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Dante Alighieri - Leben und Biographie



Dante Alighieri ist der Nationaldichter Italiens und bis heute einer der großen europäischen Klassiker. Berühmt wurde er vor allem durch seine Göttliche Komödie.
      Dante wuchs in Florenz auf und erhielt eine gute Ausbildung in klassischen Sprachen und Rhetorik. Kindheit und Jugend waren geprägt durch die schwärmerische Verehrung der jungen Beatrice Portinari, die Dante später in der allegorischen Liebesdichtung Das neue Leben und in der Göttlichen /Comö'd/eliterarisch verewigte. Früh schon war er in die inneritalienischen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Kaisers und des Papstes involviert; 1289 kämpfte er in der Schlacht von Campaldino gegen Arrezzo. Ab 1295 war er aktiv auf Seiten der kaisertreuen »weißen« Guelfen an der florentinischen Politik beteiligt. Nach dem Sieg der päpstlichen Anhänger wurde Dante im März 1302 aus Florenz verbannt. Im Exil entstand sein Hauptwerk, die
Göttliche Komödie. Dante verfasste außerdem Liebeslyrik sowie Abhandlungen übeT Sprache, Philosophie, Naturwissenschaften und den Staat. Mit seiner Verwendung der Volkssprache statt des üblichen Latein legte Dante den Grundstein für das heutige Italienisch.

      Die göttliche Komödie
Die Göttliche Kbmörj/e von Dante Alighieri ist das große Epos des Mittelalters, in dem sich Theologie, Geschichte, Politik, Astronomie, Physik, Philosophie, Mystik und Scholastik literarisch zur Summe eines Zeitalters vereinigen. Entstehung: Das berühmteste Werk von Dante entstand während der Zeit seines Exils, vermutlich ab 1307, und war bei seinem Tod 1321 gerade abgeschlossen. Bereits kurz darauf waren zahlreiche Kopien in ganz Italien verbreitet; Das Attribut »göttlich« stammt von Giovanni ^Boccaccio. Dante selbst hatte sein Werk nur eine »Komödie« genannt und begründet dies in einem Brief an seinen Gönner Can Grande della Scala mit der Tatsache, dass die Dichtung im Gegensatz zu einer Tragödie schlecht beginne und gut ende.
      Inhalt: Die göttliche Komödie ist eine allegorische Vision, die in 100 Gesängen den Weg durch die drei Jenseitsreiche Hölle, Fegefeuer und Paradies schildert. Der Autor Dante ist zugleich die Hauplfigur seiner Dichtung. Zu Beginn irrt er im dunklen Wald der Sünde umher und wird von den Lastern in Gestalt wilder Tierebedrängt, als ihm der antike Epiker -»Vergil als Führer erscheint. In Begleitung seines dichterischen Vorbilds durchwandert Dante das Inferno und das Purgatorium . Vergil, die Personifikation der menschlichen Vernunft, wird an der Schwelle des Paradieses abgelöst von der Jugendliebe des Dichters. Beatrice, dem Sinnbild der göttlichen Offenbarung. Sie führt den geläuterten Dante stufenweise durch das Paradies bis hinauf zur Erkenntnis der Liebe und der Anschauung Gottes. Auf dem Weg durch die drei Reiche begegnen die Wanderer den Seelen der Verstorbenen, unter denen sich viele berühmte mythologische und historische Persönlichkeiten, aber auch persönliche Bekannte aus Florenz befinden. Die Seelen erzählen in bewegenden Worten ihr irdisches Schicksal und geben so dieser theologischen Dichtung eine zutiefst menschliche Dimension.
      Aufbau: Die Göttliche Komödie ist streng symmetrisch aufgebaut und zahlensymbolischstrukturiert auf der Grundlage der dem Mittelalter heiligen Zahlen Drei und Zehn. Sie besteht aus drei Teilen, der Hölle, dem Fegefeuer und dem Paradies. Jeder dieser Teile besteht aus 33 Gesängen, die zusammen mit dem einleitenden Gesang die Zahl 100 ergeben. Die Zahl Drei erstreckt sich hinunter bis in das von Dante erstmals benutzte Versmaß der Terzine, den nur schwer ins Deutsche zu übertragenden Dreireim. Der Aufbau der drei Reiche entspricht dem ptolemäischen Weltbild: Um die im Mittelpunkt ruhende Erde kreisen die neun Sphären, über denen sich der Sitz Gottes befindet, das unbewegliche Empyreum. Die in neun Kreisen sich trichterartig nach unten verengende Hölle reicht bis zum Erdmittelpunkt, an dem Tuzifer seinen Sitz hat. Gegenüber dem Höllentrichter erhebt sich auf der anderen Erdseite der ebenfalls neunfach gestufte Läuterungsberg, auf dessen Gipfel sich das irdische Paradies befindet. Der klaren topografischen Struktur folgt die strenge Einteilung der Seelen auf verschiedene Stufen der Jenseitsreiche, je nach ihren Sünden oder Verdiensten. Wirkung: Bei der göttlichen Komödie handelt es sich um den seltenen Fall einer Dichtung, die den Beginn einer Nationalliteratur bildet und zugleich ihr Hauptwerk geblieben ist. Dem praktisch ungebrochenen Ruhm als Nationaldichter Italiens steht eine späte Rezeption in Deutschland gegenüber, die erst Mitte des 18. Jahrhunderts begann. Bis in die Gegenwart gehört die Göttliche Komödie zum europäischen Bildungskanon. Zahlreiche Episoden haben sich literarisch verselbstständigt und sind ihrerseits Grundlage von Literatur, Musik und bildender Kunst geworden.

      Allegorie
Herkunft: Der Begriff leitet sich her aus dem griechischen Verb »allegorein«, das so viel bedeutet wie »anders reden«, »etwas anders sagen«.
      Bedeutung: Unter einer Allegorie versteht man die Versinnbildlichung eines abstrakten Begriffs oder Gedankengangs, häufig unter Verwendung von Personifikationen, z. B. eine Frau mit verbundenen Augen = Gerechtigkeit. Wichtig ist dieses Verfahren vor allem für das Verständnis mittelalterlicher Texte, die nach der auf den Traktat Ãober die christliehe Lehre von -> Augustinus zurückgehenden Theorie des mehrfachen Schriftsinns auf vierfache Weise ausgelegt werden können . Die Auslegung der Allegorie geschieht im Verfahren der Allegorese, in dem eine oder mehrere Bedeutungsebenen hinter dem buchstäblichen Sinn eines Textes entschlüsselt werden.
      Anwendung: Die Allegorie gründet in den mittellateinischen Literaturen und etablierte sich in der europäischen Literatur. Angewendet wurde sie auch auf antike Autoren, die durch Aufdecken eines verborgenen »christlichen« Sinns in ihren Texten im Literaturkanon verbleiben konnten von George -> Orwell, ein verbreitetes Mittel der didaktischen und politischen Dichtung geblieben.
     


Die göttliche komödie (i307-i32i) episches gedicht von dante alighieri

Als Heinrich Heine in seinem >Wintermärchen< den preußischen König vorder Macht der dichterischen Feder warnte, berief er sieh auf Dantes >Göttliche Komödie< . In der Hölle sind die großen Herrscher aller Zeiten auf ewig eingesperrt. Heute nimmt sich eine solche Warnung naiv aus, weil man an die Ma .....
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Dantes brief über den vierfachen schriftsinn

Die einschlägigen Passagen aus Dantes oben genanntem Brief an Cangrande della Scala seien hier in extenso zitiert. Es geht Dante um die sachgerechte Deutung der Göttlichen Komödie, die er selbst La Commedia nannte. Wo es im Folgenden >Werk< heißt, ist immer diese gemeint. § 7. Um einzusehen, worum .....
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