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Dahrendorf, Ralf - Leben und Biographie



Ralf Dabrendorfs bewegtes Leben zwischen Politik und Wissenschaft begann in Hamburg als Sohn eines sozialdemokratischen Politikers. 1944 wegen seines Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime von der Gestapo verhaftet, studierte Dahrendorf nach dem Krieg in Hamburg Philosophie und Klassische Philologie. Er promovierte 1952 in Philosophie, um dann an der London School of Economics Soziologie zu studieren. Nach Professuren in Hamburg , Tübingen und Konstanz wurde Dahrendorf, der seit 1967 Mitglied der FDP war, in den Bundestag gewählt. Er diente als Parlamentarischer Staatssekretär im Auswärtigen Amt, danach als Mitglied der Europäischen Kommission . 1974-84 war Dahrendorf Direktor der LSE, 1987-97 Rektor von Saint Antony's College der Oxford-Universität. Seine zahlreichen soziologischen Veröffentlichungen - darunter Soziale Klassen und Klas-senkonflikt{]957) und Homo Sociologicus- sind vorwiegend der Rollentheorie und dem sozialen Konflikt gewidmet; in anderen Schriften setzt sich Dahrendorf mit Demokratie, Europa und Liberalismus auseinander. 1993 wurde er in den britischen Adelsstand erhoben.

      Homo Sociologicus
Das Buch Homo Sociologicus bietet erstmalig eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und Bedeutung der Kategorie sozialen Handelns. Hierfür setzt Dahrendorf den in angelsächsischen Wissenschaftskreisen bereits geläufigen Begriff der »sozialen Rolle« ein. Aufbau: Als Begleitung auf der Suche nach den Schlüsselbegriffen der Soziologie führt Dahren-doTf das Konstrukt des Homo Sociologicus ein, anhand dessen er erklärt, wie die Gesellschaft den Einzelnen prägt, und zeigt die Grenzen dieser Prägung auf. Seine Ausführungen sind leicht nachvollziehbar, wirken niemals verschachtelt und bieten auch Fachfremden einen guten Einstieg in die Denkweise und Methodik des Soziologen.
      Inhalt: Zuerst stellt Dahrendorf die wissenschaftliche Praxis der Konstruktbildungvor, beiwelcher der Forscher sich auf ein bestimmtes Element der menschlichen Existenz aus dem Wesen des Einzelnen konzentriert, um ihn einer wissenschaftlichen Analyse zugänglich zu machen .
      Dem Homo Sociologicus - dem Menschen in der Schnittstelle zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft - nähert sich Dahrendorf über die Begrifflichkeil des Theaters. Wie der Schauspieler seine vorgegebene Rolle spiele, erscheine der Einzelne als »Träger gesellschaftlich vorgeformter Attribute und Verhaltensweisen«. So hat er verschiedene soziale Positionen inne - z.B. die des Deutschen, des Studienrats und des Skatspielers -, die aber allein das Verhalten nicht ausreichend erklären können. Vielmehr sei Verhalten von der Rolle eines Positionsinhabers geprägt und durch die Erwartungen der dazugehörigen Bezugsgruppe sowie durch harte Sanktionen geformt. Der Homo Sociologicus entfremde sich dadurch jedoch zunehmend von einem freien Individuum.
      In Anlehnung an den Schriftsteller Robert -»Musil beschreibt Dahrendorf die verschiedenen Charaktere, die den »Landesbewohner« ausmachen. Neben diesen Charakteren bliebe noch ein weiterer, privater Charakter, den Dahrendorf dem Homo Sociologicus an die Seite stellt. Dabei erinnert er an die ursprünglich doppelte Intention der Soziologie, neben der Analyse des Individuums auch »den einzelnen Menschen zur Freiheit selbst gewählter Zwecke zu führen«.
      Da man das Paradox zwischen dem durch gesellschaftliche Rollen vorgeprägten »empirischen« Charakter des Menschen und seinem zur Freiheit fähigen, »intelligiblen« Charakter genauso wenig auflösen könne, wie man die Trennung zwischen Wissenschaft und Werturteil anzweifeln dürfe, plädiert Dahrendorf für eine Akzentverlagerung. Indem der Soziologe seine Theorien »im Hinblick auf die Erweiterung des Spielraums des Einzelnen formuliert«, könne er »vom Hemmschuh zum Motor der Entwicklung einer Gesellschaft freier Menschen« werden.
      Wirkung: Mit Homo Sociologicus ist es Dahrendorf gelungen, den Rollenbegriff in die soziologische Diskussion in der Bundesrepublik Deutsch land einzuführen. Darüber hinaus bot das WeTk dem Autor die Gelegenheit, das Phänomen der sich widersprechenden Rollenerwartungen zu erläutern, die ein späteres Hauptforschungsgebiet Dahrendorfs darstellen sollten.
      Die kritischen Anmerkungen des Autors zum eigenen Fach haben genauso wenig wie seine Ãoberlegungen zum Verhältnis von Wissenschaft und Alltagswelt an Aktualität eingebüßt.


Grüneberger, ralf

Beileipziger Elegie Jegensdorf, Lothar und Geierhos, Wolfgang. In: Deutsche Studien 23, 1985, S. 139 - 144. .....
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Thenior, ralf

Die Fastfrau Guntermann, Georg. In: Deutsche Gegenwartslyrik, 1982, S. 241 - 247. .....
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Kramp, ralf

Biografie: *29.11.1 in Euskirchen. R. Kramp arbeitete als freier Karikaturist in der Eifel. Er ist Autor zahlreicher Kurzkrimis. Kramp ist einer der beiden Veranstalter der »Blutspur«-Krimiwochenenden, bei denen Krimifans auf »live Mörderjagd« gehen können. Seit 2001 ist er Verlagsinhaber der KBV Ve .....
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Neubohn, ralf

Biografie: *1 in Stuttgart. R. Neubohn lebt als freier Autor, betreibt ein Buchantiquariat und engagiert sich für junge Autoren und Autorinnen. Krim.-Erz.: 1999 Heißes Pflaster Waiblingen, Hrsg. R. Neubohn, BoD; 2000 Kriminelle Energie. Kurzkrimis von R. Neubohn und Eddie Weiss, BoD; 2001 Abschied .....
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Ströcker, ralf

Biograhe: *13.10.1 in Duisburg. R. Ströcker studierte in Münster und Freiburg Rechtswissenschaft, arbeitete als Verwaltungsjurist und lebt seit 1991 mit seiner Familie in Arnsberg, Westfalen. Er ist freischaffend als Autor und Grafiker tätig, daneben unterrichtet er Recht, Staatsbürgerkunde und Poli .....
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Dahrendorf,  Ralf    


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