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Chaucer Geoffrey - Leben und Biographie



Geoffrey Chaucer steht mit seinem Werk an der Schwelle vom Mittelalter zur Renaissance. Der Ãobergang zur neuen Epoche zeigt sich in seinem bedeutendsten und dauerhaftesten Werk, den - unvollendeten - Canterbury-Erzählungen. Mit der anschaulichen, meisterhaften Sprache sowie seiner realistischen und zugleich humorvollen Weltsicht in diesem Werk setzte er Maßstäbe für die nachfolgende englische Literatur.
      Von 1357 an diente Chaucer, Sohn eines wohlhabenden Londoner Weinhändlers, als Page im Hause von Elisabeth, der Gräfin von Ulster, Ehefrau des dritten Sohns des englischen Königs Edward I

II.

, und kam dadurch schon früh in Berührung mit dem Hof. Im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich war er 1359/60 als Soldat in Frankreich, geriet dort in Gefangenschaft und wurde mit Hilfe des Königs freigekauft. 1367 wurde er Junker im Hofstaat. Chaucer erhielt königliche Ã"mter, unter anderem als Zollinspektor des Londoner Hafens. In diplomatischer Mission reiste er nach Flandern, Frankreich und Italien und lernte das Werk der italienischen Dichter Giovanni -> Boccaccio und Francesco -»Petrarca kennen. Vermutlich verlor er Ende 1386 die Gunst des Hofes. Erst König Richard

II.

gewährte ihm 1394 eine Pension, die dessen Nachfolger Heinrich

I

V.

erhöhte.
      In der frühen Phase seines Werks übersetzte Chaucer den altfranzösischen Rosenroman . In der zweiten Phase griff er Anregungen der italienischen Literatur auf, die bereits von der Renaissance geprägt war. Hier entstand die Versdichtung Das Vogelparlament , die Bezug nimmt auf die Vermählung von Richard 11. Das Epos Troilus and Cresseyde hat nach dem Vorbild von Petrarca die höfische Liebe zum Thema. Sein Hauptwerk, die Canterbury-Erzählungen, konnte Chaucer vor seinem Tod nicht mehr vollenden.

      Die Canterbury-Erzählungen
In der noch dem Mittelalter angehörenden literarischen Form der Rahmenerzählung präsentierte Geoffrey Chaucer in seinen Canter-bury-Erzählungeneme neue Literatur. Nie zuvor hatte ein Autor die Lebenswirklichkeit in einer volkstümlichen, jedoch zugleich vollendeten Sprache geschildert.
      Entstehung: Die Canterbury-Erzählungen entstanden zwischen 1387 und dem Todesjahr des Dichters. Ihr Vorbild war das Das Dekameron von Giovanni -> Boccaccio, eine Sammlung von Geschichten, die in eine Rahmenhandlung eingebeltet sind. Die Stoffe der Canterbury-Erzählungen stammen von antiken Autoren, aus mittelalterlichen Quellen oder lehnen sich an Boccaccio an. Trotz dieser Vorbilder ist das Werk von Chaucer eigenständig. Aufbau: Chaucer unternimmt in seinem Werk mit 29 Frauen und Männern eine Pilgerreise zu Pferd von London nach Canterbury an das Grab des heiligen Thomas Becket. Der Wirt einer Taverne, selbst mit von der Partie, schlägt vor, dass die Reisenden sich unlerwegs die Zeit mit dem Erzählen von Geschichten vertreiben. Jeder Pilger soll zwei Geschichten auf der Hin- und zwei auf der Rückreise erzählen. Der Tod Chaucersverhinderte, dass dieses ehrgeizige Projekt von 120 Geschichten zu Stande kam; 24 sind überliefert, zwei von ihnen blieben unvollendet. Viele Geschichten sind durch Zwischenstücke miteinander verbunden, in denen verschiedene Reisende sich zu den Erzählungen äußern. Häufig fehlen diese Einschöbe jedoch und bis heute ist die geplante Reihenfolge der Geschichten nicht ganz geklärt.
      In einem lebendigen Prolog, in dem die erwachende Natur und der Aufbruch der Menschen in Einklang gebracht sind, stellt der Autor die Mitreisenden vor, die aus unterschiedlichen Ständen -der höchste und niedrigste Stand ausgenommen - stammen. So repräsentieren die Mitglieder der Reisegruppe einen Querschnitt der mittelalterlichen Gesellschaft vom Ritter über Junker, Dienst- und Kaufmann, Nonne, Mönch, Pfarrer, Ablasskrämer bis zum Müller, Pflüger und Koch. Die Reisenden wirken auf den ersten Blick typisier!, sind jedoch mit scharf beobachteten, ausgeprägt individuellen Zügen ausgestattet. Sie werden teils mit Humor, teils mit beißender Satire, allerdings auch idealisierend dargestellt wie der Ritter, der einem untergehenden Stand angehört. Chaucer spielt virtuos mit allen mittelalterlichen Literaturformen; jeder Person ist eine bestimmte Form zugeordnet, von der Romanze und Heiligenlegende bis zur Predigt oder Tierfabel. Inhalt: Die meisten der Geschichten handeln von der Liebe, so die Geschichte des RitteTS, der die Romanze zwischen einer Dame und zwei sie verehrenden Rittern wiedergibt, oder die der Frau aus Bath, die fünf Ehemänner überlebt hat; Souveränität, so lautet der Kern ihrer Geschichte, ist der höchste Wunsch der Frauen. Mit Schwänken von gehörnten Ehemännern unterhalten der Müller, der Verwalter und andere Pilger ihre Mitreisenden. Eine der amüsantesten Geschichten ist die Tierfabel, die der Nonnenpriestervorträgt. Sie handelt vom Hahn Chantecleer, der sich zunächst vom Fuchs übertölpeln lässt, weil er auf dessen Schmeicheleien hin mit geschlossenen Augen singt, danach jedoch dem Fuchs durch eine List entwischt. Wirkung: Die für ihre Zeit ungewöhnlich lebendige und umfassende Darstellung menschlicher Verhaltensweisen und Eigenarten sowie ihre humoristische Grundhaltung machten die Can-terbury-Erzählungenzu einem bahnbrechenden Werk und schon im 15. Jahrhundert zu einem
Publikumserfolg. Sie wurden beispielhaft für viele andere Dichter, die Chaucers Erzählweise imitierten. Bis ins 20. Jahrhundert wurde dieses Werk immer wieder gedruckt und nacherzählt. Unter dem Titel Tolldreiste Geschichten verfilmte 1972 Pier Paolo Pasolini Teile der Canterbury-Erzählungen. Noch 600 Jahre nach seiner Entstehung gilt das Buch als Meisterwerk der Weltliteratur.
      Die wichtigsten Bücher von Bruce Chatwin
In Patagonien 1977 Chatwins Bericht über seine Abenteuerreise durch die karge Landschaft Süd-Argentiniens wurde ein internationaler Erfolg.
      Der Vizekönig von Ouidah, 1980 In Benin folgt Chatwin den Spuren des brasilianischen Sklavenhändlers de Souza und wird in einen Putsch verwickelt.
      Auf dem Seh Warzen Berg, 1982 In seinem ersten Roman schildert Chatwin das archaische Leben zweier Zwillingsbrüder auf einem einsamen Bauernhof in Wales.
      Traumpfade 1987 Der Roman, ethnografische Essay und Reisebericht erzählt von der bedrohten Kultur der australischen Ureinwohner.
      Utz 1988 Komischer Roman über einen kauzigen Prager Privatdozenten mit einer Leidenschaft für Meißner Porzellan und üppige Operndiven.
      Was mache ich hier 1989 Die postum erschienenen Reiseberichte, Porträts und Geschichten aus allen Teilen der Welt sind das persönlichste Buch des Autors.
      Der Traum des Ruhelosen, 1996 Geschichten, Reiseskizzen, Artikel und Essays aus dem Nachlass über Fernweh, Exotik, Sammellust und die Schönheit der Dinge.
     


Geoffrey h. hartman: romantiker und nietzscheaner

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Dekonstruktion in yale ii: geoffrey h. hartman

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