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Coetzee, John südafrikan. Schriftsteller M. - Leben und Biographie



Mit seinem mehrfach preisgekrönten Werk, das die psychischen Folgen des Lebens unter dem Apartheidregime schildert, gehört John M Coetzee zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren seines Landes.
      Coetzee stammt aus einer alten burischen Farmerfamilie, die im 18. Jahrhundert nach Südafrika übersiedelte. Der Sohn eines Rechtsanwalts und einer Lehrerin studierte in Kapstadt Mathematik und Literatur. 1962 ging er nach
England, wo er als Programmierer arbeitete. Drei Jahre später siedelte er in die USA über. Anfang der 1970er Jahre kehrte Coetzee nach Südafrika zurück. An der Universität von Kapstadt lehrte er zunächst als Dozent, 1984 wurde er dort Professor für allgemeine Literatur. Mit dem Frzählband Duskland gab er 1974 sein literarisches Debüt. Bekannt wurde Coetzee mit der Parabel Im Herzen des Landes und mit Warten auf die Barbaren , der Lebensbeichte eines Magistrats. Kafkaeske Elemente prägen den Roman Leben und Zeit des Michael K. , für den Coetzee den Booker Prize erhielt, ebenso wie für Schande . Coetzee erhielt 2003 den Nobelpreis für Literatur.

      Schande
John M. Coetzee thematisiert in diesem Roman das Spannungsfeld zwischen dem Schuldempfinden und den Verlustängsten der weißen Bevölkerungsminderheit in der Republik Südafrika nach dem Ende der offiziellen Apartheidspolitik einerseits und dem Verlangen nach Vergeltung und Bestrafung auf Seiten der bis dahin unterdrückten schwarzen Mehrheit andererseits. Inhalt: David Lurie, Anfang 50, Professor für Kommunikationswissenschaft, nutzt seine Autorität aus, um »mit Studentinnen in Form zu bleiben« - wie er es selbst nennt. Auch die junge Melanie geht widerstrebend auf seine Avancen ein. Als die Affäre öffentlich wird, muss Lurie nach einem Disziplinarverfahren die Universität verlassen. Lurie findet Unterschlupf bei seiner
Tochter Lucy, die mit Hilfe schwarzer Landarbeiter eine abgelegene Farm bewirtschaftet. Als Lucy eines Tages von ihren Arbeitern vergewaltigt und Lurie niedergeschlagen wird, plädiert dieser dafür, vorübergehend das Land zu verlassen. Lucy akzeptiert indessen nüchtern den Vorfall und auch das Heirarsangebot, das einer der Vergewaltiger ihr macht, als er von ihrer Schwangerschaft erfährt. Lurie sucht seinerseits vergeblich bei Melanies Eltern um Vergebung nach und scheitert auch mit seinem Versuch, in der intellektuellen Welt mit einer Oper über Lord Byron wieder Fuß zu fassen. Zuletzt zieht Lurie zu seiner Tochter aufs Land, um in einer Tierklinik zu arbeiten.
      Stil: Schande ist ein allegorischer Roman, eine Parabel mit mehreren Bedeutungsebenen: der schlichten Schilderung der individuellen Welt eines alternden Mannes, der politischen Dimension einer Vergewaltigung, der moralischen Erörterung von Rache und Gerechtigkeit, von Schuld und Sühne. Die Handlung verläuft geradlinig und trotz der szenisch fantasievollen Ausgestaltung schnörkellos. Sprache und Dialoge sind lakonisch und präzise. Diese sparsam reduzierte Prosa ist in ihrem Tonfall vorwurfslos, ohne Postulat - scheinbar nur mitteilende Sätze ohne Anteilnahme, obwohl eine stille Sympathie für Lurie durchschimmert. Ein unsichtbarer, nicht benannter Erzähler schildert das Geschehen in der Gegenwartsform.Die Kulisse der südafrikanischen Landschaft ist weit in den Hintergrund gerückt. Die Hauptfiguren Lurie und Lucy sind doppeldeutig charakterisiert: David Lurie entpuppt sich in seiner Verweigerung einer allein als politisch korrekt erwarteten Entschuldigung als redlicher, aufrechter Wissenschaftler, während Lucy, die schwach und nachgiebig erscheinende Frau, sich in ihrem Pragmatismus und ihrer Beharrlichkeit als starke Persönlichkeit herausstellt. Dieser Wandel findet sich auch in der Bewertung ihrer beiden Schicksale wieder: Während Lurie der Nötigung angeklagt ist und sich als Opfer sieht - und damit stellvertretend für die Weißen in Südafrika steht, die sich nach dem Ende der Apartheid einer erheblich gestiegenen Kriminalität ausgeliefert sehen -, arrangiert sich Lucy als reales Opfer mit den Tätern. Wirkung: Schande ist ein bedeutender Beitrag zur Diskussion über den Umgang mit der südafrikanischen Apartheidvergangenheit und über die Probleme der Akzeptanz einer neuen Herrschaft. Er dokumentiert die Neukonstituierung eines Staatssystems und zeigt die Entwertung bislang gültiger gesellschaftlicher Grundlagen sowie die Umwertung eines Rechtskonsens'. Während es bislang als Schande galt, wenn Weiße eine Beziehung zu Schwarzen eingingen, wird diese Möglichkeit hier im übertragenen Sinn als einzig gangbarer Weg zur Aussöhnungdargestellt. Zugleich wird die westliche Eorm der Justiz um Elemente traditioneller afrikanischer Rechtsprechung erweitert, in der ein Täter dazu verpflichtet werden kann, über eine Heirat Verantwortung für die von ihm geschädigte Familie zu übernehmen und damit für Entschädigung zu sorgen.


Johnson, uwe

Geb. 20.7.1934 in Kammin/Pommern; gest. 23.2.1984 in Sheerness Schon Mitte der 1950er Jahre erkannte der Leipziger Literaturhistoriker Hans Mayer das große erzählerische Talent des damals zwanzigjährigen Germanistikstudenten J. und empfahl seinen Schüler, der eine hervorragende Diplomarbeit über E .....
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Der schriftsteller

Unser Zeilalter der Bestseller-Autoren kann sich ein Ruch ohne Autor gar nicht vorstellen. Es ist Für uns selbstverständlich, class der Name des Verfassers oben auf dem Buchdeckel sieht. Das mag in dunklen Vorzeilen, aus denen die Sagen und Märchen stammen, noch anders gewesen sein, doch schon lange .....
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Saint-john perse - exil (i942) (auszüge)

II A nulles rives dediee, ä nulles pages confiee la pure amorce de ce chant... D'autres saisissent dans les temples la corne peinte des autels: Ma gloire est sur les sables! ma gloire est sur les sables!... Et ce n'est point errer, 6 Peregrin, Que de convoiter l'aire la plus nue pour assembler a .....
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Saint-john perse - verbannung (auszüge)

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Freie schriftsteller

So selbstverständlich für die Expressionisten als Bürgersöhne eine her- vorragende Ausbildung ist und so deutlich vorgezeichnet dadurch ihr Weg in eine führende Position in Staat oder Wirtschaft zu sein scheint, sowenig bietet sich ihnen in der Regel die Alternative, auf der Basis elterlichen Kapita .....
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Schriftstellerverbände

Standesvertretungen der Schriftsteller zur Wahrung der Berufsinteressen. Heute gibt es in der Bundesrepublik Deutschland mehrere Schriftstellerverbände, deren wichtigste die «Bundesvereinigung Deutscher Schriftsteller» , der gewerkschaftlich organisierte «Verband deutscher Schriftsteller» und als i .....
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Auf dem nachttisch - john dos passos

(John Dos Passos .....
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Austin, john latigshaw

Der Name A.s ist eng verbunden mit den Bemühungen um die »Philosophie der normalen Sprache« . die im wesentlichen von ihm — zu nennen wären außerdem noch Ludwig Wittgenstein und Gilbert Ryle — begründet wurde. Dem Oxforder philosophischen Klima gemäß entfaltete A. seine Ãœberlegungen vornehmlich .....
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Dewey, john

Neben William James haben D.s Schriften am meisten zur Verbreitung des Pragmatismus beigetragen. Für D. in spezifischer Weise charakteristisch war, wie er die Philosophie für die Pädagogik fruchtbar machte. Die Kombination von philosophischem Denken und Interesse an sozialen Problemen der Gesellscha .....
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Locke, john

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Mill, john stuart

Tatsachenwissen und die »Benutzung mathematischer Figuren«, die »eine genaue Beweisführung« zulassen, war das Lernziel der jungen Gradgrinds in der Musterschule ihres Vaters, in der sie von ihrem zartesten Alter an. »kaum daß sie allein laufen konnten«, geschulmeistert worden waren. Charles Dickens .....
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Searle,john rogers

Der Name von S. ist unauflöslich mit dem Begriff »Sprechakt« verbunden. Ein Sprechakt ist eine sprachlich vollzogene Handlung, die in einen Kommunikationskontext eingebettet ist und nach bestimmten Regeln abläuft, damit das Gelingen der Sprachhandlung, vor allem die erfolgreiche Ãœbermittlung der In .....
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Uwe johnson (geb. i934)

siedelte 1959 nach West-Berlin über, als sein erstes Romanmanuskript von ostdeutschen Verlagen nicht angenommen wurde. Hier fand er sogleich einen Verlag für seinen Roman 'Mutmaßungen über Jakob", der das Thema der Teilung Deutschlands zum Gegenstand hat. Auch seine nächsten Werke behandeln menschli .....
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Uwe johnson: »mutmassungen über jakob« (i959) - romanpoetik der unbestimmtheit

Im Netz der Ãœberwachung Wer Wegweiser für das Leseabenteuer in der Unübersichtlichkeit dieses Romans braucht, der lese zunächst die am Schluß angefügten »Angaben zur Geschichte Jakobs«. Sie sind ein Inhaltsabriß. Und so erinnert das Ganze an jene Text-Bild-Rätsel in Zeitungen und Magazinen, unte .....
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Schriftsteller, verlagswesen und literarisches feld

Frankreichs literarisches Leben wird noch immer von Paris dominiert. Trotz ihrer großen Zahl bleibt die Bedeutung der Provinz-Verleger im Vergleich mit den wichtigen, im Zentrum der Hauptstadt gelegenen Verlagshäusern gering, den auch "Dinosaurier" genannten Verlagen wie Galli-mard, Le Seuil, Grasse .....
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Jeder zehnte ein schriftsteller?

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»wer sich schreibend verändert, ist schriftsteller«

Ästhetik und Distanz zu sich selbst einerseits - Nähe zu sich selbst und Desinteresse an ästhetischen Kriterien andererseits scheinen also in unserer Kultur irgendwie zusammenzugehören. Und wer »gut« schreibt - der schreibt leider viel zu häufig langweilig. Warum machen sich eigentlich so wenige S .....
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Maxim gorki - vorwort zum 'sammelband proletarischer schriftsteller

[...] Ich bin fest überzeugt, daß das Proletariat seine eigene Belletristik hervorbringen kann, so wie es unter großen Anstrengungen und gewaltigen Opfern seine eigene Tagespresse geschaffen hat. Diese Ãœberzeugung gewann ich auf Grund meiner langjährigen Beobachtungen der Mühen, die Hunderte und .....
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Heinrich mann - an den kongreß der sowjetschriftsteller

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Brentano, brecht, horst wessel und johnson

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Johnson, uwe

Schon Mitte der 50er Jahre erkannte der damals in Leipzig ansässige Literaturhistoriker Hans Mayer das große erzählerische Talent des damals zwanzigjährigen Germanistikstudenten J. und empfahl seinen Schüler, der eine hervorragende Diplomarbeit über Ernst Barlach angefertigt hatte, dem westdeutschen .....
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Die ddr-schriftsteller dürfen wieder kommen

Das >Neue Deutschland< jubelte am 5. November 1964: »So etwas hatte es nach dem Krieg in München noch nicht gegeben: Innerhalb einer einzigen Woche lasen vier Lyriker und zwei Schriftsteller aus der DDR in Bayerns Landeshauptstadt, wurde der Film >Der geteilte Himmel < gezeigt und über ihn diskutier .....
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Coetzee,  John  südafrikan.  Schriftsteller M.    




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