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Caesar - Leben und Biographie



Der römische Hohpriester, Feldherr, Schriftsteller und Diktator Caesar gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Schon deshalb zählt sein Bericht über die Eroberung Galliens in den Jahren 58-51 v.Chr., Der gallische Krieg, zu den populärsten Werken der antiken Geschichtsschreibung.
      Caesar wurde als Sohn einer aristokratischen Familie geboren. Mit der Wahl zum Priester des Jupiter erhielt er im Jahr 85 v.Chr. sein erstes Amt. 62 v.Chr. erreichte er mit der Wahl zum Praetor die Beteiligung an der Macht. Zwei Jahre später schloss er mit dem gefeierten Feldherrn Pompeius , seinem Schwiegersohn, und mit Crassus ein privates Bündnis, das als »Triumvirat« in die Geschichte einging. Dieses Zweckbündnis sicherte ihm für das Jahr 59 v.Chr. das Konsulat, das höchste Amt der Republik. Im Jahr darauf übernahm er als Prokonsul die Verwaltung der beiden Provinzen Gallia Cisalpina und Gallia Transalpina . Gestützt auf diese Machtbasis unterwarf er Gallien westlich der Alpen bis zum Rhein. Als sich seine Amtszeit als Prokonsul ihrem Ende zuneigte und er sich in Abwesenheit um das Konsulat für das Jahr 48 v.Chr. bewerben wollte, forderte der Senat, Caesar möge zuerst sein militärisches Kommando niederlegen. Da der Senat gleichzeitig seinem früheren Verbündeten Pompeius zusätzliche Befugnisse einräumte und Caesar mit Ablauf seiner Amtszeit eine Anklage befürchtete, überschritt er den Fluss Rubikon und eröffnete damit den Bürgerkrieg. Nach dem Sieg über Pompeius und den Senat wurde er zum
Dictator auf Lehenszeit ernannt, aber schon kurze Zeit später von politischen Gegnern ermordet.

      Der gallische Krieg
Die Eroberung Galliens und nicht das Buch Der gallische Krieg war der Grundstein zur historischen »Unsterblichkeit« von Caesar. Aber die von ihm selbst verfasste Geschichte dieses Feldzugs hat einen nicht unerheblichen Anteil an seinem Ruhm, denn mit dem ebenso knappen wie brillanten Bericht wusste er nicht nur seine Zeitgenossen in Rom zu überzeugen, es gelang ihm damit bis heute, auch die meisten Historiker für sich einzunehmen. Entstehung: Noch vor Abschluss des Kriegs in Gallien veröffentlichte Caesar in Rom seine persönliche Darstellung der Kriegsereignisse. Er verfolgte damit einen politischen Zweck, der sich u.a. in der willkürlichen Festlegung der Grenzen Galliens zeigt, denn das Land, das er unterwarf, war weder ethnisch noch kulturell eine Einheit.
      Aufbau: Das Werk ist in acht Bücher unterteilt, wobei jedes einem Kriegsjahr entspricht. Das achte Buch, das die Jahre 51 und 50 beschreibt, wurde von Caesars Freund, dem Feldherrn Aulus Hirtius, verfasst. In die Darstellung der Feldzüge flocht Caesar mehrfach ethnografi-sche Notizen über die Völker ein, gegen die er Krieg führte.
      Inhalt: Im Mittelpunkt des Buchs stehen der Kampf und die politischen Intrigen gegen die Kelten, Beiger und Aquitanier. Nach einigen
überraschenden Siegen betrachtet Caesar nach dem zweiten Jahr ganz »Gallien« als unterworfen und behandelt alle, die sich nichl dem römischen Joch beugen, als »Aufruhrer«. Der römische Feldherr schildert detailliert seine Feldzüge, übertreibt dabei aber meist die Stärke der Kelten und sagt wenig über die Stärke und Positionen seiner eigenen Truppen aus. Seinen Höhepunkt erreicht der Kriegsbericht mit der dramatischen Darstellung des Aufstands der keltischen Stämme unter der Führung des Averners Vercingeto-rix, dem es noch einmal gelingt, die Römer in die Defensive zu drängen. Gerade hier zeigt Caesar sich als geschickter Propagandist und weiß selbst die Niederlage von Gergovia als »Beinahe-Sieg« darzustellen. Mit der Belagerung und Eroberung von Alesia, der letzten Festung der Gallier, endet das Buch.
      Wirkung: Das Werk, dessen prägnanter Stil bei den Zeitgenossen große Bewunderung hervorgerufen hatte, wurde im Mittelalter wenig gelesen. Erst in der Renaissance wurde es für die Schüler, die Latein lernen durften, die wichtigste Anfangslektüre. Von den meisten Althistorikern geschätzt, wird es von vielen Militärhistorikern wegen seiner zahlreichen verschleiernden Ungenauigkeiten eher kritisiert.
      Wichtige Ereignisse, über die Caesar in »Der gallische Krieg« berichtet
58 v.Chr.: Krieg gegen die Helvetierander Rhone, Besetzung des Landes der Haeduer, Krieg gegen die Germanen am Oberrhein unter ihrem Fürsten Ariovist; Vordringen der Römer bis in die Gebiete an der mittleren Mosel und Maas.
      57 v.Chr.: Zerschlagung der Konföderation der Beiger unter König Galba; Unterwerfung der Stamme der Aremorika zwischen Rheinmündung und Bretagne; Caesar hält Gallien für unterworfen.
      56 v.Chr.: Unterwerfung der keltischen Stämme in den Alpen südlich des Genfer Sees; Niederschlagung von Aufständen in der Bretagne und an der Kanalküste; Unterwerfung der Beiger und Kampf gegen die Aquitanier.
      55 v.Chr.: Unterwerfung der germanischen Stämme am Niederrhein; Caesar lässt eine Brücke über den Rhein schlagen und führt seine Legionen für 18 Tage auf das rechte Ufer. Im Herbst setzt Cäsar nach Britannien über und kehrt nach einem Monat wieder aufs Festland zurück.
      54 v.Chr.: Zweite Landung in Britannien; Kampf mit den Kelten unter König Cassivel-launusan der Themse; Aufstand der Beiger unter Führung des eburonischen Königs Ambiorix; Vernichtung von 15 Kohorten. 53 v.Chr.: Niederschlagung der Aufstände in Nordgallien, zweite Ãoberquerung des Rheins, Vernichtung der Eburonen; Hinrichtung des carnutischen Fürsten Acco. 52 v.Chr.: Aufstand in Zentralgallien, beginnend bei den Carnuten; Anführer aller Kelten wird der Averner Vercingetorix; Massaker von Avaricum; die Niederlage bei Gergovia zieht den Abfall auch der Haeduer nach sich; Belagerung und Einnahme von Alesia, Kapitulation des Vercingetorix.
     


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