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Collodi, Carlo - Leben und Biographie



Der florentinische Schriftsteller Carlo Collodi hat durch sein Kinderbuch Pinocchio Weltruhm erreicht. Seine übrigen Dramen und Romane, häufig pädagogischen Inhalts, die er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfasste, sind weitgehend in Vergessenheit geraten.
      Nach seinem Studium der Philosophie und Rhetorik arbeitete Collodi als Redakteur, Bibliothekar und Kunstkritiker. Er gehörte in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu jenen italienischen Intellektuellen, die sich für das »Risorgi-mento«, die italienische Vereinigungsbewegung, engagierten. 1848 gründete er die satirischen Zeitschriften //Lampione und später LaScaramucchia. Da seine Artikel überwiegend kritisch waren, legte er sich das Pseudonym »Collodi« zu. Als nach der Einigung Italiens 1876 die allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde, widmete sich Collodi fast nur noch Erziehungsfragen und schrieb Kinder-und Schulbücher.
      Pinocchio
Mit seinem Kinderbuch Pinocchio schrieb Carlo Collodi einen Schelmenroman, der durch den häufigen Wechsel vom Alltäglichen zum Fantastischen, vom Fabelcharakter zum Sozialsatirischen besticht. Der bewusst didaktische Charakter des Werks tritt durch das toskanische Lokalkolorit und die humorvolle Schilderung in den Hintergrund. Mit seinen einzelnen, abge-schlossenen Abenteuern, die 1881-83 in Fortsetzungen in der Zeitschrift GiornaledeiBambini erschienen, wirkt das Buch wie eine Vorwegnahme der modernen Medienserie. Inhalt: Der Held, die Holzpuppe Pinocchio, durchläuft in 36 Kapiteln die Wandlung von einem nichtsnutzigen, egoistischen, leichtsinnigen Lausbuben zu einem mitfühlenden, hilfsbereiten und überlegt handelnden Menschen. Aus einem Stück Holz schnitzt der Meister Geppetto eine Holzpuppe, die von Anfang an aufmüpfige Züge trägt. Als der ganze Kerl fertig ist, läuft er seinem Schöpfer davon und bringt ihn sogar ins Gefängnis. Der arme Meister gibt danach seinen schäbigen Rock in Zahlung, um seinem Geschöpf eine Fibel für die Schule kaufen zu können. Die Holzpuppe verkauft diese jedoch, um neue Abenteuer erleben zu können. Als der Puppenspieler Feuerfresser Pinocchio fünf Goldstücke schenkt, damit dieser seinem Vater einen neuen Rock kaufen kann, kommt Pinocchio trotz bester Vorsätze wieder vom rechten Weg ab. Er folgt einem Räuberpaar - Fuchs und Kater -, verliert das Geld und gerät in Gefahr. Hier taucht eine Fee auf, die seinen weiteren Lebensweg schützend und immer wieder rettend begleiten soll. Denn noch hat Pinocchio aus seinen Abenteuer nichts gelernt, sondern fällt immer neuen Versuchungen an-heim. Zugleich erfahrt er, dass es wichtig ist, sich gegenseitig zu helfen: Ein Hund rettet ihn aus einer Bratpfanne, weil Pinocchio ihn zuvor vor dem Ertrinken gerettet hat. Pinocchio folgt -nach einigem Widerstreben - einem Schulfreund und Tunichtgut in das Spielzeugland, in dem die Kinder nur spielen und nicht lernen müssen. Dort wird er in einen Esel verwandelt, wie all die anderen Kinder, die der Verlockung des Spielzeuglands gefolgt waren. Erst n großer Lebensgefahr verwandelt Pinocchio sich in eine Holzpuppe zurück. Immer wieder kann er sich aus Gefahrensituationen retten, gerät jedoch stets durch Unbedachtheit und die Unfähigkeit, einer trügerischen Verheißung zu widerstehen, in noch schlimmere. Nach all seinen skurrilen und gefährlichen Abenteuern reift Pinocchio schließlich zu einem verständigen, mitfühlenden und sorgenden Menschenjungen heran.
      Collodi stammte aus armen Verhältnissen und wollte den Kindern seines Lands in unterhaltsamer und spannender Form deutlich machen, dass sie ihre Zukunft nur bewältigen können, wenn sie lernen. Nur durch Arbeit und Wissen, so lautet die Botschaft seines Buchs, kann man ein besseres Leben erreichen. Trotz dessen märchenhaften Charakters vermittelt Collodi auch einen Eindruck von den armseligen Lebensbedingungen im vorindustriellen Italien vor der Jahrhundertwende. Zugleich symbolisiert Pinocchios Geschichte wehmütig den Abschied von der Kindheit.
      Wirkung: Pinocchio wurde in Italien zum beliebtesten Kinderbuch. In mehr als 100 Sprachen übersetzt, zählt das Werk zur Weltliteratur. Es wurde immer wieder bearbeitet, durch neue Geschichten ergänzt und 1939 von Walt Disney verfilmt. Die österreichische Schriftstellerin Christine Nöstlinger schrieb das Buch Der neue Pinocchio um eine Holzpuppe, die sich nicht so schnell domestizieren lässt.
     


De luxe, carlo

Pseud. für: Karl Scheithauer Biografie: *18.2.1 in Kirchheimbo-landen. C. de Luxe lebt in Berlin. Kriminalromane: 1997 Latex letal, Verlag rosa Winkel; 1998 Tödliches Tarot, Verlag rosa Winkel; 2000 Mord in Mitte, Verlag rosa Winkel Mitglied: Syndikat Kontakt: carlo.delux@snafu.de .....
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