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Bukowski, Charles - Leben und Biographie



Charles Bukowski schildert in seiner illusionslosen Lyrik und seinen milieugetränkten, nicht selten rüden Erzähltexten die Kehrseite des amerikanischen Traums von Erfolg und Glück.
      Mit seinem polnischen Vater und seiner deutschen Mutter kam Bukowski als Kleinkind nach Amerika, wo die Familie an der Ostküste, danach in Kalifornien lebte. Der Junge wuchs auf mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise und den Prügeln des Vaters. Auch in der Schule ein Underdog, suchte er Zuflucht in Jugendgangs und trank exzessiv. Nach dem Abitur 1939 studierte er bis 1941 Journalistik in Los Angeles,machte sich selbstständig und bereiste im Bus die USA. Seine Militäruntauglichkeit erlaubte es ihm, sich dem Schreiben zu widmen.
      1944 veröffentlichte er seine erste Story, der zahlreiche Publikationen in Underground-Zeitschriften folgten. Bukowski lebte von Gelegenheitsjobs und verbrachte seine Abende im Rotlichtmilieu. Während der Arbeit bei der Post wohnte er in Hollywood, hielt Lesungen und wurde 1963 für die Zeitschrift Outsider entdeckt; ab 1966 schrieb er für ein anderes Magazin die Wochenkolumne Notes of a Dirty Old Man. Zu seinen Freundinnen und Lebensgefährtinnen hatte er bewegte, auch gewalttätige Beziehungen. Nach der Heirat 1985 mit Linda Lee lebte er in San Pedro, wo er 1993 an Leukämie erkrankte und ein Jahr später starb.

      Der Mann mit der Ledertasehe
Der Roman schildert das Leben eines Arbeiters, Spielers, Trinkers und Autors an der prosperierenden Westküste der USA nicht ohne Selbstironie aus der Sicht des Außenseiters. Entstehung: Bukowski lebte acht Jahre mit der ebenfalls alkoholsüchligen Jane Cooney Baker zusammen, war 1955-58 mit Barbara Frye verheiratet und bekam 1964 mit Frances Smitheine Tochter. 1952-55 arbeitete er auf unterster Rangstufe der Amtshierarchie bei der Post in Los Angeles, trat nach seiner Scheidung wieder in den Dienst ein und wurde 1969 wegen seines exzessiven Lebenswandels entlassen. Aus kürzeren Prosatexten, in denen er sein Alter Ego wie sonst auch Henry Chinaski nennt, stellte er schließlich den Roman zusammen. Inhalt: Die gelungensten Episoden schildern den tragikomischen Alltag des Briefzustellers in der ersten Phase als ausgebeutete Aushilfskraft, einem Spießrutenlauf zwischen Hitze und Wolkenbruch, aberwitzigen Normen und Regeln, dem zynisch-bürokratischen Chef und mitleidlosen, psychotischen Postempfängern inklusive der Klischees von zähnefletschenden Hunden bis zu nymphomanischen Hausfrauen. Viele Missgeschicke erhalten durch den sarkastischen
Ton, absurde Steigerung und Wiederholung und Großbuchstaben, die Gebrüll markieren, etwas Comicartiges. Der subalterne Arbeiter unterwirft sich nur des Lohns wegen der täglichen Routine. Sie wird satfnsch überzeichnet, ohne dass der Roman durchgehend komisch wäre; vielmehr ist er skeptisch und lapidar erzählt. Aufbau: »Dies ist ein Roman. Er ist niemandem gewidmet.« Nach diesem Motto führen die relativ schmalen sechs Kapitel im Kreis und ein Stück darüber hinaus. Jedes enthält kurze Episoden, Szenen, Momentaufnahmen von einer halben bis zu wenigen Seiten. Nicht alle haben Pointen, aber alle vermitteln den gleichen Lakonismus. Am Ende quittiert Chinaski nach elf Jahren vor seinem 50. Geburtstag den Dienst, um den Roman zu schreiben, nachdem er zuvor schon auf dienstliche Verwarnungen mit einer 42-seitigen Gegendarstellung reagiert hat. Wirkung: Neben den Kultautoren der Beat Generation hat Bukowski den Themen Alkoholismus, Spielsucht und Promiskuität in schonungsloser Sprache die Bahn gebrochen. Für bürgerliche Leser war er an seiner Misere selbst schuld; um so größer ist die Fangemeinde, die der Underground-Status anlockte und die durch stereotype Geschichten bedient wurde. Neben Internetseiten gibt es heute eine Charles-Bukowski-Gesellschaft, die nach seinem Spitznamen »Buk« ein Jahrbuch herausgibt.
Die wichtigsten Bücher von Charles Bukowski
Aufzeichnungen einesAußenseiters 1969 Für die Underground-Zeitschrift Open City schrieb Bukowski 14 Monate Kolumnen voller alltäglicher Geschichten, in denen ersieh mit Vorliebe als »schmutzigeralter Mann« stilisierte.
      Der Mann mit der Ledertasche, 1971 Der aberwitzige Alltag des Trinkers Henry Chinaski als Postbote in Los Angeles zwischen Frauen, Suff und Pferderennbahn.
      Faktotum 1975 Ein desillusionierter junger Mann berichtet über seinen Alltag in US-Großstädten auf derSuche nach Arbeit, Geld und Sex.
      Das Liebesleben der Hyäne 1979 Henry Chinaski hatals Autor endlich Erfolg. Das erleichtert es ihm, seine Sucht nach Frauen zu befriedigen und daraus eine schonungslose, auch obszöne Kette von Episoden zu gestalten.
      Das Schlimmste kommt noch oder Fast eine Jugend, 1982 Bukowskisautobiografischer Roman erzählt die Vorgeschichte des notorischen Außenseiters, seine wilde Jugend im Amerika der 1920er und 1930er Jahre bis zum Zweiten Weltkrieg.
      Hollywood 1989 1987 drehte Barbet Schroeder auf der Basis eines Bukowski-Drehbuchsden Kinofilm Barflymil Mickey Rourkeinder Hauptrolle, in dem Bukowski selbst am Rande auftritt.
      Ausgeträumt 1994 In seinem letzten Roman spielt Bukowski mit Versatzstücken des Detektivromans. Im Mittelpunkt steht der private Ermittler Nick Belane, der von Lady Death einen Auftrag annimmt.
     


Chamisso, adelbert von, (d. i. louis charles adelaide de c.)

»Es ist die alte, gute Geschichte. Werther erschoß sich, aber Goethe blieb am Leben. Schlemihl stiefelt ohne Schatten, ein >nur seinem Selbst lebender < Naturforscher, grotesk und stolz über Berg und Tal. Aber Chamisso, nachdem er aus seinem Leiden ein Buch gemacht, beeilt sich, dem problematischen .....
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Darwin, charles

Im Jahre 1838 trug D. folgende Bemerkung in sein Notizbuch ein: »Piaton . . . sagt im Phaidon. unsere »notwendigen Ideen< entstammten der Präexistenz der Seele, seien nicht von der Erfahrung abgeleitet. - lies Affen für Präexistenz.« D. tormuliert hier den Grundgedanken einer - wie wir heute sagen w .....
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Fourier, charles

Seine Idee war. Sexualität und Arbeit miteinander zu versöhnen, jenseits von jeder Art von Gewalt und Zwang und in einer Umgebung äußersten Luxus. Er träumte von einem Perpetuum mobile aus Wirtschaft und Eros. Damit blies er. ohne daß er es ahnte, zum Sturm auf die letzte Bastion des Christentums. D .....
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Montesquieu, charles de secondat

Als M. im Wmter 1755 schwer an Grippe erkrankte, am >. Februar gar ins Koma fiel. Heß sich Papst Benedikt XIV. durch seinen Pariser Nuntius lautend berichten, ob der angesehene Rechtsdenker und Moralphilosoph nicht endlich gebeichtet und seinen Frieden mit der Römischen Kirche gemacht hätte. Dieses .....
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Morris, charles william

Die Entscheidung, sich der Wert- und Zeichentheorie zu widmen, traf M. Ende der 30er Jahre, als er eines Abends auf Läszlö Moholy-Nagy wartete. Moholy-Nagy, zusammen mit Walter Gropius am Bauhaus tätig, aber seit der Macht-* Ãobernahme Hitlers 1933 in London lebend, wurde 1937 als - Leiter an das »N .....
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Peirce, charles sanders santiago

Der Geburtsort des Pragmatismus war der »Metaphysiker-Klub«. der Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts in der Nähe von Harvard in Alt-Cambridge alle zwei Wochen tagte. Hier legten vor allem P. und William James die Grundlage für eine neue Pachtung innerhalb der Philosophie. Während James einer .....
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Glauser, friedrich charles

Biografie: *4.2.1 Wien, t8.2.1 in Nervi bei Genua. F. Glausers Leben war geprägt vom ständigem Wechsel zwischen Internierung und Entlassung, Entziehungskuren und den Versuchen ein bürgerliches Leben zu führen. Seine Morphiumsucht, die ihn ungefähr seit dem 21. Lebensjahr begleitete, war zentrales Tr .....
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Sealsfield, charles (d. i. karl anton postl)

Der Fremde war einsam gestorben, als alter Mann war er vor wenigen Jahren in den kleinen schweizer Ort Unter den Tannen gezogen, und niemand wußte etwas über ihn zu sagen. Doch als die Eidgenossen sein Testament fanden, war der Name plötzlich in aller Munde: Mr. S. hatte ein wirres Leben geführt. Je .....
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