Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Heißenbüttel, Helmut



»Die Ãœberlegungen, die ich mir gemacht habe, sind fast immer in Gang gebracht worden von der Irritation durch herkömmliche Urteile«, bekennt H. in den Frankfurter Vorlesungen . In dem Satz schon deutet sich ein besonderes Autorenprofil an, das nicht so sehr durch einschneidende Indi-vidualerlebnisse und deren Niederschlag im Werk geprägt ist. Die äußeren Daten seiner Biographie — Kriegsteilnahme, schwere Verwundung, Studium der Kunstgeschichte, Architektur und Germanistik in Dresden, Leipzig und Hamburg, H.s Arbeit als Verlagslektor und von 1959 bis 1981 als Redakteur von »Radio-Essay« am Süddeutschen Rundfunk — finden im Werk nur in der auffälligen Kopplung von poetischen und essayistischen Ansätzen ihren erkennbaren Reflex. Prägender ist eine durchgehaltene, vor allem sprachreflektorische Anstrengung, die aus Zweifel und Neugierde gleichermaßen hervorgeht. Das Werk dokumentiert diesen Vorgang nicht als abgeschlossenes Ergebnis, sondern als immer nur Vorläufiges, als einen offenen Prozeß, der sich in einer langen zusammenhängenden Veröffentlichungsreihe von literarischen Experimenten ausdrückt , aber auch in einer Vielzahl theoretischer Äußerungen. H. führt so schreibend vor. »daß es nicht auf definitive Lösungen ankommt, sondern darauf, die Fragen so weit voranzutreiben, daß sie ganz deutlich werden oder daß die Sache ganzdeutlich wird, auf die die Fragen zielen«. In diesem Sinne ist H.s Werk als experimentelle Literatur angelegt, ohne daß es sich eindeutig auf Gattungsbegriffe oder Strömungen, wie etwa >Konkrete Poesie«, festlegen läßt. In der experimentierenden Spracharbeit mag man auch am ehesten so etwas wie einen autobiographischen Entwurf H.s aufspüren, der keinesfalls als Zusammenhang von personalen >Geschichten< lesbar sein will, sondern als sprachexperimentierender Versuch einer Selbstverständigung. Das sucht Abhängigkeiten aufzudecken, aber auch Möglichkeiten zu erkunden: »Während ich erzählt werde, erzählt sich das zu Erzählende« I TextbücheR). Ludwig Wittgensteins Sprachphilosophie und vor allem sein Satz: »Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache«, lieferten das nötige Argumentationsmuster für ein Schreiben, das nicht mehr an der Fiktion eines autonomen Subjekts festhielt, sondern sprachliche Denk- und Sprachpartikel montierte. >kombimerteGedichte< münden als Vorstufen ein in die seit i bis 1970 erschienene Reihe der Textbücher 1-6. Mit ihnen begründete H. ein eigenwilliges Ordnungsprinzip, das eigene Werk als Prozeß zu demonstrieren. In den Textbüchern entwickelte H. ein Repertoire literarischer »Sprachspiele«, in denen er die Konventionalität gesellschaftlicher Redeformen zu entlarven und aufzubrechen suchte. Im Jahre 1970 beginnt mit dem »Quasi-Roman« D Alemberts Ende als Projekt Sr. 1 eine neue Publikationsreihe. Dies Werk stellt insofern einen qualitativen Sprung dar, als H. hier nicht mehr Sprachkritik und Sprachexperiment in >wörtlichen« Naheinstellungen und antigrammatischen Detailexerzitien demonstriert, sondern im größeren Textentwurf so »etwas wie ein Gesamtrepertoire heutiger Existenzmöglichkeiten« darzustellen sucht. Dabei entsteht aus Geschichtsteilen und Dialogen ein Handlungs- und Figurenpanorama, dessen groteske Ãœberzeichnung H. selber als »Satire auf den Ãœberbau« verstanden wissen wollte. Die Wirksamkeit dieses und anderer Texte erprobte H. auch erfolgreich im Medium des Hörspiels. Die kritisch-experimentelle Erkundung von Gattungsformen , die sich mit dem Projekt Sr. 1 ankündigte, setzte H. in den folgenden Jahren fort. 1974 zitierte das Projekt Sr. 2 unter dem Titel Das Durchhauen des Kohlhaupts die Tradition des »Lehrgedichts«. Von 1978 bis 1980 erschienen -zusammengefaßt als Projekt 311—3 ~ Eichendorffs Untergang und andere Märchen, Wenn Adolf Hitler nicht den Krieg gewonnen hätte. Historische Sovellen und wahre Begebenheiten und Das Ende der Alternative. Mehr und mehr rückte das Augenmerk auf historische Situationen und Figuren, auch auf lebensgeschichtliche Ich-Episoden. Die Texte erproben eine neue Kleinform von Erzählprosa, setzen sich zitierend mit Vorbildern und Mustern auseinander. Immer aber zeigen die Texte auch Sollbruchstellen des Zweifels und erzeugen jene »Irritation«, die zugleich Ausgang von H.s Arbeit und beabsichtigtes Ziel der Wirkung auf den Leser ist. Bis zu den letzten literarischen und poetologischen Arbeiten hält sich so der Impuls, Schreiben als einen offenen Prozeß zu verstehen, wodurch H. zu einem der Hauptvertreter experimenteller Literatur geworden ist.

      Arnold, Heinz Ludwig : Helmut Heißenbüttel. Text + Kritik. Sonderband. München
1981. Döhl, Reinhard: Helmut Heißenbüttel. In: Weber, Dietrich : Deutsche Literatur der

Gegenwart. Band 1. Stuttgart -1976, S. 627—656.
      Horst Ohde


Figuren und konstellationen - helmut halm

Die Figur des Oberstudienrats Dr. Helmut Halm ist weitgehend auf die Innendimension zugeschnitten. Zwar geben einmal seine Gedanken preis, daß sein Häuschen in Sillenbuch keine Fenstergitter habe , zwar entlockt ihm sein Studienkommilitone, daß er an der Ebe-Lu, Stuttgarts berühmtestem Gymnasium, u .....
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Grömmer, helmut

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Plessner, helmuth

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Heißenbüttel,  Helmut    





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