Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Gleim, Johann Wilhelm Ludwig



G. gehört zu jenen Dichtern, die im 18. Jahrhundert eine rein bürgerliche Literatur schufen. Er kam aus dem Bürgertum, sein Vater war Obersteuereinnehmer. Er besuchte das Lyzeum in Wernigerode, bevor er in Halle Jura und Philosophie studierte . Schon auf der Universität schrieb er mit Freunden Verse, die in der Art der hellenistischen Nachahmer des griechischen Lyrikers Anakreon von Wein und Liebe handelten. Wie wenig eigenes Erleben dabei eine Rolle spielte, zeigt ein Epigramm G.s: »A.: Gleim wird von allen bösen Zungen / So schlimm verlästert und betrübt! / B.: Schon Recht, warum hat er von Lieb und Wein gesungen / Und nicht getrunken, nicht geliebt .« Allerdings haben die deutschen Anakreonti-ker dazu beigetragen, daß die lyrische Sprache anmutiger und eleganter wurde. G., der immer Junggeselle blieb, war Hauslehrer, dann Sekretär bei verschiedenen Adeligen, bevor er schon mit 28 Jahren beim Domkapitel in Halberstadt eine einträgliche Stelle als Sekretär bekam, die ihm genug Muße ließ. Sprachlich ist G. nie über den leicht tändelnden, einen energischen Zugriff verweigernden Ton hinausgekommen, den er in seinem Versuch in Scherzhaften Liedern gefunden hat. Dabei hat er, was die Inhalte seiner Gedichte betrifft, immer zu den fortschrittlichsten Köpfen seiner Zeit gehört. So schrieb er vielgelobte, aber von den Soldaten nicht gesungene Preußische Kncgslieder ... von einem Grenadier . Auch an Volksliedern versuchre er sich und übersetzte Gedichte der Minnesänger. Seine Romanzen waren in ihrer Nachahmung des Bänkelsangs Muster für spätere Parodien. Auch den Begriff »Zeitgedicht« hat er geprägt . In diesen Versen bezog er Stellung gegen die Französische Revolution, was ihm die Feindschaft deutscher Jakobiner einbrachte. In einer Ode An Gleim lobt Klopstock »seinen brennenden Durst, Freunden ein Freund zu sein!« In seiner Begeisterung für seine zahlreichen Freunde sammelte G. ihre Porträts, von denen 138 im Gleimhaus in Halberstadt erhalten sind. Seine Briefe zeigen, daß er ein treuer Weggefährte von Ewald von Kleist, Johann Peter Uz und anderen, ein gestrenger, auch empfindlicher Mentor und ein väterlicher Förderer sein konnte. Heinrich von Kleist nannte ihn 1801 »einen der rührendsten und interessantesten Greise«. Wenn auch von G. kaum etwas im literarischen Bewußtsein lebendig geblieben ist. er war ein Erkunder neuer Themen, eine herausragende Figur im literarischen Leben des 18. Jahrhunderts und ein eifriger Ratgeber junger Talente. Zeman, Herbert: Die deutsche anakreontische Dichtung. Ein Versuch zur Erfassung ihrer ästhetischen und literarhistorischen Erscheinungsformen im iS. Jahrhundert. Stuttgart 1972.

      Walter Schmähling


Gleim, johann wilhelm ludwig

Anakreon Bohnen, Klaus. In: Gedichte und Interpretationen 2, 1983, S. 113- 123. An Cornelia Herder Arnold, Günter. In: WB 25, 1979, S. 155 - 161. An Leukon Hock, Erich. In: Motivgleiche Gedichte, 1971, S. 23. Bei Eröffnung des Feldzuges. 1756 Arnold, Günter. In: WB 25, 1979, S. 155 - 1 .....
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Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Johann wolfgang goethe - 'lyrische gedichte von johann heinrich voß

[...] Und hier ist wohl der Ort, zu bemerken, welchen Einfluß auf Bildung der unteren deutschen Volksklasse unser Dichter haben könnte, vielleicht in einigen Gegenden schon hat. Seine Gedichte bei Gelegenheit ländlicher Vorfälle stellen zwar mehr die Reflexion eines dritten als das Gefühl der Geme .....
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Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Der "magus in norden johann georg hamann

Johann hörte sich gern mit dem von Friedrich Karl v. Moser geprägten Übernamen den "Magus in Norden" nennen, der an die Weisen aus dem Morgenland erinnert. Ein Gemeinplatz literatur-und ideengeschichtlicher Forschung nennt sein Denken irrational und ihn seihst den Begründer des Irrationalismus. In .....
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Index » Sturm und Drang Epoche » Fragen an die Aufklärung

Wilhelm raabe (i83i-i9i0),

der über den Beruf eines Buchhändlers und nach verspätetem Studium in Berlin zur Dichtung kam. Im Gegensatz zu Storm und Keller hat Raabe niemals eine große Lesergemeinde gefunden. Raabes Vorliebe für Menschen, 'die hinter der Hecke liegen gelassen worden sind", für das Unauffällige, Anspruchslose .....
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Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Ludwig anzengruber (i839-i889)

seine eindringlichen und eigenwilligen Gestalten. In der Tradition des Wiener Volksstückes stehend , erhob er das realistische Volksstück zur wertvollen literarischen Gattung. Kraftvolle Charakterzeichnung und starke theatralische Effekte sind seine Vorzüge. Es sind derbrealistische Allegorien, in d .....
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Otto ludwig (i8i3-i865)

Krankheit und Ãoberschätzung der eigenen Fähigkeiten beschatteten sein Leben und führten ihn zunächst in falscher Richtung auf das Drama. Im Erfolg seines Bühnenstücks 'Der Erbförster" glaubte er, sein dramatisches Talent bestätigt zu sehen. Im Ringen um ein neues Drama im Sinne Shakespeares gelang .....
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Wilhelm hauff (i802-i827)

Ebenfalls ein häufiger Besucher im gastlichen Kernerhaus war Wilhelm Hauff. Er war ein äußerst begabter Erzähler von reicher Phantasie, glücklicher Gestaltungskraft, anmutiger Form und feiner Sprache. Davon zeugen vor allem seine nach dem Muster von 'Tausendundeine Nacht" erzählten reizvollen Märche .....
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Ludwig uiiland (i787-i862)

Ludwig Uhland war der bedeutendste Vertreter der schwäbischen Romantik. Ursprünglich Jurist, widmete er sich später dem Studium der altdeutschen Sprache und Dichtung und erhielt eine Professur in Tübingen. Er gehörte der Frankfurter Nationalversammlung an, in der er als Vorkämpfer für ein mit einem .....
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Jakob (i785-i863) und wilhelm grimm (i786-i859)

Die von der Romantik angestrebte Wiederbelebung alten deutschen Literaturgutes, wie sie schon Arnim und Brentano in 'Des Knaben Wunderhorn" versuchten, fand ihre fruchtbarsten Vertreter in den beiden Brüdern Grimm, die zeitlebens eng zusammenarbeiteten. Ihr Name ist für immer mit ihren unvergänglich .....
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Wilhelm müller (i794-i827)

Von Wanderlust und Naturliebe kündete auch der Dessauer Wilhelm Müller in seinen Liedern 'Am Brunnen vor dem Tore", 'Im Kug zum grünen Kranze", 'Das Wandern ist des Müllers Lust". In der Vertonung durch Franz Schubert sind sie zu echtem Volksgut geworden. .....
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Ludwig achim von arnim (i78i-i83i)

In 'Des Knaben Wunderhorn" sammelten Brentano und Arnim eine Fülle von Liedern, die sowohl aus dem Volke stammten wie auch für das Volk gedacht waren. Gerade die Tatsache, daß sie selbst auch einige Strophen und ganze Gedichte einstreuten, verlieh der Sammlung ihr eigenes Gepräge. Goethe, dem die be .....
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Ludwig tieck (i773-i853)

Tieck, der gleich Wackenroder aus Berlin stammte und mit diesem gemeinsam in Erlangen studierte, ist der fruchtbarste und vielseitigste unter den Frühromantikern. Ein Mensch der Phantasie, der Stimmungen und Träume und zugleich mit einem scharfen Verstände begabt, ist es ihm zeitlebens nicht gelunge .....
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Wilhelm heinrich wackenroder (i773-i798)

Nur 25 Jahre alt wurde der zarte Wackenroder, in dessen 1797 erschienenen 'Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" alles das enthalten ist, was das Wesen der Romantik ausmacht. In seinem Werk erscheint zum ersten Male die altdeutsche Kunst, die sich ihm auf gemeinsamen Wanderungen mi .....
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Mit ludwig thoma (i867-i92i)

leistete auch Bayern einen bedeutenden Beitrag zur naturalistischen Heimatdichtung. Am stärksten ist Thoma dort, wo er unmittelbar aus der Seele seiner Bauern heraus gestaltet. Neben den großen Romanen 'Andreas Vöst", 'Der Wittiber" und 'Der Ruepp" stehen kleine, meisterliche Erzählungen, zusammenge .....
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Index » VOM NATURALISMUS ÜBER DIE JAHRHUNDERTWENDE » Der Impressionismus

Johannes robert becher (i89i-i958).

Er steigert die Gewalt der Aussage durch Verstümmelung des sprachlichen Ausdrucks wie etwa in seinem Werk 'Ewig im Aufruhr": Vorbereitung Der Dichter meidet strahlende Akkorde. Er stößt durch Tuben, peitscht die Trommel schrill. Er reißt das Volk auf mit gehackten Sätzen . . . Die neue Welt .....
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Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Der Expressionismus

Johann peter hebel

Johann Peter Hebel , Lehrer und Pfarrer am Oberrhein, zählt zu den großen Volksschriftstellern. Sein christliches Weltbild kleidete er in die heimatliche Erfahrungswelt seiner Landsleute. Hebel hatte als einer der ersten das poetische Potential des Dialekts und des regionalen Kolorits entdeckt. In s .....
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Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Johannes bobrowski (i9i7-i965): dorfmusik - umarmung durch den reim

Beim ersten Lesen des Gedichts Dorfmusik meldeten sich in meiner Erinnerung sofort die Verse von Detlev von Liliencrons Die Musik kommt. »Klingling, bum-bum und tschingsdada, / Zieht im Triumph der Perserschah? / Und um die Ecke brausend bricht s / Wie Tubaton des Weltgerichts, / Voran der Schellent .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » An den Scheidewegen der Zeit

Johannes r. becher (i89i-i958): spreewald -bertolt brecht (i898-i956): der rauch

Harmonie in Ãoberfülle Als Rebell betrat Johannes R. Becher die literarische Arena. »Der Dichter meidet strahlende Akkorde. / Er stößt durch Tuben, peitscht die Trommel schrill. / Er reißt das Volk auf mit gehackten Sätzen.« So beginnt das berühmt gewordene Gedicht Vorbereitung, das 1916 in Beche .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Sackgassen der Naturlyrik

Gertrud kolmar (gertrud chodziesner, i894-i943): ludwig xvi., i775

Begegnung mit dem künftigen Henker Das Gedicht konfrontiert zwei historische Gestalten miteinander, den auf einem Höhepunkt seines Lebens stehenden letzten französischen König vor der Großen Revolution, und einen noch unbekannten »Schüler aus Arras«, Ludwigs späteren großen Widersacher Robespierr .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Lyrik in Henkerszeit

Oskar loerke (i884-i94i): brief-wilhelm lehmann (i882-i968): auf sommerlichem friedhof (i944)

Zwei Gränchen Staub im Wind Oskar Loerke, Träger des Kleist-Preises von 1913, war als Cheflektor des S. Fischer Verlags eine der Schaltstellen des literarischen Lebens in den zwanziger Jahren. In seinen Dichtungen bleiben Landschaftserlebnisse einer Kindheit im Osten prägend. Seine Naturlyrik str .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Magie der Natur

Ludwig uhland (i787-i862): frühlingsglaube - nun muss sich alles, alles wenden

Frühlingsc.laube Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden. Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das B .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Der lange Atem des Volkslieds

Volkslied: röslein auf der heiden -johann wolfgang goethe (i749-i832): heidenröslein

Röslein auf der Heiden Sie gleicht wohl einem Rosenstock Drum g liebt sie mir im Herzen; Sie trägt auch einen roten Rock Kann züchtig, freundlich scherzen; Sie blühet wie ein Röselein, Die Bäcklein wie das Mündelein; Liebst du mich, so lieb ich dich, Röslein auf der Heiden. Der die Röslein wird br .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Der lange Atem des Volkslieds

Wink - johann wolfgang goethe (i749-i832) - aug in auge

Wink Und doch haben sie recht, die ich schelte: Denn daß ein Wort nicht einfach gelte, Das müßte sich wohl von selbst verstehn. Das Wort ist ein Fächer! Zwischen den Stäben Blicken ein Paar schöne Augen hervor. Der Fächer ist nur ein lieblicher Flor. Er verdeckt mir zwar das Gesicht aber das Mädc .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Das Wort

Johann wolfgang goethe (i749-i832): trilogie der leidenschaft, dritter teil: aussöhnung

Das Doppelglück der Töne wie der Liebe Mittel- und Hauptteil der Trilogie der Leidenschaf ist die »Elegie«, auch bekannt unter dem Titel Marienbader Elegie. Sie entstand Anfang September 1823 auf der Rückfahrt Goethes von Marienbad nach Weimar. Voraufgegangen war die große Enttäuschung einer Alte .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Klassische Zeit der Elegien

Ludwig christoph heinrich hölty (i748-i776): ihr freunde ... fragment, dem keine zeile fehlt

Ihr Freunde hänget, wann ich gestorben bin, Die kleine Harfe hinter dem Altar auf, Wo an der Wand die Totenkränze Manches verstorbenen Mädchens schimmern. Der Küster zeigt dann freundlich dem Reisenden Die kleine Harfe, rauscht mit dem roten Band, Das, an der Harfe festgeschlungen, Unter den golde .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Klassische Zeit der Elegien

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