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Bulgakow, Michail - Leben und Biographie



Michail Bulgakow ist ein Meister der bitterbösen, tiefsinnigen Satire. Zu den zentralen Themen seines Werks gehören das Schicksal der alten russischen Intelligenz angesichts der Revolution sowie die Konfrontation des herausragenden Individuums mit einer von Dummheit, Missgunst, Mittelmaß, Willkür, Unehrlichkeit und Heuchelei geprägten Umwelt.
      Noch während seines Medizinstudiums wurde Bulgakow zu Beginn des Ersten Weltkriegs als Chirurg an der österreichischen Front eingesetzt. Während des Bürgerkriegs war er Militärarzt in Kiew - nacheinander bei Rotgardisten, ukrainischen Nationalisten und Weißgardisten. Ab 1921 lebte er als Autor in Moskau. Seine satirischen Texte und seine Werke aus dem Milieu der mit Sympathie geschilderten »Weißen« brachten ihn in steten Konflikt mit dersowjetischen Kulturbürokratie; 1930 wurden seine Stücke abgesetzt: Bulgakow erhielt Publikationsverbot. Durch persönliches Eingreifen Stalins konnte er in den 1930er Jahren als Regieassistent am Moskauer Künstlerischen Theater arbeiten.
      Der Meister und Margarita
Das vielschichtige Hauptwerk von Michail Bulgakow vereint mehrere Genremerkmale, Stilhaltungen und Problemstellungen. Es ist nicht nur eine fantastische Abenteuergeschichte und beißende Zeitsatire, sondern auch eine philosophische Parabel über das Wesen von Gut und Böse, über menschliche Schwächen, demoralisierende Auswirkungen von Unfreiheit und Unterdrückung, die Macht der Kunst und die Ohnmacht des Künstlers. Zentrales Thema ist die Entlarvung der Lüge in der Kunst wie im Leben. Entstehung: Bulgakow begann 1929 mit der Arbeit an dem Roman und vernichtete 1930 eine erste Fassung. Letzte Korrekturen diktierte er auf dem Sterbebett. Der Roman konnte erst Jahrzehnte später publiziert werden; er erschien 1966 in der Zeitschrift Moskva mit willkürlichen Kürzungen der Redaktion. Nach vollständiger Publikation 1966 im Ausland erschien die erste ungekürzte sowjetische Ausgabe 1973. Inhalt: Ende der 1920er Jahre taucht während der Karwoche in Moskau der Satan Voland mit Gefolge auf, um Freitagnacht seinen alljährlichen Ball zu geben. Einige Tage lang wird Moskau vom Teufelsspuk heimgesucht. Den Menschen, die mit Volands Gefolge in Berührung kommen, wird übel mitgespielt - doch sie verdienen es nicht anders, denn sie sind fast allesamt verlogen, geldgierig und anmaßend. Eine Ausnahme bilden der namenlose Meister, der geniale Autor eines Pilatus-Romans, und seine Geliebte Margarita. Sie verloren einander aus den Augen, als der Meister, dessen Roman von Literaturfunktionären als konterrevolutionär eingestuft und für den Druck abgelehnt wurde, einen Nervenzusammenbruch erlitt, das Manuskript verbrannte und in eine Nervenheilanstalt eingewiesen wurde. In der Hoffnung, etwas über ihren Geliebten zu erfahren, ist Margarita bereit, die Gastgeberin auf dem Ball beim Satan zu spielen. Als Lohn für ihren selbstlosen Einsatz wird sie wieder mit dem Meister zusammengeführt; sein Roman wird vor dem Vergessen werden gerettet. Aufbau: Die Handlung des Romans spielt sich in drei unterschiedlichen Welten ab. Die erste ist die reale Welt der Moskauer Gegenwart. In zahlreichen temporeichen und aberwitzigen
Episoden zeichnet Bulgakow ein satirisches Porträt der durch ideologische Gängelung verrohten und demoralisierten sowjetischen Gesellschaft; sein besonderes Augenmerk gilt den unbegabt-opportunistischen Vertretern des offiziösen Literaturbetriebs. Die zweite ist die überzeitliche Parallelwelt des Ãobersinnlichen und Jenseitigen. Dort tummeln sich Voland und sein Gefolge, Hexen, Vampire und die zum Leben erweckten Besucher des Satansballs -Giftmischer, Massenmörder und sonstige Großverbrecher. Die dritte schließlich ist die vergangene Welt des alten Jerusalem - der Handlungsort des vom Meister verfassten Passions-Romans über Pilatus und Jeschua han-TMasri, der als Roman im Roman eingeschoben ist. Alle drei Welten sind miteinander durch ein komplexes Netz gemeinsamer Motive, paralleler Figuren und Handlungsmomente verknüpft. So korrespondiert beispielsweise die Gestalt Jeschuahan-Nasris mit der Gestalt des Meisters, die wiederum autobiografischc Züge des realen Romanautors Bulgakow trägt. Wirkung: Ãobersetzungen in mehrere Weltsprachen, zahlreiche Werkanalysen, Bühnenfassungen und Verfilmungen zeugen von der künstlerischen Kraft des Romans und von der von ihm ausgehenden Faszination.
      Die wichtigsten Bücher von Michail Bulgakow
Teufeliade 1924 Eine grotesk-fantastische Erzählung über einen kleinen Angestellten, der nach seiner Entlassung im Kampf mit den Mühlen der Bürokratie den Verstand verliert.
      Schicksolhafte Eier 1925 Eine satirische Science-Fiction-Novelle über eine Erfindung, die das Wachstum von Hühnereiern beschleunigt und die durch falsche Anwendung zu einer Reptilienplage führt.
      Hundeherz 1925 In der satirischen Novelle werden einem Hund menschliche Organe eingepflanzt; er verwandelt sich hierauf in einen Menschen, einen asozialen Proleten.
      Die weiße Garde 1925 Ein Roman über das Schicksal der Familie eines Arztes, der als Offizierder Weißgardisten am Bürgerkrieg teilnimmt.
      Theaterroman. Aufzeichnungen einesToten, 1937 Der tragikomische autobiografische Roman berichtet über die vergeblichen Versuche eines Schriftstellers, in der von Intrigen erfüllten Welt eines Moskauer Theaters zu reüssieren.
      Der Meister und Margarita, 1966 In seinem vielschichtigen Hauptwerk lässt Bulgakow den Teufel höchstpersönlich in Moskau auftauchen.
     


Bakunin, michail alexandrowitsch

»Laßt uns also dem ewigen Geiste vertrauen, der nur deshalb zerstört und vernichtet, weil er der unergründliche und ewig schaffende Quell alles Lebens ist. - Die Lust der Zerstörung ist zugleich eine schattende Lust.» Mit diesen Worten endet der Aufsatz über Die Reaktion in Deutschland, den B. unter .....
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Bulgakow,  Michail    


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