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Colette, Sidonie-Gabrielle - Leben und Biographie



Noch zu Lebzeiten avancierte Sidonie-Gabrielle Colette vom Enfant tern'ble der Belle Epoque zur anerkannten großen Schriftstellerin. Nuancenreich und einfühlsam schrieb sie über die Liebe in all ihren Schattierungen und verlieh als eine der Ersten dem sich wandelnden Selbstverständnis der Frau Ausdruck. Leitmotive ihrer kunstvollen Prosa sind die konfliktreiche Geschlechterbeziehung, das sinnliche Erleben des eigenen Körpers und die Freude an der Natur.
      Colette wuchs wohl behütet in einer Kleinstadt auf. Mit 20 Jahren heiratete sie den 15 Jahre älteren Pariser Journalisten und Schriftsteller Henry Gauthier-Villars , der sie zum Schreiben drängte; ihre ersten Werke erschienen unter seinem Pseudonym »Willy«. Nach der Trennung von ihrem Mann arbeitete sie als Tänzerin, Schauspielerin und Kritikerin. Colette, die dreimal verheiratet war, machte durch einen extravaganten Lebensstil, skandalöse Auftritte und zahlreiche - auch homosexuelle - Affären Schlagzeilen. Für ihr umfangreiches Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet. Als erste Frau wurde die populäre Schriftstellerin 1944 in die Academie Goncourt gewählt und 1954 mit einem Staatsbegräbnis geehrt.
      Claudine-Romane
In den Claudine-Romanen beschreibt Sidonie-Gabrielle Colette den schwierigen Weg der eigenen Emanzipation und zeichnet zugleichdas Porträt einer ganzen Epoche. Mit großem psychologischem Einfühlungsvermögen schildert sie die Entwicklung einer modernen jungen Frau vom rebellischen Schulmädchen zur enttäuschten Ehefrau. Claudine wurde eine der bekanntesten Figuren der französischen Literatur. Charakteristisch - auch für Colettes weiteres Werk - ist die rückhaltlose, nie anstößig wirkende Darstellung erotischer Empfindungen. Entstehung: Auf Drängen ihres von Schulden geplagten Ehemanns schrieb Colette Erlebnisse aus ihrer Schulzeit auf. Gauthier-Villars veröffentlichte das Buch Claudine in der Schule unter seinem Pseudonym Willy. Der Erfolg war überwältigend, sodass Gauthier-Villars seine junge Frau nötigte, weiterzuschreiben. Innerhalb von drei Jahren folgten drei weitere Bände. Erst nach der Trennung des Ehepaars gab Colette zu, dass sie die eigentliche Verfasserin der Bücher war. Inhalt: In Claudine erwacht geht die 15-jährige Heldin noch zur Schule. Schauplatz des Geschehens ist das fiktive Dorf Montigny, das Colettes Geburtsort nachgebildet ist. Nach dem frühen Tod der Mutter wächst Claudine bei ihrem Vater auf, der ganz in seine Arbeit als Verfasser wissenschaftlicher Werke versunken ist. Er ist liebevoll, interessiert sich aber nicht wirklich für das Leben seiner Tochter. Claudine, das freche und begabte Schulmädchen vom Lande mit erfrischend unverblümter Ausdrucksweise, erzählt von den großen und kleinen Ereignissen ihrer Schulzeit. Sie ist sportlich, intelligent, naturverbunden und beobachtet mit ungewöhnlich klarem Blick ihre Umgebung. Das intime Verhältnis der Schuldirektorin mit einer Hilfslehrerin, diein Paris verliebt sich das junge Mädchen in ihren Cousin, den 40-jährigen Journalisten und Lebemann Kenaud, der sich ihrem ungeduldigen Verlangen, seine Geliebte zu werden, widersetzt und auf einer Heirat besteht. In Ciaudine in der Ehe entdeckt die Ich-Erzählerin die Ereuden der körperlichen Liebe mit ihrem Mann, wird sich nach einiger Zeit jedoch ihrer Unzufriedenheit bewusst. Ihr Ehemann drängt sie zu einem Verhältnis mit der schönen Rezi. Als diese sich auch auf eine Affäre mit Renaud einlässt, kehrt Ciaudine enttäuscht in ihr Heimatdorf zurück. Sie erkennt bald, dass sie ihren Mann trotz seiner Unaufrichtigkeit liebt, und wünscht ihn sehnlichst herbei. Der vierte Band Ciaudine geht wird aus der Sicht Annies, einer Art Alter Ego Claudines, erzählt. Als ihr Ehemann verreist ist, wird sich Annie seines Egoismus und seiner Untreue bewusst und verlässt die gemeinsame Wohnung. Ihre Ereundin und Ratgeberin Ciaudine scheint weiterhin glücklich mit ihrem Ehemann zu sein.
      Wirkung: Die von Kritikern z.T. als »hervorragende Literatur«, z.T. als »moralisch verwerflich« eingestuften Claudine-Bände machten Colette auf einen Schlag berühmt und wurden zu Bestsellern. Die Figur des Teenagers Ciaudine, dessen Erkennungszeichen die kurzen Haare und der große weiße Kragen waren, erreichte große Popularität und wurde in Kosmetik und Mode erfolgreich vermarktet. Später setzte Colette die Serie mit Ciaudine findet zu sich selbst und Me/Vi Elternhaus [La Maison de Ciaudine, 1922) fort.
      Die wichtigsten Bücher von John M. Coetzee
Duskland 1974 In dem Erzählband befasst sich Coetzee u.a. mit der Rolle eines seinerVorfahren bei der Ausrottung eines Hugenotten-Stamms.
      Im Herzen des Landes, 1977 Magda, eine unverheiratete ältere Farmerstochter, beschreibt in Tagebucheintragungen die Zeit der Schwarzenaufstände in Soweto.
      Warten auf die Barbaren, 1980 In seiner Lebensbeichte schildert ein Richter seine Beteiligung an 30 Jahren Barbarei und Folter.
      Zeit und Leben des Michael K. 1983 Michael K. zuerst mit seiner todkranken Mutter und dann mit ihrer Asche durch ein von bürgerkriegsähnlichen Wirren zerstörtes Afrika, um sie in ihrem Heimatort beizusetzen.
      Eiserne Zeit 1990 An dem Tag, als Elisabeth Curren erfährt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist, nimmt sie einen obdachlosen Schwarzen in ihr Haus auf.
      DerMeister von Petersburg 1994 In diesem fiktionalisierten Porträt Fjodor Dostojewskis versucht der russische Dichter den rätselhaften Mord an seinem Stiefsohn Pawel, einem politisch engagierten Anarchisten, aufzuklären.
      DerJunge. Eine afrikanische Kindheit, 1997 Autobiografisch geprägte Geschichte eines intelligenten und sensiblen Jungen, der in Zeiten der Rassentrennung in der südafrikanischen Provinz aufwächst.
      Schande 1999 Prof. Lurie verliert nach einer Liaison mit einer Studentin seinen Job und zieht zu seiner Tochter aufs Land. Dort erlebt er Gewalt und Rechtlosigkeit als Folge der jahrzehntelangen Apartheid.
      Elizabeth Costello 2004 Der jüngste Roman Coetzees widmet sich der fiktiven australischen Schriftstellerin Elizabeth Costello. Die «acht Lehrstücke« setzen sich aus Schriften, Gespräche, Diskussionen und Vorträge zusammen.
      Die bekanntesten Bücher von Sidonie-Gabrielle Colette
Cloudine-Romane 1900-03 Die z.T. autobiografische Roman-Serie über die frivol-freche Kindfrau Ciaudine zeichnet Colettes schwierigen Weg der eigenen Emanzipation nach.
      La Vagabonde 1910 Der stark autobiografische Roman schildert die innere Zerrissenheit der Tänzerin ReneeNere zwischen künstlerischer Verwirklichung und Sehnsucht nach Liebe.
      Die Fessel 1913 Die älter und der Bühnenauftritte müde gewordene Variete-Künstlerin Renee Nere schwankt erneut zwischen bedingungsloser Hingabe an einen Mann und ihrem Bedürfnis nach Unabhängigkeit.
      Cheri 1920 Colettes bedeutendster Roman ist die differenzierte psychologische Studie der alternden Kurtisane Lea, deren Liebesbeziehung mit dem jüngeren Gigolo Fred, genannt Cheri, scheitert.
      Mein Elternhaus 1922 In den 26 Erzählungen in Ich-Form beschreibt die reife Schriftstellerin im melancholischen Rückblick Erlebnisse aus ihrer Kindheit.
      Erwachende Herzen, 1923 Colette beschreibt die mit dem Heranwachsen und dem Erwachen der Sexualität zunehmenden Konflikte in der Beziehung von Phil und Vinca, die seit ihrer Kindheit eng miteinander befreundet sind.
      Cheris Ende 1926 Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg und der Trennung von seiner Ehefrau versucht Cheri erfolglos, seine Beziehung mit Lea wieder aufzunehmen. Er begeht schließlich Selbstmord.
      Die Katze 1933 Aus Eifersucht wirft Camille ihre »Konkurrentin«, die Katze ihres Ehemanns Alain, aus dem Fenster. Sie überlebt; Alain trennt sich dennoch von Camille, ohne sich mit deren Motiven zu beschäftigen.
      Gigi 1944 In dem einzigen Roman Colettes mit glücklichem Ausgang erreicht die von Großmutter und Tante zur Kokotte erzogene Gigi, dass der reiche Gaston in aller Form um ihre Hand anhält.
     


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