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Calderon de la Barca, Pedro - Leben und Biographie



Calderon de la Barca ist neben Lope de Vega der bedeutendste Dramatiker des Siglo de Oro, des »goldenen Zeitalters« der spanischen Literatur. Seine sowohl weltlichen als auch geistlichen Stücke schrieb er vor allem für das gebildete höfische Publikum und das prunkvolle Hoftheater. In seinen Werken erhalten das diesseitsverachtende Denken des gegenreformatorischen Katholizismus und des spanischen Barock als einer Epoche des umfassenden Pessimismus dichterisch vollendeten Ausdruck.
      Calderon de la Barca wuchs in einer kleinadligen Familie in Madrid auf, besuchte eine Jesuitenschule und sollte Priesterwerden. Während seiner juristischen und theologischen Studien an der Universität von Sala-manca wandte er sich jedoch der Literatur zu. Er begann 1620 seine Laufbahn als Dichter, war zeitweise Soldat und kam mit der Justiz in Konflikt. Er genoss großes Ansehen bei Hof und wurde von König Philipp

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1635 zum Hofdra-matiker ernannt. 1651 ließ er sich zum Priester weihen, 1663 wurde er Ehrenkaplan Philipps

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Sein Gesamtwerk umfasst etwa 120 Come-dias, 80 Autos sacramentales und 30 kleinere Stücke. Neben so genannten Mantel-und-Degenstücken wie seinem Erstlingswerk Liebe, Ehre und Macht verfasste er zahlreiche Ehrendramen wie DerArztseinerEhre, Dramen aus der spanischen Geschichte sowie religiöse und mythologische Stücke. Sein Versdrama Das Leben ein Traum gilt als sein Meisterwerk und als Höhepunkt der Traumdichtung.
      Das Leben ein Traum

Calderon de la Barcas Comedia Das Leben ein Traum ist eines seiner philosophischen Dramen, das die Eitelkeit irdischen Seins und alles menschlichen Tuns darstellt und den Verstand über die Leidenschaften siegen lässt. Alles ist Täuschung, das Leben ein Traum, die Welt ein großes Theater, eine Bühne, auf der Gestalten nach den Regieanweisungen Gottes Wirklichkeit spielen.
      Inhalt: Der polnische Königssohn Segismundo wird auf Befehl seines Vaters Basilio gleich nach der Geburt unter Aufsicht des Vertrauten Clo-taldo in einem Turm gefangen gehalten, da ein ungünstiges Horoskop dem sternkundigen König bedeutet hatte, sein Sohn werde einst ein grausamer Herrscher sein, der das Reich in Bürgerkriege stürzen und den eigenen Vater demütigen wird. Doch als die Frage der Thronfolge immer näher rückt, beschließt der König, seinen Sohn kurze Zeit probeweise regieren zu lassen. Segismundo wird eingeschläfert, erwacht auf dem königlichen Thron wieder und zeigt sich aufbrausend und unbeherrscht gegen alle, woraufhin er wieder betäubt und in das Turmverlies zurückgebracht wird. Dort beginnt er nach dem Erwachen, an der Wirklichkeit des Daseins zu zweifeln, und wird von Clotaldo in dem Glauben bestärkt, das Palasterlebnis sei nur ein Traum gewesen, in dem es vordringlich auf das »gut Handeln« ankomme. Segismundo erweist sich schließlich als ein widersprüchlicher Charakter, der sich nach seiner endgültigen Befreiung aus dem Turm zum guten Handelndurchringt: Er verzeiht seinem Vater, verzichtet auf die von ihm geliebte junge Moskowiterin Rosaura, verbindet sie mit ihrem treulosen Liebhaber Astolfo und stellt so Rosauras von Astolfo verletzte Ehre wieder her. Aufbau: Das Versdrama in drei Akten wird von einer für die spanische Comedia des »goldenen Zeitalters« charakteristischen zweisträngigen Handlung durchzogen, die sich thematisch sehr kontrastreich um die Eigurenpaare Segismundo - Basilio bzw. Rosaura - Astolfo in einer Mischung aus Komik und Tragik entfaltet. Durch die ähnliche Ausgangslage der vom Unglück gezeichneten Protagonisten Rosaura und Segismundo wie auch durch die vermittelnde Rolle der Figur Clotaldos als Aufseher Segis-mundos einerseits und Vertrauter Basilios andererseits verleiht Calderön de la Barca der Handlung eine strukturelle Einheit. Diese erfährt im letzten Akt ihren Höhepunkt, als Segis-mundos endgültige Wandlung nur durch die Wiederbegegnung mit Rosaura möglich wird, deren Ehrenrettung indessen nur mit der Hilfe Segismundos bewirkt werden kann. An Figuren und Handlung seines Dramas Das Leben ein Traum exemplifiziert Calderön de la Barca eine moralische Absicht. Dabei gelingt es ihm, mit metaphorischer und symbolischer Sprache einen Gesamtrahmen von Lebens- und Schöpfungsbezügen sichtbar zu machen. Wirkung: In seinem Meisterstück Das Leben ein Traum erweist sich Calderön de la Barca als Vollender der Traumdichtung sowie des spanischen Barock. Sein schriftstellerisches Schaffen beeinflusste die gesamte Dramatik der folgenden Epochen. In Deutschland zum Beispiel reicht seine Wirkungsgeschichte über August Wilhelm von Schlegel , Joseph von -> Eichendorff. Johann Wolfgang von -> Goethe, der drei Stücke von Calderön in Weimar aufführte, Franz -> GrillpaTzer [Der Traum ein Leben, 1840) und Hugo von -> Hofmannsthal bis hin zu Hans Magnus Enzensbergers Schauspiel Die Tochter der Luft Nach dem Spanischen des Calderön de la Barca .


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