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Caldwell, Erskine - Leben und Biographie



In 25 Romanen und 150 Kurzgeschichten schilderte Erskine Caldwell die Lage der verarmten Bevölkerung im Süden der USA. Seine Erzählkunst ist dem amerikanischen Naturalismusverbunden; seine Personen erscheinen als Opfer der Umstände und ihrer Erbanlagen. Mit 80 Millionen verkauften Büchern in 43 Sprachen zählt Caldwell zu den meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts.
      In Georgia aufgewachsen lernte der Sohn eines presbyterianischen Geistlichen den Süden auf zahlreichen Fahrten kennen. Nach einem ziellosen Studium schlug er sich als
Gelegenheitsarbeiter, Journalist und Rundfunkreporter durch. Er dehnte seine Reisen aus und lieferte u.a. Berichte über Mexiko, Spanien, China sowie die Tschechoslowakei. Anfang der 1940er Jahre arbeitete er als Kriegsberichterstatter in der Sowjetunion.
      Zuvor schon hatte er sich literarischen Ruhm erworben, 1932 mit Tobacco Road, ein Jahr darauf mit Gottes kleiner Acker. Es folgten u.a. Der Wanderprediger , Ein heißer Tag sowie der Kurzgeschichtenband Ein Junge aus Georgia .
      Red Decade
Entstehung: Die wirtschaftliche Depression, die Ende der 1920er Jahre die USA erfasste und bis weit in die 1930er Jahre hinein anhielt, bedeutete für die amerikanischen Künstler eine Katastrophe. Da das Geld fürden Kauf von Büchern oderden Besuch von Theatern und Konzerten fehlte, standen sie vor dem Ruin. Ausweichmöglichkeiten bot allein der Film, der eine Blütezeit erlebte. Im Rahmen des so genannten New Deal, des Wirtschaftsprogramms von Präsident Franklin D. Roosevelt , wurde auch die Kultur vom Staat unterstützt; u. a. entstand das Federal Writers Project für junge Schriftsteller.
      Die eigene wirtschaftliche Not führte eine Reihe von Schriftstellern zur sozialkritischen Auseinandersetzung mit der Lage verarmter Bevölkerungsschichten. Als Ausweg wurde eine Veränderung der wirt-schaftlichen Strukturen und der Gesellschaft hin zum Sozialismus gefordert. Das Jahrzehnt der US-Literatur zwischen 1930 und 1940 wurde zur »Red Decade«, dem »roten Jahrzehnt«.
      Theater: Agitprop-Stücke und Social Plays dominierten in der »roten Dekade« das politische Theater in den USA. Neben kruder Propaganda entstanden literarisch anspruchsvolle Stücke, etwa von Clifford Odets und Eimer Rice . Roman: Zu den wichtigsten Romanciers der »Red Decade« zählen neben Caldwell James Farrell , Richard Wright und John -> Steinbeck [Die Früchte des Zorns, 1939).
      Tobacco Road

Das Leben der »Poor White«, der armen weißen Bevölkerung im Süden der USA, wird exemplarisch am Beispiel einer Pächterfamilie dargestellt. Erskine Caldwell überzeichnet seine Figuren teilweise bis zur Groteske. Inhalt: Jeeter Lester müht sich vergeblich, als Kleinpächter ein Auskommen zu finden. Das Land, auf dem er Baumwolle anbauen will, gehörte einst seinem Großvater, wird nun aber von einem Großgrundbesitzer ausgebeutet. In der Stadt auf Arbeitssuche zu gehen oder sich bei einer der großen Tabakplantagen zu verpflichten, lehnt er hartnäckig ab. Ebenso wenig versucht er die bestehenden Verhältnisse zu verändern, ja, er gerät durch eigene Dummheit und Ungeschicklichkeit noch tiefer ins Elend. Jeeters Familie ist moralisch verkommen. Seine Tochter Pearl hat schon als Zwölfjährige Lov Bensey geheiratet, ihre Schwester Ellie May ist sexuell unersättlich. Der 16-jährige Dude Lester heiratet eine 38-jährige Witwe, weil diese ihm ein Auto kauft.
      Am Ende sterben Jeeter und seine Frau Ada bei einem Feuer, das Jeeter selbst entfacht hat, um das Unkraut auf dem Feld abzubrennen -nicht etwa, weil er sich davon einen größeren Ernteerfolg versprochen hätte, sondern weil man es immer so gemacht hat. Nach dem Tod des Vaters übernimmt der junge Dude das Land.
      Wirkung: Die Dramatisierung des Stoffs durch Jack Kirkland - das Stück lief nach verhaltenem Start über sieben Jahre lang an einem New Yorker Theater - verhalf auch dem Roman Tobacco Road zum Durchbruch. Ebenso wie der ein Jahr später entstandene Roman Gottes kleiner Acker v*ar Tobacco Road zunächst heftig umstritten. Die drastische Darstellung schockierte die Leser, aus öffentlichen Bibliotheken wurden die Bücher verbannt. Der Erfolg der Romane war jedoch letztlich nicht aufzuhalten; Caldwells Attacken gegen Armut, Ignoranz, Rassismus und das System der Farmpächter beeinflussten stark die öffentliche Meinung.
     


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Caldwell,  Erskine    


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