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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Edschmid, Kasimir



»Auf ekstatischer Suche« nach anderen Ausdrucksmöglichkeiten der Literatur beschritt E. als Vorläufer und späterer Wortführer des Expressionismus mit hämmernd-aggressiven Wortkaskaden in Prosa, Essays und Manifesten neue Wege. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs erschienen in Buchform die zuvor in Rene Schickeies Weißen Blättern veröffentlichten ersten Novellen . Sie veranschaulichten E.s rauschhaft übersteigerten, visionären Stil, der eine realistische Darstellung oder psychologische Charakterentwicklung weitgehend ignorierte. Stattdessen sollte durch Auslotung aller Höhen und Tiefen menschlicher Erfahrung bis zu kosmischer Weite und Beschwörung erotischer und brutaler Exzesse ein neues Weltbild geschaffen werden, das auf historischen Vorbildern fußend , zur flammenden Universalrevolution aufrufen wollte. In Vorträgen und Essays faßte er die Absicht dieser neuen Kunstrichtung und die Kritik an ungeistiger Tradition zusammen, die sich jenseits von fieberhaft-dämonisierter Sprache auf Völkerverständigung, Antiknegsgesinnung und Anprangerung der hirnlosen Obrigkeit richtete. Da der Roman Die achatnen Kugeln wegen des überspannten Verbalstils und verschleierter Handlung seine Wirkung verfehlte, bemühte sich E. im folgenden um größeren Realitätsbezug, wodurch eine breitere Aufnahme seiner Werke ermöglicht wurde, die nicht zuletzt durch den ersten deutschen Sportroman , durch Darstellung von Emigranten- und Industrieschicksalen besonders lebendige biographische Romane über Lord Byron, Georg Büchner und Simon Bolivar gefestigt wurde. Seine kulturgeschichtlich vorbildlichen Reisebücher aus Europa, Afrika und Südamerika kennzeichnen sein journalistisch geschultes, »virtuoses Erzähltalent« . Die schriftstellerische Tätigkeit des Studienratssohn war vorgezeichnet durch intensives Studium der Romanistik an fünf europäischen Universitäten, fremdsprachliches Talent und ausgedehnte Reisen , was seine Ausbildung zum weltoffenen Journalisten entscheidend förderte. Das urbane und Ãoberale Gepräge seines Schaffens schlug sich auch im Prosawerk und semer Tätigkeit als Herausgeber der Zeitschrift Tribüne für Kunst und Zeit nieder, wodurch er maßgebüch dazu beitrug, das oft beengend-provinzieUe Weltbild der Kaiserzeit für eine breite Leserschaft zu grenzüberschreitenden Horizonten zu erweitern. Dieser auch bis 1933 blühenden und hoffnungsvollen Entwicklung wurde durch das nach der Machtübernahme von den Nazis verfügte Rede- und Schreibverbot ein jähes Ende gesetzt.

      Rothe, Wolfgang : Expressionismus als Literatur. Gesammelte Studien. Bern 1969. Friedmann, Hermann : Expressionismus. Gestalten einer literarischen Bewegung. Heidelberg 1956. Weltmann, Lutz : Kasimir Edschmid - Der Weg. die Welt, das Werk. Stuttgart 1955.
      Lothar Zeidler


Kasimir edschmid (geb. i890)

steigerte die expressionistische Prosa durch 'Zeitrafferstil" und 'Stakkato" zu größter Eindringlichkeit. Seine ersten Novellen 'Die sechs Mündungen" und 'Timur der Eroberer" sind Prosaballaden voll Maßlosigkeit, gigantischer Abenteuer und Schreie triebhafter Menschen. In späteren Jahren schrieb E .....
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Edschmid

Kasimir Edschmids Aufsatz Expressionismus in der Dichtung, am 13. Dezember 1917 als Rede gehalten und im Jahr darauf erstmals veröffentlicht , kann möglicherweise als die wichtigste theoretische Auseinandersetzung mit der Literatur der Bewegung aus der Feder eines ihrer eigenen Repräsentanten gelten .....
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Edschmid,  Kasimir    





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