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De Crescenzo, Luciano - Leben und Biographie



Luciano De Crescenzo zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren Italiens. Seine Werke - Romane sowie philosophische oder historische Lehrbücher - stellen eine literarische Ausnahmeerscheinung dar. De Crescenzo vermag es, das Genre der Philosophie mit Humor darzustellen, indem er die Erkenntnisse der Klassiker durch Geschichten aus dem chaotischen und korrupten Umfeld Neapels belegt.
      Seit den 1970er Jahren kennt die italienische Ã-ffentlichkeit De Crescenzo als Autor, Regisseur, Schauspieler und Moderator. Tatsächlich ist diese Laufbahn für ihn ein »zweiter Bildungsweg«: Bis zum Erscheinen seines ersten Buchs Also sprach Bellavista war er als leitender Ingenieur in einem amerikanischen Computerkonzern tätig.
      Nach seinem Sensationserfolg schrieb De Crescenzo weitere Bücher über Philosophie und die Antike, in denen er auf humoristische Weise antike Stoffe und Mothe, z.B. der lllias oder der Odyssee von -»Homer, aufgriff . De Crescenzo lebt in der Stadt, in der er geboren wurde und deren Atmosphäre seine Romane um Bellavista inspirierte: Neapel.

      Also sprach Bellavista
In Also sprach Bellavista bringt Luciano De Crescenzo die Lehren alter Philosophen mit amüsanten neapolitanischen Alltagssituationen und der aktuellen politischen Entwicklung Italiens in Verbindung. Das Buch besteht aus erzählerisch dargebotenen Lehrgespräden somatischer Tradition, in denen die Hauptfigur Bellavista seinen Besuchern die neapolitanische Lebensphilosophie anhand von Autoren der abendländischen Philosophie erklärt. Die Dialoge handeln aber auch von der Kluft zwischen Nord- und Süditalien, zwischen der modernen Konsumgesellschaft und der natürlichen Lebensweisheit des Philosophen Epikur, den Bellavista als Vordenker süditalienischer Lebensform betrachtet. Inhalt: Der pensionierte G>mnasiallehrer Bellavista spricht in seiner Wohnung in Neapel zu einer Gruppe interessierter Zuhörer, die ein
Panorama verschiedener sozialer und politischer Ansichten vertreten: der kommunistische Ersatzhausmeister Salvatore, der naive Saverio, ein technokratischer Norditaliener, der Hauspoet Luigino und schließlich De Crescenzo selbst. Die Gespräche finden in ungezwungener Atmosphäre statt und fördern überraschende philosophische Erkenntnisse über Neapel, Italien und die weltpolitische Entwicklung zu Tage. Ausgehend von den Schriften Epikurs schildert Bella-vista seine Theorie der unvereinbaren Prinzipien des Begehrens nach der bindenden Liebe und der nach Autarkie strebenden Freiheit. In der Lehre der Abstufung menschlicher Bedürfnisse sieht Bellavista ein von den Neapolitanern gelebtes und vorbildhaftes Modell der Mitmenschlichkeit. Aufbau: De Crescenzo mischt in seinem Buch humanistische Lehrgespräche mit Anekdoten aus dem neapolitanischen Alltag. Der Text ist nach dem Grundsatz-Beweis-Prinzip alter mathematischer Lehrbücher aufgebaut. Die Geschichten der gerade bezifferten Kapitel stellen somit die praktische Beweisführung der Theorien Bellavistas dar. Dieser nimmt in den Gesprächen die Rolle des Sokrates ein, seine Zuhörer die der Philosophieschüler. Ihre humoristischen Kommentare und die illustrierenden alltagsphilosophischen Trivialbetrachtungen machen das Buch von De Crescenzo zu einem philosophischen Lehrbuch und Unterhaltungsroman zugleich. Der Schauplatz Neapel ist für den Autor nicht allein seine süditalienische Heimatstadt, sondern auch eine Metapher für eine Komponente der menschlichen Seele, die jeder Neapolitaner in sich trägt.
      Wirkung: Auch in seinen folgenden Werken verband De Crescenzo unterhaltsame Auseinandersetzung über Alltagsprobleme mit humanistischen Lektionen. Durch seine Bücher entdeckte eine große Leserschaft die Zeitlosigkeit der Philosophie und der Antike.
     


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