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Calvino, Italo - Leben und Biographie



Die literarische Vielseitigkeit Italo Calvinos ermöglicht keine klare Zuordnung seines Werks zu einer Gattung. Zahlreiche seiner Bücher, von der neorealistischen Partisanenerzählung über die Märchensammlung bis zum fantastischen Roman, wurden mit Literaturpreisen ausgezeichnet und in alle Weltsprachen übersetzt.
      Calvino wuchs als Sohn eines Akademikerehepaars in San Remo auf. Ab 1942 studierte er Agrarwissenschaft in Turin. 1943 schloss er sich im Widerstandskampf gegen die deutsche Besatzung den Partisanen an. Seine Kriegserlebnisse verarbeitete er in mehreren Erzählungen und in seinem ersten Roman Wo Spinnen ihre Nester bauen . 1945-47 studierte Calvino Literatur und Philosophie in Turin. Nach seiner Promotion war er einige Jahre als Lektor im Turiner Verlag Einaudi beschäftigt. Von Elio Vittorini und Cesare -» Pavese gefördert, wurde Calvino Mitarbeiter in Vittorinis Zeitschrift II Politecnico und schrieb für Tageszeitungen. 1956 trat er aus der Kommunistischen Partei aus, der er seit 1943 angehört hatte. In den 1950 und 60er Jahren entstand u.a. die fantastische Romantrilogie Unsere Vorfahren. Ab 1964 lebte Calvino als freier Schriftstellerin Paris, Rom und Siena.
      Der Baron auf den Bäumentalo Calvinos 1957 veröffentlichter Roman Der Baron auf den Bäumen ist Teil einer Romantrilo-gie, die 1960 unter dem Titel Unsere Vorfahren bekannt wurde und den Weltruhm des Schriftstellers mitbegründete. Wie die beiden anderen Teile der Trilogie, Der geteilte Visconte und Der Ritter, den es nicht gab , ist Der Baron auf den Bäumen ein fantastischer Roman, in dem sich märchenhafte Elemente mit Motiven der klassischen Abenteuerliteratur verbinden.
      Inhalt. Das fiktive Dorf Ombrosa könnte der Beschreibung nach an der ligurischen Küste liegen. Baron Arminio Piovasco di Rondo lebt hier mit seiner Ehefrau und den drei Kindern Cosimo, Biagio und Battista auf einem herrschaftlichen Gut. Als der zwölfjährige Cosimo am 15. Juni 1767 in einem Akt der Rebellion gegen die väterliche Autorität beschließt, auf die Bäume zu klettern und den Erdboden nicht mehr zu betreten, ahnt seine entsetzte Familie nicht, dass er sich bis an sein Lebensende an diese selbst gestellte Aufgabe halten wird.
      Cosimo flieht jedoch nicht als Misanthrop vor seinen Mitmenschen. Vielmehr gewährt ihm der Abstand, den er durch sein Leben auf den Bäumen gewinnt, einen klaren und analytischen Blick auf die Ereignisse seiner Zeit. Trotz seiner Distanz gelingt es Cosimo, an allen Aspekten des aktiven Lebens teilzunehmen. Als eine der schillerndsten Personen seiner Zeit korrespondiert er mit Denis Diderot, wird von VoltaiTe besucht und begegnet Napoleon. Auf Streifzügen durch die Wälder lernt er Viola kennen, ein temperamentvolles und eigensinniges Mädchen, das in seiner Vergnügungslust mitunter destruktive Züge entwickelt. Cosimo und Viola verlieben sich ineinander. Cosimo spiegelt die lntellektualität, Universalität und Disziplin des Aufklärers, Viola die subjektivistische Weltsicht barocken oder romantischen Geistes. Auch andere Personen im Roman erscheinen als Vertreter unterschiedlicher, teils historisch verankerter Lebensentwürfe. So z.B. bleiben Cosimos Eltern gedanklich auf die von feudal-dynastischen Interessen bestimmten Erbfolgekriege fixiert. Aufbau: Die aus der Perspektive Biagio di Rondös erzählte Lebensgeschichte des Barons auf den Bäumen umspannt 53 Jahre. In der ersten Hälfte des Buches stehen die Jugendjahre Cosimos und seine aufklärerischen Utopien im Vordergrund. In der zweiten Hälfte kommt es, parallel zu den politischen Ereignissen der Zeit, zu einem allmählichen Verlust dieser Utopien. Der Roman endet in der Phase der Restauration, der Wiederkehr der alten Mächte, mit dem Ver-schwinden Cosimos in einer Montgolfiere. Als Unsere Vorfahren 1960 als Trilogie erschien, entsprach die Reihenfolge der drei Titel nicht den Erscheinungsjahren, sondern war nach den historischen Epochen geordnet, von denen die Romane handeln.
      So lässt Calvino in Der Ritter, den es nicht gab das Reich Karls des Großen wieder erstehen. Der geteilte Visconte spielt zur Zeit der Türkenkriege im 17. Jahrhunderl. Der Baron auf den Bäumen nimmt den letzten Teil des Sammelbandes ein. Alle drei Romane spielen in erdachten Gegenden, sind aus der Perspektive eines nur mittelbar ins Geschehen involvierten Beobachters in der Ich-Form geschrieben und beschäftigen sich mit den Möglichkeiten menschlicher Identitätssuche. Unter den drei Titelhelden gelingt es nur dem Baron auf den Bäumen durch eine selbst gewählte Beschränkung, verantwortungsvoll und in Harmonie mit sich selbst, mit der Natur und den Mitmenschen zu leben.
     


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