Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» Coster, Charles de

Coster, Charles de - Leben und Biographie



Mit seinem Werk begründete Charles de Coster die moderne belgische Literatur. Es verherrlicht, ganz im Sinne deT Romantik, ein mythisches Flandern und feiert - in französischer Sprache -den nationalen Freiheitswillen. Zusammen mit Georges -> Simenon ist Coster bis heute der meistgelesene belgische Autor.
      Costers Vater war Intendant am Münchner Hof. Kurz nach der Belgischen Revolution von 1830 zog die Familie nach Brüssel. Nach dem Abitur arbeitete Coster als Bankangestellter und studierte dann Jura. Der Künstler und Bohemi-en fand später nur selten eine feste Anstellung.
      1856 lud der Künstler Felicien Rops Coster zur Mitarbeit an seiner satirischen, antiklerikalen Wochenzeitschrift Uylenspiegel ein, für die der Autor bis 1864 tätig war. 1858 erschienen die Flämischen Legenden, 1861 die Brabanti-schen Märchen und 1867 schließlich das bekannteste Werk Costers, Die Legende von Ulenspiegel. Costers Bücher verkauften sich schlecht, der Autor hielt sich daher mit dem Schreiben von Komödien über Wasser. Gefürchtet waren seine politischen Kommentare, in denen er für Freiheitsbewegungen und emanzipatorische Bestrebungen aller Art Partei ergriff.

      Die Legende von Ulenspiegel
Mit der Legende von Ulenspiegel schrieb Charles de Coster das erste bedeutende belgische Werk in französischer Sprache. Entstehung: Coster griff die im deutschen und niederländischen Sprachraum verbreitete Legende vom Taugenichts Dil Ulenspiegel auf. Er ergänzte die lustigen Streiche des Heranwachsenden um das Leben des Erwachsenen und verlegte die Geschichte ins 16. Jahrhundert, in dem Ulenspiegel und die Seinen gegen die
Spanier und die Inquisition kämpfen. Coster stützte sich bei seiner Erzählung auf historische Quellen, die er stark romantisierte. Inhalt: Die Geschichte beginnt mit der burlesken Geburt und mehrfachen Taufe Ulenspie-gels. In seinem derben, ehrlichen Milieu wächst er zum Volksjungen heran und streift später durch Flandern, um seine Mitmenschen, oft Gastwirte und Geistliche, zu necken, indem er ihre unklaren Anweisungen wörtlich befogt. Eines Tages gesellt sich der gutmütige Lamme Goedzak hinzu, ein etwas schwerfälliger Typ, der sich auf die Suche nach seiner weggelaufenen Ehefrau begeben hat. In diese Handlung eingestreut sind Berichte über die strenge Erziehung des späteren spanischen Königs Philipp

II.


Nach jahrelangen Streifzügen kehrt Ulenspiegel in seinen Geburtsort Damme bei Brügge zurück. Sein Vater wird als angeblicher Ketzer hingerichtet. Ulenspiegel und seine Mutter werden gefoltert, um das Versteck ihres ererbten Vermögens preiszugeben, das als rechtmäßiger Tribut für den König beschlagnahmt werden soll. Da entscheidet sich Ulenspiegel, am Kampf der aufständischen Geuzen gegen die Spanier und die Inquisition teilzunehmen. Der Schluss suggeriert den Sieg und spielt auf die erfolgreiche belgische Revolution von 1830 an. Ulenspiegel und seine Frau Nele können sich nun ganz ihrer Liebe widmen. Aufbau: Die historische Chronologie verleiht der Legende von Ulenspiegel ihre Struktur - sowohl Ulenspiegel als auch der spätere König Philipp

II.

werden 1527 geboren. Die Erzählung ist wie ein Hausbuch zum Vorlesen in fünf Bücher und insgesamt 176 Kapitel aufgeteilt. Im Mittelpunkt stehen die archetypisch charakterisierten Personen. Die Legende von Ulen spiegel ist in einem von Francois -> Rabelais beeinflussten archaischen Französisch abgefasst. Wirkung: Die Erzählung fand zunächst nur wenig Anklang. Erst die folgenden Generationen der »Jeune Belgique« und der Flämischen Bewegung bezogen sich auf sie. Sowohl Maurice Maeterlinck als auch Emile Verhaeren setzten sich mit der flämisch-belgischen Vergangenheit in französischer Sprache auseinander. Der Flame Felix Timmermans entwarf in seinem Roman Pallieter auf Niederländisch ein Ulenspiegelartiges, archetypisches Flandern. Lim 1900 begann der Siegeszug der Legende von Ulenspiegel in aller Welt. Und der französische Literaturnobelpreisträger Romain Roland schrieb: »Das ganze Leben Ulen-spiegels ist die heldhafte Umsetzung des Elften Gebotes, das unser Erstes Gebot ist: Ich habe auf meine Fahne >Leben< geschrieben, ein Leben im ewigen Licht.«


Chamisso, adelbert von, (d. i. louis charles adelaide de c.)

»Es ist die alte, gute Geschichte. Werther erschoß sich, aber Goethe blieb am Leben. Schlemihl stiefelt ohne Schatten, ein >nur seinem Selbst lebender < Naturforscher, grotesk und stolz über Berg und Tal. Aber Chamisso, nachdem er aus seinem Leiden ein Buch gemacht, beeilt sich, dem problematischen .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Darwin, charles

Im Jahre 1838 trug D. folgende Bemerkung in sein Notizbuch ein: »Piaton . . . sagt im Phaidon. unsere »notwendigen Ideen< entstammten der Präexistenz der Seele, seien nicht von der Erfahrung abgeleitet. - lies Affen für Präexistenz.« D. tormuliert hier den Grundgedanken einer - wie wir heute sagen w .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Fourier, charles

Seine Idee war. Sexualität und Arbeit miteinander zu versöhnen, jenseits von jeder Art von Gewalt und Zwang und in einer Umgebung äußersten Luxus. Er träumte von einem Perpetuum mobile aus Wirtschaft und Eros. Damit blies er. ohne daß er es ahnte, zum Sturm auf die letzte Bastion des Christentums. D .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Montesquieu, charles de secondat

Als M. im Wmter 1755 schwer an Grippe erkrankte, am >. Februar gar ins Koma fiel. Heß sich Papst Benedikt XIV. durch seinen Pariser Nuntius lautend berichten, ob der angesehene Rechtsdenker und Moralphilosoph nicht endlich gebeichtet und seinen Frieden mit der Römischen Kirche gemacht hätte. Dieses .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Morris, charles william

Die Entscheidung, sich der Wert- und Zeichentheorie zu widmen, traf M. Ende der 30er Jahre, als er eines Abends auf Läszlö Moholy-Nagy wartete. Moholy-Nagy, zusammen mit Walter Gropius am Bauhaus tätig, aber seit der Macht-* Ãobernahme Hitlers 1933 in London lebend, wurde 1937 als - Leiter an das »N .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Peirce, charles sanders santiago

Der Geburtsort des Pragmatismus war der »Metaphysiker-Klub«. der Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts in der Nähe von Harvard in Alt-Cambridge alle zwei Wochen tagte. Hier legten vor allem P. und William James die Grundlage für eine neue Pachtung innerhalb der Philosophie. Während James einer .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Glauser, friedrich charles

Biografie: *4.2.1 Wien, t8.2.1 in Nervi bei Genua. F. Glausers Leben war geprägt vom ständigem Wechsel zwischen Internierung und Entlassung, Entziehungskuren und den Versuchen ein bürgerliches Leben zu führen. Seine Morphiumsucht, die ihn ungefähr seit dem 21. Lebensjahr begleitete, war zentrales Tr .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Sealsfield, charles (d. i. karl anton postl)

Der Fremde war einsam gestorben, als alter Mann war er vor wenigen Jahren in den kleinen schweizer Ort Unter den Tannen gezogen, und niemand wußte etwas über ihn zu sagen. Doch als die Eidgenossen sein Testament fanden, war der Name plötzlich in aller Munde: Mr. S. hatte ein wirres Leben geführt. Je .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

 Tags:
Coster,  Charles  de    


Impressum

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com