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Descartes, Rene - Leben und Biographie



Rene Descartes gilt als Begründer der theoretischen Philosophie der Neuzeit. Er hob die Annahmen des scholastischen Wissens auf und gründete die Sicherheit der Erkenntnis in der Selbstgewissheit des Cogito, des denkenden Ichs.
      Nach seiner Ausbildung am jesuitischen College Royal in La Fleche begann Descartes eine rege Reisetätigkeit, die ihn mit führenden Gelehrten seiner Zeit zusammenführte. Unter ihnen war der Kreis von Mathematikern und Physikern um Marin Mersenne , seinem zukünftigen Mentor. Der Lebensmittelpunkt des Philosophen war zunächst Paris.
      Descartes lebte in einer unsicheren, durch Kriege geprägten Zeit. In diesem Umfeld setzte er seine Hoffnung auf eine neue Wissenschaft, deren sichere Grundlage klare und deutliche Begriffe sein sollten. Doch seine Ideen sorgten für zahlreiche Kontroversen. 1628 emigrierte Descartes in die Niederlande, wo er sich mit mathematischen, physikalischen, medizinischen und metaphysischen Fragen befasste. Sein kosmolo-gischesWerk Lemonde ließ er vorsorglich unveröffentlicht, nachdem er von der Anklage gegen Galileo -» Galilei erfahren hatte. 1637 erschien die programmatische Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Forschung sowie 1641 die Meditationen über die Erste Philosophie. Descartes stand in Briefkontakt mit der schwedischen Königin Christine , die ihn 1649 schließlich überzeugte, nach Stockholm zu kommen, wo er im Jahr darauf starb.
      Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Forschung
Aristoteles lässt das Philosophieren generell mit dem Zweifeln beginnen; sein Zweifeln ruht auf der Grundlage eigener Gewissheiten. Mit Descartes wird das methodische Zweifeln und lnfra-gestellen zum Signum der Neuzeit, die ihrer Grundlagen selbst nicht mehr gewiss ist. Descartes lehnt die bloße Ãobernahme traditioneller Wissensbestände ab und versucht menschliches Wissen auf das sichere Fundament der Selbstgewissheit des denkenden Ichs zu stellen. Damit wird er zum Begründer der Philosophie der Neuzeit.
      Entstehung: Nach einem Tagebucheintrag will Descartes seinen methodischen Grundgedanken bereits am 10. November 1619 gefasst haben. Seine malhematischen und naturphilosophischen Studien flössen zunächst nicht in eine Veröffentlichung ein, weil ihn der Fall -^ Galileis zutiefst verunsichert und seine literarischen Pläne verändert hatte. Ãober seine Gründe, die mit autobiografischen Motiven durchsetzte Abhandlung schließlich 1637 doch zu veröffentlichen, und zwar als Einleitung zu seinen Essais, legt Descartes ausführlich im sechsten Kapitel des Werks Rechenschaft ab. Vor allem bewegte ihn die Aussicht auf die kooperative Fortsetzung seiner Forschungen. Inhalt: Vorbild aller Wissenschaften ist für Descartes die Mathematik. An ihr schätzte er die »Sicherheit und Evidenz ihrer Beweisgründe«. Auf dem Weg seiner Methode gelangt Descartes zu den Fundamenten seiner Metaphysik. Von gleicher Sicherheit wie die mathemati-sehen Wahrheiten ist für ihn die hinsieht »ich denke, also bin ich« , die Descartes aufgrund eines vorhergegangenen »methodischen« Zweifels an allem gewinnt, was er vorher zu wissen glaubte. Sie vermittelt Descartes' Gewissheit über die das eigene Existenz als denkende Substanz. Die Nalur des Ichs ist es, eine Substanz zu sein, die vollkommen vom körperlichen Sein unterschieden ist. Dem liegt die dualistische Ontologie des französischen Philosophen zugrunde, also seine Auffassung, dass alle Wirklichkeit aus zwei völlig verschiedenen Seinsweisen besteht, aus Immateriell-Denkendem und Materiell-Ausgedehntem . Da er glaubt, selbst ein unvollkommenes Wesen zu sein, fragt sich Descartes nach der Ursache des Begriffs von einem vollkommenen Wesen und er sieht sich zur Vorstellung Gottes als eines vollkommenen Wesens hingeführt. Gottes Vollkommenheit setzt aber begrifflich seine Existenz voraus . Von hier aus zurückblickend erkennt der menschliche Verstand, dass erst die Existenz Gottes alle Erkenntnisse für den Menschen sicherstellt. Wirkung: Das 17.Jahrhundert gilt philosophiegeschichtlich als das »Jahrhundert der Methode«. Daran hat Descartes maßgeblichen Anteil. Er begründete darüber hinaus eine philosophische Strömung, den Cartesianismus, der Philosophen aus ganz Europa angehörten. Seine Philosophie der Selbstgewissheit des denkenden Ich bestimmte die Subjektivitätsphilosophie der Neuzeit, sie beeinflusste die Vernunftphilosophie von Immanuel -> Kant sowie die Phänomenologie von Edmund Husserl .
      Hauptwerke der Philosophie der frühen Neuzeit
Francis Bacon 1620 Neues Organon:D'e Aphorismensammlung enthält die Grundlagen einer neuen, den scholastischen Aristotelismus ablösenden Wissenschaftsphilosophie aufgrund von Beobachtungen und Experimenten.
      Galileo Galilei 1632 Dialog über die zwei hauptsächlichen Weltsysteme, das ptolemäische und das kopernikanische: In seinem astronomischen Hauptwerk wollte Galilei den physikalischen Nachweis der Erdbewegung erbringen.
      Rene Descartes 1637 Abhandlung über die Methode ...:Vor allem wegen seiner wissenschaftlichen Methode, den Grundzügen der cartesischen Metaphysik und der Vorstellung vom denkenden Ich steht der Diskurs am Beginn der neuzeitlichen Vernunft- und Subjektphilosophie.
      Rene Descartes 1641 Meditationen über die Erste Philosophie:r seinem philosophischen Hauptwerk führt Descartes den Leser die Stationen seines Erkenntniswegs vor Augen und entfaltet die Metaphysik des Discours.
      Thomas Hobbes 1651 ieWotrion:Eine staatsphilosophische Begründung des Absolutismus zurAbwehrder Bürgerkriegswirren in England.
     


Descartes und leibniz

Die entscheidende ideengeschichtliche Voraussetzung für die systematische Entwicklung aufklärerischen Denkens bildet die Konstitution des frühneuzeitlichen Rationalismus, wie er wesentlich durch das seit 1630 entstehende Werk Rene Descartes' vorbereitet wird. Das cartesianische Denkmodell entfaltet .....
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Auf der suche nach der verlorenen zeit (i9i3-i927) - roman von marcel proust

Die >Suche nach der verlorenen Zeil< war Prousts Lebenswerk. Die markanten historischen Kck-daten der geschilderten 42 Jahre sind das Knde des deutsch-französischen Krieges 1870/71 und das Knde des Lrsten Weltkrieges 1918. Beinahe ein Lebenswerk ist auch die Lektüre der 15 Bünde mit ihren über 4000 .....
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Descartes, rene

D. war der Denker, dem die Moderne, wie ein zeitgenössischer Psychoanalytiker treffend bemerkte, neben anderem auch die Eigenheit verdankt, unter der sie am meisten leidet: die schon fast sprichwörtliche Zerrissenheit des modernen Subjekts. Er begann seine Ausbildung mit acht lahren am jesuitischen .....
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Schickele, rene

Die Roten Hosen Staiber, Maryse. In: Recherches Germaniques 20, 1990, S. 195 - 202. .....
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Verlorenes ich - gottfried benn

Verlorenes Ich, zersprengt von Stratosphären, Opfer des Ion: - Gamma-Strahlen-Lamm -, Teilchen und Feld: - Unendlichkeitschimären auf deinem grauen Stein von Notre-Dame. 5 Die Tage gehn dir ohne Nacht und Morgen, die Jahre halten ohne Schnee und Frucht bedrohend das Unendliche verborgen -, die We .....
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An die nachgeborenen - bertolt brecht

I Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten! Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende Hat die furchtbare Nachricht Nur noch nicht empfangen. 5 Was sind das für Zeiten, wo Ei .....
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Bilder eines verlorenen paradieses

Hubert Riiter hat in sehr eingehender Analyse den Verlauf des Romans als 'eine Wellenbewegung , die am Ende langsam verebbt"25, charakterisiert: Der Roman setzt ein mit einem Moment der Ruhe nach der Zuriicknahme der Truppe hinter die Front. Der Ich-ErzÄfhler, Franz Baumer, vergegenwÄfrtigt die auge .....
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Hans sahl (i902-i993): charterflug in die vergangenheit - der verlorene sohn

Nicht für alle verbannten Dichter gab es eine Rückkehr, und manchen führte sie ins Verderben. Der rebellische Humanist Ulrich von Hütten starb 1523 im schweizerischen Exil; Nikodemus Frischlin, zu ruhelosem Wanderleben verurteilt und dann an die württembergische Regierung ausgeliefert, kam bei einem .....
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Die 'leichenöffnung des lasters - friedrich schiller: der verbrecher aus verlorener ehre.

Entstehung Einzelheiten der Entstehungsgeschichte sind unbekannt. Schiller schickte das fertige Manuskript am 29. November 1785 an den Verleger Göschen. In einem Brief vorn 13. Eehruar 1786 schreibt er ihm, es sei gegen seinen 'Wunsch, daß einige Artikel dieses Hefts, wozu ich ausdrüklich fremde Ze .....
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Karl neumann 'frank und irene (i964)

Kinder- und Jugendromanc von Karl Neumann gehörten zu den meistgelesenen Erscheinungen der Kinder- und Jugendliteratur der DDR. Nach dem großen Erfolg von 'Frank", in dem ein Außenseiter gleichsam in die Gemeinschaft geführt wurde, schrieb der Autor auf Drängen von Lesern und Verlag die Fortsetzung .....
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Die »verlorene zeit« wiederfinden

Man muss dazu allerdings die alten antrainierten Themen und Denkmuster gewissermaßen über Bord werfen und sich ganz dem überlassen, was da von innen, aus dem Unbewussten, an Gedanken und Bildern ins Bewusstsein aufsteigen will. Zuerst tröpfelt das nur ganz sachte - aber allmählich wird es ein Bach, .....
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Rodrian, irene

Biografie: ^12.11.1 in Berlin. I. Rodrian arbeitete als Werbeberaterin und Grafikerin. Zu Beginn ihrer Tätigkeit als Autorin jobbte sie nebenbei als Schaufensterdekorateurin und Verkäuferin. I. Rodrians Psycho-Studien sind häufig im Künstler- und Freiberuflermilieu angesiedelt und sezieren im Rahmen .....
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Schickele, rene

Sjährig gründete S., Sohn eines elsässer Weinbauern und einer Französin, in dessen Elternhaus man nur französisch sprach, seine erste literarische Zeitschrift, Der Stürmer, »für künstlerische Renaissance im Elsaß«. Er hatte gerade das Gymnasium in Straßburg ohne Abitur verlassen und dennoch die Imma .....
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