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Cao Xueqin - Leben und Biographie



Die herausragende Stellung, die Cao Xueqin in der chinesischen Literaturgeschichte einnimmt, beruht ausschließlich auf einem einzigen Werk: Der Traum der Roten Kammer, das, beinahe 30 Jahre nach seinem Tod. in bearbeiteter und erweiterter Form veröffentlicht wurde.
      Nur wenig ist über den Verfasser des Buches bekannt. Geboren um 1715 im ostchinesischen Nanking, verbrachte Cao Xueqin seine Kindheit in einer wohlhabenden aristokratischen Familie. Er war der Enkel des hoch angesehenen Textilhändlers Cao Yin, der u.a. von Kaiser Kangxi persönlich beauftragt wurde. Nach dem Tod des Kunst und Wissenschaft fördernden Kaisers begann der finanzielle und soziale Abstieg der Familie. Als junger Mann arbeitete Cao Xueqin zeitweise als Lehrer in der kaiserlichen Privatschule, ließ sich dann aber aus ungeklärten Gründen westlich von Peking auf dem Land nieder. Zwischen 1740 und
1750 arbeitete er an seinem einzigen bekannten Roman Der Traum der Roten Kammer, der stark autobiografisehe Elemente enthält. Zu dieser Zeit lebte er bereits in Armut, die er durch den Verkauf eigener Gemälde abzuwenden versuchte. Bei seinem Tod war der Roman noch unvollendet.

      Der Traum der Roten Kammer
Der Roman von Cao Xueqin zeichnet anhand von über 400 Gestalten ein buntes Mosaik der Gesellschaft im alten China. Die in ihm spürbare Atmosphäre romantischer Nostalgie als Vorbote des Verfalls einer großen Zivilisation enthält zugleich Kritik an der Korruption der herrschenden Schicht. Das Werk bietet realistische, differenzierte Charakterdarstellungen, insbesondere subtile Frauenporträts.
      Entstehung: DeT unvollendete Roman zirkulierte in Handschriften, bis er von Gao E nach Entwürfen des Autors mit 40 weiteren Kapiteln abgeschlossen wurde. Diese 120 Kapitel umfassende Version hatte Erfolg beim chinesischen Publikum und liegt auch deT deutschen Ãobersetzung zu Grunde.
      Inhalt: Der Traum der Roten Kammer enthält Merkmale älterer chinesischer Volksromane wie einen Prolog oder die Vermischung von Prosa mit Versen; neu ist jedoch die Existenz eines flauptprotagonisten, mit dessen Geschichte das Buch beginnt und endet. Ein mythisches Leitmotiv des Romans ist die unerfüllte Liebe des Helden Baoyu zu seiner Kusine Daiyu.
      Der Prolog handelt von der Neigung zwischen dem Edelstein der durchdringenden GeisteTkraft und der Pflanze Purpurperle. Der Stein gelangt durch einen buddhistischen Mönch und einen daoistischen Priester in die Welt deT Sterblichen und wird in Gestalt des jungen Herrn Baoyu im reichen Haus der Jia zum Leben erweckt. Purpurperle wächst an den Ufern des Geisterstromes und wird von dem Stein mit süßem Tau genährt, bis sie schließlich zum Leben erwacht. Sie wird als Baoyus Kusine Daiyu geboren.
      Auf der irdischen Ebene wird die Atmosphäre der beiden luxuriösen HäuseT deT Familie Jia und des dazugehörenden Gartens beschrieben, der den idyllischen Rahmen für einen Teil der Handlung abgibt. Den Mädchen des Hauses wird erlaubt, im Garten zu wohnen, der junge Baoyu darf sich zu ihnen gesellen. Die Liebe zwischen Baoyu und Daiyu wird durch Baoyus gleichzeitige Neigung für eine andere Kusine überschattet. Er wird schließlich gegen seinen Willen mit dieser Kusine verheiratet, Daiyustirbt im Verlauf der Trauungszeremonie. Baoyu erfüllt seine Familienpflichten, zieht sich am Ende von der Welt zurück und wird buddhistischer Mönch.
      Wirkung: Das Buch gilt als Meisterwerk der klassischen chinesischen Romanliteratur und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. KritikeT sind geteilter Meinung darüber, worin das Hauptthema des Romans besteht: Manche sehen in ihm einen Liebesroman, andere einen Bildungsroman oder einen Bericht über daoistisch-buddhistische Entzauberung und Erleuchtung, andere wieder einen Sittenroman, der den Verfall einer aristokratischen Familie im 18. Jahrhundert beschreibt.


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