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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Gryphius, Andreas



»Der Autor über seinen Geburts-Tag den 29. Septembr. des MDCXVI Jahres«, so lautet die Ãœberschrift eines Sonetts von G. Das Datum ist falsch, der Autor entscheidet sich bewußc gegen die historische und für eine symbolische Wahrheit. Er wählt den Tag als Geburtstag, »An dehm der Engel-Printz den Teuffei triumphirt«, den Tag des Erzengels Michael: Zeichen dafür, daß er sein Leben unter den besonderen Schurz Christi und seiner »Engel Schar« sieht - und ein Hinweis darauf, daß man im 17. Jahrhundert ein besonderes Verhältnis zur historischen Wahrheit hatte.

      G. wurde, und das ist die historische Wahrheit, am 2. Oktober 1616 in Glogau geboren. Der Dreißigjährige Krieg und die damit verbundenen konfessionellen Konflikte prägten seine Jugend. Sein Vater, ein protestantischer Geistlicher, kam auf ungeklärte Weise ums Leben, als Friedrich

V.

von der Pfalz, der »Winterkönig«, 1621 auf der Flucht durch Glogau zog; das evangelische Gymnasium, das G. seit 1621 besuchte und an dem sein Stiefvater Michael Eder lehrte, wurde im Zuge der Rekatholisierungspolitik Wiens 1628 geschlossen. Erst 1632 konnte G.. dessen Mutter inzwischen ebenfalls gestorben war, wieder eine Schule, das Gymnasium in Fraustadt, besuchen. Den Beginn einer besseren Zeit bedeuten die anschließen-denjahre in Danzig und auf dem Gut des angesehenen Rechtsgelehrten Georg Schönborner in der Nähe von Fraustadt . In Danzig vermittelten ihm die Lehrer des Akademischen Gymnasiums auch den Zugang zur neueren deutschen Dichtung - zwei lateinische Herodes-Epen hatte er schon 1634 und 1635 veröffentlicht -, und Georg Schönborner verlieh 1637 seinem Hauslehrer kraft seiner Rechte als Kaiserlicher Pfalzgraf Adelstitel und Magisterwürde und krönte ihn zum Poeten.
      Inzwischen waren nämlich G. erste deutsche Gedichte, die sogenannten Lissaer Sonette erschienen. Sie enthalten bereits einige seiner bekanntesten Texte und nehmen auch schon das Thema auf, das kennzeichnend für sein gesamtes Werk werden sollte: »Ich seh wohin ich seh/nur Eitelkeit auff Erden«.
      Das gute Verhältnis zur Familie Schönborner führte dazu, daß G. die beiden Söhne zum Studium an die calvinistische Universität Leiden begleiten durfte, beliebter Studienort für protestantische Schlesien G. nutzte die Zeit in Leiden zu intensiven Studien, wobei seine besonderen Interessen der Staatslehre und den modernen Naturwissenschaften galten. Zugleich wuchs sein dichterisches Werk: 1639 erschienen die Son- und Feyrtags Sormete, die den sonntäglich zur Vorlesung kommenden Evangelienabschnitten folgen, 1643 das erste Buch der Sonette , Oden und Epigramme. Entscheidend für seine späteren dramatischen Versuche war die Begegnung mit den Werken des holländischen Dramatikers Joost van den Vondel, die häufig im neuen Amsterdamer Schauspielhaus gegeben wurden. Die folgende Reise durch Frankreich und Italien brachte ihn nicht nur zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten — ihnengelten einige Sonette -, sie führte auch zu neuen wissenschaftlichen und literarischen Kontakten und zur Erweiterung seiner Kenntnis des europäischen Theaters: Pierre Corneille in Paris, die Oper und die Commedia dell arte in Venedig.
      Ãœber Straßburg — hier vollendete er sein erstes Trauerspiel Leo Armenius — kehrte er 1647 nach Schlesien zurück, erhielt ehrenvolle Berufungen an mehrere Universitäten, lehnte jedoch ab und trat stattdessen 1650 das Amt eines Syndicus in Glogau an. Damit war er Rechtsberater der Landstände in einer Zeit, in der die Habsburger die Gegenre-tormation in Schlesien weiter voranzutreiben suchten. Im Zusammenhang mit der Abwehr dieser Bestrebungen steht die von G. herausgegebene Dokumentensammlung Glogauisches Fürstenthutnbs Landes Privilegia .
      Das stetige Wachsen seines literarischen Werkes zeigen die Sammelausgaben von 1650 , 1657 und 1663 . Vieles war freilich schon früher, vor seinem Amtsantritt in Glogau, entstanden. Das gilt nicht zuletzt für das dramatische Werk, mit dem G. das deutschsprachige Kunstdrama begründet. In seinem ersten Trauerspiel Leo Armenius spricht er von der Absicht, »die Vergänglichkeit menschlicher Sachen in gegenwertigem / und ethch folgenden Trauerspielen vorzustellen«. Diesem Programm sind die folgenden Stücke verpflichtet — Catharina vcn Georgien , Cardenio und Celinde . Carolus Stuardus , Papinianus -, wenn auch die aktuelle politische Bedeutung gerade der Märtyrerstücke nicht zu übersehen ist: Catharina von Georgien stirbt für »Gott und Ehr und Land«, Papinianus widersetzt sich standhaft dem kaiserlichen Ansinnen, Unrecht zu rechtfertigen, und das aktuelle »Trauer-Spil« um Karl I. vertritt ganz im lutherischen Sinn das göttliche Recht der Könige.
      Daß es an der herrschenden Ordnung nichts zu rütteln gibt, lehren auch die Lustspiele Horribilicribrifax und Peter Squentz : Wer den ihm angemessenen Platz in der gesellschaftlichen Hierarchie verkennt, wirkt komisch. Die Lustspiele, si> opernhafte Festspiel Majuma und ein aktweise wechselndes Mischspiel l tAibtes Gespenste. Die geübte Dornrose, 1660) - dies sind freilich nicht allzuhäufige Auiflüge des tiefsinnigen Melancholikers ins Heitere. Schwerwiegender - auch für er.e Interpretation der Lyrik und der Trauerspiele - scheinen die großenteils postumen %erötfentlichungen von Werken geistlichen Inhalts: Ãœbersetzungen von Erbauungs-rtchern des Engländers Richard Baker , Bearbeitungen von Kirchenliedern Josua Stegmanns und die eigenen Dis-xnationes Funebres, Oder Leich-Abdanckungen . Es sind Werke, die zu seinem â– orhaben zurückführen, »die Vergänglichkeit menschlicher Sachen« vorzustellen, um « den Blick für das, »was ewig« ist, zu schärfen.
      Vir.ruck, Eberhard: Andreas Gryphius. Stuttgart ;I986.
      Volker Meid


Gryphius, andreas

Geb. 2.10.1616 in Glogau; gest. 16.7.1664 in Glogau »Der Autor über seinen Geburts-Tag den 29. Septembr. des MDCXVI Jahres«, so lautet die Ãœberschrift eines Sonetts von G. Das Datum ist falsch, der Autor entscheidet sich bewußt gegen die historische und für eine symbolische Wahrheit. Er wählt den .....
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Das barocke emblem lässt die poetologische differenz offen zutage treten: das sonetten die welt von andreas gryphius

Es gibt nun, wie ich meine, eine spezielle literarische Gattung die derart beschaffen ist, dass sie die poetologische Differenz gleichsam nackt darbietet: für jeden sofort sichtbar. Das ist das barocke Emblem , bestehend aus Inscriptio, Pictura und Subscriptio. Die Pic-tura - das ist die Veranschaul .....
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Andreas gryphius - tranen des vaterlandes anno i636

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret! Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun, Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Kartaun Hat aller Schweiß und Fleiß und Vorrat auf gezehret. Die Türme stehn in Glut, die Kirch ist umgekehret, Das Rathaus liegt im Graus, die Starken si .....
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Es ist alles eitel - andreas gryphius

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden. Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein; Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein, Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden. Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden; Was itzt so pocht und trot .....
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Gryphius, andreas

Abend Knauf, Rudolf. In: Hienger / Knauf, 1969, S. 12 - 14. Hippe, Robert. In: Tod im Gedicht, 1971, S. 10 - 11. Schindler, Marvin S. In: Sonnets of A. G., 1971, S. 68-91. Freund, Winfried. In: Freund-Lyrik, 1990, S. 12 - 20. Lari, Loretta. In: Jacques e i suoi quaderni 22, 1994, S. 410 .....
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Andreas capellanus

Im Mittelpunkt der Diskussion über das Wesen der höfischen Liebe hat immer der lateinische Traktat >Ãœber die Liebe< von Andreas Capellanus gestanden, der wahrscheinlich zwischen 1180 und 1190 verfaßt worden ist. Andreas war nach eigener Aussage »königlicher Hofkaplan« {aulae regiae capellanus, S. .....
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Reimann, andreas

Zu guter letzt Püschel, Ursula. In: Mit allen Sinnen, 1980, S. 190 - 194. .....
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Andreas, fred

Biografie: *1935. Ãœber den Autor konnten bisher keine Lebensdaten ermittelt werden. Kriminalromane: 1927 Flucht ins Dunkle, Ullstein, NA 1941 Aufwärts Verlag, Aufwärts Kriminalromane Nr. 10; 1929 Das Schiff ohne Liebe, Merkur; 1933 Die alte Rechnung - Roman einer Schuld und einer Liebe, Ullstein; .....
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Franz, andreas

Biografie: *12.1.1 in Quedlinburg/ Sachsen-Anhalt. A. Franz siedelte 1955 mit seinen Eltern nach Helmbrechts in die oberfränkische Provinz über. Nach der Trennung seiner Eltern kam er mit seiner Mutter 1967 nach Frankfurt/M., wo er bis zu seinem sechzehnten Lebensjahr das Gymnasium besuchte. Er wech .....
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Izquierdo, andreas

Pseudonym Biografie: *9.8.1 in Euskirchen. A. Izquierdo wuchs als Sohn eines deutschen Ingenieurs und einer spanischen Krankenschwester in Iversheim auf. Nach dem Abitur begann er in Köln zu studieren, volontierte aber bald in einem kleinen Sportverlag und gehörte 1993 zu den Preisträgern eines We .....
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Mäckler, andreas

Biografie: *11.10.1 in Karlsruhe. A. Mäckler studierte Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur und Geschichte an der Philipps-Universität Marburg. Er arbeitete als Lektor, dann als freier Journalist mit den Arbeitsschwerpunkten Film, Kunst, Kulturreiseführer und Kriminalgeschichten. 2000 speziali .....
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Johann elias schlegel - vergleichung shakespeares und andreas grypbs bei gelegenheit des versuchs

Wie sorgfältig Shakespeare gewesen, seine Charaktere zu bilden, sieht man daraus, daß er meistens ihre ganzen Charaktere einem andern in den Mund gelegt und sie so beschreiben lassen, daß fast nichts hinzuzusetzen übrig bleibt. [...] Man sieht, daß diese Charaktere alle eine ziemlich große Ähnlich .....
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