Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Fleming, Paul



In den Jahren von 1633 bis 1639 reiste eine holsteinische Gesandtschaft nach Rußland und Persien, um eine neue Handelsroute zu erschließen und Schleswig-Holstein in den profitablen Orienthandel einzuschalten. Berühmt wurde das im übrigen ergebnislose Unternehmen durch die Reisebeschreibung von Adam Olearius . Unter den Teilnehmern wird unter den »Hoff-Junckern und Trucksessen« F. aufgeführt, den »Mars«, »der Unhold aller Kunst«, so schreibt er selber, aus seiner Heimat vertrieben habe. Die Reise hat ihre Spuren in seinem Werk hinterlassen, nicht nur, daß sie Anlaß zu zahlreichen Gedichten auf Landschaften, Städte, Flüsse, Freunde und die ferne Geliebte gegeben hat, sondern auch in der Art, daß diese Ausnahmesituation, die Abtrennung vom literarischen Betrieb und seinen Konventionen F. geholfen haben mag, den eigenen Ton zu finden. Die Sehnsucht des »halbverlorenen Sohns« nach seiner idealisierten Heimat ist die andere Seite dieser Trennung.

      F. stammte aus einem protestantischen Pfarrhaus und erhielt dank der Unterstützung einer gräflichen Patin eine seiner Begabung angemessene Ausbildung. 1623 kam er nach Leipzig, besuchte zunächst die Thomasschule, dann ab 1628 die Universität, wo er nach der obligatorischen Ausbildung in der Artistenfakultät mit dem Studium der Medizin begann und am 2. Mai 1633 vorläufig mit dem Magistergrad abschloß: »Apollo war mir günstig / der Musicant und Artzt«, schreibt er, der seit 1630 mit religiösen, patriotischen und erotischen Dichtungen in deutscher und lateinischer Sprache hervorgetreten war.
      Mit der Reise verliert die patnotische Thematik allmählich an Bedeutung. Die Reise und die Reisegesellschaft selbst werden zum Thema. F. evoziert mit Hilfe eines verschwenderischen mythologischen Apparats die exotischen Schauplätze, besingt die gesellschaftlichen Anlässe und Gelegenheiten und ruft die überstandenen Gefahren zurück - Stürme, Schiffbrüche, Tatarenüberfälle, Hunger und Durst. Andererseits fuhren lange Zwischenaufenthalte an verschiedenen Orten zu zahlreichen sozialen Kontakten, so zur Familie des Kaufmanns Heinrich Niehusen, der drei Töchter hatte, »welche unverheirathet bei Flemings Anwesenheit in Reval seine Dichtergabe viel in Anspruch nahmen« .
      Der Grundton der Liebesdichtung ist petrarkistisch, doch behauptet sich neben den traditionellen Motiven der klagenden Liebe, neben Selbstverlust, Todessehnsucht und dem ganzen antithetischen und hyperbolischen Arsenal der überheferten Liebessprache ein anderes Thema, das der Treue. Dabei klingt in dem schüchteren Ton der Lieder das Volks- und Gesellschaftslied an , während Sonett und Alexandriner die angemessenen Formen darstellen, um die Antithetik der petrarkistischen Liebesauffassung auszudrücken.
     
Das Gegenbild des von widerstreitenden Affekten hin und her gerissenen petrarki-stischen Liebhabers, wie er in einem Teil der Liebesgedichte gezeichnet ist, zeigen die weltanschaulich-philosophischen Sonette und einige der großen Alexandrinergedichte , die ein Tugendprogramm auf der Basis des Neostoizismus formulieren. F. ist nicht mehr dazu gekommen, eine Ausgabe seiner Gedichte zu veranstalten. Unmittelbar nach der Rückkehr von der »Orientalischen Reise« und seiner Verlobung mit Anna Niehusen in Reval reiste er nach Leiden, wo er am 23. Februar 1640 mit einer Disputation De Lue Venerea zum Doktor der Medizin promovierte. Auf der Rückreise nach Reval starb er am 2. April 1640 in Hamburg. In der »Grabschrifft / so er ihm selbst gemacht...auf seinem Todt-bette drey Tage vor seinem seel: Absterben«, formuliert er voller Selbstbewußtsein die Gültigkeit und Leistung des eigenen Lebens, das durch die Dichtung der Unsterblichkeit versichert ist: »Man wird mich nennen hören / Biß daß die letzte Glut diß alles wird verstören.«
Fechner, Jörg-Ulrich: Paul Fleming. In: Steinhagen. Harald u. Wiese. Benno von : Deutsche Dichter des 17. Jahrhunderts. Ihr Leben und Werk. Berlin 1984. S. 365—384.

      Volker Meid


Paul fleming - an sich

Sei dennoch unverzagt, gib dennoch unverloren, weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid, vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid, hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen. Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren, nimm dein Verhängnis an, laß alles un .....
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Paul celan (paul antschel, i920-i970): tübingen, jänner

Das Gedicht am Rande seiner selbst Tübingen, Jänner Zur Blindheit überredete Augen. Ihre - »ein Rätsel ist Reinentsprungenes« -, ihre Erinnerung an schwimmende Hölderlintürme, möwen-umschwirrt. Besuche ertrunkener Schreiner bei diesen tauchenden Worten: Käme, käme ein Mensch, käme ein Men .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Kain und Abel

Paul fleming (i609-i640): gedanken / über der zeit - im labyrinth

Gedanken über der Zeit IHR lebet in der Zeit / und kennt doch keine Zeit / So wisst Ihr Menschen nicht von / und in was Ihr seyd. Diß wisst Ihr / daß ihr seyd in einer Zeit gebohren. Und daß ihr werdet auch in einer Zeit verlohren. Was aber war die Zeit / die euch in sich gebracht? Und was w .....
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Index » Stationen der deutschen Lyrik » Unter dem Damoklesschwert der Zeit

Holbach, paul-henri thiry d (d.i. paul heinrich dietrich)

Als H.s Hauptwerk, das Systeme de la naturc. 1770 unter falschem Namen und fingierter Angabe des Druckortes erschien, gingen die meisten aufklärerischen Philosophen, namentlich Voltaire, aut Distanz zu diesem streng materialistischen und kompromißlos atheistischen Buch. Bezeichnenderweise gehörte ge .....
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Fleming, paul

An Anna, die spröde Klotz, Volker. In: Rezeption und Produktion, 1972, S. 93- 119. An Basilenen Hock, Erich. In: Motivgleiche Gedichte, 1971, S. 15. An Sich Schürk, Ingrid. In: Aus der Welt des Barock, 1957, S. 56-68. Weber, Albrecht. In: Deutsche Barockgedichte, 1967, S. 556-561. Kolf .....
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Jean paul (d.i. johann paul friedrich richter)

Geb. 21.3.1763 in Wunsiedel; gest. 14.11.1825 in Bayreuth »Ich habe ihn ziemlich gefunden, wie ich ihn erwartete: fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist, voll guten Willens und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen, nur nicht mit dem Organ, womit man sieht« . Den Weimarer Klassike .....
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Espenbaum - paul celan

Ispenbaum, dein Laub blickt weiß ins Dunkel. Meiner Mutter Haar ward nimmer weiß. Löwenzahn, so grün ist die Ukraine. Meine blonde Mutter kam nicht heim. 5 Regenwolke, säumst du an den Brunnen? Meine leise Mutter weint für alle. Runder Stern, du schlingst die goldne Schleife. Meiner Mutter Herz w .....
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Sommergesang - paul gerhardt

1. Das Gedicht beginnt mit einer Anrede des Dichters an sein eigenes Herz; sie umfaßt die erste Strophe und stellt ein Exordium im Sinne der rhetorischen Tradition dar: es wird die Aufmerksamkeit angezogen und zugleich das Thema angeschlagen, das im weiteren Verlauf auszufuhren ist. Der Dichter for .....
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Sprachgitter - paul celan

Paul Celans Gedicht »Sprachgitter« aus dem gleichnamigen Gedichtband von 1959 ist wie eine moderne Antwort auf Goethes Sprachgedicht »Wink«:1 Augenrund zwischen den Stäben. Flimmertier Lid rudert nach oben, gibt einen Blick frei. 5 Iris, Schwimmerin, traumlos und trüb: der Himmel, herzgrau, muß .....
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Du liegst - paul celan

DU LIEGST im großen Gelausche, umbuscht, umflockt. Geh du zur Spree, geh zur Havel, geh zu den Fleischerhaken, zu den roten Äppelstaken 5 aus Schweden — Es kommt der Tisch mit den Gaben, er biegt um ein Eden — Der Mann ward zum Sieb, die Frau mußte schwimmen, die Sau, .....
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'misuk statt musik - die zusammenarbeit mit kurt weill, hanns eisler und paul dessau

In der vom wagnerischen Weihestil geprägten großen Oper sah Brecht den Inbegriff eines historisch überholten spätbürgerlichen Musiktheaters. Das Opernpublikum verspottete er als bürgerliche Kunstkonsumenten, die sich daran gewöhnt hätten, an der Theaterkasse ihre 'Räusche" und 'Benebelungen" einzuka .....
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Sartre, jean-paul

19 April 1980: Spontan begleiten 50000 Menschen S.s Sarg zum Friedhof Montparnasse. Wochenlang beschäftigen sich Presse, Rundfunk und Fernsehen in Frankreich mit seinem Leben und Werk. Man nimmt Abschied von einer Epoche, die durch S.s Denken und Engagement geprägt war. »Schon jetzt fehlt uns seine .....
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Ricoeur, paul

Unter den französischen Philosophen der Gegenwart ist R. einer der unprätentiösesten — und einer der am wenigsten umstrittenen. Weder teilt er die Hektik, mit der die »Neuen Philosophen« der jeweils letzten politischen Konjunktur folgen, noch die »fanatische Esoterik« der sich bekämpfenden psychoa .....
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Natorp, paul

N. entstammte einem protestantischen Pfarrhaus. Nach Studien der Geschichte und der alten Sprachen, aber auch der Philosophie, der Mathematik und der Naturwissenschaften in Berlin. Bonn und Straßburg, die er 1S76 mit einer lateinisch geschriebenen Dissertation über ein historisches Thema abschloß, w .....
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Zech, paul

Arbeiterkolonie Busse, Günther. In: Training, 1981, S. 53 - 54. Der Hauer Neis, Edgar. In: Welt der Arbeit, 1975, S. 76 - 77. Die Ballade von einem blinden Grubenpferd Böger, Eduard. In: Gedichtstunde, 1964, S. 174 - 176. Die Häuser haben Augen aufgetan Schürer, Ernst. In: Mensch .....
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Zahl, peter-paul

brokdorfer kantate Herdemerten, Frank. In: Europalyrik, 1982, S. 441 - 466. der drucker Krechel, Ursula. In: Lesarten / Gedichte, 1982, S. 207 - 210. innenweit Guntermann, Georg. In: Deutsche Gegenwartslyrik, 1982, S. 278 - 314. Mittel der Obrigkeit Fried, Erich. In: Frankfurter .....
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Wiens, paul

Der volkseigene Mond Neis, Edgar. In: Mond in der Lyrik, 1971, S. 12 - 13. Erinnerung an einen schlaf Weisbach, Reinhard. In: Menschenbild, 1972, S. 238 - 240. Frühlingswein Gratz, Michael. In: WB 28, 1982, S. 88 - 99. Oma-ode Weisbach, Reinhard. In: Menschenbild, 1972, S. 230 - 233 .....
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Jean paul friedrich richter (i763-i825)

Während Heinrich von Kleist an der Wirklichkeit zerbrach, hat sie Jean Paul gemeistert und überwunden. Aus der Enge des damaligen Bayreuth baute er sich das Weltall seiner sehnsüchtigen Träume und Ideale. Und was die Bereicherung der deutschen Sprache vom Dichterischen her angeht, muß Jean Paul nebe .....
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Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Paul celan (i920-i970)

widerlegt die so oft zitierte Behauptung, nach Auschwitz könne man keine Gedichte mehr schreiben. Freilich muß er, wenn er das grauenvolle Erleben von Krieg, KZ und Gaskammer darstellen will, sich einer vollkommen neuen Sprache bedienen. Um mit seinen Gedichten 'durch die Zeit durchzugreifen", verlä .....
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Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Nach 1945

Fragendes verstehen. zu paul celans gedicht «psalm»

Name und Werk Paul Celans sind seit seinem frühen Gedicht «Todesfuge» untrennbar mit der Thematik der Vernichtung des jüdischen Volkes verbunden. Sie ist aus keinem seiner Gedichte wegzudenken, auch wenn nicht ausdrücklich von ihr die Rede ist. Celan schreibt aus dem Grauen heraus - nicht darüber un .....
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Index » Beispiele der Texthermeneutik

Joachim g. boeckh, gÜnter albrecht, kurt bÖttcher, klaus gysi, paul gÜnter krohn, hermann strobach

Geschichte der deutschen Literatur. Bd. 5: 1600-1700 [...] Die innerhalb der Literaturentwicklung des 16. und 17. Jahrhunderts - die sich insgesamt als Ãœbergangsepoche vom Feudalismus zum Kapitalismus darbietet - kurz vor 1600 gesetzte Zäsur bezeichnet den Anfang einer neuen gesellschaftlichen un .....
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Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Paul rilla - aus: literatur - kritik und polemik

Literaturgeschichte, unter den Zwang historischen Denkens gestellt, kann nur durch die genaue Fixierung gesellschaftlicher Begriffe zu ihrer Methode kommen. [...] Begriffe wie 'Freiheit" und 'Gleichheit" haben ebenso ihre literarische wie ihre politische Geschichte. Aber daß sich politische und lite .....
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Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Zahl, peter-paul

Biografie: *14.3.1 in Freiburg/ Breisgau. P.-P. Zahl verbrachte neun Jahre in der DDR, elf in der BRD und lebte dann in Berlin, um der Bundeswehr zu entgehen. 1972 wurde der in der linken Szene aktive Zahl verhaftet und zu vier, später zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Während seiner Haftzeit schri .....
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Lascaux, paul

Pseud. für: Paul Ott Biografie: "16.5.1 in Romanshorn, P. Lascaux wuchs in Goldach am Bodensee und in St. Gallen auf, seit 1974 ist er in Bern wohnhaft. Er studierte Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Bern und ist seit 1980 als Lehrer tätig. Seit Mitte der Achtzigerjahre arbeitet er .....
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Henricks, paul

Pseud. für: Edward Hoop Biografie: *19.5.1 in Rendsburg-Büdelsdorf. P. Henricks studierte in Kiel Geschichte und Deutsch, promovierte in Geschichte und war seit 1952 im Schuldienst. Er arbeitete als Studiendirektor und Kommunalpolitiker und übte acht Jahre lang das Amt des Bürgervorstehers in seine .....
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