Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Gutzkow, Karl



»Sein Name wird bleiben, aber von seinen Werken nichts«, so urteilte Theodor Fontane; dagegen schrieb der im Lob sparsame Arno Schmidt: »Er saß, wie jeder gute Schriftsteller übrigens, zeitlebens zwischen sämtlichen Stühlen.« G. kommt in jeder deutschen Literaturgeschichte vor, aber selten gut weg. Den einen war er, gemessen am Niveau des zeitgenössischen politisch-literarischen Diskurses vom linken Hegelianismus bis hin zum wissenschaftlichen Sozialismus zu liberal — und das galt als zu wenig. Schon die frühe Kritik des damals steckbrieflich gesuchten Georg Büchner an seinem mutigen Förderer G. blieb hier das entscheidende Verdikt über die Qualität des politischen Schriftstellertums, das G. zusammen mit Ludolf Wienbarg, Heinrich Rudolph Laube und Theodor Mundt unter dem Etikett »Junges Deutschland« in der Mitte der 30er Jahre repräsentierte: »Die Gesellschaft mittelst der Idee, von der gebildeten Klasse aus reformieren? Unmöglich!« Den anderen war G.s Programm des »Schmuggelhandel der Freiheit: Wein verhüllt in Novellenstroh« ebenfalls zu liberal, aber ihnen ging dieser politisch-literarische »Tendenzschriftsteller« damit zu weit. Zusammen mit den Schriften Heinrich Heines und der jungdeutschen Schriftsteller wurden G.s bisherige Publikationen 1835 verboten, in Preußen sogar auch die künftigen, und erst 1842 wieder zugelassen - ein bis dahin noch nicht da gewesener Akt staatlicher Gewalt gegen freie Schriftsteller, der einem Berufsverbot gleichkam. G. erhielt zusätzlich für seinen Roman Wally, die Zweiflerin , in dem er die Kritik an der herrschenden religiösen Orthodoxie provokativ mit der Forderung nach freier Liebe verband, einen Monat Gefängnis. Er wurde danach nicht zum Renegaten wie Laube, aber am weiteren Politisierungsprozeß der Literatur in den 40er Jahren nahm er nicht mehr teil. Den Rechtsruck der liberalen Opposition nach 1848 hin zum »Nationalliberalismus« und zu Bismarck machte er jedoch auch nicht mit .

      G., der Sohn eines Pferdeknechts, der soziale Aufsteiger und entlaufene Theologe, war ein Vermittler. Als bisher noch kaum gewürdigter rastloser Journalist und als Literaturkritiker {Literaturblatt, Phönix, Augsburger Allgemeine Zeitung, Unterhaltungen am häuslichen Herd u.a.) vermittelte er die immer noch exklusiven Fragen von Kunst und Literatur mit den aktuellen politischen Problemen der Gesellschaft — im Kampf mit der Zensur und um das tägliche Brot. Als Theaterautor setzte er diese Bemühungen in einer Vielzahl heute vergessener Stücke fort — und unterlag hier einerseits der sich operativ politisierenden Lyrik vor 1848, andererseits dem dezidiert entpolitisierten historischen Drama Christian Friedrich Hebbels. Als Erzähler schließlich zielte er mit seinem Konzept des »Roman des Nebeneinander« auf den modernen Gesellschaftsroman, in dem die Daguerreoty-pisierung der sozialen Wirklichkeit ebenso vermieden werden sollte wie deren Verklärung . Auch hier kam G. gegen die erfolgreicheren Gustav Freytag, Friedrich Spielhagen und Gottfried Keller nicht an, erst recht nicht gegen den englischen und tranzösischen Gesellschaftsroman.
      G. war einer der ersten deutschen Berufsschriftsteller. Der Zwang, sich auf dem Markt behaupten zu müssen, führte zu wachsender Selbstentfremdung und zu Widersprüchen bei seinem Ziel, den aufrechten Gang durch literarische Aufklärung zu fördern. Er schrieb mehr als Johann Wolfgang von Goethe, änderte ständig um, ohne jemals den eigenen Stil, den glänzenden Erfolg und das sichere Auskommen erringen zu können. Es war ein geschundenes Leben, angefüllt mit unablässigem Streit, manifestem Verfolgungswahn und wachsender Depression: eine der vielen Varianten gestörter deutscher Bürgerkchkeit. G. erstickte , halb betäubt von einem Schlafmittel, im Rauch der umgestürzten Lampe, nachts im Bett. Dieses Leben, das nach Theodor Fontane eine »schon bei Lebzeiten beiseitegeworfene Existenz« war, hat G. — heute noch lesenswert - in seinen Briefen und den Autobiographien Aus der Knabenzeit und Rückblicke auf mein Leben selber fesselnd beschrieben.
      Funke. Rainer: Beharrung und Umbruch 1830—1860. Karl Gutzkow auf dem Weg in die literarische Moderne. Frankfurt a.M. 1984.
      Schneider, Manfred: Die kranke schöne Seele der Revolution. Heine. Börne, das »Junge Deutschland«, Marx und Engels. Frankfurt a.M. 1980.
      Peter Stein


Ferdinand lassalle, karl marx, friedrich engels - die 'sickingendebatte

Lassalles Aufsatz über die tragische Idee Beilage zum Brief Lassalles an Marx vom 6. März 1859 Ãœber die formelle tragische Idee, die ich dem Drama und seiner Katastrophe zugrunde legte - den tiefen dialektischen Widerspruch, welcher der Natur alles Handelns, zumal des revolutionä-. ren, innewohnt .....
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Kurzes unwetter - karl krolow

Die Wolkenpferde ins Licht sich stürzen. Es qualmt die Erde von starken Würzen. 5 Die schweren Leiber den Himmel fegen. Sturm ist ihr Treiber, schlägt Staub und Regen aufs schwarze Wasser. 10 Die Gräser sausen. Die Beerenprasser befällt ein Grausen. Ahorne biegen sich in den Lüften. 15 Wildblumen .....
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Rosenkranz, karl

David Friedrich Strauß hat seinerzeit R. - wohl aus Mangel an eindeutigen politischen Zuordnungskriterien - in die Mitte und ins Zentrum der Hegeischen Schule gesteht, eine Charakterisierung, die übrigens R. selbst für durchaus zutreffend gehalten hat. In einem Brief an den Freund und Vertrauten Var .....
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Rahner, karl

Es ist nicht selbstverständlich, daß ein Autor, dessen philosophische Dissertation vom Doktorvater abgelehnt wurde und der selbst als Theologe gearbeitet hat. schon zu Lebzeiten in maßgeblichen Philosophie-Lexika verzeichnet wird. Bei R. war dies der Fall. Erklären läßt es sich durch das ihm eigentü .....
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Popper, karl raimund

P.s Autobiographie beginnt mit den Worten: »Es war einmal ein Tischlermeister, der hieß Adalbert Posch.« Dieser Meister des Handwerks hatte die Angewohnheit, durch seinen eigenen Wissensschatz die Bildungslücken seines studierten Lehrlings aufzudecken. Der Lehrling war P., der hier lernte, was es he .....
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Mannheim, karl

Als ein »nach Deutschland verschlagener Scherben« fühlte sich M. in Heidelberg noch 1921. obwohl Deutschland und die deutsche Kultur ihm nicht fremd waren - seine Mutter war Deutsche, und von 1912 bis 1913 hatte M. bei Georg Simmel in Berlin Philosophie studiert. Doch seine Identität war stark vom i .....
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Löwith, karl

Die Auslieferung an das geschichtliche Den- ken ist nicht nur dem historischen Materialismus und in anderer Weise dem metaphysischen Historismus von Hegel eigentümlich, sie kennzeichnet auch alles nachhegelsche und nachmarxistische Denken. Man glaubt auch im bürgerlich-kapitalistischen Westen, des .....
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Korsch, karl

»Mein Lehrer ist ein enttäuschter Mann. Die Dinge, an denen er Anteil nahm, sind nicht so gegangen, wie er es sich vorgestellt hatte. letzt beschuldigt er nicht seine Vorstellungen, sondern die Dinge, die anders gegangen sind. Allerdings ist er sehr mißtrauisch geworden. Mit scharfem Auge sieht er ü .....
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Kautsky, karl

Zu seinen Lebzeiten galt er den einen als »Lehrmeister der Klasse« des Proletariats , den anderen als bläßlicher »Stubengelehrter« , als Revisionist, gar Renegat des Marxismus. Das Bild K.s als maßgeblicher Ideologe und Propagandist des parteioffiziellen Marxismus der Zweiten Internationale unterheg .....
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Jaspers, karl

In einem seiner Hauptwerke, der dreibändigen Philosophie von 1932. hatte er angekündigt: »Ein Philosophieren aus möglicher Existenz, welche sich durch philosophisches Leben zur Wirklichkeit bringen will, bleibt Suchen. Das Ursprungsbewußtsein drängt zu diesem Ursprung als selbstbewußtes Suchen, das .....
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Zuckmayer, karl

Die Wölfe Neis, Edgar. In: Tiergedichte, 1976, S. 106 - 108. .....
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Wolken, karl alfred

Zu früh fanden wir Wolken, Karl Alfred. In: Pausen zwischen den Worten, 1986, S. 107-111. .....
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Wolfskehl, karl

Ich Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 274 - 276. .....
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Diese alten männer - karl krolow

Diese alten Männer, die niemand mehr ansieht, Hausierer mit Phantasie, reale Nullen, bei Abschaffung ihres Lebens, unter Bäumen im Park wartend auf nichts anderes als auf Vergangenheit — eine Landkarte aus Staub. Versteckte Sätze leben in ihnen weiter im trockenen Mund. Einige haben ei .....
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Karl krolow (geb. i9i5)

erinnert in manchem an Georg Trakl, vor allem in der Symbolhaftigkeit seiner Bilder, aber auch dort, wo seine Gedanken schwermütig um Tod und Verwesung kreisen: Ein Spiel Karten die lyrische Landschaft -sehr leicht zu mischen Tod, ungemischt, gezinkt von Angstschweiß Und altem Gelächter, Tod mit .....
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Ein psychologe seiner selbst: karl philipp moritz und sein »anton reiser«

Sehr eindrucksvoll, vielleicht unerreichbar, tut dies Karl Philipp Moritz in seinem Werk »Anton Reiser. Ein psychologischer Roman«. Hier beschreibt er die Kindheit und Jugend von Anton Reiser. Eine ganze Menge von dem, was der Held erlebt, stimmt mit dem überein, was Moritz selbst erlebt hat. Und d .....
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Index » Schreiberlust und Dichterfrust » Die Karte der »Schatzinsel«

Karl marx - zur kritik der hegeischen rechtsphilosophie. einleitung

Der Kampf gegen die deutsche politische Gegenwart ist der Kampf gegen die Vergangenheit der modernen Völker, und von den Reminiszenzen dieser Vergangenheit werden sie noch immer belästigt. Es ist lehrreich für sie, das ancien regime, das bei ihnen seine Tragödie erlebte, als deutschen Revenant seine .....
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Karl marx - aus: einleitung zur kritik der politischen Ökonomie

Bei der Kunst bekannt, daß bestimmte Blütezeiten derselben keineswegs im Verhältnis zur allgemeinen Entwicklung der Gesellschaft, also auch der materiellen Grundlage, gleichsam des Knochenbaus ihrer Organisation, stehn. Z. B. die Griechen verglichen mit den modernen oder auch Shakespeare. Von gewiss .....
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Willschrei, karl-heinz

Biografie: *18.3.1 in Homberg. K.-H. Willschrei studierte Theaterwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Zeitungswissenschaft. Nach Studium und Promotion arbeitete er als Drehbuchautor und Produzent bei der Münchener Bavaria, wo er von 1970 bis 1973 als Abteilungsleiter für internationale Co-Prod .....
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Tschon, karl-richard

Biografie: *1 in Teplitz-Schönau. K.-R. Tschon war kaufmännischer Angestellter, später Pianist, seit 1945 freier Schriftsteller in München. Er schrieb seit 1951 mehr als 30 Hörspiele, hauptsächlich Krimis. Besonders in seinen mehrteiligen Kriminalstücken stellte er sich in die Tradition der seinerze .....
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Stöppler, karl-michael

Biograhe: *14.11.1 in Alsfeld . K.-M. Stöppler arbeitete nach einem Volontariat mehrere Jahre als Redakteur bei Tages- und Wochenzeitungen. Er studierte Jura und war als Assessor in einer Anwaltskanzlei und beim Bundesvorstand einer Gewerkschaft tätig. Seit 1993 ist er Pressesprecher der Kreisverwal .....
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Berger, karl-heinz

auch unter den Pseud.: K. Heinz, Charles P. Henry Biografie: *28.7.1 in Köln, +25.11.1 Berlin. K.-H. Berger studierte Germanistik, Geschichte und Anglistik an der Humboldt-Universität in Berlin. Von 1952 bis 1957 arbeitete er als Verlagslektor in Berlin, 1957/58 folgte ein Studium am Literaturin .....
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Bilderbuch: karlinchen (fuchshuber i995)

Eine Geschichte vom Fremdsein: Karlinchen hat durch den Krieg alles verloren und sucht in der Welt der Menschen, der Tiere und phantastischer Wesen nach einem neuen Zuhause. Ãœberall wird das Mädchen abgewiesen, weil es fremd und anders ist, weil man selbst - angeblich oder wirklich - nichts hat, bi .....
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Karl neumann 'frank und irene (i964)

Kinder- und Jugendromanc von Karl Neumann gehörten zu den meistgelesenen Erscheinungen der Kinder- und Jugendliteratur der DDR. Nach dem großen Erfolg von 'Frank", in dem ein Außenseiter gleichsam in die Gemeinschaft geführt wurde, schrieb der Autor auf Drängen von Lesern und Verlag die Fortsetzung .....
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Index » Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur » KARIN RICHTER

Briefe über don karlos

Die Ausführungen zeigen, daß Schiller mit der literarischen Verarbeitung der Geheimbund- und Verschwörungsthematik im Geisterseher einen Trend der Zeit aufgriff und - knapp drei Jahre vor der Erstürmung der Bastille - im politischen Kontext popularisierte. Aber nicht nur in seinem Fortsetzungsroman, .....
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Index » Friedrich Schiller: Der Geisterseher » Despotismus der Aufklärung: Marquis von Posa, Illuminaten und Jesuiten

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Gutzkow,  Karl    





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