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Darwin, Charles - Leben und Biographie



Charles Darwin entdeckte den biologischen Mechanismus der Artenwand ung und bewirkte mit seiner Theorie eine grundlegende Ã"nderung des Menschenbildes. Bevor 1859 Ãober die Entstehung der Arten durch narürlicheZuchtwahl erschien, hatte er sich bereits mit einem Reisetagebuch und Arbeiten über Korallenriffe, Vulkaninseln und geologische Betrachtungen in Fachkreisen einen Namen gemacht.
      Darwin stammte aus einer reichen Arztfamilie, die ihm ein finanziell sorgenfreies Leben als Privatgelehrter ermöglichte. Nach Versuchen in der
Medizin und Theologie fand er in der Naturforschung seine Bestimmung. Das herausragende Ereignis seines Lebens war die Teilnahme an der fünf Jahre dauernden Weltumseglung mit dem Schiff »H.M.S. Beagle« . Danach verbrachte er sein Leben in England mit dem Ordnen und Auswerten seiner naturkundlichen Beobachtungen, die er durch eigene Zuchtversuche ergänzte.
      Aus Darwins 1839 geschlossener Ehe mit Emma Wedgwood gingen zehn Kinder hervor. Die Stabilität seines Familienlebens und die Fürsorge seiner Frau ermöglichten es dem Naturforscher, trotz seiner schwachen Gesundheit ein enormes Arbeitspensum zu bewältigen.
      Ãober die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl
Im Gegensatz zur herrschenden Kirchenmeinung ihrer jeweiligen Zeit glaubten schon -> Goethe und Jean-Baptiste de Lamarck nicht mehr, dass die Vielfalt der Arten unter den Lebewesen auf einem einmaligen Schöpfungs-akt beruht. Sie nahmen vielmehr an, dass eine veränderte Art mittels eines natürlichen Zeugungsvorgangs aus einer bereits vorhandenen Art hervorgegangen sein müsse. Sie kannten jedoch den Mechanismus diese Abstammungsvorgangs nicht. Als Charles Darwin und der Zoologe Alfred Rüssel Wallace in einer Fachzeitschn'ft über ihre Entdeckung des Ausleseverfahrens berichteten, stieg die Erwartung der Fachleute. Die erste Auflage von Ãober die Entstehung der Arten durch natürliche Zucht-wahl war sogleich ausverkauft. Entstehung: Angeregt durch seine Beobachtungen verwandter und doch unterschiedlicher Tier- und Pflanzenpopulationen auf den nahe beieinander liegenden Galapagosinseln sowie von Versteinerungen ausgestorbener Arten notierte Darwin schon 1837 die ersten Ãoberlegungen zur Veränderlichkeit der Arten. 1838 las er die Abhandlung über das Bevölkerungsgesetz von dem britischen Sozialphilosophen Thomas Robert Malthus , die seinen Ãoberlegungen die entscheidende Richtung gab.
      20 Jahre lang forschte Darwin intensiv. Er sah sich jedoch gezwungen, seine Theorie vorab als Skizze zu veröffentlichen, um zu verhindern, dass ihm Wallace zuvorkam. Noch bis zur 6. Auflage nahm er zahlreiche Korrekturen und Ergänzungen an seinem Werk vor.
      Inhalt: In 15 Kapiteln legt Darwin den Mechanismus dar, nach dem sich Arten von Lebewesen über Generationen entwickeln und verändern. Er beschreibt zunächst die Auswahl und Vererbung von Merkmalen bei der Züchtung von Haustieren, um danach zu zeigen, dass sich Ã"hnliches auch in der Natur findet, wo nicht der Züchter, sondern der Existenzkampf Ursache der Veränderung ist.
      Darwin formuliert die Gesetze der Abänderung und weist auf die Schwierigkeiten seiner Theorie hin, formuliert auch selbst Einwände gegen die Theorie der natürlichen Zuchtwahl, die er zu entkräften versucht.
      Darwins Ergebnisse lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Die Evolutionstheorieberuht auf den Grundannahmen, dass es eine Vielfalt von Arten gibt, dass begrenzte Nahrungsvorräte zur Verfügung stehen und dass die Geburtenrate mehr als 1 belrägt. Die Erfahrung lehrt, dass jedes Lebewesen versucht, zu überleben und sich fortzupflanzen. Vor dem Hintergrund der hohen Fortpflanzungsrate führt die Begrenzung von Raum und Nahrung zu einem Konkurrenzkampf der Lebewesen um ökologische Nischen, der die notwendige Verringerung der Bevölkerungszahl zur Folge hat. Dies führt zu der Notwendigkeit der Reduktion und zu einem Konkurrenzkampf der Lebewesen um ökologische Nischen. Mechanismen, die auf die Lebewesen verändernd einwirken können, um Vorteile im Ãoberleben des Lebewesens und seiner Nachkormnen hervorzubringen, sind physikalische Einflüsse , Immigration , Abänderung in unterschiedlichen Lebensphasen und Abänderungen in der Struktur . Wirkung: Ãober die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl gilt als das Aufsehen erregendste Buch der Naturwissenschaft des 19. Jahrhunderts. Darwins Theorie hat zu einer Neuordnung des gesamten Materials der zur damaligen Zeit rein beschreibenden Naturkunde geführt und der zukünftigen Forschung eine neue Richtung gegeben. Doch hat Darwins Lehre - weiterentwickelt im zweiten Hauptwerk Die Abstammung des Menschen - auch auf die Geistes-, Sozial- und Gesellschaftswissenschaft eingewirkt. Die stärkste Erschütterung erfuhr jedoch die Theologie, die bis dahin das Dogma des einmaligen in der Genesis beschriebenen Schöpfungsakts vertrat und zum Teil bis heute daran festhält.
      Darwinismus und Evolutionstheorie
Darwinismus: Unter Darwinismus im engeren Sinne versteht man Charles Darwins Lehre von der zufälligen Verschiedenheit des Erbguts und der Vererbung von veränderten Merkmalen, die durch eine natürliche Auslese der jeweils am besten an eine Umgebung angepassten Artvertreter bewirkt wird. Daraus folgt eine Abstammungslehre, nach der alle Lebewesen aus einer oder wenigen Grundformen hervorgegangen sein müssen. Fast 150 Jahre nach Darwins erster Entdeckung sind längst nicht alle Fragen des Entwicklungsvorgangs erklärt. Durch die moderne Genetik wurden die Vorgänge noch komplexer und es stellt sich u.a. die zentrale Frage nach dem eigentlichen Objekt der Evolution: Ist es das Gen, das Individuum oder die Art -und wie sind die Zusammenhänge? Evolutionstheorien sind zunächst wertfreie Erklärungsmodelle für biologische und gesellschaftliche Veränderungen oder Entwicklungen. D. h., ein Merkmal oder eine Eigenschaft, die in einer bestimmten Um-welt und zu einer bestimmten Zeit »gut« oder »ungünstig« ist, kann in einer anderen Umwelt oder Zeit entgegengesetzt gewertet werden. In der Regel wird dem Begriff Evolution jedoch die Bedeutung einer Entwicklung von unstrukturiert zu strukturiert, von niederer zu höherer Ordnung gegeben, womit eine Wertung verbunden wird. Sozialdarwinismus: Eine solche einseitige Interpretation ist besonders fragwürdig, wenn das Darwinsche Selektionsschema analog auf die Entwicklung menschlicher Gesellschaften übertragen wird. So kann der zuerst von dem englischen Philosophen Herbert Spencer formulierte »Sozialdarwinismus« leicht zu Rassismus führen und der Rechtfertigung von ethnischen Aussonderungsmaßnahmen dienen, wie dies bereits im Kolonialismus und in totalitären Regimen geschehen ist. Nach der Entwicklungstheorie des Marxismus werden die Naturgesetze der biologischen Evolution durch die Gesellschaftsentwicklung beherrschbar.
      Bellavista und die Philosophie Epikurs
Herkunft: Begründet durch die Athener Schule des Philosophen Epikur .
      Bedeutung: Philosophie bedeutet für die Epikureer vor allem Anleitung zu rechter Lebensführung . Die Menschen sollen in Lust und Freude leben, doch gleichzeitig edel und vernünftig sein, um anderen nicht zu schaden. Wichtig für die Erlangung von Glückseligkeit ist die richtige Gewichtung menschlicher Bedürfnisse. Diese sind unterteilt in naturbedingt und notwendig, naturbedingt und nicht notwendig und weder naturbedingt noch notwendig. Auf die ersten sollen sich die Menschen konzentrieren, die zweiten nur nach Abwägung und die dritten gar nicht ausführen. Anwendung: In Also sprach Bellavista konstatiert Luciano De Crescenzo, dass die
Neapolitaner ihre Lebenseinstellung der Philosophie Epikurs zu verdanken haben. Neapel erfüllt demnach den von Epikur vertretenen angemessenen Einsatz von Arbeitseifer. Im Gegensatz zum karrieristischen Machtstreben des italienischen Nordens beinhalte die neapolitanische Kultur eine menschliche Dimension, die sich nicht durch die Maxime der Effizienz, sondern durch Nächstenliebe definiert. Doch allein durch das Befolgen der Lehre Epikurs ist ein Streben nach Fortschritt nicht gewährleistet, da dieses nicht zu den primären Bedürfnissen des Menschen gehört. Dies zeige sich in der sozialen und infrastrukturellen Unterentwicklung Neapels. Dennoch sieht Bellavista in der selbstgenügsamen Lebenseinstellung der einfachen Bewohner der Stadt einen Weg, der jedem ermöglicht, sein persönliches Glück zu finden.
     


Liberalismus und sozialdarwinismus

Eines der bekanntesten Beispiele aus der Geschichte der Soziologie ist wohl die polemischkritische Auseinandersetzung von Leonard T. Hobhouse mit Herbert Spencers Ansatz und mit dem britischen Sozialdarwinismus insgesamt. Der Hinweis auf gerade diese Kontroverse ist in dem hier konstruierten Kontext .....
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Chamisso, adelbert von, (d. i. louis charles adelaide de c.)

»Es ist die alte, gute Geschichte. Werther erschoß sich, aber Goethe blieb am Leben. Schlemihl stiefelt ohne Schatten, ein >nur seinem Selbst lebender < Naturforscher, grotesk und stolz über Berg und Tal. Aber Chamisso, nachdem er aus seinem Leiden ein Buch gemacht, beeilt sich, dem problematischen .....
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Darwin, charles

Im Jahre 1838 trug D. folgende Bemerkung in sein Notizbuch ein: »Piaton . . . sagt im Phaidon. unsere »notwendigen Ideen< entstammten der Präexistenz der Seele, seien nicht von der Erfahrung abgeleitet. - lies Affen für Präexistenz.« D. tormuliert hier den Grundgedanken einer - wie wir heute sagen w .....
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Fourier, charles

Seine Idee war. Sexualität und Arbeit miteinander zu versöhnen, jenseits von jeder Art von Gewalt und Zwang und in einer Umgebung äußersten Luxus. Er träumte von einem Perpetuum mobile aus Wirtschaft und Eros. Damit blies er. ohne daß er es ahnte, zum Sturm auf die letzte Bastion des Christentums. D .....
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Montesquieu, charles de secondat

Als M. im Wmter 1755 schwer an Grippe erkrankte, am >. Februar gar ins Koma fiel. Heß sich Papst Benedikt XIV. durch seinen Pariser Nuntius lautend berichten, ob der angesehene Rechtsdenker und Moralphilosoph nicht endlich gebeichtet und seinen Frieden mit der Römischen Kirche gemacht hätte. Dieses .....
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Morris, charles william

Die Entscheidung, sich der Wert- und Zeichentheorie zu widmen, traf M. Ende der 30er Jahre, als er eines Abends auf Läszlö Moholy-Nagy wartete. Moholy-Nagy, zusammen mit Walter Gropius am Bauhaus tätig, aber seit der Macht-* Ãobernahme Hitlers 1933 in London lebend, wurde 1937 als - Leiter an das »N .....
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Peirce, charles sanders santiago

Der Geburtsort des Pragmatismus war der »Metaphysiker-Klub«. der Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts in der Nähe von Harvard in Alt-Cambridge alle zwei Wochen tagte. Hier legten vor allem P. und William James die Grundlage für eine neue Pachtung innerhalb der Philosophie. Während James einer .....
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Glauser, friedrich charles

Biografie: *4.2.1 Wien, t8.2.1 in Nervi bei Genua. F. Glausers Leben war geprägt vom ständigem Wechsel zwischen Internierung und Entlassung, Entziehungskuren und den Versuchen ein bürgerliches Leben zu führen. Seine Morphiumsucht, die ihn ungefähr seit dem 21. Lebensjahr begleitete, war zentrales Tr .....
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Sealsfield, charles (d. i. karl anton postl)

Der Fremde war einsam gestorben, als alter Mann war er vor wenigen Jahren in den kleinen schweizer Ort Unter den Tannen gezogen, und niemand wußte etwas über ihn zu sagen. Doch als die Eidgenossen sein Testament fanden, war der Name plötzlich in aller Munde: Mr. S. hatte ein wirres Leben geführt. Je .....
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