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Bunin, Iwan - Leben und Biographie



Iwan Bunin war der bedeutendste Dichter der russischen Emigration und erhielt 1933 als erster Russe den Literaturnobelpreis. Als Prosaist führte er in der Nachfolge Anton -^Tschechows und Lew N. -> Tolstois die realistische Erzähltradition fort; in seiner Lyrik war er dem Erbe Alexander-»Puschkins verbunden.
      Aus verarmtem Adel stammend, arbeitete Bunin zunächst als Bibliothekar in der Provinz und zog 1895 nach Moskau, wo er u.a. Tschechow und Maxim -»Gorki kennen lernte. Bunin trat zunächst als Lyriker hervor; 190 3 und 1

   erhielt er den Puschkir-Preis. Ab 1909 führten ihn ausgedehnte Reisen u.a. nach Griechenland, Palästina, Ã"gypten und Indien. Erste Erzählungen veröffentlichte Bunin bereits in den 1890er Jahren, doch erst um 1910 fand er zu seinem neuklassischen, höchst kunstfertigen Stil. Als Gegner der Oktoberrevolution emigrierte er 1920 nach Frankreich.
      Das Leben Arsenjews
Das Leben Arsenjews ist das bedeutendste Er-zählwerk des russischen Literaturnobelpreisträgers Iwan Bunin. In dem stark autobiografisch geprägten Roman zeichnet er das Panorama eines bewegten Lebens in Zarenzeit, Revolution und Emigration und entfaltet seinen lyrischen Sprachstil in höchster Vollendung. Entstehung: Memoiren waren unter den Schriftstellern der russischen Emigration ein verbreitetes Genre, dem sich in den 1920er Jahren auch der in Frankreich lebende Bunin zuwandte. Sein Bemühen, über die bloße Aufzeichnung von Erinnerungen hinaus eine neue literarische Form zu entwickeln, mündete in Das Leben Arsenjews, der »Autobiografie einer erfundenen Person« , in der Dichtung und biografische Fakten verwoben sind; In der Liebesgeschichte seines Helden Arsenjew verarbeitete der alternde Bunin etwa die Beziehung zu seiner letzten großen Liebe Galina Kuznezova, die 1929 zerbrach. Die ersten vier Bände des Romans erschienen 1928 bis 1930, der fünfte jedoch erst 1939.
      Inhalt: Aus der Perspektive des fiktiven Erzählers Alexej Arsenjew werden dessen Jugend im vorrevolutionären Russland, sein künstlerischer Werdegang und seine tragische Liebe zu einer jungen Schriftstellerin erzählt. Der Roman zeichnet darüber hinaus ein genaues Bild der sozialen Verhältnisse in Russland, vor allem des provinziellen Kleinadelsmilieus, dem Bunin selbst entstammte. Aus der nostalgischen Sicht der Emigration wirft Arsenjew/Bunin ein verklärtes Licht auf die zaristische Vergangenheit und philosophiert über das Schicksal Russlands. Aufbau: Wie die meisten Autobiografien hat der Roman keine kontinuierlich entwickelte, geschlossene Handlung, sondern zerfällt in die Schilderung einzelner Ereignisse, Personen und seelischer Konflikte. Die Darstellungsform kam Bunin entgegen, der in erster Linie Novellist war und bis dahin mit Das Dorf nur einen Roman veröffentlicht hatte. Einige Episoden sind novellistische Miniaturen, in denen Buninsmeisterhafte Beherrschung der kurzen Form aufscheint. Aufgrund des ausgefeilten lyrischen Tons aller Schilderungen wurde Das Leben Arsenjews mit Iwan -^Turgenjews Gedichten in Prosa verglichen. Wirkung: Wie die gesamte russische Exilliteratur war auch das Werk Bunins von der Rezeption in der Heimat lange abgeschnitten. 1966 erschien in Moskau eine Werkausgabe mit einer gekürzten Fassung von Das Leben Arsenjews. Erst nach dem Ende der UdSSR 1991 wurde sein Werk in Russland wiederentdeckt.
     


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Bunin,  Iwan    


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