Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Harsdörffer, Georg Philipp



G1648, kurz vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, beschäftigte sich der Rat der Stadt Nürnberg auf drei Sitzungen mit einem Lobgesang H.s auf den schwedischen Feldmarschall Carl Gustaf Wrangel. Man verstand den Text als antikaiserliches und antibayerisches »Pasquill« und befürchtete daher, »daß gemaine hiesige Statt, deßen in vielweg zu end-gelden haben dürffte«. Während der Drucker zwei Tage in einem »versperten Thurm« verbringen mußte, erhielt der Patrizier H. Hausarrest und wurde zur Rede gestellt, »warumb er dieses, hiesiger Statt sehr nachtheiliges lobgesang nit nur gemacht, sondern wider ... außdrückliches Verbott, drucken und außtheilen laßen.« Diese Zensurepisode, welche die schwierige Lage einer lutheri-sehen Reichsstadt während des Dreißigjährigen Krieges illustriert und ein Schlaglicht auf die Bedingungen literarischen Schaffens im 17. Jahrhundert wirft, war möglicherweise der Grund dafür, daß H. erst sehr spät in seinem Leben, nämlich 1655, in den Inneren Rat der Stadt gewählt wurde, eine Position, für die ihn Herkunft, Ausbildung und Ansehen durchaus empfahlen.

      H. erhielt eine Ausbildung, die ihm die Teilnahme am öffentlichen Leben der Stadt ermöglichen sollte. Dem Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie, Geschichte, Philologie und Mathematik in Altdorf und Straßburg schloß sich eine mehrjährige Bildungsreise an , die in Genf begann und nach Frankreich, Belgien, England und Italien führte. Nach dieser Reise hat H. Nürnberg nur noch gelegentlich verlassen. 1634 heiratete er Susanne Fürer von Haimendorff, 1637 wurde er zum Assessor am Stadtgericht berufen, eine Stellung, die er ausfüllte, bis er in den Inneren Rat gewählt wurde.
      Trotz der beruflichen Beanspruchung war H.s literarische Schaffenskraft geradezu beängstigend. 20000 Druckseiten, so hat man gezählt, umfaßt sein Werk: »Er pflage einen Bogen Zufüllen u. also backwarm unter die Presse Zujagen, sonder das concept zu limiren oder 9 tage, zu geschweig Jahre, wie Horatius will, liegen Zulassen«, schrieb Sigmund von Birken 1662 wenig pietätvoll.
      Mit den Frauenzimmer-Gesprächspielen führte der »Spielende« — unter diesem Namen wurde er 1642 in die »Fruchtbringende Gesellschaft« aufgenommen - eine in den romanischen Ländern gepflegte Gattung auch in Deutschland ein, Spiel- und Konversationsliteratur mit didaktischen Zügen, über weite Strecken hin zugleich ein Lehrbuch der Poetik. Und somit eine Ergänzung zu seinem Poetischen Trichter , einer Poetik, die besonderen Nachdruck auf die Bildlichkeit, auf Umschreibungen, Gleichnisse und Sinnbilder legt. Als Vermittler romanischer Erzählliteratur tritt H. in seinen umfangreichen Anthologien auf, die trotz ihrer moralisierenden Anspruchslosigkeit großen Erfolg hatten . Zu seinem Werk gehören ferner Andachtsbücher, geistliche Betrachtungen und Lehrgedichte, physikalisch-mathematische Lehrbücher, Briefsteller und höfische Erziehungssschriften, darunter die Ars Apophthegmatica , eine Sammlung witziger Aussprüche und »Hofreden«.
      Von 1644 bis 1645 veröffentlichten H., Johann Klaj und Sigmund von Birken das Pegnesische Schäfergedicht, eine Festdichtung für eine Doppelhochzeit, die an Martin Opitz Schäfferey Von der Nimfen Hercinie anschließt. Mit ihrem Gemeinschaftswerk begründen die »Nürnberger« - Klaj war aus Meißen gekommen und wirkte später als Pfarrer in Kitzingen, Birken stammte aus Wildstein bei Eger - den »Pegnesi-schen Blumenorden« und deuten zugleich die Neigung zur Schäferdichtung an, die für diese Dichtergesellschaft typisch werden sollte . Hier zeigt sich auch schon jene Vorliebe für daktylische und anapästische Verse und für das Experimentieren mit den Klangmöglichkeiten der Sprache, die zum Markenzeichen der Nürnberger werden sollte.
      Böttcher, Irmgard: Der Nürnberger Georg Philipp Harsdörffer. In: Steinhagen, Harald u. Wiese. Benno von : Deutsche Dichter des 17. Jahrhunderts. Ihr Leben und Werk. Berlin 1984. S. 289-346.
      Volker Meid


Harsdörffer, georg philipp

Friedenshoffnung Springer-Strand, Ingeborg. In: Gedichte und Interpretationen 1, 1982, S. 245 - 254. .....
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Novalis (d.i. georg philipp friedrich von hardenberg)

Geb. 2.5.1772 auf Gut Oberwiederstedt bei Mansfeld; gest. 25.3.1801 in Weißenfels Der schwäbische Spätromantiker Justi-nus Kerner übersendet am 25. Januar 1810 Ludwig Uhland einen Auszug aus dem biographischen Porträt des N., das August Coelestin Just, ehemaliger Vorgesetzter und väterlicher Freund .....
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Melanchthon, philipp (d.i. philipp schwarzerd)

In seiner Einleitung zu Luthers Psalmen-Kommentar schreibt M. 1519. es sei nutzlos zu wissen, daß Gott die Welt erschaffen hat, wenn dieser Gott mcht weise und barmherzig ist. Diese Art der Erkenntnis sei den Christen eigen, sie übersteige alle Philosophie. So sehr M. die Philosophie liebt, ihre Erk .....
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Komm in den totgesagten park - stefan george

Komm in den totgesagten park und schau: Der Schimmer ferner lächelnder gestade • Der reinen wölken unverhofftes blau Erhellt die weiher und die bunten pfade. Dort nimm das tiefe gelb • das weiche grau 5 Von birken und von buchs • der wind ist lau • Die späten rosen welkten noch nicht .....
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April - georg heym

Das erste Grün der Saat, von Regen feucht, Zieht weit sich hin an niedrer Hügel Flucht. Zwei große Krähen flattern aufgescheucht Zu braunem Dorngebüsch in grüner Schlucht. Wie auf der stillen See ein Wölkchen steht, 5 So ruhn die Berge hinten in dem Blau, Auf die ein feiner Regen niedergeht .....
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Columbus - georg heym

12. Oktober 1492 Nicht mehr die Salzluft, nicht die öden Meere, Drauf Winde stürmen hin mit schwarzem Schall. Nicht mehr der großen Horizonte Leere, Draus langsam kroch des runden Mondes Ball. Schon fliegen große Vögel auf den Wassern 5 Mit wunderbarem Fittich blau beschwingt. Und weiße R .....
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Der winter - georg heym

Der Sturm heult immer laut in den Kaminen Und jede Nacht ist blutig-rot und dunkel. Die Häuser recken sich mit leeren Mienen. Nun wohnen wir in rings umbauter Enge, Im kargen Licht und Dunkel unserer Gruben, 5 Wie Seiler zerrend grauer Stunden Länge. Die Tage zwängen sich in niedre Stuben, Wo .....
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Im winter - georg trakl

Der Acker leuchtet weiß und kalt. Der Himmel ist einsam und ungeheuer. Dohlen kreisen über dem Weiher Und Jäger steigen nieder vom Wald. Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt. 5 Ein Feuerschein huscht aus den Hütten. Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten Und langsam steigt der graue Mond. E .....
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Die schöne stadt - georg trakl

Alte Plätze sonnig schweigen. Tief in Blau und Gold versponnen Traumhaft hasten sanfte Nonnen Unter schwüler Buchen Schweigen. Aus den braun erhellten Kirchen 5 Schaun des Todes reine Bilder, Großer Fürsten schöne Schilder. Kronen schimmern in den Kirchen. Rösser tauchen aus dem Brunne .....
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Drachen - georg britting

Die Drachen steigen wieder Und schwanken mit den Schwänzen Und brummen stumme Lieder Zu ihren Geistertänzen. 5 Von wo der knallende Wind herweht? Von Bauerngärten schwer! Jeder Garten prallfäustig voll Blumen steht, Die Felder sind lustig leer. Der hohe Himmel ist ausgeräumt, 10 Wasserblau, ohne R .....
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Raubritter - georg britting

Zwischen Kraut und grünen Stangen Jungen Schilfes steht der Hecht, Mit Unholdsaugen im Kopf, dem langen, Der Herr der Fische und Wasserschlangen, 5 Mit Kiefern, gewaltig wie Eisenzangen, Gestachelt die Flossen: Raubtiergeschlecht. Unbeweglich, uralt, aus Metall, Grünspanig von tausend Jahren. Ein .....
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Fröhlicher regen - georg britting

Wie der Regen tropft, Regen tropft, An die Scheiben klopft! Jeder Strauch ist naß bezopft. Wie der Regen springt! In den Blättern singt 5 Eine Silberuhr. Durch das Gras hin läuft, Wie eine Schneckenspur, Ein Streifen weiß beträuft. Das stürmis .....
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Georg herwegh (i8i7-i875)

mit seinen 'Gedichten eines Lebendigen" , die vor allem durch starke Affekte auffielen . Herwegh begründete mit seiner 'Arbeiter-Marseillaise" die deutsche Arbeiterdichtung: Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still, Wenn dein starker Arm es will. Brich das Doppe .....
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Vring, georg von der

Aufgehender Mond Neis, Edgar. In: Mond in der Lyrik, 1971, S. 21 - 22. Aus einer Nacht Bondy, Barbara. In: Zehn Minuten, 1991, S. 75 - 80. Cap de Bonne-Esperance Piontek, Heinz. In: Frankfurter Anthologie 1, 1976, S. 127 - 130. Der Bogenpfeil Eich, Günter. In: Mein Gedicht. 1961, S .....
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Vogelschau - stefan george

Weisse schwalben sah ich fliegen Schwalben schnee- und silberweiss • Sah sie sich im winde wiegen • In dem winde hell und heiss. 5 Bunte häher sah ich hüpfen • Papagei und kolibri Durch die wunder-bäume schlüpfen In dem wald der tusferi. Grosse raben sah ich flattern • 10 Dohlen schwarz un .....
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Simmel, georg

S. besaß eine Sammlung kostbaren Porzellans. Schüler berichten von einer Berliner Vorlesung vor einer großen, in die Hunderte gehenden Hörerschaft, in welcher er über eine chinesische Porzellanschale mit einer feinen Tuschzeichnung dozierte. Er verwies dabei auf die augenblickliche Lebensbewegung de .....
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Weckherlin, georg rodolf

An das Teutschland Weber, Albrecht. In: Deutsche Barockgedichte, 1967, S. 42 - 43. Meid, Volker. In: Gedichte und Interpretationen 1, 1982, S. 148 - 158. Die Lieb ist Leben und Tod Hippe, Robert. In: Liebe im Gedicht, 1971, S. 20 -21. Ãœber den frühen Tod etc Beck, Adolf. In: Deutsche Lyr .....
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Hamann, johann georg

In der Italienischen Reise schreibt Goethe, als er über seine Lektüre Giambattista Vicos berichtet, es sei »gar schön, wenn ein Volk solch einen Ältervater besitzt: den Deutschen wird einst Hamann ein ähnlicher Kodex werden«. Ein solcher »Ã„ltervater« ist H.. den Friedrich Karl von Moser den »Magus .....
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Weerth, georg

Arbeite! Neis, Edgar. In: Welt der Arbeit, 1975, S. 16 - 20. Das Hungerlied Bräutigam, Kurt. In: Zugänge, 1977, S. 43 - 46. Der Kanonengießer Hermand, Jost. In: Geschichte im Gedicht, 1979, S. 128- 135. Die hundert Männer von Haswell Hermand, Jost. In: Geschichte im Gedicht, 1979, S .....
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Hegel, georg wilhelm friedrich

Das Portrait des versunkenen Professors auf dem Katheder über den Köpfen der andächtig mitschreibenden jungen Herren im Frack zeigt H. im Jahre 182S. auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn, in Berlin. Dieser H. ist es. der in die Nachwelt einging, dessen Denken z.B. dem jungen Marx noch ganz selbstverstä .....
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Winter, georg

Das Faultier oder die Geschichte zur hakenförmigen Kralle Wiese, Benno von. In: Frankfurter Anthologie 11, 1988, S. 249 - 253. .....
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Zesen, philipp von

Ach! Schönste Ingen, Ferdinand van. In: Rezeption und Produktion, 1972, S. 121 - 136. An ihren Hochgeehrten freunt Herrn Philip Caesies von Fürstenau Kabeil, Aage. In: Orbis litterarum 5, 1947, S. 180- 186. Ein Jambisch Echonisch Sonnet Kaiser, Gerhard. In: Augenblicke, 1987, S. 78 - .....
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Lukäcs, georg

Geb. 1 ?. 4. J^.s in Budapest: gest. 4. 6. 1971 in Budapest 'Die Beziehung zu Marx ist der wirkliche Prüfstein für jeden Intellektuellen, der die Klärung seiner eigenen Weltanschauung, die gesellschaftliche Entwicklung.... seine eigene Stellung in ihr. . . ernst nimmt.« So schrieb Georg L., beina .....
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Mead, george herbert

In ihren Grundzügen ist die Philosophie M.s dem Pragmatismus von William James und lohn Dewey verpflichtet. Möglicherweise ist 111 dieser Verbindung begründet, daß er lange Zeit in deren Schatten stand und in seiner eigenständigen Position nicht gesehen wurde. Ein anderer Grund dafür ist, daß M. zu .....
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Moore, george edward

Bezeichnend für M.s Persönlichkeit wie für sein gesamtes Schaffen ist eine Episode aus seinen ersten Studienjahren in Cambridge. Von Bertrand Russell war er zu einer Unterhaltung mit dem bekannten Philosophen John M.E. McTaggart eingeladen worden. Im Laute des Gesprächs trug dieser seine These von d .....
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