Religion, den guten Sitten und der Achtung vor der Obrigkeit zuwiderlaufend« verurteilt und verbrannt. Der Form nach ein Lob auf die fortschrittlichen Verhältnisse in England, waren di .....
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Stirner, max (d.i. johann caspar schmidt)

Die Sammlung von St.s kleineren Schriften, die Bernd Laska 1986 unter dem Titel Parerga, Kritiken, Repliken herausgege- ben hat. trägt auf der Rückseite die folgenden Zitate über St.: »der hohlste und dürftigste Schädel unter .....
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Margul-sperber, alfred

An ein alterndes Antlitz Schuster, Hannes. In: Deutsche und rumäniendt. Lyrik, 1981, S. 296 - 299. Auf den Namen eines Vernichtungslagers Neumann, Peter Horst. In: Frankfurter Anthologie 7, 1983, S. 195 - 198. Bück, Theo. In: Datum und Zitat, 1987, S. 17 - 19. Bück, Theo. In: Celan-Studien I, 1 .....
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Avicenna (d. i. ihn sina)

Der Junge war eine außergewöhnliche Begabung: mit zehn Jahren kannte er den Koran, war bald in der Arithmetik der Inder bewandert, brachte die Jurisprudenz hinter sich und wandte sich dann der Logik. Mathematik und Naturphilosophie zu; sechzehnjährig begann er. als Arzt zu praktizieren, stürzte sich .....
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Klabund  (d.  i.  Alfred  Henschke)    


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