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Cleland, John - Leben und Biographie



John Cleland besuchte die Westminster School und ging dann für die East lndia Company in den Orient, wo er Posten in Smyrna innehatte, bevor er ins indische Bombay versetzt wurde. Neben der Tätigkeit für die Company, durch die er im Empire herumreisen und Eindrücke sammeln konnte, schrieb Cleland rege. 1748/49 erschien Memoirs ofa Woman of Pleasure, auch bekannt als Fanny Hill. 1751 folgte Memoirs ofa Coxcomb, 1764 The Surprises of Love. Beruf und Bücher machten ihn jedoch nicht reich, die Festlegung auf erotische Romane isolierte ihn gesellschaftlich. Cleland schrieb auch Theaterstücke und betätigte sich als Korrespondent und Journalist. 1766-69 veröffentlichte er sprachwissenschaftliche Studien.

      Die Memoiren der Fanny Hill
Fanny Hill galt 200 Jahre als eines der Hauptwerke der erotischen Literatur, überzogen mit Verboten, lndexierungen und Gerichtsverfahren. Der erste erotische Roman der englischen Literatur ist zugleich ein Bildungsroman über die moralische Entwicklung einer Frau. Inhalt: Im Rückblick beschreibt Fanny Hill einer als »Madam« titulierten Freundin ihre Zeit als Lebedame. Als Dorfkind gerät sie in die Hände einer Kupplerin. Nach der Verführung durch die lesbische Phoebe im Bordell der Mrs. Bown soll Fanny dort ebenfalls als Prostituierte arbeiten. Unter den Kunden befindet sich Charles, der in ihr die wahre Liebe weckt und sie aus dem Milieu rettet.
      Als Charles unvermutet aur eine längere Reise geht und sie allein zurücklässt, kehrt die verzweifelte Fanny in das Bordell zurück und gibt sich willenlos und depressiv sexuellen Ausschweifungen hin. Sie erlangt schließlich finanzielle Unabhängigkeit, als ein Freier ihr sein Vermögen hinterlässt. Fanny verwendet ihren Reichtum, um Charles wiederzufinden und beendet nach geglückter Suche bewusst ihr bisheriges Leben. An der Seite von Charles wandelt sie sich zur glücklichen Ehefrau und Mutter.
      Aufbau: Die Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe zeigt sich in Fannys gewissenhafter, sich selbst nicht schonender Erzählung. Der Einfluss von Erziehung auf die Integrität von Mann und Frau wird immer wieder betont. Zwar schildert Cleland detailliert und plastisch jede körperliche Gefühlsregung, vermeidet aber die offene oder zotige Beschreibung. Im Zusammentreffen von physiologischer Akkuratesse mit den moralischen Erläuterungen Fannys ergibt sich ein fast ironischer Grundton. Clelands Interesse gilt im gesamten Werk der Beschreibung der Entwicklung zur Tugendhaftigkeit. Basierend auf den Erziehungsideen von John ->Locke und Jean-Jacques -^Rousseau übt er in Fanny Hill Kritik an Samuel Richardsons Pamela und deren zweckorientierter Moral.
      Der Leser wird in Briefen an »Madam« über Fannys Entwicklung informiert. Die locker strukturierten Sätze spiegeln den atemlosen Eifer des Erzählers/der Erzählerin; im Buch werden fast alle Variationen der sexuellen Verbindung durchgespielt. Fanny Füll ist als Charakter präsent, aber recht eindimensional beschrieben in Hinblick auf ihr sexuelles Empfinden und die damit verbunden moralischen Fragen. Durch die Beschreibung der moralischen Entwicklung Fannys rückt der Roman in die Nähe der Bildungsromane wie -^Goethes Wilhelm Meister oder TomJoneson Henry-»Fielding. Wirkung: Bald nach Erscheinen wurde Fanny Hill ein äußerst erfolgreiches Buch, das seinem Verleger 10000 Pfund bescherte, Cleland aber nur 20 Guineas Proision. Vor Gericht musste er sich wegen des Vorwurfs der Unzüchtigkeit verantworten, wurde aber freigesprochen. Wegen des erotischen Gehalts wurde das Buch immer wieder heimlich aufgelegt und mit entsprechenden Bildern versehen. Bis in die 1960er Jahre stand das Buch in Deutschland auf dem Index, erst um 1980 begann die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Roman und die literaturhistorische Würdigung des Autors.


Johnson, uwe

Geb. 20.7.1934 in Kammin/Pommern; gest. 23.2.1984 in Sheerness Schon Mitte der 1950er Jahre erkannte der Leipziger Literaturhistoriker Hans Mayer das große erzählerische Talent des damals zwanzigjährigen Germanistikstudenten J. und empfahl seinen Schüler, der eine hervorragende Diplomarbeit über E .....
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Saint-john perse - exil (i942) (auszüge)

II A nulles rives dediee, ä nulles pages confiee la pure amorce de ce chant... D'autres saisissent dans les temples la corne peinte des autels: Ma gloire est sur les sables! ma gloire est sur les sables!... Et ce n'est point errer, 6 Peregrin, Que de convoiter l'aire la plus nue pour assembler a .....
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Saint-john perse - verbannung (auszüge)

II Keinen Ufern zugedacht, keinen Blättern anvertraut die reine Lok-kung dieses Lieds ... Andere greifen in den Tempeln nach dem bemalten Hörn der Altäre: Mein Ruhm ist auf dem Sand! Mein Ruhm ist auf dem Sand!... Und es heißt nicht, daß man irrt, o Fremdling, Wenn man die nackteste Tenne begehr .....
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Auf dem nachttisch - john dos passos

(John Dos Passos .....
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Austin, john latigshaw

Der Name A.s ist eng verbunden mit den Bemühungen um die »Philosophie der normalen Sprache« . die im wesentlichen von ihm — zu nennen wären außerdem noch Ludwig Wittgenstein und Gilbert Ryle — begründet wurde. Dem Oxforder philosophischen Klima gemäß entfaltete A. seine Ãœberlegungen vornehmlich .....
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Dewey, john

Neben William James haben D.s Schriften am meisten zur Verbreitung des Pragmatismus beigetragen. Für D. in spezifischer Weise charakteristisch war, wie er die Philosophie für die Pädagogik fruchtbar machte. Die Kombination von philosophischem Denken und Interesse an sozialen Problemen der Gesellscha .....
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Locke, john

Auch jenseits der Philosophie waren die Interessengebiete von L. weit gespannt: So bedachte er seine Landsleute reich mit Traktaten über Weinbau, mit Reiseberichten und praktischen ökonomischen Kompendien, wie das eigene Hab und Gut zu mehren sei. Die Nachwelt versetzte der Enzyklopädist L. mit sein .....
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Mill, john stuart

Tatsachenwissen und die »Benutzung mathematischer Figuren«, die »eine genaue Beweisführung« zulassen, war das Lernziel der jungen Gradgrinds in der Musterschule ihres Vaters, in der sie von ihrem zartesten Alter an. »kaum daß sie allein laufen konnten«, geschulmeistert worden waren. Charles Dickens .....
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Searle,john rogers

Der Name von S. ist unauflöslich mit dem Begriff »Sprechakt« verbunden. Ein Sprechakt ist eine sprachlich vollzogene Handlung, die in einen Kommunikationskontext eingebettet ist und nach bestimmten Regeln abläuft, damit das Gelingen der Sprachhandlung, vor allem die erfolgreiche Ãœbermittlung der In .....
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Uwe johnson (geb. i934)

siedelte 1959 nach West-Berlin über, als sein erstes Romanmanuskript von ostdeutschen Verlagen nicht angenommen wurde. Hier fand er sogleich einen Verlag für seinen Roman 'Mutmaßungen über Jakob", der das Thema der Teilung Deutschlands zum Gegenstand hat. Auch seine nächsten Werke behandeln menschli .....
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Uwe johnson: »mutmassungen über jakob« (i959) - romanpoetik der unbestimmtheit

Im Netz der Ãœberwachung Wer Wegweiser für das Leseabenteuer in der Unübersichtlichkeit dieses Romans braucht, der lese zunächst die am Schluß angefügten »Angaben zur Geschichte Jakobs«. Sie sind ein Inhaltsabriß. Und so erinnert das Ganze an jene Text-Bild-Rätsel in Zeitungen und Magazinen, unte .....
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Brentano, brecht, horst wessel und johnson

Wenn das deutsche Volk in der Welt weniger als das Volk der Dichter und Denker, sondern eher als das »der Richter und Henker« gilt, so ist das nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß in diesem Land die Machthaber mit besonderer Vorliebe eben die Dichter und Denker bekämpft und ver- folgt haben .....
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Johnson, uwe

Schon Mitte der 50er Jahre erkannte der damals in Leipzig ansässige Literaturhistoriker Hans Mayer das große erzählerische Talent des damals zwanzigjährigen Germanistikstudenten J. und empfahl seinen Schüler, der eine hervorragende Diplomarbeit über Ernst Barlach angefertigt hatte, dem westdeutschen .....
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