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Capra Fritjof - Leben und Biographie



Fritjof Capra gab der New-Age-Bewegung wichtige Impulse, indem er mit der Autorität eines Physikers die Abkehr von der bisherigen Praxis der Ausbeutung der Natur forderte.
      Capra, Sohn einer österreichischen Lyrikerin und Hörspielauton'n, promovierte an der Universität Wien in theoretischer Physik und nahm anschließend Lehr- und Forschungsaufträge u.a. an den Universitäten in Paris, Santa Cruz , Stanford und London an. Neben seinen Arbeiten auf dem Gebiet der Elementarteilchen- und Hochenergiephysik beschäftigte er sich seit den 1970er Jahren mit den philosophischen und gesellschaftlichen Folgen der modernen Naturwissenschaften, insbesondere der Physik, der Systemtheorie und der Ã-kologie. Mit Büchern wie Das Tao der Physik , Wendezeit und Lebensnetz. Ein neues Verständnis der lebendigen Welt wurde er zum Vordenker eines neuen Weltverständnisses, das die Erkenntnisse der modernen theoretischen Physik mit fernöstlich-spiritualistischen Vorstellungenverknüpft. Capra, der so zum Mitbegründer der New-Age-Bewegung avancierte, ist Direktor des Zentrums für Ã-ko-Alphabetisierung , dessen Ziel es ist, das ökologische und systemische Denken in der Früherziehung zu fördern.
      Wendezeit
In einer Verquickung von Wissenschaftsgeschichte, Gesellschafts- und Zeitdiagnose mit esoterischen, mystischen und religiösen Vorstellungen postuliert Fritjof Capra in Wendezeit ein neues, von kosmischem Bewusstsein und ganzheitlichen Vorstellungen geprägtes Zeitalter, dessen Anbruch unmittelbar bevorstehe. Entstellung: Nach eigenem Bekunden wurde Capra durch seine Auseinandersetzung mit dem Wandel, der in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in grundlegenden Vorstellungen der Physik erfolgte, dazu veranlasst, sich mit der umfassenden Krise der Menschheit und mit möglichen Lösungen zu befassen. Als Anreger für sein Denken nennt er ganzheitliche und transpersonale Ansätze, aber auch den Zenbuddhismus, den Taoismus und naturreligiöse Vorstellungen, wie sie von dem Hippie-Kultautor Carlos Castaneda vermittelt wurden. Die Neuauflage der deutschen Ãobersetzung von 1985 enthält zusätzlich eine Darstellung zum ganzheitlich-ökologischen Denken in der deutschen Geistesgeschichte. Inhalt: Laut Capra hat sich in der Physik Anfang des 20. Jahrhunderts ein Paradigmenwechsel vollzogen. An die Stelle des kartesisch-new-tonischen mechanistischen Weltbilds sei ein neues getreten, in dem die Gegensätze zwischen Untersuchungsobjekt und untersuchendem Subjekt aufgehoben und das Kausalitätsprinzip zugunsten von Systemen, Netzwerken und Wahrscheinlichkeiten aufgeweicht sei. Andere Wissenschaften wie Biologie, Medizin, Psychologie und Ã-konomie hielten an dem mechanistischen, auf Ausbeu-tung und Beherrschung der Natur ausgerichteten Paradigma jedoch noch fest - mit verheerenden Folgen.
      Der Paradigmenwechsel muss, so Capra, ausgeweitet werden, um der epochalen Krise der Menschheit, die sich in den Bereichen von Politik, Wirtschaft, Gesundheitswesen und Ã-kologie manifestiere, zu begegnen und einen echten Wendepunkt einzuleiten. Dazu müsse erkannt werden, dass alle Erscheinungen vom kosmischen Bewusstsein durchdrungen seien, angesichts dessen die Gegensatzpaare Natur und Mensch, Geist und Bewusstsein, Subjekt und Objekt obsolet seien. Capra verweist in diesem Zusammenhang auf die Erkenntnisse vor allem östlicher Mystik. Vorreiter dieser neuen, ganzheitlichen Weltsicht seien die Frauen- und Friedensbewegung, die Umweltschutz- und Bürgerinitiativen sowie Bewegungen für eine neue, Geist und Körper umfassende Medizin. Ihre Aufgabe bestehe darin, die ohnehin unaufhaltsame Bewegung zu einem neuen »Solarzeitalter« mit tief greifend veränderten gesellschaftlichen und politischen Strukturen zu beschleunigen und dafür zu sorgen, dass dieser Prozess möglichst konfliktfrei ablaufe.
      Wirkung: Innerhalb der Naturwissenschaften fand Wendezeit wenig Resonanz und seine Theorien wurden größtenteils abgelehnt. Ihm wurden vor allem methodische Fehler bei der Darstellung der Erkenntnisse der modernen Physik vorgeworfen. Für die New-Age-Bewegung, die sich in den 1980er Jahren in den USA und in Westeuropa herausbildete, hatte das Buch aber eine kaum zu überschätzende Wirkung, auch wenn sich der Autor bald von dieser Bewegung distanzierte.
      Klassiker aus dem New-Age-Umfeld
James Lovelock 1979 Gaio: Lovelock geht davon aus, dass die Erde ein Lebewesen ist, das über einen Mechanismus der Selbstregulierung verfügt.
      KenWilber 1979 Wege zum Selbst: Der Versuch einer Verbindung östlicher Weisheitslehren mit den Erkenntnissen der Psychoanalyse.
      Rupert Sheldrake 1981 DasGedäehtnisderNatunSMdrske behauptet, dass die Natur ein Gedächtnis - eine Erinnerung an vorheriges Ã"hnliches - besitze und dass es keine Naturgesetze, sondern nur Gewohnheiten der Natur gebe.
      Fritjof Capra 1982 Wendezeit Vor allem mit diesem Buch avancierte Capra zum Mitbegründer der New-Age-Bewegung.llya Prigogine 1993 Die Gesetze des Chaos: Prigogine will neue Naturgesetze für die Beschreibung dynamischer Prozesse der Selbstorganisation aufdecken.
     


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