Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Index
» Autoren
» Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart
» Böll, Heinrich

Böll, Heinrich



Auf dem Schriftstellerkongreß 1974 in Jerusalem hat B., damals Präsident des internationalen PEN, das 20. Jahrhundert ein »Jahrhundert der Vertriebenen und der Gefangenen« genannt. Vertriebenheit ist für B. die Grunderfahrung unserer Zeit, ihr vor allem sei die Universalität von Leiden und Elend zu verdanken. Der Gegensatz von Heimat und Vertriebenheit ist B.s großes Thema, das er von Werk zu Werk fortschreibt — das Fehlen regionaler, sozialer und sprachlicher Identität gilt ihm als Konstante, die historischen Ursachen des Heimatverlustes variieren. Die Topographie von B.s Prosa bleibt an seine rheinländische Herkunft gebunden, Heimat aber ist für ihn kein geographischer Begriff. Sie bildet sich durch die Existenz einer Humanität stiftenden Ordnung, die sich im praktischen Leben einer Gemeinschaft bewährt, die, wie es 1964 in den Frankfurter Vorlesungen heißt, »Nachbarschaft, Vertrauen« ermöglicht. Das Glück solcher sozialen Gebundenheit hat B. zweimal erfahren können, in Interviews weist er darauf immer wieder hin: in seiner Kindheit und Jugend und in der Zeit der ersten Nachkriegsjahre. Aus der Erinnerung daran bezieht er die psychische Energie, die Möglichkeit einer humanen Gemeinschaftsordnung auch in Zeiten zu verteidigen, in denen er sich in Deutschland wie ein Fremder fühlt: heimatlos in der eigenen Heimat. »Trostlos« ist deshalb seine Literatur nie, »aber immer untröstlich« -so B. 1966 in der Wuppertaler Rede über Die Freiheit der Kunst.

      B. wird als achtes Kind des Schreinermeisters Viktor Böll und seiner zweiten Frau Maria geboren. Der Vater ist beruflich zunächst außerordentlich erfolgreich, er eröffnet ein »Atelier für kirchliche Kunst«, bezieht 1923 ein villenähnliches Haus in einem Kölner Vorort und sorgt liebevoll für die Ausbildung seiner Kinder — ein »Kafka-Erlebnis« hat B. nach eigener Aussage me gehabt. Er charakterisiert seine Kindheit als »relativ heil«, »sehr frei und verspielt«. Die Bedrohung dieser heilen Welt wird ab dem Jahr 1930 spürbar, als die Weltwirtschaftskrise Deutschland erreicht. Viktor BöUs Firma geht bankrott, die Familie muß das große Haus aufgeben und lebt danach in ständiger finanzieller Not. Die damalige Lebensform kemizeichnet B. in der Erinnerung 1976 als »proletarisch«, »eine Art Anarchismus«, »Antibürgerlichkeit«, gibt ihr damit Attribute, die er auch für die Gemeinschaftsutopien seiner Romane in Anspruch nimmt. B.s Biograph Klaus Schröter hat freilich mit Recht auf die Problematik dieses Selbstverständnisses hingewiesen, was die faktische Klassenzugehörigkeit und das soziale Verhalten der Familie zu dieser Zeit betrifft. Der Vater bezieht immerhin noch Einnahmen aus einem Mietshaus, die Kinder werden — so B. — »klassisch-katholisch« erzogen, aufs Gymnasium geschickt und mit dem Kanon bürgerlicher und zeitgenössischer katholischer Literatur vertraut gemacht. B.s Favoriten heißen nicht Bert Brecht, Kurt Tucholsky oder Heinrich Mann, sondern Friedrich Hölderlin, Heinrich von Kleist, Paul Claudel oder Gilbert Chesterton. Die damalige Lektüre Leon Bloys, der franziskanisch zwischen dem »Mangel an Notwendigem« und dem »Mangel an Ãœberflüssigem« unterscheidet, die Teilhabe des jungen B. auch am Argwohn der Autoren des Renouveau catholique gegenüber kirchlichen Institutionen, den das Reichskonkordat 1933 zwischen dem Hitlerstaat und dem Vatikan bestätigt, werden seine Prosa später entscheidend beeinflussen, ebenso auch die Erfahrung, daß sich die Familie in den 30er Jahren solidarisch verhält, Halt bietet und staatlichem Zugriff Widerstand leistet in einer Zeit der ökonomischen und politischen Krise. B. wird diese Erfahrung literarisch und privat — im Umgang später mit seinen eigenen Kindern - tradieren. Familienloyalität als Freiheitsform wird ein Faktor seines utopischen Denkens. B. hat das Glück, daß sowohl die Eltern wie auch die Lehrer seiner Schule antifaschistisch gesonnen sind. Ein besonders guter Schüler ist er nicht, wiederholt auch auf dem Gymnasium eine Klasse, besteht 1937 das Abitur und fängt eine Lehre als Buchhändler in Bonn an, die er im Jahr darauf abbricht. Im Sommersemester 1939 schreibt sich B. für Germanistik und klassische Philologie an der Universität Köln ein. Der Kriegsausbruch zerstört nicht nur seine Studienpläne, sondern die Heimat seiner Kindheit und Jugend, er setzt der Geborgenheit in der Familie zeitweilig ein Ende. B. leistet den Kriegsdienst in Frankreich, in der Sowjetunion, in Rumänien, Ungarn und im Rheinland. Kurz vor Kriegsende entfernt er sich unerlaubt von der Truppe und versteckt sich bei seiner Frau Annemarie, einer gebürtigen Cech aus Pilsen, Lehrerin von Beruf, die er im März 1943 geheiratet hat. Aus Angst vor Entdeckung kehrt er mit gefälschten Papieren in die Wehrmacht zurück und gerät in Kriegsgefangenschaft, aus der er im September 1945 entlassen wird. Im Oktober desselben Jahres stirbt sein erstes Kind.
      Zurück in Köln geht es B. sehr elend. Zwei Jahre fast ist er unfähig, ein neues Leben zu beginnen. Seine Frau ernährt die Familie, sie gibt erst 1951 52, als die Söhne Raimund, Rene und Vincent geboren sind, den Schuldienst auf. arbeitet in der Folge, manchmal mit ihrem Mann, als Ãœbersetzerin aus dem Englischen, u.a. der Werke J. David Salingers oder Patrick Whites. B. schlägt sich in diesen Jahren mit Gelegenheitsarbeiten durch und beginnt zu schreiben. Als ihm Nicolas Born und Jürgen Manthey 1977 die politische Inaktivität seiner Generation nach Kriegsende vorwerfen, antwortet er: »die Tatsache, besetzt zu sein,... hatte natürlich etwas Befreiendes und etwas Verantwortungsloses... Wir waren doch alle müde, wir waren krank, wir waren kaputt, jahrelang im Gefangenenlager, nicht als Entschuldigung ist das zu verstehen, sondern als realistische Feststellung der Situation.« Das Eingeständnis B.s, daß der aufrichtigen Hoffnung auf die Möglichkeit eines selbstbestimmten Neuaufbaus der deutschen Gesellschaft das Faktum des physischen und psychischen, moralischen und politischen Bankrotts entgegenstand, und vor allem die Herrschaft der Alliierten, verdient Anerkennung; die erste Nachkriegsgeneration mußte sich, wollte sie ihren Ideen leben, aus dem Gebiet der Politik auf das der Literatur begeben. Ihre Angehörigen - neben B. u.a. Alfred Andersch, Hans Werner Richter, Wolfdietrich Schnurre oder Walter Kolbenhoff- nennen sich das »junge Deutschland«, sie grenzen sich von der ästhetizistischen Literatur der »inneren Emigranten« der Nazijahre ebenso ab wie von der Literatur der Exilierten, welchen die Erfahrung von Diktatur und Krieg fehlt. Ihr Programm ist festgehalten in der Zeitschrift Der Ruf, dem publizistischen Vorläufer der »Gruppe 47«, der bedeutendsten deutschen Autorenvereinigung nach 1945. Es soll dazu dienen, die Wiederkehr des Faschismus zu verhindern. Seine Hauptpunkte werden zu Invarianten von B.s Poetik: der »totale Ideologieverdacht«, die Ablehnung aller Welt- und Daseinsonentierungen, die mit dem Anspruch auf den Besitz absoluter Wahrheit auftreten, zugunsten einer Ethik des Humanen, die ihren Wert in der Praxis beweisen muß. Die Angst vor der Irrationalität der Masse, die dem Nationalsozialismus zur Herrschaft verhalf, begründet die Rückforderung der Freiheits- und Kritikrechte des Einzelnen wie auch das Elitedenken dieser skeptischen Generation: gesellschaftlicher Fortschritt wird mit Nonkonformismus zusammengedacht. Das politische Konzept bleibt vage, einen humanen Sozialismus stellt man sich vor, Kapitalakkumulation und individueller Besitztrieb gelten als amoralisch. Das Moralische ist nun ein literarisches Programm, gefordert wird eine Literatur, in der Ethik und Ästhetik, wie B. es eineinhalb Jahrzehnte später in den Frankfurter Vorlesungen, seinem theoretischen Hauptwerk, wiederholt, »kongruent« sind, eine Literatur, die engagiert, realistisch und antikalligraphisch, d.h. hier auch: einem breiten Publikum verständlich, zu sein hat. Die Zeit der »Trümmerliteratur«, die für B. so schwierige Phase der ersten Nachkriegsjahre, stellt sich für ihn in der Erinnerung doch als eine glückliche Zeit der Besitzlosigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit dar, in der das Wissen um die lebensnotwendigen Bedürfnisse noch allgemein ist. Mit der Währungsreform 1948 beginnt, was B. mit Erschrecken feststellt: die Rückkehr des bürgerlichen Besitzdenkens, die »Gleichschaltung« der Menschen in einer totalen Konsumgesellschaft. Daß die moralischen Forderungen der »jungen Generation« in der bundesdeutschen Gesellschaft nicht eingelöst worden sind, könnte erklären, warum B. am Konzept des Ruf zeit seines Schreibens festgehalten hat. Seine Literatur bewegt sich, so B. Anfang der sechziger Jahre, zwischen den Polen »Verzweiflung und Verantwortung«, weil aus Deutschland keine Heimat wird, statt sozialer Gebundenheit eine Mentalität des »Hast Du was, dann bist Du was« herrscht.
      1951. mit dem Preis der »Gruppe 47« für die satirische Geschichte Die schwarzen Schafe, beginnt B.s Aufstieg als Schriftsteller. Der Sammelband Wanderer, kommst du nach Spa... ist schon 1950 erschienen, und als Erzähler von short stories, welche die Sinnlosigkeit des Krieges wie die positiven Erfahrungen von Menschlichkeit in der Kriegs- und Nachkriegszeit thematisieren, wird er in den fünfziger Jahren bekannt. Die Konzeption von Familien- und Epochenromanen - der erste Und sagte kein einziges Wort stammt aus dem Jahr 1953; hervorzuheben sind vor allem Billard um halbzehn . Ansichten eines Clowns und Gruppenbild mit Dame — verhilft B. dazu, in den Worten Jochen Vogts, »zu einem authentischen Geschichts-Erzähler unserer Nachkriegsepoche« zu werden. Das Themenspektrum erweitert sich: gegen die Wirtschaftswundereuphorie und die »Unfähigkeit zu trauern«, gegen die politische Restauration und die Verbindung von kirchlichem und staatlichem Machtinteresse im »Milieukatholizismus« schreibt B. an, ein »schwarzes Schaf«, ein »Nestbeschmutzer« wie die nonkonformistischen Helden seiner Romane, die private Verweigerungsformen gegen gesellschaftliche Zwänge erproben, was anfangs, wie das Beispiel des Clowns Hans Schnier zeigt, von B. nur als eine Narrenmöglichkeit gedacht wird. Wo Inhumanität herrscht, erfordert das Engagement für das Humane die Darstellung dessen, was in der bundesrepublikanischen Gesellschaft zum »Abfall« und was ihr »abfällig« geworden ist, wie B. es nennt. In Ende einer Dienstfahrt und Gruppenbild mit Dame vermittelt er die Hoffnung, daß unter der Voraussetzung der »Einigkeit der Einzelgänger« Residuen natürlicher Menschlichkeit Bestand haben könnten. Historiograph deutscher Geschichte ist B. auch als Essayist. In der Werkausgabe umfassen seine Aufsätze und Reden mehrere Bände, trotzdem ist seine Bedeutung hier noch nicht angemessen erkannt worden und vergleichbar wohl nur mit der Pier Paolo Pasolinis für die italienische Gesellschaft. Beider Zeitkritik ist urchristlich-konservativ: die Zerstörung neutestamentlicher Werte wie Wahrheits-, Nächsten- und Friedensliebe durch den verborgenen Totalitarismus der Konsum- und Mediengesellschaft klagen sie an, ungeschützt und dem Haß der veröffentlichten Meinung ausgesetzt. B., durch sein Engagement für die damalige sozialliberale Regierung Willy Brandt der rechten Presse schon anstößig, wird von ihr an den Pranger gestellt, als er 1972 für eine sachliche Berichterstattung der Bild-Zeitung über die Baader-Meinhof-Gruppe plädiert; im Zuge einer Terroristenfahndung durchsucht daraufhin die Polizei sogar B.s Landhaus in der Eifel. B.s Antwort auf die Bedrohung individueller Freiheit durch die Gewalt der Massenmedien und der Staatsüberwachung ist die Novelle Die verlorene Ehre der Katharina Blum , zur operativen Literatur der siebziger und achtziger Jahre gehören auch die Berichte zur Gesinnungslage der Nation oder der Dokumentationsband Bild-Bonn-Boenisch . Ungeachtet aller persönlichen Angriffe und politischer Schwarzweißmalerei - so nimmt der in der Sowjetunion behebteste deutsche Erzähler Alexander Solschenizyn oder Lew Kopelew bei sich auf und dennoch wird ihm von der Presse mangelnde Solidarität mit den Dissidenten vorgeworfen - setzt sich B. weiterhin für Minderheiten und Außenseiter der bundesdeutschen Gesellschaft ein, für die Zigeunerstämme Sinti und Roma, Hausbesetzer und Kernkraftgegner, Umweltschutz- und Friedensbewegung.
      1967 mit dem Büchner-Preis und 1972 als bisher einziger Deutscher nach dem Kriege mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, ist Deutschlands im In- und Ausland meistgelesenster zeitgenössischer Autor in der Literaturkritik immer noch umstritten. Anachronistischen Moralismus und schlichte Positivität wirft man ihm ebenso vor wie kleinbürgerlichen Provinzialismus oder die Nichtbeherrschung der formalen Errungenschaften des modernen Romans, wobei man meist übersieht, daß der Ton des »sermo humilis«, die thematische Beschränkung auf die »Poesie des Alltags« von B. bewußt gewählt sind und er sich in der Nobelvorlesung mit Recht in eine »internationale Bewegung« einer gegenklassischen, gegenidealistischen Literatur einordnen darf, die sich für »ganze Provinzen von Gedemütigten, für menschlichen Abfall Erklärten« zuständig erachtet. Ausnahmen bestätigen freilich die Regel der B.-Kritik. Folgende Sätze Theodor W. Adornos wären ein würdiger Nachruf für den Autor, es handelt sich freilich um eine Festgabe zu B.s fünfzigsten Geburtstag, und Adorno hat sie mit Keine Würdigung überschrieben: »Böll ist einer der erfolgreichsten deutschen Prosaschriftsteller seiner Generation, von internationalem Ruf. Er gilt zugleich, seit seinen Anfängen, als fortschrittlich... Und er ist aktiver, praktizierender Katholik. Die Konstellation dieser nicht leicht versöhnbaren Momente hätte ihn vorbestimmt zum offiziellen deutschen Dichter, zu dem, was man repräsentativ nennt... Mit einer in Deutschland wahrhaft beispiellosen Freiheit hat er den Stand des Ungedeckten und Einsamen dem jubelnden Einverständnis vorgezogen, das schmähliches Mißverständnis wäre... Es hätte nur einer Geste, nur eines unmerklichen Tons sogenannter Positivität bedurft, und er wäre der poeta laureatus geworden.«

Schröter. Klaus: Heinrich Böll. Reinbek 1982.
      Arnold. Heinz Ludwig : Heinrich Böll. Text + Kritik. Sonderband. München 1978. Nägele. Rainer: Heinrich Böll. Einführung in das Werk und in die Forschung. Frankfurt a.M. 1976.
      Günter Blamberger


Heinrich böll (i9i7-i985)

Natürlich kennt man den Namen, den auch eine politische Stiftung trägt, aber Heinrich Bölls Person und sein Werk sind seit den 80er Jahren schon vielerorts in Vergessenheit geraten. Wer war Heinrich Böll? Der gute Mensch aus Köln, der Katholik, der Humanist, der Moralist, der Anarchist? Viel mehr is .....
[ mehr ]
Index » Literatur & Sprache » Persönlichkeiten

Die waage der baleks - heinrich böll

In der Heimat meines Großvaters lebten die meisten Menschen von der Arbeit in den Flachsbrechen. Seit fünf Generationen atmeten sie den Staub ein, der den zerbrochenen Stengeln entsteigt, geduldige und fröhliche Geschlechter, die Ziegenkäse aßen und KartofFeln, manchmal ein Kaninchen schlachteten. .....
[ mehr ]
Index » Deutsche Novellen » Heinrich Böll: Die Waage der Baleks

Heinrich böll: »und sagte kein einziges wort« (i953) - nachkriegsroman im mollton

Die Melancholie der Verarmten Unter den Romanen bringt »Und sagte kein einziges Wort« Böll den ersten großen Erfolg. Er ist im Werk des Kölner Autors ein Scharnier, ein Gelenk zwischen den Erzählungen und den sozialkritischen Romanen, zwischen dem Gebanntsein von Kriegsschrecken und Nachkriegsele .....
[ mehr ]
Index » Roman Chronik

Heinrich böll die waage der baleks

Ein literarisches Werk ist nicht allein ein zeitenthobenes Kunstgebilde, in dem Allgemein-Gültiges und Ewig-Menschliches zum Ausdruck kommt, sondern es muß auch unter historischen, soziologischen und politischen Kategorien beurteilt werden. Literarische Texte sind deshalb nicht nur in ihrer ästhetis .....
[ mehr ]
Index » Erzählungen der Gegenwart

Böll, heinrich

Geb. 21.12.1917 in Köln; gest. 16.7.1985 in Langenbroich Auf dem Schriftstellerkongreß 1974 in Jerusalem hat B., damals Präsident des internationalen PEN, das 20. Jahrhundert ein »Jahrhundert der Vertriebenen und der Gefangenen« genannt. Vertriebenheit ist für B. die Grunderfahrung unserer Zeit, i .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige autoren

Böll, heinrich

Köln Rademacher, Gerhard. In: Böll, 1985, S. 79 - 83. .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Böll, heinrich

Heinrich Böll zählt im In- und Ausland zu den bedeutendsten deutschen Literaten der Nachkriegszeit. Mit seinen Romanen, Erzählungen, Reden und Essays übte er großen moralischen Einfluss auf das öffentliche Leben der Bundesrepublik Deutschland aus. Nach sechsjährigem Kriegsdienst trat Böll ab 1947 ge .....
[ mehr ]
Index » Autoren

Heinrich böit, (geb. i9i7)

zählt vor allem zu den modernen Meistern der Kurzgeschichte, als deren Vater der amerikanische Dichter Hemingway gilt. Im Gegensatz zu diesem aber gestaltet Böll in der Kurzgeschichte sittliche Fragen, die sich zunächst bei ihm an Kriegserlebnissen entzünden. So vereinigt die Sammlung 'Wanderer, ko .....
[ mehr ]
Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Nach 1945

Heinrich mann (i87i-i950)

Bruder von Thomas Mann , die Entwicklung des expressionistischen Romans stark vorangetrieben. „Im Schlaraffenland" ist eine Satire auf die „feinen Leute" der Berliner Börsen- und Zeitungswelt. Von 1914 an klingt aus seinen Romanen ein deutlicher kämpferischer und satirischer politischer Unterton, .....
[ mehr ]
Index » DAS ZWANZIGSTE JAHRHUNDERT » Roman und Novelle

Bourgeois-satire heinrich mann: »im schlaraffenland« ein roman unter feinen leuten (i900)

Aufstieg und Fall des Hans im Glück Ein Romantitel wie »Im Schlaraffenland«, an den Anfang einer Romanchronik des 20. Jahrhunderts gestellt, sieht sich vom Ausgang her wie ein blanker Zynismus an. Aber er wirkt heute doch auch nicht makaberer als jene tönerne Vollmundigkeit, mit der Kaiser Wilhel .....
[ mehr ]
Index » Roman Chronik

Heinrich heine (i797-i856),

paßt nicht in den engen Rahmen, der durch den Begriff 'Junges Deutschland" gegeben ist. Schon auf Grund seines Alters, seiner Herkunft und Bildung steht Heine mit seinem Werk zwischen Romantik und Realismus und zugleich isoliert in der Eigenwilligkeit seiner Persönlichkeit. Er ist aber auch der einz .....
[ mehr ]
Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Die idylle: maler müller und johann heinrich voß

Einleitung Die Gattungsbezeichnung Idylle wurde aufgrund eines fruchtbaren philologischen Irrtums als 'kleines Bild" verstanden. Man leitete das Wort etymologisch vom griechischen Kidyllion - Bildchen - her. Renate Böschenstein und andere vor ihr haben darauf aufmerksam gemacht, daß das Stammwort F .....
[ mehr ]
Index » Sturm und Drang Epoche » Lyrik

Jacobi, friedrich heinrich

In der Vorrede zu seinem Hauptwerk Die Welt als Wille und I orstellung warnt Schopenhauer die Leser davor, seine »Art zu spekuliren« mit der »eines noch lebenden großen Philosophen« vergleichen zu wollen, »welcher wahrhaft rührende Bücher geschrieben und nur die kleine Schwachheit hat. Alles, was .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Aug. heinrich hoffmann von fallersleben (i798-i874)

ließ 'Unpolitische Lieder" erscheinen, die ihn den Lehrstuhl für Germanistik kosteten, den er an der Universität Breslau innegehabt hatte. Als Verfasser der deutschen Nationalhymne 'Deutschland, Deutschland über alles", deren Text er am 26. 8. 1841 auf Helgoland schrieb und die er zuerst als Flugbl .....
[ mehr ]
Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Rickert, heinrich

R. zählt zu den letzten bedeutenden Repräsentanten einer Richtung des »Neukantianismus«, die sich vor dem Ersten Weltkrieg als »südwestdeutsche Schule« an den Universitäten Freiburg und Heidelberg etablieren konnte. Die seinerzeit institutionell dominierende Bewegung des Neukantianismus gründet sich .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Sense (suso), heinrich

Ein Holzschnitt stellt S. kniend vor der Erscheinung der >Ewi-gen Weisheit < dar; sie ist für ihn Personifikation der biblischen Weisheitslehren, die er mit dem menschgewordenen und gekreuzigten Sohn Gottes identifiziert. Zur mystischen Vereinigung mit ihr sucht er den Weg härtester Selbstkasteiung .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Meeresstille - heinrich heine

Heines Gedicht »Meeresstille« — man darfeinen Bezug zu Goethes gleichnamigem Gedicht von 1795, Erstdruck 1796, annehmen — stammt wohl aus der Lüneburg-Hamburger Zeit, entstanden zusammen mit anderen »Seebildern«, die Heine dann in den Zyklus »Die Nordsee« aufgenommen hat, in den Monaten Oktober- .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Belsatzar - heinrich heine

Die Mitternacht zog näher schon; In stummer Ruh lag Babylon. Nur oben in des Königs Schloß, Da flackert s, da lärmt des Königs Troß. 5 Dort oben in dem Königssaal, Belsatzar hielt sein Königsmahl. Die Knechte saßen in schimmernden Reih n, Und leerten die Becher mit funkelndem Wein. Es klirrten .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten - heinrich heine

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin; Ein Märchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn. 5 Die Luft ist kühl und es dunkelt, Und ruhig fließt der Rhein; Der Gipfel des Berges funkelt Im Abendsonnenschein. Die schönste Jungfrau sitzet 10 Dort oben wunderbar, .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Heinrich von kleist (i777-i8ii)

Hölderlins Dichtung entrückte die Deutschen ins Reich der idealischen Sehnsucht, war Flamme des reinen Dichtergeistes, Kleists Werk wurzelt mitten im Felde des Lebens, ist Tat eines Genius, der sein Volk in verwirrter Zeit begleiten und aufrichten wollte. Der 1777 zu Frankfurt an der Oder Geborene .....
[ mehr ]
Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Novelle von heinrich von kleist

Novelle Kleist ist in keinem seiner Stücke Ideendramatiker, sondern immer Wirklichkeitsdichter. Dies trifft genauso für seine Prosawerke zu. 'Es gibt im deutschen Schrifttum keine Novellen, deren Form und Vortrag so konzentriert, so kristallisch sind wie diejenigen Kleists." . Zu einer Zeit, da man .....
[ mehr ]
Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Wilhelm heinrich wackenroder (i773-i798)

Nur 25 Jahre alt wurde der zarte Wackenroder, in dessen 1797 erschienenen 'Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" alles das enthalten ist, was das Wesen der Romantik ausmacht. In seinem Werk erscheint zum ersten Male die altdeutsche Kunst, die sich ihm auf gemeinsamen Wanderungen mi .....
[ mehr ]
Index » DIE DEUTSCHE ROMANTIK

Heinrich von kleist

Heinrich von Kleists literarische Bedeutung wurde erst Jahre nach seinem Tode erkannt und begriffen. Er war, wie Thomas Mann ihn charakterisiert, 'völlig einmalig, aus aller Hergebrachtheit und Ordnung fallend, radikal in der Hingabe an seine exzentrischen Stoffe bis zur Tollheit, bis zur Hysterie, .....
[ mehr ]
Index » ZWISCHEN KLASSIK UND ROMANTIK

Aber, herr heinrich mann: eure zeit istjetzt vorbei.

Als fiir Friihjahr 1932 die Wahl des Reichsprăsidenten ansteht, schreibt Kurt Hiller in der ,Weltbuhne : „Takt und eine Notverordnung verbieten, des breitern darzulegen, warum der Generalfeldmarschall unsereinem nicht geeignet scheint, die Nation zu fiihren." Und um die Wiederwahl eben dieses .....
[ mehr ]
Index » Romane der Weimarer Republik » VERACHTUNG UND GUTE

Ludwig christoph heinrich hölty (i748-i776): ihr freunde ... fragment, dem keine zeile fehlt

Ihr Freunde hänget, wann ich gestorben bin, Die kleine Harfe hinter dem Altar auf, Wo an der Wand die Totenkränze Manches verstorbenen Mädchens schimmern. Der Küster zeigt dann freundlich dem Reisenden Die kleine Harfe, rauscht mit dem roten Band, Das, an der Harfe festgeschlungen, Unter den golde .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Klassische Zeit der Elegien

 Tags:
Böll,  Heinrich    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com