Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Index
» Autoren
» Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart
» Hesse, Hermann

Hesse, Hermann



»Mit dem Camenzind. seinem ersten großen Roman, hatte Hermann Hesse zu Beginn des Jahrhunderts die damalige Jugend begeistert. Detnian erregte die Generation der Heimkehrer aus dem Ersten Weltkrieg, und ein Vierteljahrhundert später faszinierten die geistige Disziplin Kastaliens, die Kräfte der Meditation und Humanität jene Menschen, die im Chaos eines zerbrochenen Staates und verlorenen Krieges nach neuen Ordnungen suchten« . Diese Faszination ging von einem Roman H.s aus, in dem einzigartig und bis heute für viele Lesergenerationen erregend der Kulturpessimismus, die Technikfeindlichkeit und der Existentialismus der 20er Jahre ausgedrückt waren: dem Steppenwolf von 1927. mit dem H. in der Gestalt des völlig vereinsamt durch die Welt streifenden Harry Haller die »Krankheit der Zeit« diagnostizieren wollte. Es zeugt von der visionären Kraft dieses »nur für Verrückte« gedachten Romans, daß er noch in den 70er und 80er Jahren die NachVietnam-Generation, vor allem in den Vereinigten Staaten, durch seine Kritik am Krieg, an der Technik, am Amerikanismus, dem Leistungswillen und der Rationalität in seinen Bann schlug. Die Psychedelics und Hippies der amerikanischen Protestbewegung sahen sich durch die Flucht Harry Hallers in die Sexualität, die Musik, den Drogenrausch und die fernöstliche Philosophie in ihrer radikalen Verwerfung der herrschenden gesellschaftlichen und politischen Kultur glänzend bestätigt und lasen H. als Aufforderung zu einer neuen, auf Freiheit und Gefühl gegründeten »Gegenkultur«. Nimmt man H.s Roman Siddhartha von 1922 als weiteren Riesenerfolg, der den Tod seines Autors überdauerte, mit hinzu, so vervollständigt sich das Paradox eines Lebenswerks, mit dem sich im Verlauf seiner Wirkungsgeschichte immer wieder große Gruppen von Menschen, vor allem der jungen Generation, identifiziert haben, obwohl es zunächst ganz und gar unpolitisch angelegt war und die Individuation einer ebenso sensiblen wie verstörten Einzelseele in den Mittelpunkt stellte.

      H. erlebte zwei tiefgreifende persönliche Krisen. Die eine: Flucht aus dem Klosterseminar Maulbronn und der anschließende Prozeß der Selbstfindung bis zur Veröffentlichung des Peter Camenzind . Die andere: Abwendung vom penetranten Welt-kriegsnationalismus und der Schlußstrich, den er mit dem Detnian , seiner »Seelenbiographie«, unter die erlittenen Erschütterungen und Zerrüttungen zog: Tod des Vaters, lebensgefährliche Erkrankung des Sohns, Ehekrise, die eigene Nerven-krankheit, Sanatoriumsaufenthalt. Vieles spricht dafür, daß H. mit diesen beiden Krisen in das Zentrum der Psychopathologie seiner Generation getroffen hat. Während dieser Krisen fand H. aber auch in der Hinwendung zum Schreiben, in seiner persönlichen Auffassung von Literatur als Form subjektivistischer Entwicklung und Selbstfindung, den inneren Halt, der seiner Generation verlorenzugehen drohte.
      Das Elternhaus H.s im kleinstädtischen Calw war durch den Pietismus — H.s »schwäbisch-indischer« Großvater war seit 1836 in der pietistischen Indienmission tätig gewesen — und eine unvermutet weltoftene Gelehrsamkeit so christlich und idealistisch geprägt, daß der frühreife, hochbegabte, aber auch widerspenstige Knabe bereits mit dreizehn Jahren wußte, daß er »Dichter oder garnichts werden« wolle und mit fünfzehn Jahren der von den Eltern gewünschten Ausbildung zum Theologen buchstäblich davonlief. Am 7. März 1892 kommt der verzweifelte Ausreißer bis Baden und Hessen, er verbringt die Nacht bei 7 Grad ohne Mantel und Geld im Freien und kehrt erst am nächsten Mittag, von einem Landjäger begleitet, erschöpft und hungrig ins Maulbron-ner Seminar zurück. Es folgen Monate der physischen und psychischen Schwäche, er denkt sogar an Selbstmord. Im Mai 1892 verläßt H. Maulbronn für immer , und die hilflosen Eltern machen den Fehler, den sensiblen Jungen zu einem befreundeten Exorzisten nach Bad Boll, dann, nach einem Selbstmordversuch aus Liebesschwärmerei, in eine »Anstalt für Schwachsinnige und Epileptische« nach Stetten zu geben. Erbittert reagiert der durchaus vernünftige, sich einer vorübergehenden Nervenschwäche bewußte H. mit einer Absage an Glaube und Elternliebe: »Wenn Ihr mir schreiben wollt, bitte nicht wieder Euren Christus. Er wird hier genug an die große Glocke gehängt... Ich glaube, wenn der Geist des verstorbenen >ChristusSelbst< ist sein Gott«. Auch wenn H. nach Abschluß des »Einjährigen-Examens« am Gymnasium in Cannstatt noch ein halbes Jahr bei den Eltern wohnt, bevor er bis Herbst 1895 eine Lehre als Turmuhrenmechaniker in der Calwer Fabrik von Heinrich Perrot hinter sich bringt und seine »Ruhe und Heiterkeit« trotz des Spotts über den »Landexamensschlosser« wiederfindet, ist der Gedankenaustausch mit den Eltern abgerissen. Weil der Vater H.s neue Lesewut, seine Romanlektüre als Wurzel aller »Verirrungen« verurteilt, bleibt dem Jungen nur die entschiedene Trennung von den Eltern: »Ich glaube, wenn ich Pietist und nicht Mensch wäre, wenn ich jede Eigenschaft und Neigung an mir ins Gegenteil verkehrte, könnte ich mit Ihnen harmonieren«, hat er ihnen 1892 geschrieben.
      H.s anthropozentrisches Weltbild findet zunächst in Heinrich Heine und Iwan Turgenjew Bestätigung gegen das Ãœbermaß kirchlicher Frömmelei. Heinrich Heine, der »der Romantik ein Ende« machte und doch »ihre letzten, reifsten Lieder« schrieb, imponiert ihm als Aufklärer und Ironiker, Iwan Turgenjew als antiautoritärer, keinem Prinzip anhängender »Nihilist«. Dann aber, schon 1895 nach der Lehre bei Perrot, erfolgt eine Hinwendung zur Weimarer Klassik, zum Schönheitsideal der Antike, später zu den Romantikern: »Die tollste Sturm-und-Drang-Zeit ist glücklich über-standen... Hätte ich in Literatur z.B. an einer Hochschule auch nur ein Pünktchen mehr lernen können als privatim? Gewiß nicht«, stellt er 1895 fest. Das alles geht ein in die Novelle Unterm Rad , autobiographischer Reflex seines Maulbronnner Desasters. Das »Eigenrecht der Literatur« drückt H. nicht leer und formalistisch aus, auch wenn die Gedichte, seit 1896 gedruckt, und die erste Sammlung von Erzählprosa, entstanden während der nächsten Tübinger Buchhändlerlehrjahre von 1895 bis 1899, mit dem Titel Eine Stunde hinter Mitternacht , noch im Zeichen einer »für Künstler durch die Ästhetik« ersetzten »Moral« stehen . Die folgenden Basler Jahre als Buchhändler und Antiquar von 1899 bis 1903 bringen den schriftstellerischen Durchbruch und eine allmähliche Abkehr vom blassen Kolorit melancholischer Endzeitstimmung; das im Zentrum der Hinterlassenen Schriften und Gedichte von Hermann Lauscher stehende Tagebuch 1900 rückt bereits die Basler Kindheitsjahre von 1881 bis 1886 in weitere Entfernung und läßt die »Schönheitsinsel« der ersten Prosa in ungeschminkter Selbstkritik und leidenschaftlicher Selbsterforschung hinter sich. Der Sprung in das eigene Thema der psychologischen Persönlichkeitsbildung, die sich zugleich mit einem zivilisations- und bildungskritischen »Zurück zur Natur« vollzieht, gelingt im Peter Camenzind . Dieser ist versetzt mit einem guten Schuß Lebensphilosophie, die von einer ausgiebigen Lektüre des »Umwerters aller Werte«, Friedrich Nietzsche, herrührt. Das frühere Lieblingsbild. Arnold Böcklins »Toteninsel«, weicht nun einem neuen Realismus im Kreis von Basler Schülern Jacob Burck-hardts, in dessen Geist H. zwei Italienreisen antritt. Samuel Fischer, der auf Hermann Lauscher aufmerksam geworden war, druckte den Peter Camenzind 1903 in der Zeitschrift Die Seue Rundschau vorab. Als das Buch 1904 bei S. Fischer erschien, war H. über Nacht berühmt. Camenzind »strebt von der Welt und Gesellschaft zur Natur zurück, er wiederholt im kleinen die halb tapfere, halb sentimentale Revolte Rous-seaus, er wird auf diesem Wege zum Dichter«. Spät und treffend hat H. 1951 die literarische Thematisierung der eigenen Biographie beschrieben. Was dieses gegen die Großstadtzivüisation geschriebene Buch vom Tenor der sozialen Schicksalhaftigkeit, mit dem Naturalisten wie Gerhart Hauptmann gerade auf den Plan getreten waren, oder von dem neuen Gemeinschaftserlebnis der bündischen Wandervogeljugend unterschied, war der kompromißlose, gesellschafts- und gemeinschaftsfeindliche Wunsch, sich nicht anzupassen, sondern »eigensinnig nur seinen eigenen Weg zu gehen und die Spannungen zwischen analytischem Denken und sinnlicher Anschauung als individuellen Weg in allen Stufen« auszuhalten: »Beinahe alle Prosadichtungen, die ich geschrieben habe, sind Seelenbiographien, in allen handelt es sich nicht um Geschichten, Verwicklungen und Spannungen, sondern sie sind im Grunde Monologe, in denen eine einzige Person — wie Peter Camenzind, Knulp, Demian, Siddartha, Harry Haller — in ihren Beziehungen zur Welt und zum eigenen Ich betrachtet wird.«
Die folgenden Jahre am Bodensee verbringt H. in einem gemieteten Bauernhaus in Gaienhofen; später lebt er mit den drei Söhnen und der Ehefrau Maria Bernoulli, die er 1904 auf seiner zweiten Italienreise kennengelernt hat, bis 1912 im eigenen Bauernhaus. Diese Jahre erfüllen den ruhelosen H. mit wachsendem Unbehagen am »Philisterland«. Die Schwierigkeiten seiner Künstlerehe gehen in die Romane Gertrud und Roßhalde ein; auch die zweite Ehe mit Ruth Wenger, von 1924 bis 1927, bleibt ein Ãœbergang, und erst die Altersbeziehung mit Nina Dolbin, geb. Ausländer , besteht bis zum Tod. Das Einzelgängermotiv ist bis zum Steppenwolf durchgehalten, wo es zum Titelsymbol wird: »In meinem Leben haben stets Perioden einer hochgespannten Sublimierung, einer auf Vergeistigung zielenden Askese abgewechselt mit Zeiten der Hingabe an das naiv Sinnliche, ans Kindliche, Törichte, auch ans Verrückte und Gefährliche. Jeder Mensch hat dies in sich«, schreibt er 1928 in Krisis.
      Die mönchische Askese und doppelgängerische Seelenlage, gespiegelt in Knulp , einem Bruder der romantischen Sternbalde, Schlemihle und Taugenichtse, führt zu wachsender Entfremdung von der Familie: »Die Gattin aus dem alten Basler Geschlecht ist viel zu tief in die Ahnenreihe versunken. Festen und froher Geselligkeit ist sie ganz abgeneigt. So bleibt der Künstler ein Eigenbrötler, wenn nicht ein Widersacher; bleibt er der Einsame und Isolierte in einer entlegenen Kammer. Erst 1911 mit einer Reise nach Indien, und eigentlich erst im Kriege, und noch später 1919 mit der Ãœbersiedlung von Bern ins Tessin beginnt die menschliche Anonymität des Autors sich aufzulösen und mitzuteilen«, erinnert sich später Hugo Ball.
      Während der an das Leben im Bauernhaus anschließenden Phase von 1912 bis 1919 lebt H. in Bern. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldet er sich zunächst freiwillig zum Militärdienst, wird jedoch wegen hochgradiger Kurzsichtigkeit für felddienstuntauglich erklärt. Unter dem Eindruck der Kriegsereignisse selber, seiner aufopfernden Tätigkeit in der Kriegsgefangenenfürsorge und der chauvinistischen literarischen Musik, mit der die Grauen dieses Weltkriegs begleitet werden, weigert sich H. 1915 in einem Beitrag der Seiten Zürcher Zeitung mit dem Titel Wieder in Deutschland, angesichts des allerorten vom Krieg gezeichneten Vaterlands und des Elends, unter dem die Gefangenen und die Verwundeten zu leiden haben, »Kriegsnovellen und Schlachtgesänge« zu verfassen. Als er daraufhin von der deutschen Presse, u.a. vom Kölner Tagblatt, als »vaterlandsloser Geselle« und »Drückeberger« beschimpft wird, bricht er die letzte Brücke zu Deutschland ab und bewirbt sich um die schweizerische Staatsbürgerschaft, die er 1923 erhält. Von 1915 bis 1919 widmet er trotz großer persönlicher Schwierigkeiten und trotz des sich verschlimmernden Nervenleidens einen erheblichen Teil seiner Arbeitskraft der »Bücherzentrale für deutsche Kriegsgefangene Bern«, redigiert die Schriftenreihe und das Kriegsgefangenenblatt Pro Captivis. Mit der Veröffentlichung von Demian. Die Geschichte einer Jugend - 1919 zunächst bei S. Fischer unter dem Pseudonym Emil Sinclair erschienen—, Zarathustras Wiederkehr. Ein Wort an die Deutschen und Sinclairs Sotizbuch versucht er, die Deutschen nach dem großen Krieg zur inneren Einkehr, zu Pazifismus und zu humanitärem Internationalismus zu bewegen. Unter diesem Vorzeichen werden Romain Rolland, T. S. Eliot, Thomas Mann und Hugo Ball seine Freunde, später treten Carl Gustav Jung, Andre Gide, Rudolf Alexander Schröder, Hans Carossa und Martin Buber hinzu. Nach der Indienreise von 1911 und der Begegnung mit Sigmund Freud und Jung, vermittelt durch den Jung-Schüler und Psychotherapeuten H.s, Josef Bernhard Lang, gewinnt der Weg zum Selbst als dem »innigeren Verhältnis zum eigenen Unbewußten« die Bedeutung von Lebensnorm, Gott und Sinn. Von nun an bildet die Selbstfindung des Schriftstellers durch seine Bilder und Fiktionen die Voraussetzung zur Lösung der Bewußtseins- und Zeitkrisen. Logos und Mythos verschränken sich zu einem bis zum Ende auszuhaltenden Spannungsverhältnis, ob im menschenzugewandten Taoismus oder den späten, auf Chinesisch-Pantheistisches oder auf Humor und Weisheit abzielenden Gedichten.
      In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen hat H. in der Öffentlichkeit unermüdlich vor Nationalismus, Rassismus und Kriegstreiberei gewarnt. Als sich im nationalsozialistischen Deutschland diese Gefahren immer deutlicher abzeichnen, beginnt er - der zahllosen Aufrufe, Pamphlete und offenen Briefe müde geworden — eine der erstaunlichsten Korrespondenzen der deutschen Literatur: von den neuen Herren Deutschlands längst geächtet, schreibt er jährlich etwa eintausend Briefe an junge Deutsche, um auf sie persönlich einzuwirken - der Nachlaß umfaßt etwa 3 5 000 Briefe. Er verläßt sich aber auch auf die ordnenden Seelenkräfte Kastaliens, einer utopischen Ordensprovinz des Jahres 2200 in der italienischen Schweiz, in dem sein letzter großer Roman, Das Glasperlenspiel. Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts Unterlassenen Schriften. Herausgegeben von Hermann Hesse , spielt. Er schildert in diesem Roman, an dem er seit 1931 gearbeitet hat, den exemplarischen Lebenslauf Josef Knechts, der als Novize in dem heroisch-asketischen Orden der Glasperlenspieler heranwächst. Der glänzend begabte Knecht wird schließlich Meister des Spiels, das sich einer längst vergangenen Geschichtsepoche, dem krisenhaften »feuilletonistischen Zeitalter« des 19. und 20. Jahrhunderts, verdankt. In Knechts vollendetem Umgang mit allen Inhalten und Werten der Weltkultur scheint sich der Kreis zwischen Schüler und Meister, Lernen und Lehre wieder einmal geschlossen zu haben, aber er erkennt, daß Kastalien keine Existenz an sich selbst, sondern eine geschichtliche und damit vergängliche Gestalt der christlichabendländischen Kultur ist. Er bricht aus dieser Welt aus und ertrinkt in einem See; ein unübersehbares Fragezeichen, das H. selber hinter die Vollkommenheit seiner pädagogischen Provinz, die beziehungsreich den »Morgenlandfahrem« gewidmet ist, gesetzt hat.
      Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands, vor allem seiner zunehmenden Sehschwäche, hat H. in seinen letzten Lebensjahren keine größeren Werke mehr geschrieben. Außer Gedichten sind vor allem Prosaskizzen entstanden; daneben arbeitete er zusammen mit seinem Verleger und Freund Peter Suhrkamp an der Neuausgabe seiner in Deutschland vergriffenen oder von den Nationalsozialisten unterdrückten Werke. Es war die Zeit der großen Ehrungen . Ähnlich den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg setzte nach 1945 eine neue, breite Begeisterung für sein Werk und seine Person als einer Chiffre des Ãœberlebens, der größeren Hoffnung ein, vor der er sich kläglich mit einem Schild »Bitte keine Besuche« am Eingang seines Hauses zu schützen suchte. Seinen Lebensabend verbrachte er fast ausschließlich in Montagnola, wo er seit 1931 lebte. 1961 wurde an ihm eine Leukämie diagnostiziert, die schließlich zu seinem Tod führte. Noch in seinen letzten Tagen hat er an einem Gedicht gearbeitet, Knarren eines geknickten Zweiges, die widersprüchliche Summe der menschlichen Existenz in einem trotzig-resignierenden Naturbild bergend.
      Ziolkowski, Theodore: Der Schriftsteller Hermann Hesse. Wertung und Neubewertung. Frankfurt a.M. 1979.
     


Das abenteuer des narziß. hermann hesse

Narziß und tragisches Abenteuer. Halten wir die beiden Pole des Themas fest im Blick, so erschließen sich uns auch im Werk Hermann Hesses die eigentlichen Probleme. In 'Narziß und Goldmund" kommt der Leser nicht an dem Gedanken vorbei, daß Goldmund nur darum seiner Lebens= und Liebeslust so unbekümm .....
[ mehr ]
Index » DIE DEUTSCHE LITERATUR » WANDLUNGEN DES ROMANS

Hermann hesse: »narziß und goldmund« (i930) ein bildungsroman im historischen gewand

Künstlertum - Berufung, nicht Beruf Im April 1927, in dem Jahr, da »Der Steppenwolf« erscheint und die Arbeit an »Narziß und Goldmund« beginnt, ergeht in Basel ein merkwürdiges Gerichtsurteil. Die zweite, verhältnismäßig kurze Ehe Hermann Hesses mit der Sängerin Ruth Wenger wird geschieden. Hesse .....
[ mehr ]
Index » Roman Chronik

Hesse, hermann

Hermann Hesse gehört zu den meistgelesenen und meistübersetzten deutschen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Sein WeTk, das als eine einzige Autobiografie gelesen werden kann, besteht aus »Seelenbiografien«, in denen sich fernöstliches Gedankengut mit Elementen der Psychoanalyse verbindet, und fü .....
[ mehr ]
Index » Autoren

Stufen - hermann hesse

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. 5 Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne, Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern In andre, neu .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Jeder ist allein - hermann hesse (i877-i962): im nebel

Im Nebel Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, Kein Baum sieht den andern, Jeder ist allein. Voll von Freunden war mir die Welt, Als noch mein Leben licht war; Nun, da der Nebel fällt, Ist keiner mehr sichtbar. Wahrlich, keiner ist weise, Der nicht das Dunkel kennt, Das .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Magie der Natur

Hesse, hermann

Im Nebel Schuller, Hannelore. In: Deutsche und rumäniendt. Lyrik, 1981, S. 187 - 190. Spycher, Peter. In: Wanderung, 1990, S. 186 - 191. Knarren eines geknickten Astes Bender, Hans. In: Frankfurter Anthologie 8, 1984, S. 137- 139. Lampions in der Sommernacht Burger, Hermann. In: Frankfurt .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Hermann hesse - im nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, Kein Baum sieht den andern, Jeder ist allein. Voll von Freunden war mir die Welt, Als noch mein Leben licht war; Nun, da der Nebel fällt, Ist keiner mehr sichtbar. Wahrlich, keiner ist weise, Der nicht das Dunkel kennt, Das unentrinnb .....
[ mehr ]
Index » Sonstige

Im nebel - hermann hesse

Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, Kein Baum sieht den andern, Jeder ist allein. 5 Voll von Freunden war mir die Welt, Als noch mein Leben licht war; Nun, da der Nebel fällt, Ist keiner mehr sichtbar. Wahrlich, keiner ist weise, 10 Der nicht das Dunkel kennt, Das unent .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Hesse, hermann

Geb. 2.7.1877 in Calw; gest. 9.8.1962 in Montagnola »Mit dem Camenzind, seinem ersten großen Roman, hatte Hermann Hesse zu Beginn des Jahrhunderts die damalige Jugend begeistert. Detnian erregte die Generation der Heimkehrer aus dem Ersten Weltkrieg, und ein Vierteljahrhundert später faszinierten d .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige autoren

Hermann hesse (i877-i962).

Er begann mit Heimat- und Entwicklungsromanen, die Jugenderinnerungen enthielten: Mit 'Peter Camenzind" , dem Lebenslauf eines verträumten Vagabunden, und 'Unterm Rad" , der naturalistisch gehaltenen Geschichte eines gepeinigten Schülers, der in den Tod geht. Aus ihnen spricht, wie aus den meisten a .....
[ mehr ]
Index » VOM NATURALISMUS ÜBER DIE JAHRHUNDERTWENDE » Der Symbolismus

Weiße, christian hermann

In seiner alphabetischen Bibliographie der Hegeischen Schule von 1860/61 rechnet Karl Rosenkranz zwar die frühen Schriften W.s zur Philosophie des Hegelianismus, macht dabei allerdings die Einschränkung, daß mit dem System der Philosophie 11832) W. schließlich »Abschied von der Hegeischen Philosophi .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Reimarus, hermann samuel

Er ist ein wahrer gesetzter Deutscher, in seiner Schreibart und in seinen Gesinnungen. Er sagt seine Meinung gerade zu, und verschmähet alle kleinen Hülfsmittel, den Beifall seiner Leser zu erschmeicheln.« Mit diesen Worten charakterisierte Lessrng den Autor einer religionskritischen Schrift, die er .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Helmholtz, hermann von

Auf dem Innsbrucker Treffen der deutschen Naturforscher von 1869 verkündet H. das Programm eines kompromißlosen Phvsikalismus: »Endziel der Naturwissenschatten ist, die allen anderen Veränderungen zugrundeliegenden Bewegungen und deren Triebkräfte zu finden, also sie in Mechanik aufzulösen.« H. rich .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Schein, johann hermann

Mit Frewden Weber, Albrecht. In: Deutsche Barockgedichte, 1967, S. 40 - 42. .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Hermann sudermann (i857-i928).

Er verfügte zwar über ein prachtvolles technisches Können, doch fehlte seinen Stücken der dichterische Zug, den er in einigen seiner erzählenden Werke erreicht, in denen die reinen Quellen der Verbundenheit mit der ostpreußischen Heimat fließen. Zu Sudermanns erfolgreichsten dramatischen Werken zähl .....
[ mehr ]
Index » VOM NATURALISMUS ÜBER DIE JAHRHUNDERTWENDE » Der Naturalismus

Hermann stehr (i864-i940) - die heimatdichtung

Ein anderer Literaturzweig, der zum mindesten seiner geistigen Herkunft nach im Naturalismus wurzelt, ist die Heimatdichtung. Zwar haben auch Dichter früherer Epochen ihre Heimat besungen ; die bewußte Gestaltung der heimatlichen Umwelt aber als schicksalhaftes Milieu ihrer Menschen setzte erst mit .....
[ mehr ]
Index » VOM NATURALISMUS ÜBER DIE JAHRHUNDERTWENDE » Der Impressionismus

Der westpreuße hermann löns (i866-i9i4)

entfaltet seine meisterhafte Erzählkunst an allem, 'was da kreucht und fleugt" vor der prächtigen Landschaftskulisse seiner heimatlichen Heidewelt. Insbesondere in seinen Tiergeschichten hat sich der Dichter als schöpferischer Sprachgestalter erwiesen. Tiefe Liebe zur Natur und die immer wache Beob .....
[ mehr ]
Index » VOM NATURALISMUS ÜBER DIE JAHRHUNDERTWENDE » Der Impressionismus

Hermann broch (i886-i95i)

gestaltet den Zusammensturz der alten Werte insbesondere in seiner Romanfolge 'Die Schlafwandler". Gestalten der Jahrhundertwende treten auf, die in schlafwandlerischer Selbstzufriedenheit in eine Weltkatastrophe hineintaumeln. Brochs Hauptwerk entstand während der Zeit seiner Emigration in Amerika: .....
[ mehr ]
Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Im Umbruch

Joachim g. boeckh, gÜnter albrecht, kurt bÖttcher, klaus gysi, paul gÜnter krohn, hermann strobach

Geschichte der deutschen Literatur. Bd. 5: 1600-1700 [...] Die innerhalb der Literaturentwicklung des 16. und 17. Jahrhunderts - die sich insgesamt als Ãœbergangsepoche vom Feudalismus zum Kapitalismus darbietet - kurz vor 1600 gesetzte Zäsur bezeichnet den Anfang einer neuen gesellschaftlichen un .....
[ mehr ]
Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Hermanns, hen

Biografie; *4.2.1 in Düsseldorf. H. Hermanns ist gelernter Werbetexter. Mit einer seiner ersten literarischen Arbeiten wurde er 1992 für den Aspekte-Literaturpreis nominiert. Nach seinen ersten Erfolgen als Romanautor wandte sich Hermanns vorwiegend dem Fernsehen zu und verfasste neben Drehbüchern .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Hermann, peter

Biografie: *24.8.1 in Hadamar. P. Hermann studierte in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Soziologie. Danach arbeitete und jobbte er in den verschiedensten Branchen: vom Barkeeper bis zum angehenden Chefredakteur einer Anglerzeitung, über die Arbeit als Broker bei einer .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Hermann kasack mechanischer doppelgänger

1. Einleitende Bemerkungen zur Einordnung der Erzählung Das Motiv des Doppelgängers hat eine literarische Tradition. Den Schülern wird es aus Detektiv-, Grusel- und Abenteuergeschichten bekannt sein. Roboter oder künstliche Menschen sind in der Literatur ebenfalls in unterschiedlichen Ausprä .....
[ mehr ]
Index » Erzählungen der Gegenwart

Hermann kloß - im wiesenwinkel

Heut führst du mich zum kühlen Wiesenwinkel, Wo Sonnenblumen noch, umhegt vom Walde, In voller Blüte stehn, weil Sonnenstrahl Sie hier nicht welkt und heißer Mittagswind. Bald öffnen sich die Bäume und uns grüßt Das Licht, — nach langer Schattenwanderung Das milde Abendlicht. Aufatmend harr .....
[ mehr ]
Index » Sonstige

Hermann kasack (i896-i966): grabschrift - gottes welt in menschenhand

Grabschrift Wenn du mich beweinen willst, beweine: Was vergeblich in mir sang. Denn ich schlug, wie du, auf Steine, Daß der Quell daraus entsprang. Das Vermächtnis unsrer Tage Ist ins Schattenreich verbannt. Wenn du klagen mußt — beklage Gottes Welt in Menschenhand. Dieses Gedicht hat der Sohn, d .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Lyrik in Henkerszeit

Hermann broch: »die schlafwandler« (i932) - häutungen der romanform

Lebenshaltungen des Wilhelminischen Zeitalters Mit einem Ãœberraschungscoup endet der erste Roman in Brochs Trilogie »Die Schlafwandler«. Nur vier Sätze umfaßt der vierte und letzte Abschnitt, Sätze, die den Leser zugleich brüskieren und herausfordern. An den ausführlichen und genauen Bericht übe .....
[ mehr ]
Index » Roman Chronik

 Tags:
Hesse,  Hermann    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com