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Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Bälde, Jacob



»Jetzt erwacht unser Landsmann aus seinem lateinischen Grabe«, so charakterisiert Johann Gottfried Herder nicht unzutreffend seine Ãœbertragungen von Gedichten B.s in seiner Terpsichore . Was jedoch in den folgenden Jahrhunderten die Rezeption erschwerte, die lateinische Sprache, war im 17. Jahrhundert kein Hindernis. B. galt — Protestanten und Katholiken zugleich — als einer der großen Poeten der neulateinischen Tradition, die im 17. Jahrhundert erst allmählich ihrem Ende entgegenging und an der auch die primär deutsch dichtenden Zeitgenossen B.s noch teilhatten. B. stammte aus dem damals vorderösterreichischen Elsaß, und obwohl er nach seiner Aufnahme in den Jesuitenorden seine Heimat nicht wiedersah, betonte er stets die Bindung an das Elsaß und empfand sich als habsburgi-scher Elsässer im Exil: Daß er auf bayerischem Boden altern müsse , wurde 1632 zum Priester geweiht und übernahm 1635 eine Professur für Rhetorik in Ingolstadt. Hier wurde auch seine Tragödie Jephtias 1637 aufgeführt . Im selben Jahr wechselte er an das Münchener Gymnasium und wurde sogleich fest an den Hof Maximilians I. gebunden: seit 1637 als Prinzenerzieher, ein Jahr später auch als Hofprediger und schließlich 1640 - gegen seinen Willen — als Hofhistoriograph. Es war eine schwierige Zeit, die immer stärker in einen Konflikt zwischen ungeliebtem Amt und Poesie mündete, und doch die dichtensch fruchtbarste seines Lebens. Hier entstehen nach einem oft gedruckten Poema de vanitate mundi , einer Satire über das Lob der Mageren und einem deutschen Ehrenpreiß... Mariae seine großen Lyriksammlungen, Vermischte Gedichte {Sylvarum libri IX., 1643-46) und Oden und Epoden : Zeugnisse einer Horaz-Nachahmung, die zugleich von Distanzierung — von Horaz als Epikuräer — und Verwandtschaft sprechen: Verwandtschaft vor allem mit der Wandlungsfähigkeit, der Proteusnatur des römischen Dichters, die B. in einer Ode charakterisiert . B. verfügt als »Dichterproteus« nicht nur über eine Vielfalt von Themen -Persönliches, Politisches und nicht zuletzt Religiöses -, sondern auch über die Gabe der ironischen Distanzierung, die es ihm ermöglicht, seine innere Unabhängigkeit angesichts des politischen Drucks, dem er ausgesetzt ist, zu behaupten. »Es ist nicht meine Sache, mich auf die unreinen Küsse der Fama einzulassen. Goldblech zu verarbeiten und mich mit hochmütigen Larven abzuplagen oder übermäßige Lobsprüche noch zu potenzieren«, heißt es m einer Ode. Kein Wunder, daß er als Hofhistoriograph scheiterte. 1650 verließ er München. Ãœber Landshut und Amberg gelangte er schließlich 1654 an den Hof in Neuburg an der Donau, wo er bis zu seinem Tod als Hofgeistlicher wirkte. Seine innere Unabhängigkeit führte auch zu Schwierigkeiten mit den Ordenszensoren. Das wurde deutlich, als er sich nach seinen Münchener Erfahrungen stärker der Satire zuwandte und der Orden darüber wachte, ob er nicht gegen die Würde seines Standes verstoße. Eine Satire auf die Zensoren wurde von diesen gar nicht erst freigegeben.

      Breuer, Dieter: Princeps et poeta.Jacob Baldes Verhältnis zu Kurfürst Maximilian I. von Bayern. In: Glaser, Hubert : Um Glauben und Reich. Kurfürst Maximilian I. Beiträge zur Bayerischen Geschichte und Kunst 1573 —1657. München 1980. S. 341-352.
      Schäfer, Eckart: Deutscher Horaz: Conrad Celtis. Georg Fabricius, Paul Melissus. Jacob Bälde. Die Nachwirkung des Horaz in der neulateinischen Dichtung Deutschlands. Wiesbaden 1976.

      Volker Meid


Bälde, jacob

Ad Somnum Häußler, Reinhard. In: Arcadia 13, 1978, S. 113 - 145. An Sabinus Fuscus aus Tirol Wehrli, Max. In: Rückschau und Ausblick, 1962, S. 116- 122. Chorae Mortualis Kohlschmidt, Werner. In: Orbis litterarum 25, 1970, S. 157 - 170. Heliotropium Herzog, Urs. In: Deutsche Barocklyrik, .....
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Jacobi, friedrich heinrich

In der Vorrede zu seinem Hauptwerk Die Welt als Wille und I orstellung warnt Schopenhauer die Leser davor, seine »Art zu spekuliren« mit der »eines noch lebenden großen Philosophen« vergleichen zu wollen, »welcher wahrhaft rührende Bücher geschrieben und nur die kleine Schwachheit hat. Alles, was .....
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Jacobi, johann georg

Abends Hippe, Robert. In: Interpretationen, 1982, S. 29. An die Liebe Hippe, Robert. In: Liebe im Gedicht, 1971, S. 27 - 28. .....
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Burckhardt, jacob

By Liecht Weber, Werner. In: Forderungen, 1970, S. 142 - 146. .....
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Grimmeishausen, hans jacob christoph von

Geb. 1621 in Gelnhausen; gest. 17.8.1676 in Renchen/Baden In der Vorrede zum Satyrischen Pilgram , G.s erster Veröffentlichung, fragt Momus, der personifizierte literarische Neid, was denn »von einem solchen Kerl wie der Author ist / zu hoffen« sei. Man wisse ja wohl, »daß Er selbst nichts studirt .....
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Grimmeishausen, hans jacob christoffel von

Der Barockdichter Hans Jacob Christoffel von Grimmeishausen stellt in seinen satirischen Schelmenromanen die Missstände der zeitgenössischen Gesellschaft dar. Seine Werke zeichnen sich durch eine detaillierte Schilderung und eine lebendige Darstellung aus. Vor allem der Dreißigjährige Krieg prägte .....
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Grimm, jacob und wilhelm

Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm schufen in einer nahezu lebenslangen Haus- und Arbeitsgemeinschaft ein gewaltiges sprach- und literaturwissenschaftliches Werk, mit dem sie die Grundlagen der germanischen Altertumswissenschaften und der deutschen Philologie legten. Mit dem von ihnen initiierten De .....
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Burckhardt, jacob

Mit seinen Büchern hat Jacob Burckhardt noch heute gültige Standardwerke geschaffen und eine neue wissenschaftliche Sicht der Kunstgeschichte begründet. Burckhardt studierte Geschichte und Philosophie, zunächst in Basel, später in Berlin und Bonn. Nach der Promotion schrieb er Kunstkritiken für Zei .....
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Die brüder jacob (i785-i863) und wilhelm (i786-i859) grimm

Sie scheinen uns ihrer Zeit enthoben, die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, denn ihre Märchensammlung steht auch heute noch in jedem Kinderzimmer. Sie wuchsen im hessischen Flanau auf. Mit dem Tod des Vaters, eines verbeamteten Juristen, verlor die neunköpfige Familie schon bald ihre sichere Existenz .....
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Arjouni, jacob

Biografie: *1 in Frankfurt/M. J. Arjouni lebte nach dem Abitur einige Jahre in Frankreich, wo er sich mit Gelegenheitsjobs durchschlug und mit dem Schreiben begann. Nach einem kurzen Besuch der Schauspielschule in Berlin studierte er an der Freien Universität. Als J. Arjounis Krimis Happy Birthday .....
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Bälde,  Jacob    





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