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Chesterton, Gilbert Keith - Leben und Biographie



Als streitbarer Verfechter ideeller Werte hat sich Gilbert Keith Chesterton in seinen journalistischen Arbeiten und in eigentümlichen, metaphysisch inspirierten Romanen wie Der Mann, der Donnerstag war , Ballspiel mit Ideen oder Das fliegende Wirtshaus einen Ruf als fantastischer Autor des Viktorianischen Zeitalters erworben. Zudem hat er das von Sir Arthur Conan -> Doyle geprägte Paradigma des Detektivs durch seine Figur des Pater Brown revolutioniert.
      Chesterton wurde in London als Sohn reicher Eltern geboren. Seine literarische Begabung zeigte sich früh; schon während der Schulzeit erhielt er den Milton Prize for English Verse. Er studierte in London und Oxford und veröffentlichte neben seinen philosophisch-christlich inspirierten Romanen und den Pater-Brown-Ge-schichten auch literaturhistorische und kulturgeschichtliche Arbeiten. Chesterton heiratete 1901 und lebte auf dem Land. Das bedeutendste Ereignis in seinem Leben war wohl die Konversion zum Katholizismus 1922.
      Die Pater-Brown-Geschichten
Mit seinen Geschichten um den Pater Brown bereicherte Gilbert Keith Chesterton das eher profane Genre der Kriminalerzählung um eine theologische Perspektive; sein Held, ein ungeschickter und harmlos wirkender Geistlicher, will eher Verbrechen verhindern als aufklären und zieht es vor, den TäteT zur Einsicht zu bekehren, statt ihn der irdischen Gerichtsbarkeit auszulie-fern. Die Verbrechen, die Pater Brown aufdeckt, erlauben dem Autor eine Kritik am Egoismus und der selbstgerechten Brutalität der ökonomischen Verhältnisse in der Viktorianischen Ã"ra. Entstehung: Die 50 Pcrfer-Srown-Geschichten, die zwischen 1910 und 1935 entstanden und zunächst in verschiedenen Zeitschriften gedrucktwurden, erschienen anschließend in fünf Sammelbänden mit einem jeweils eigenen Obertitel: Priester und Detektiv {1911), Das Paradies der Diebe , Ein Pfeil vom Himmel , Das Geheimnis des Paters Brown , Wer war der Täter? . Die Titelfigur des Pater Brown ist als Gegenfigur zu den asketischen und sportiven Gentlemandetektiven in der Nachfolge von Sir Arthur Conan -»Doyle konzipiert und sollte nicht so sehr das kriminalistische Interesse des Publikums ansprechen, sondern den antipapistischen Zeitgenossen den Katholizismus näher bringen. Inhalt: Pater Brown, der in einer kleinen Gemeinde in Essex und später in einem heruntergekommenen Londoner Vorort arbeitet, kennt das Verbrechen in all seinen Varianten aus dem Beichtstuhl. Von seinen detektivischen Berufskollegen unterscheidet ihn nicht nur seine physische Harmlosigkeit, sondern auch das Wissen um die Anfälligkeit der menschlichen Natur für das Böse sowie sein unerschütterliches Vertrauen in die Güte Gottes. Sein Kampf gegen das Verbrechen ist in erster Linie ein Kampf um die Seele des Verbrechers: Statt wie Sherlock Holmes mit den Erkenntnissen der Eorensik zu arbeiten, versetzt sich Pater Brown in die Psyche seiner Mitmenschen. Wegen der metaphysischen Dimensionierung des Verbrechens haben einige von Chestertons Geschichten einen nahezu märchen- oder legendenhaften Charakter; im Szenario einer Detektivgeschichte wird der ewige Kampf zwischen Gut und Böse ausgetragen. In dem von Täuschung und Maskerade bestimmten Milieu des Verbrechens erscheint Pater Brown als der gute Hirte und zugleich als analytischer Detektiv, der die teilweise zu abstrusen Gedankenspielen verkomplizierten Tathergänge regelmäßig in seinem Schlussauftritt enthüllt und dabei den Täter entlarvt, wobei ihm eher an dessen seelischer Läuterung als an seiner Bestrafung gelegen ist. Wirkung: Chestertons Geschichten hatten wegen ihrer anschaulichen moralischen Dimension einen großen Erfolg beim Publikum und sind verfilmt worden. Die Figur des Pater Brown hat in zahlreichen Amateurdetektiven vor allem des englischen Kriminalromans eine kaum zu überschätzende Resonanz gefunden. Die Kriminalromane von Harry Kemelmann um den Rabbi David Small dürfen als jüdische Replik auf die katholischen Pafer-ßrown-Geschichten verstanden werden.
     


Ryle, gilbert

R.s. Hauptanliegen war die Erkundung der »logischen Geographie« unseres Begriffssystems. Die Autgabe der Philosophie definierte er als die Beseitigung von Begriffsverwirrungen. Anders als Rudolf Carnap und ähnlich wie L. Wittgenstein und J.L. Austin war R. der Auffassung, daß nicht erst eine ideale .....
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