Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Goethe, Johann Wolfgang



Ein Werk hat G. hinterlassen, das. obgleich mittlerweilen wohlbekannt, doch niemals als solches benannt worden ist: sein Leben. Wie keine andere bedeutende Figur der Weltgeschichte hat G. - von seinen mittleren Jahren an — jeden Augenblick seines Daseins in Briefen, Tagebüchern, Notizen, in Gesprächen, die zur Niederschrift schon vorherbestimmt waren, aufbewahrt. Dieses »Leben« hätte bloßes Kunstwerk werden können, wenn es dem Dichter gelungen wäre, es ganz und gar selbst aufzuschreiben. Tausend Zufälle jedoch mußten ihm, wie jedem, in den Arm fallen, um ihn davon abzuhalten, und so konnte er, bedauernd und stolz zugleich, nur die »Bruchstücke einer großen Konfession« selbst und bereits als literarisches Werk der Nachwelt überUefern: Dichtung und Wahrheit , die Italienische Reise und Die Campagne in Frankreich .

      In Dichtung und Wahrheit begleitet die günstigste Konstellation der Gestirne die Geburt des Kindes: am 28. August 174g geleiten es die Jungfrau. Jupiter und Venus mit freundlichen Blicken in die Welt, Saturn und Mars »verhielten sich gleichgültig«. Von da an hatte auch im wirklichen Leben den Abergläubischen ein freundliches Dreigestirn umgeben: eine bewundernde Schwester, Cornelia, ein verantwortungsbewußter Vater, Johann Caspar und eine hebevolle Mutter, Catharina Elisabeth. Das Haus am Hirschgraben in Frankfurt a.M.. in dem G. Kindheit und Jugend verbrachte, war wohlhabend und gesellig. Der Vater, durch eine beträchtliche Geldsumme zum Kaiserlichen Rat ohne große Dienstgeschäfte avanciert, richtete seine Energie vor allem aufsein Haus und auf die Erziehung des Sohns. Der Knabe lernte viele Sprachen und ihre Literaturen kennen: Griechisch, Latein, Hebräisch, Französisch, Englisch, Italienisch. Vor der väterlichen Disziplin konnte er in die freundliche Atmosphäre von Mutter und Schwester entweichen. Gegen die Strenge des Vaters erprobte der Knabe im Schutz der Frauen die Macht seiner Phantasie, aus der Askese befreiten sich so doch immer wieder die Sinnlichkeit und Lust. In diesem Milieu wuchs in G. der gebildete Dichter heran, der neue Erfahrungen der Wirklichkeit stets einer gelehrten Tradition anzuvertrauen vermochte.
      Zunächst folgte G. dem Wunsch und Rat des Vaters und begann die Ausbildung für einen Brotberuf. 1765 bezog er als Student der Rechte die Universität Leipzig und schloß dieses Studium in Straßburg 1771 mit der Lizentiatenwürde ab. Eine juristische Praxis in Frankfurt a.M. mißglückte; G. ging im Mai 1772 als Referendar ans Reichs.vammergericht nach Wetzlar, von wo er im September schon wieder schied, um sein berufliches Glück noch einmal in Frankfurt a.M. zu versuchen; dort schloß er eine ?ald wieder autgelöste Verlobung mit der reichen Kaufmannstochtcr Lili Schöne-mann. Diese freudlosen Stationen des Berufslebens nehmen mit der Begegnung mit dem achtzehnjährigen Erbprinzen von Weimar, Carl August, im September 1775 nur scheinbar ein Ende. Genauso wie den berühmten Werther-Dichter hatte nämlich Carl August G. als Verwaltungsbeamten in Weimar eingeführt: bald wurde er dort Lega-tionsrat im Großen Consilium, besorgte die Rekrutierung von Soldaten, war Mitglied der Wegebaukommission und förderte den Bergbau in Ilmenau. Nicht mit der Ankunft in Weimar also, sondern erst mit der Flucht von dort nach Italien läßt G. den vom Vater verordneten Beruf des Juristen hinter sich.
      Schon in Leipzig freilich war G. dem trockenen Studium der Rechte ausgewichen und hatte sich den musischen Figuren der damaligen Weltstadt, vor allem dem Akademiedirektor Friedrich Oeser angeschlossen, durch den er mit den Schriften Johann Joachim Winckelmanns vertraut wurde. Mehr als die Liebelei mit der Wirtstochter Anna Katharina Schönkopf mag ihn der Zuspruch des Freundes Ernst Behrisch zu den Annette-Liedern im anakreontischen Stil angeregt haben, denn andererseits konnte ihn die harte Kritik eines Lehrers an seiner Poesie auch wieder in eine heftige schöpferische Krise stürzen.
      Eine schwere Krankheit brachte den Neunzehnjährigen an seinem Geburtstag wieder nach Hause zurück. Am Krankenbett betreute ihn Susanna von Klettenberg, eine Freundin seiner Mutter, die den Herrnhutern nahestand und den labilen Jüngling zu religiösen Erfahrungen zu bewegen suchte. Seiner Pflegerin hat G. ein nicht gerade schmeichelhaftes Denkmal in den Bekenntnissen einer schönen Seele im 6. Buch von Wilhelm Meisters Lehrjahren gesetzt. Es zeigt - wie auch die frühen Romane. Die Leiden des jungen Werthers und Wilhelm Meisters theatralische Sendung . jene erste, zum größten Teil verworfene Fassung der Lehrjahre -, daß G. psychologisch schart beobachtete: angebliche Gnadenerfahrungen und Liebesdramen nimmt er als das Material, aus dem Charaktere zu bilden sind.
      Dennoch hat G. mit dem Werther, dessen biographischer Anlaß, die kurze Liebe zu Charlotte Buff in Wetzlar, schon für die Mitwelt so leicht auszumachen war, einen Topos des bürgerlichen Literaturverständnisses begründet, dessen bevorzugter Gegenstand er selbst und seine Poesie denn auch gebheben sind: den des unmittelbaren Zusammenhangs von Erleben und Literatur, vor allem von Poesie und Liebe. Mehr noch als der Prosaschriftsteller scheint der Lyriker der Liebesgeschichten bedurft zu haben, um dichten zu können. Das Kapitel »G. und die Frauen« eröffnet die Liebeslyrik, die ausdrücklich an Friederike Brion gerichtet ist, die Pfarrerstochter aus Sesen-heim, die G. bei seinem Aufenthalt in Straßburg 1770 kennenlernte; Minna Herzliebs Name ist als Wortspiel im Sonetten-Zyklus von 1808/09 wiederzufinden; auch soll sie den Dichter zur Figur der Ottilie in den Wahlverwandtschaften angeregt haben; Marianne von Willemer hat durch eine fast geheime Leidenschaft und Anteilnahme den Zyklus des West-östlichen Divans inspiriert; die siebzehnjährige Ulrike von Levet-zow, die der Zweiundsiebzigjährige mit einem Heiratsantrag umwarb, gab ihm die Töne der Trilogie der Leidenschaften ein.
      Nun waren aber die sogenannten Liebeserlebnisse G.s eher gedämpft und für ein so langes Leben durchaus auch in ihrer Häufigkeit normal. Im Verhältnis zur Menge der Werke, die jedenfalls ohne die Inspiration durch eine weibliche Muse entstanden, ist der Anteil der an Freundinnen und Gehebte gerichteten Poesie gering. Einer einzigen Frau in G.s Leben wurde bislang der Titel der Muse verweigert: Christiane Vulpius. die er nach der Italienreisc in sein Haus nahm und 1806 nach der Schlacht von Jena, die auch Weimar in Mitleidenschaft gezogen hatte, heiratete. Ihre Existenz hat aber so gut wie jede andere ihren Niederschlag in der Dichtung gefunden: in den Römischen Elegien , in Alexis und Dora und vor allem im Thema eines zyklischen Wachstums und Vergehens in der Metamorphose der Pßanzen . Die Nachwelt, die an G.s Liebesleben so großen Anteil nahm, hat freilich recht, die fernen Geliebten gegenüber dieser Frau, mit der er einen Hausstand gründete, auszuzeichnen. Alle anderen hat G. selbst in jener Distanz gehalten, in der Musen immer zu bleiben haben. Selbst Charlotte von Stein, mit deren Hilfe er im ersten Weimarer Jahrzehnt seine Poesie und sein Leben neu einrichtete, hatte von sich aus durch Stand, Ehe und Sprödigkeit eine Unnahbarkeit, die der poetischen Inspiration förderlich war.
      Letztlich bleiben die Anregungen von Freunden so gut wie die aus der Dichtung der Vergangenheit und Gegenwart die eigentlichen poetischen Quellen G.s. In den vor-weimarer Jahren nahm er eine Fülle von Anregungen auf. vor allem geriet er in Straßburg unter den Einfluß Johann Gottfried Herders, der ihn die deutsche Vergangenheit, das Straßburger Münster, das »Originalgenie« Shakespeare begreifen lehrte und dessen Sammlungen von Volksgut mehr denn die Liebe zu Friederike Brion den Volksliedton seiner frühen Lyrik prägten.
      Nach einer Rheinreise zu den Brüdern Friedrich Heinrich und Johann Georg Jacobi 1774) unternahm G. 1775 die erste Schweizer Reise mit den beiden Grafen Christian und Friedrich Leopold Stolberg zu Johann Kaspar Lavater und in der Erinnerung an Jean Jacques Rousseau. Diese bewegliche Existenz endete durch das Dazwischentreten des Weimarer Erbprinzen Carl August. Am 7. 11. 1775 traf G. in Weimar ein, das durch die Herzoginmutter Anna Amalia bereits zum »Musenhof« geworden und dessen glänzender Stern Christoph Martin Wieland als Prinzenerzieher war.
      Das erste Weimarer Jahrzehnt ist das Jahrzehnt der Fragmente. Die Schwierigkeit, sich dem Hofleben anzupassen, bestimmte G.s Existenz auch als Dichter. Da er neben seinen Amtsgeschäften das Liebhabertheater leitete, entstand eine Anzahl kleinerer Dramen und Singspiele, mit denen er die Hofgesellschaft an ihren Fest- und Geburtstagen unterhielt. Freilich schuf G., bei dem immer Kleines neben Großem, eine Menge von Gelegenheitsdichtung neben genialen Plänen herlief, gleichzeitig den Egmont i~9O), den Tasso und die Prosafassung der Iphigenie, die er selbst als Orest zusammen mit Corona Schröter als Iphigenie 1779 aufs Liebhabertheater brachte.
      Die Freundschaft zu Herzog Carl August bewährte sich ein Leben lang, doch gewann nach einer kurzen ersten Zeit des jugendlichen Ãœbermuts G. die nötige Distanz zu ihm, die er als pädagogische Aufgabe definierte: fürstliche Willkür wollte n zu aufgeklärter Regierung verändern.
      In dieser sittlichen Aufgabe realisierte sich ein hervorstechender Wesenszug G.s: die Angst vor Unruhe und Leidenschaftlichkeit. Die Geste der Beschwichtigung wurde «räter zur geheimrätlichen Steifheit, die fast alle Besucher an ihm beobachteten, viele reklagten. Dieser Animosität gegen Unruhe unterwarf er sich denn auch selbst in dem n:e mehr wieder aufgehobenen Entschluß, seinen Sitz im engen Kreis von Weimar zu nehmen, den er lediglich durch Reisen in die Schweiz, nach Italien und in die böhmi-fcen Bäder unterbrach. Die aristokratische Distanz zur Hofdame Charlotte von Stein unterstützte seine Selbsterziehung. An äußeren Ereignissen ist also die so oft und so breit erzählte Biographie G.s arm; sie hat gar nichts von jener Exzentrizität, die der normale Leser von einem großen Künstler erwartet. Figuren, deren Biographie in der Tat, wie G. meinte, die krankhaften Züge des Genies zeigten, wie Jakob Michael Reinhold Lenz. Friedrich Hölderlin, Heinrich von Kleist, hat er aus seinem Leben denn auch ausgewiesen.
      Der jugendliche Ãœbermut, in dem auch der Herzog G. noch kennengelernt hatte, legte sich in Weimar schnell. Zum ersten Mal flüchtet G. 1777 aus dem Treiben des Hofes, als er, statt mit auf die Jagd zu gehen, eine einsame Reise in den Harz unternahm - eine Flucht, welche die nach Italien präludiert. Die Gedichte Ãœber allen Gipfeln ist Ruh und Harzreise im Winter, die auf dieser Wanderung entstanden, beweisen, daß G. der unterschiedlichsten lyrischen Töne fähig ist: der stimmungsvollen Erlebnisdichtung wie der symbolisch dunklen Oden- und Hymnendichtung. Während andere Dichter ganz auf einen eigenen Ton festgelegt sind: Friedrich Schiller, Friedrich Hölderlin. Clemens von Brentano, Johann Peter Hebel, verfügt G. - und nicht nur in seiner Lyrik — über alle poetischen Stile und Haltungen. Universalität war ihm in der Dichtung in der Tat natürlich und unbewußt: bewußt hingegen schien er sie sich aufzuerlegen in anderen Bereichen der Kultur, vor allem in den Naturwisssenschaften. Ohnehin mag es als Zeichen gelesen werden, daß er sich in der einsamen Gegend des Harzes den Gesteinstudien hingab: die naturwissenschaftlichen Forschungen behalten ein Leben lang den Charakter des Eigenbrötlerischen; der Auseinandersetzung mit anderen Gelehrten wich G. eher aus.
      Auch die Arbeitsweise, die sich G. in Weimar angewöhnt hatte, diente der Taktik, Unmittelbarkeit aus seinem Schaffen zu verbannen. Im Laufe seines Lebens hat er eine Schar von Hilfskräften, wenig bekannten Schreibern, bekannteren Sekretären und Mitarbeitern wie Riemer, Johann Peter Eckermann, den Kanzler von Müller um sich versammelt, die seine Dichtungen korrigierten, seine Werke herausgaben, seine Archive ordneten und seine Gespräche aufschrieben. Noch vor dem Aufbruch nach Italien plante der Verleger Göschen die erste Gesamtausgabe von G.s Werken, und auch dieses Unternehmen bedeutete einen Einschnitt in die Arbeitsweise des Dichters, indem er von nun an immer im Blick auf die publizistische Verwertung seiner Werke lebte, sich mit ihrer Umarbeitung und Neufassung plagte, kurz: der Plan, die Selbstkontrolle, die Organisation, die gezielte Produktion für die mitlebende Öffentlichkeit und die Nachwelt entstehen als Haltung im ersten Weimarer Jahrzehnt und beherrschen von da an immer mehr G.s Existenz.
      Als G. 1786 - am Geburtstag des Herzogs - nach Italien aufbrach, erhoffte er sich im Land der Antike eine Wiedergeburt aus der Enge von Amt, Gesellschaft und Selbstver-pflichtung. Die Italienische Reise, jene überarbeiteten Briefe aus Italien an Charlotte von Stein, zeigt einen ungemein gutwilligen, aber mit einem nicht allzu sensiblen Auge begabten Adepten Winckelmanns auf der Wallfahrt ins Ursprungsland der Kunst, der aut den Wegen von Rom nach Neapel, Sizilien und zurück stets fleißig an der Fertigstellung seiner Werke, des Egmont, Tasso, der in Verse zu fassenden Iphigenie, für die erste Werkausgabe arbeitete, und, nach unendlichen Mühen im Zeichenunterricht bei Philipp Hackert und in der Umgebung der Malerfreunde Wilhelm Tischbein und Angelika Kautmann. erst jetzt einsah, daß er zum Dichter und keinestalls zum Maler bestimmt sei. Da es ihm also versagt war, Landschaft und Kunst auf dem Papier festzuhalten und sich zu vergegenwärtigen, entschloß er sich, die Kunst als Reliquie zu verehren: statt eines malenden Originalgenies wurde er zum Kunstsammler, statt des Künstlers zum Kunsthistoriker. Immer wenn bei G. die musische und intellektuelle Begabung versagte, ersetzte er sie durch Fleiß. In seinem späteren Leben konnte er daher die zahlreichen Besucher in seinem geräumigen Palais am Frauenplan nicht nur durch jene ersten Einkäufe aus Italien, die monumentalen Gipskopien von Jupiter und Juno, beeindrucken, sondern auch durch reichhaltige Sammlungen antiker Münzen, Gemmen, von Kupferstichen und Majoliken. Gesteinen und Pflanzen; das Haus des gebildeten Dichters war zum Museum geworden.
      Noch enger begann er also, als er 1789 von Italien zurückkehrte, seine Kreise zu ziehen, indem er sich vom beweglichen Gesellschafter und Liebhaber zum seßhaften Hausherrn und endlich, 1806, zum Ehemann entwickelte, zum Weltmann in seinen vier Wänden. Der Bruch mit Charlotte von Stein, möglicherweise von G. unbewußt heraufbeschworen, jedenfalls ausdrücklich von der Freundin ausgesprochen, bedeutete die Begründung des Hausstandes mit Christiane Vulpius, die erst in des Herzogs Jägerhaus, dann am Frauenplan die Wirtschaft führte, durch die auch, wie Charlotte von Stein fand, G. dick und sinnlich wurde. Jedenfalls beginnen allmählich die Empfänge bei G. mit den Tafelfreuden und der Betrachtung seiner Sammlungen. Nachdem er sich so eingezogen hatte, verwundert es auch nicht, wenn die Emphase der ersten Italienreise nicht zu wiederholen war. Als er Anna Amalie nach Venedig begleitete, entstanden in den Venezianischen Epigrammen 1796 so mißgelaunte wie amüsierende Satiren.
      Von den Regierungsaufgaben blieben G. die Aufsicht über das Theater und über die wissenschaftlichen Anstalten in Jena. In diesem Zusammenhang entstanden der Versuch die Metamorphose der Pflanze zu erklären und die Versuche über die Farbenlehre, die ihn insgesamt 43 Jahre seines Lebens beschäftigten und die vor allem ein uneinsichtiger Kampf gegen Isaac Newton begleitete und inspirierte. Das Ergebnis der naturwissenschaftlichen Experimente zielte bei G. daraufhin, die Gesetze der Natur einem anthropologischen Konzept zu unterwerfen und jede Unruhe aus der Natur zu verbannen. Vor allem der Ausbruch der Französischen Revolution, deren politische Tendenz G. nie akzeptierte, beeinflußte die naturwissenschaftlichen Arbeiten: die Metamorphose, die allmähliche, nicht gewaltsame Entwicklung aller Variationen aus einem Urphänomen, einer Urpflanze, wurde der Gewaltsamkeit jeglicher Revolution entgegengesetzt.
      Nachdem G. den Herzog auf den Kriegsschauplatz bei Valmy begleitet hatte, ein Erlebnis, das in der Campagne in Frankreich 1822 festgehalten wurde, nahm er sich des aktuellen Themas der Revolution halbherzig in den Dramen Der Großkophta , Der Bürgergeneral an, bis es endlich im Epos Hermann und Dorothea den fernen Horizont bildete, vor dem sich die edle Einfalt der Antike in der Moderne nur umso vorbildlicher verwirklichen konnte. Auch in den Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter ersetzt die Revolution die Katastrophe, die bei Boccaccio, nach dessen zyklischem Modell die Novellen geordnet sind, die Pest ist. Erst die Begegnung mit Napoleon 1808 beim Fürstentag in Erfurt versöhnte G. mit den Folgen der Revolution, da er sie hier von einer »dämonischen« Macht in Ordnung gehalten sah.

Den Versuch, den Roman Wilhelm Meister weiterzuführen, der mit der Skizze des 7. Buchs beim Aufbruch nach Italien hegen gebheben war, scheiterte zunächst, bis die anregende Freundschaft mit Friedrich Schiller begann. Die beiden Dichter, in gewisser Weise Konkurrenten, konnten sich einander am ehesten nähern durch ein Gespräch über die Urpflanze nach einem Vortrag in Jena. Schiller erhob in einem werbenden Geburtstagsbrief 1794 G. zum antikischen Dichter in nachantiker Zeit und erfüllte ihm damit den Glauben an eine Wiedergeburt der Poesie, auf die G. schon in Itahen gehofft hatte. Schiller kam G. außerdem als Theaterdichter gelegen, mit dessen großen Dramen er das Weimarer Theater der neunziger Jahre zum führenden in Deutschland machte. Obwohl Theaterdirektor, schrieb G. selbst von nun an kaum mehr Dramen. Als letztes Werk dieser Gattung wurde 1803 die Natürliche Tochter aufgeführt, ohne daß allerdings die nie endende Arbeit am Faust aufhörte. Ohnehin aber meinte G., nur ein gewaltsamer, krankhafter Zustand bringe Tragödien hervor, und so hatte er denn auch seine Dramenfiguren eher als Melancholiker, denn als tragische Helden gebildet. Nun lebte er gewissermaßen sein tragisches Talent in Schiller aus und schuf sich so die Möglichkeit, den Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre zu vollenden.
      Das Dokument dieser Dichterfreundschaft ist der Briefwechsel, den G. 1828/29 herausgab, und in dem er sich, wie auch in so manchem anderen, etwa dem mit Carl Friedrich Zelter, als der berühmte, aber wenig hingebungsvolle Freund erwies. Die Briefe der nachitalienischen Zeit zeigen G. als den Herrscher, der Geschenke der Geselligkeit entgegennimmt, ohne mehr dafür zu geben als die Aura seiner Anwesenheit.
      Auratisch nämlich war G. in den neunziger Jahren durch die frühen Jenaer Romantiker geworden: sie haben ihn zum klassischen Autor der Zeit stilisiert, indem sie vor allem die Lehrjahre als den romantischen Roman der Ironie zu ihrem Gründungsbuch machten. Aus dem Bewußtsein, das höchste Maß deutscher Literatur zu repräsentieren, bildeten Schiller und G. eine Panei und zettelten mit den Xenien , satirischen Distichen auf den Literaturbetrieb, einen unfeinen Literaturkrieg an.
      G. jedenfalls konnte ein reservierter Zeitgenosse bleiben, denn die eigentlichen ständigen Begleiter seines Lebens waren zwei literarische Figuren, Wilhelm Meister und Faust. Mit der Publikation der Lehrjahre und von Faust I verließen sie ihn nicht. Erst kurz vor seinem Tode, mit Wilhelm Meisters Wanderjahren und Faust II, der 1831 für die posthume Veröffentlichung versiegelt wurde, ließ seine Phantasie von den Gestalten ab. In Wilhelm Meister schuf er den glücklichen Finder, in Faust den ewigen Sucher — ein solch klares Gesicht zumindest zeigen die Figuren bei allem Wandel, den sie in den fünfzig Jahren ihrer Entstehung durchmachten: als Helden eines psychologischen, eines Bildungs- und schließlich utopischen Romans, oder eines Volksstücks, eines Sturm-und-Drang-Dramas und allegorischen Zeitstücks.
      Nach Schillers Tod 1805 verlor Weimar seine gesellschaftliche Bedeutung, sieht man von der Attraktion ab, die G. selbst war. Herder und Anna Amalia starben, die Romantiker zogen, vor allem durch die Vertreibung des »Atheisten« Johann Gottheb Fichte, die G. zu verhindern gesucht hatte, vom nahen Jena weg. G. suchte immer häufiger die Bäder auf, Teplitz, Karlsbad, Marienbad, wo er eine internationale Gesellschaft genoß. Seiner Umgebung zeigte er sich sowohl als Papst wie als Kauz. Jedenfalls stehen den von Eckermann überlieferten Weisheiten, die ex cathedra gesprochen sind. die polternden Satiren und derben Witze gegenüber, mit denen J. D. Falks Erinnerungen und Kanzler Müllers Unterhaltungen einen lebensfrohen, temperamentvollen, übermütigen Dichter vorstellen.
      Wäre G.s Denken so marmorn gewesen, wie es Eckermann charakterisierte, so hätte er nicht mehr, wie er es doch bis zuletzt tat, auf alle Strömungen seiner Zeit mit poetischen Versuchen antworten können. Freilich ist der alte G. von großer Eigenart, ja Eigenwilligkeit und Schrulligkeit, und dennoch möchte man ihn geradezu einen modischen Dichter nennen: keine poetische Tendenz der Zeit, in der er sich nicht geübt hätte! Was er in seiner Jugend mit allen Möglichkeiten der vergangenen Literatur machte: der Anakreontik, der Elegie, der französischen Tragödie — sie auszuprobieren, um sie fortzuentwickeln; das unternahm er nun mit der Literatur der Zukunft, um sie festzuhalten: er schrieb die Xovelle als die neue Form einer quasi-mündlichcn Zeitschriftenpublikation und das Märchen . wobei er als Titel bewußt nur die Gattungsbezeichnung wählte, wohl wissend, daß in diesen Formen der Stil ein Spiel und kein wesentlicher Inhalt mehr sein konnte. G. machte sich jedoch auch zum historistischen Dichter, der, angeregt durch die Freundschaft mit den Sammlern Bois-seree, mittelalterliche Bilder, Madonnen und allerlei Aberglaube in seinem Roman Die Wahlverwandtschaften und in der Erzählung Joseph II in den Wanderjahren unterbrachte; die Mythenforschung der Romantik fand hier ebenfalls ihren Niederschlag; an der romantischen »Sonettenwut« beteiligte er sich durch den Zyklus Sonette , den er wiederum nur mit dem Gattungstitel versah; und schließlich schuf er im West-östlichen Divan eines seiner großen Alterswerke im Stil der neuen orientalischen Mode. Hier haben ihn Stil, Haltung und Motivik der Poesie des persischen Dichters Hafis zu ganz unbürgerlich losen Liebesszenen und zur Darstellung einer Knabenhebe angeregt. Mit den Schenkenliedern jedenfalls hat G. der deutschen Lyrik eine Heiterkeit gerettet, wie sie das ganze 19. Jahrhundert hindurch in dieser Gattung nicht mehr erlaubt war. Mit diesen in vielfachem Sinne trunkenen Liedern, die geradezu an die anakreontischen Anfänge G.s erinnern, endet das Werk eines großen Lyrikers, das endlich in der melancholischen Seligkeit der Dornburger Gedichte nach dem Tod des lebenslangen Freundes Carl August 1828 ausklingt.
      Die letzten Arbeiten am Faust schuf ein verlassener Dichter, nachdem auch Charlotte von Stein und 1830 in Rom selbst der Sohn gestorben war, der vom Vater das Trinken gelernt und ihm so treu gedient hatte, wie keine andere Hilfskraft sonst. Die Anekdoten von G.s Tod am 22. 3. 1832 versuchen, die unendlich weiten Horizonte seiner Poesie zu fassen: ob er als Letztes nun sagte: »Mehr Licht« oder, zu seiner Schwiegertochter Ottilie: »Reich mir dein Patschhändchen« - das Nebeneinander dieser geflügelten Worte zeigt nur, daß dem Dichter im Leben wie im Tode der erhabene wie der scherzhafte Ton leicht von den Lippen ging.
      Conrady, Karl Otto: Goethe. Leben und Werk. 2 Bde. Königstein 1982/1985. Göres, Jörn : Goethes Leben in Bilddokumenten. München 1981. Mayer, Hans : Goethe im XX. Jahrhundert. Hamburg 1967. Meyer, Heinrich: Goethe. Das Leben im Werk. Hamburg 1949.

      Hannelore Schlaffer


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Das Doppelglück der Töne wie der Liebe Mittel- und Hauptteil der Trilogie der Leidenschaf ist die »Elegie«, auch bekannt unter dem Titel Marienbader Elegie. Sie entstand Anfang September 1823 auf der Rückfahrt Goethes von Marienbad nach Weimar. Voraufgegangen war die große Enttäuschung einer Alte .....
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Wink - johann wolfgang goethe (i749-i832) - aug in auge

Wink Und doch haben sie recht, die ich schelte: Denn daß ein Wort nicht einfach gelte, Das müßte sich wohl von selbst verstehn. Das Wort ist ein Fächer! Zwischen den Stäben Blicken ein Paar schöne Augen hervor. Der Fächer ist nur ein lieblicher Flor. Er verdeckt mir zwar das Gesicht aber das Mädc .....
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Goethe,  Johann  Wolfgang    





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